Innendämmung (mal wieder...)

21.11.2011 Andy


Guten Tag,

Ich habe hier schon viele Beiträge zum Thema gelesen, leider habe ich aber nicht das für mich passende gefunden.
Vielleicht kann mir jemand helfen.
Wir beschäftigen uns gerade mit dem Thema Innendämmung und sind erschlagen von den unterschiedlichen Arten der Dämmung und den Meinungen dazu.
Vorweg: Eine Außendämmung kommt für uns nicht infrage. Die Gründe sind optischer und leider auch wirtschaftlicher Natur.
Konkret geht es momentan um folgende Bereiche:
Im Untergeschoss unseres Anbaus soll der Flur gedämmt werden. Es handelt sich um 2 Wände, eine davon ist eine Außenwand wobei der letzte Meter innen liegt und mit einer Tür versehen ist, also quasi hinter dem Windfang. Die 2. Wand ist eine Innenwand, allerdings liegt dahinter unsere Garage, die logischerweise nicht beheizt wird.

Desweiteren möchten wir im Obergeschoss unseres Anbaus das Schlafzimmer dämmen, hierbei handelt es sich um 2 Außenwände, eine davon mit 2 Fenstern und Schlagregen ausgesetzt die 2. ohne Fenster und durch Bäume "geschützt".

Ich bin bei meinen bisherigen Recherchen auf die Rigitherm 032 Platte gestoßen, außer ein paar Werbetexten hierzu konnte ich allerdings nichts brauchbares finden. Interessant finde ich bei diesem System, dass es Extraplatten für Fensterlaibungen gibt um hier Wärmebrücken zu vermeiden.

Hat jemand hiermit Erfahrungen gemacht oder kann uns Alternativen vorschlagen?

Wir sind für jeden Tipp dankbar.



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Hallo Andy,

Bei Innendämmung sollte ohnehin eine gesonderte Behandlung der Fensterlaibungen mit zum Konzept gehören. Alle seriösen Anbieter von Innendämmsystemen schlagen hier geeigenete Lösungen vor und bieten ggf. auch entsprechende Produkte an. Bei Dämmplattensystemen sind dies meist Platten in speziellen Formaten und Dicken. Mit einem genauen Blick auf die Preise kann man dann selbst entscheiden, ob man den vermeintlichen "Fertiglösungen" möglichen Alternativen vorzieht.

Fertiglösung hin oder her! Ich hoffe, sie sind bei Ihrer intensiven Studie des Themas auch schon auf den Punkt Schadensrisiken gestoßen. Mit dem von Ihnen ins Auge gefaßten System ist der Spielraum für Fehler eher eng. Bei Fachwerk würde die Mehrheit hier wohl sogar sagen: ... Finger weg!

Rigibs gibt die Spielregeln für das Funktionieren klar vor:

- Keine Hinterströmung der Innendämmung durch die Innenraumluft.
- Die Feuchteeinträge von außen in die Außenwand müssen durch einen funktionstüchtigen Schlagregenschutz minimiert sein. Die Wand muss quasi selbständig, ohne Wärmeeinwirkung von der Innenseite her „trocknen“.
- Begrenzung der winterlichen max. Raumluftfeuchte im Innenraum in Abhängigkeit der Dämmdicke und des Standortes.
- Verarbeitung gemäß Rigips Verarbeitungsrichtlinien

... dies gilt zwar allgemein erstmal für alle Innendämmsysteme gleichermaßen, mit Blick auf die Materialeigenschaften von EPS sind diese Punkte aber grundsätzlich anders zu wichten als z.B. bei Verwendung von Dämmstoffen aus Naturfasern.
Die Argumentation sollte hier nicht allein nur um den Platzverbrauch einer Innendämmung geführt werden.

Letztendlich werden Sie selbst entscheiden müssen.

Gruß aus Berlin,



Moin Andy,



bei Teildämmung wandert dein Taupunkt an die neue kälteste Stelle im jeweiligen Raum....weisst du wo das sein wird?

Es macht also erstmal Sinn sich das ganze Bauteil(Anbau) anzuschauen und evtl. durchrechnen zu lassen.

Gerade im Schlafzimmer holst du dir sonst mit Pech den Schimmel rein.

Gruss, Boris



Schadensrisiken...



...sind der Grund, warum ich das nicht schon erledigt habe. Ich möchte nicht auf Teufel komm raus und ohne Rücksicht auf etwaige Spätfolgen dämmen. Die Heizkostenentwicklung der letzten Zeit zwingen einen ja aber mehr oder weniger dazu, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
@Boris: Laut Architekt (der allerdings wg. einer anderen Sache bei uns war) wäre die kälteste Stelle nach Dämmung das Fenster bzw. die beiden Fenster.
Gibt es denn grundsätzlich noch Alternativen (Außendämmung mal ausgeklammert) die keine Risiken birgt? Lehmbauplatten etc.? Wenn es gar nicht anders geht, warten wir halt ein wenig und machen dann doch was von außen :)

Danke nochmal!



...



Wenn Energieeinsparung das Ziel ist, wird man nicht drum herum kommen sich mit den bauphysikalischen Herausforderungen des Dämmens auseinandersetzen zu müssen. Eine Lehmbauplatte allein ist hier aber noch keine Dämmung.

Ihre Alternativen sollten Sie im verwendeten Dämmaterial und Aufbau suchen. Wenn Sie Außendämmung dürfen ist außen dämmen immer die günstigere Lösung - wärme- wie kostentechnisch. Das Schadensrisiko sinkt ebenfalls erheblich!

Gruß aus Berlin