Dämmung unbeheizter Räume?

31.01.2005



Hallo. Im Erdgeschoss unserer Fachwerkscheune soll die eine Hälfte bewohnt, also gedämmt und beheizt werden, die andere Hälfte ist unbeheizter Dielenbereich. Ursprünglich wollten wir auch dort für Eventualitäten eine Fußbodenheizung vorsehen und dementsprechend auch Dämmung. Aus Kostengründen überlegen wir jetzt, die FBH wegzulassen. Es stellt sich die Frage, ob dann die Dämmung überhaupt Sinn macht. An die Außenwand sollen von innen Holzweichfaserplatten (6cm) mit Lehmputz geklebt werden. Das sollte ausreichen, um Wärmegewinne aus dem beheizten Teil nicht sofort über die Außenwand des unbeheizten Teils zu verlieren (Diele als Puffer). Ist der Wärmeverlust über das Erdreich so groß, dass wir auch dort dämmen sollten? Wenn wir nicht dämmen sollten, wie können wir am günstigsten die Höhe des Fußbodenaufbaus füllen, die ja eigentlich für einen Aufbau mit Dämmung berechnet war?
Wir freuen uns auf Antworten, Danke im voraus.
Meike Uphoff



Wenn schon mal aufgebuddelt ist ....



würde ichs gleich 'richtig' machen.
Die Dämmung im Fussbodenaufbau sollte wohl nicht so teuer sein. Oder wie gross ist die Diele denn?
Abgesehen davon kann man auch mit der EnEv winken, die einen bestimmten U-Wert für Böden gegen Erdreich vorschreibt.



Für den



gesamt Energieverbrauch des Gebäudes kann es manchmal günstiger sein einen solchen Bereich mit zu dämmen und zu heizen, da ansonsten das Verhältnis zwischen der, das beheizte Gebäudevolumen umfassenden wärmeübertragenden Fläche zum beheizten Volumen, sehr ungünstig werden kann.
Auf die Fussbodenheizung würde ich aber immer verzichten, es gibt wesendlich besseres (z.B. Wandflächenheizung und Heizkörper mit hohem Strahlungsanteil).



Dämmsystem Holzweichfaser



Sollte eine Ausführung mittels Holzweichfaserplatten als Innendämmschale Anwendung finden, wäre zu klären, welche Untergründe vorhanden sind.
In Lehm gebettet ist schon einmal richtig, doch sollte generell auch gedübelt werden. Mit Tellerdübeln bzw. -schlagdübeln.
Ist der Untergrund z.B. aus Natursteinen, ist eine Holzweichfaserplatte sehr kritsch zu betrachten, sollte es zu keiner Auflegung einer termischen Fläche kommen (Wandheizung/Fußleistenheizung). Denn diese Systeme sind aus organischen Material und neigen daher schnellstmöglich zu Fäuliserscheinungen.
Der Lehmkontakt und auch der Lehmputz sind in diesem Falle keine Garantie für Funktionssicherheit, denn auch Lehmbaustoffe sind nur dann bauphysikalisch gut, wenn sie in richtiger Kombination eingesetzt werden.
Damit stellt sich also bei Ihnen die Frage, Wandheizung oder Fußleistenheizung, wenn Holzweichfaserinndämmung.
Oder man setzt eine Lehmsteinschale homogen mit dem Altmauerwerk verbunden (hinterfüttert) davor und schafft damit einen guten Puffer und eine enorme Klimaverbesserung.

Denken Sie einmal darüber nach und sollten weitere Fragen bestehen, können diese auch von uns geklärt werden.

Grüße aus Sohland a.d. Spree.



Wandaufbau, Fußbodenaufbau



Hallo, danke erst einmal für die Antworten.
Also der ursprüngliche Wandaufbau besteht aus Eichenfachwerk mit Gefach aus Sichtmauerwerk, d: 11,5 cm. Im beheizten Wohnbereich sollen die Außenwände und die Wand zur Diele mit einer Lehmsteinschale und einer Leichtlehmschüttung gedämmt werden. Die Außenwand der Diele wie oben beschrieben mit Holzweichfaserplatte. Eine Fußleistenheizung haben wir in beiden Fällen nicht vorgesehen, da wir ja Fußbodenheizung geplant haben.
Der Fußbodenaufbau in der Diele besteht aus einer neuen Sohlplatte 15 cm (schon fertig), dann sollen 6 cm Dämmung, 5 cm Estrich und 9 cm Ziegelstein in Mörtelbett kommen.
Die Diele ist übrigens zusammen mit ein paar Nebenräumen ca. 90 m² groß und hat eine lichte Höhe von ca. 3,4 m. Diesen Raum einfach mal so mitzuheizen ist vielleicht ein bisschen viel des Guten. Bei der großen Fläche ist eben auch alles gleich ziemlich teuer, wir suchen nach der sinnvollsten aber auch günstigsten Lösung, um eine frostsichere, aber nicht unbedingt wohnwarme Diele zu bekommen.
Vielleicht kommen ja noch ein paar Anregungen...?
Meike Uphoff