Ausmauerung Gefache




Hallo,

derzeit bin ich auf der Suche nach dem richtigen Material, um die Gefache einer Außenwand neu auszumauern.

Der Vorbesitzer des Hauses hatte die Gefache der Außenwand - von außen mit Schiefer und einer Veschalung verkleidet - einfach mit Montageschaum ausgespritzt und das Ganze hinter einer Rigipsplatte versteckt.

Zur Zeit bin ich nun dabei den Montageschaum zu entfernen und die Balken soweit wie möglich zu reinigen. Danach wollte ich die Balken - wie empfohlen - mit einer Borsalzlösung streichen. Anschließend sollen die Gefache ausgemauert werden.

Nun ist mir nicht ganz klar was eine Borsalzlösung ist, woher ich diese bekomme und was diese bewirkt. Vielleicht könnt ihr mir hier noch einmal weiterhelfen.

Ich habe nun viel im Forum gestöbert und im Internet weitergelesen. Bin dabei über den Begriff "hochwärmende Steine" auf die Steine "Bisotherm" und "Poroton" gestoßen? Hört sich beides gut an, wenn man es so liest. Was würdet ihr so empfehlen?

Mein Problem ist, dass mir nur eine Wandstärke von etwa 12cm zur Verfügung steht und eine Außenfassadendämmung wegen dem Denkmalschutz nicht möglich ist.

Was haltet ihr von den mit Dämmmaterial gefüllten Poroton-Steinen?

Suche eine Lösung, die dem Fachwerk gerecht wird. Ich möchte mir an sich eine Innenwanddämmung wegen der bekannten Probleme wie Taupunkt und Einbringung einer Dampfsperre ersparen.

Eine Verwendung von Holzfaserplatten und Lehmputz bei den Innenwänden muß ich derzeit wegen der angedachten Vermietung der Räume eher ausschließen.

Danke euch schon jetzt für die immer wieder informativen Hinweise

Volker



Außenfassadendämmung wegen dem Denkmalschutz nicht möglich ist



Leider nur eine Gegenfrage:

-Welche Materialien laut Denkmalschutz in die Ausfachung?


Grüße

Mladen



Borsalze?



Borsalzlösungen werden vorwiegend zum vorbeugenden Schutz gegen holzzerstörende Organismen verwendet. Für tragenden Bauteile dürfen allerdings ausschließlich Holzschutzmittel verwendet werden, die ein gültiges Prüfzeichen, ausgestellt vom „Deutschen Institut für Bautechnik“ (DIBt), besitzen.

Aber: Borsalze sind nicht witterungsbeständig, werden also wieder ausgewaschen. Die Verwendung an bewittertem Außenfachwerk, insbesondere wenn lediglich gestrichen wird, ist schlicht und ergreifend Umweltverschmutzung.

Sie sollten besser die Fachwerkhölzer überprüfen, ob diese aus einer ausreichend widerstandsfähigen Holzart bestehen. In der bei Außenfachwerk vorherrschenden Gefährdungsklasse ist gemäß Normung eigentlich nur Eichenkernholz ausreichend dauerhaft. Jedoch haben sich z.B. auch Lärchen- oder Douglasienkernholz bewährt - wenn handwerklich gut gearbeitet wurde (Übergang Holz/Gefach etc.).
Ungeschützte Wetterseiten sollten besser verkleidet werden/bleiben. Gibt es immer noch Denkmalbehörden in Deutschland, die eine vollständige Entblößung von Fachwerkhäusern fordern? Das wäre erschreckend.

Zum Thema Dämmung in der Gefachebene werden sich sicherlich andere detailliert äußern. Ich glaube aber: mit nur 12 cm Wandstärke werden Sie bestimmt nicht glücklich - allenfalls Ihr Energieversorger.

Gruß
Boris Blenn



Entblößung von Fachwerkhäusern



@Boris Blenn

Hallo Boris,
was ist so erschreckend?

Grüße

Mladen



Denkmalschutz und/Oder Energiesparverordnung



Hallo,

erstmal meinen Dank für die Auskünfte zur Borsalzlösung. Und auch gleich die Frage, warum diese nicht für tragende Teile verwendet werden darf?

Hatte ich im Vorfeld nicht erwähnt - es handelt sich um Eichenbalken und die Wetterseite ist von außen verschiefert. Das ist so und wird auch so bleiben.

Was der Denkmalschutz fordert - das ist eine Sache für sich. Der Denkmalschutz und die Begründung dafür ist eigentlich eine Lachnummer. In aller Kürze: nehmen wir ein Fachwerkhaus, vergraben das Erdgeschoss im Zuge des ausbaues der Strasse und stellen das Objekt dann wegen der ungewöhnliche Proportionen unter Denkmalschutz.

Auch ich befürchte, dass bei 12cm sich der Energieversorger die Hände reibt. Daher möchte ich eine optimale Wärmedämmung bei der Ausmauerung erreichen.


Daher noch einmal zum Kern meiner Frage: "Bisotherm" oder "Poroton" - welche Vorteile, welche Nachteile? Mit oder ohne eingeschlossene Dämmung?

Wenn eine ausreichende Dämmung nur mit zusätzlicher Dämmung innen erzielt werden kann und Lehmputze als Oberfläche ausscheiden, was dann?

Gruß in die Runde



Die Freilegung der Wetterseiten...



freistehender Fachwerkhäuser um jeden Preis, welche ab den 50er Jahren durchgeführt worden ist, hat zum beschleunigten Verfall vieler Fachwerkbauten geführt (Stichwort: Schlagregenschutz). Zeitweise wurden sogar Prämien für die Entfernung der Vorhangfassaden gezahlt.

Herr Petsch: Ich ging davon aus, dass die Vorhangfassade entfernt werden soll, da keine Außendämmung angebracht werden darf. Sie wollen demnach nur von innen sanieren, wenn ich das richtig verstehe. Optimal wäre natürlich, wenn die Verschieferung zerstörungsfrei demontiert wird (machbar?) und zwischen Schiefer und Fachwerk eine diffusionsoffene Wärmedämmung eingebaut wird.

Zum Kern der Frage: prinzipiell haben Sie mit einer Vorhangfassade einen größeren Handlungsspielraum bei Baustoffen, da die Feuchtelast durch Bewitterung entfällt. Eine Dämmung in Gefachebene halte ich daher für unkritisch. Bisotherm kenne ich allerdings nicht, daher sollte hier jemand mit mehr Fachkunde antworten.

Borsalze: Es gibt natürlich mehrere Borsalzpräparate, die für tragende Bauteile zugelassen sind. Habe mich da wohl nicht klar ausgedrückt. Brauchen Sie aber nicht, da 1.) ihr Fachwerk durch Bewitterung nicht gefährdet ist, 2.) Eichenkernholz auch bewittert ausreichend dauerhaft ist,und 3.) in Eichenkernholz mittels Streichen sowieso praktisch keine Wirkstoffmengen eingebracht werden können.



Der Reihe nach ...



Hallo Herr Blenn,

nochmals meinen Dank für die Informationen. Wenn ich das richtig verstanden habe ist ein Anstrich der Balken nicht zwingend erforderlich.

Irgendwann einmal werde ich die vorhandene Vorhangfassade entfernen, die Wand vonn außen dämmen und dann wieder eine Vorhangfasade anbringen. Aber kommt Zeit, kommt Geld

Bisotherm wird auf Basis von Bims und Poroton auf Basis von Ton/Lehm hergestellt.

Schaun wir mal, ob mir noch einer mehr sagen kann.

Gruß in die Runde
Volker