Welche Nachteile hat eine feuchtevariable Dampfbremse?

21.10.2009



Hallo.

plane in Absprache folgenden Dachaufbau einbauen zu lassen:

- Betonziegel (Bestand)
- Traglattung (Bestand)
- Konterlattung (Bestand)
- nichtdiffusionsoffene USB (Bestand)
- Sparren (17,5 x8 cm) (Bestand)
- NEU: im Abstand von ca. 25mm zur bestehenden USB eine diffusionsoffe Unterdeckbahn UDB-Klasse A mit sd~0,02m ZWISCHEN den Sparren winddicht befestigt. Sie enden in den Lüftungsgittern unten und im ungedämmten und gut belüfteten Spitzboden
- NEU: Zwischensparrendämmung (14cm; MiWo WLG 035 oder 032)
- NEU: feuchtevariable Dampfbremse (sd von 0,3 bis 5m)
- NEU: Untersparrendämmung (4-5cm; MiWo WLG 035 oder 032) in der Installationsebene
- NEU: GKP (12,5mm)
- NEU: Raufasertapete mit Wandfarbe

Alternativ wurde eine PE Dampbremse/sperre mit sd >100 empfohlen (geringerer Preis!)
Fragen:
A) Welche(n) Nachteil(e) hat die feuchtevariable Dampfbremse im Vergleich zur PE Folie bei meiner Konstruktion?
Über Vorteile habe ich einiges gelesen...
B) Stimmt es, dass die "berühmte" 20% Regel beim Einsatz einer feuchtevariablenn Dampfbremse in Richtung 50% verschoben werden kann?

viele Grüße
Roddy



Eine Bremse lässt Feuchtigkeit in der Dämmung zu



... nach Laborwerten immer so, dass es nicht zu Kondenswasser in der Dämmung kommt. Wie oft diese Werte jedoch in der Praxis anders aussehen, das sei mal dahin gestellt.

Die geplante Mineralwolle kann jedoch mit Feuchtigkeit nichts - wirklich gar nichts - anfangen. Sinn der feuchtevariablen Bremse ist, dass im Sommer auch nach innen ausdiffundieren kann und die Folie bei mehr Feuchteaufkommen diese auch stärker zurück hält.

Da eh eine Hinterlüftung geplant ist, wäre bei MIWO die 100er Folie die bessere Wahl.

Frage noch zur Unterdeckbahn UDB-Klasse A mit sd-0,02m:
Warum überhaupt - wenn doch schon eine dichte USB besteht? Hier würde ich lieber Holzdämmplatten mit N+F einbringen. Als Dämmung würde ich lieber auf organisches Material zurück greifen.

Die 20%-Regel würde ich bei allen Rechenkünsten nicht groß verändern.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



zweite Hinterlüftungsebene



Hallo,

die "dichte" USB wird als das Problem angesehen. Darum möchte ich eine zweite Hinterlüftungsebene im Abstand von ca. 25mm zur bestehenden USB zwischen den Sparren einbauen.
Ichhabe die UDB wegen dem extrem geringen sd Wert gewählt. Als Alternative sehe ich eine bituminierte Weichholzfaserplatte mit höherem sd und höheren Kosten. Die N+F kann ich zwischen den Sparren wieder abtrennen.
Ich kann keine Einblasdämmung verwenden, da in zwei Etappen gearbeitet wird (zu hohe Rüstkosten!). Auch bei Hanf sagt mein Finanzminister nein...
Kondenswasser entsteht doch nur, wenn der Sättigungspunkt überschritten wird. Daran sind T und Feuchtigkeitsgehalt beteiligt. Die Temperatur stellt sich über die Dämmdicken und die Umgebung ein und die Feuchtigkeit über die Qualitat der Dampfbremse bzw. der USB/UDB und vorallem durch deren qualitativ richtige Verarbeitung, oder?
Wenn die durch Profis eingehalten wird, sollte es ok sein?!?

Gibt es bei der Verwendung einer feuchtvariablen Dampfbremse weitere Risiken (z. B. Lüftungsverhalten, Einschränkungen bei der Wahl der GKP, Tapeten etc..)?

viele Grüße
Roddy



fragen zu feuchtevariabler Dämmung



Die Temperatur stellt sich über die Dämmdicken und die Umgebung ein und die Feuchtigkeit über die Qualitat der Dampfbremse bzw. der USB/UDB und vorallem durch deren qualitativ richtige Verarbeitung, oder?

> Die Feuchtigkeit stellt sich vor allem durch die qualitativ richtige Verarbeitung ein. Das führt zur nächsten Frage. Rechnerisch gibt es Veränderungen im Eindringverhalten. Diese können sich aber im Laufe der Zeit verändern. Wie gut die Variabilität nach 10 Jahren noch funktioniert sei mal dahingestellt. Die MiWo kann Feuchtigkeit als Dampf oder als Kondens nicht verarbeiten. Deshalb würde ich die dichtere nehmen.

Wenn die durch Profis eingehalten wird, sollte es ok sein?!?

> Frage mal einen Profi, ob er Dir eine 100%ige fugenfreie Verlegung bei einem Altbau garantieren kann.

Gibt es bei der Verwendung einer feuchtvariablen Dampfbremse weitere Risiken (z. B. Lüftungsverhalten, Einschränkungen bei der Wahl der GKP, Tapeten etc..)?

> eigentlich keine.

Grüße Frank



Feuchtigkeitsvariabele Dampfbremse ist sicherer als Sperre



wenn also die Außenseite dicht ist, muß die Diffusion über die Innenseite erfolgen. Da ist eine Dampfbremse mit einem hochvariabelen sd-Wert von 0,25 ->10 m zu empfehlen. Ich würde auch keine Mineralwolle nehmen, sondern einen natürlichen Dämmstoff, der mit Feuchtigkeit umgehen kann, z.B. Hanf. Der wird auch beim Abdichten von Wasserleitungen eingesetzt.
Viele Grüße
Gunther



So wie das hier beschrieben ist ...



... ist eine Hinterlüftungsebene eingeplant.

Grüße, Frank