Decke dämmen

18.02.2015 Olaf21



Hallo ans Forum

Dies ist meine erste Frage hier im Forum und ich freue mich schon auf Eure hilfreichen Antworten.

Ich möchte gerne eine Decke über einem ehemaligen Stall dämmen. Der untere Raum wird nur als Lagerfläche benutzt und ist nicht geheizt. Der obere Raum soll als Wohn/Schlafraum genutzt werden. Dieser Raum wird beheizt.
Den Aufbau der Decke nachdem ich eine Schicht MDF-Platte von den Balken abgenommen habe, habe ich versucht im Bild darzustellen.
Ich möchte nun den Bereich zwischen den Balken dämmen. Die Art des Dämmstoffes der eingesetzt werden soll bin ich noch am recherchieren.
Meine Frage vorab ist ob ich hier oberhalb der Balken eine Dampfsperre einbringen muss.

P.S.:Zum Aufbau ist noch folgendes zu sagen - Es war vermutlich einmal eine Einschubdecke, da auf der Hälfte der Balken Latten angenagelt sind. Der Einschub ist aber nicht mehr vorhanden.



Ob eine Dampfbremse oder Dampfsperre ...



einzubauen ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Die Durchführung von Wärmedurchgangs- und Dampfdiffusionsberechnungen für die ins Auge gefassten Varianten halte ich für unbedingt erforderlich.


Gruß

Dirk Meisinger



Habe das vor ein paar Wochen



auch gestellt. Ich möchte Eichendielen verwenden direkt auf den Balken und laut u-wert.net wird dann eine Dampfbremse unter den Dielen notwendig. Der Rest ist abhängig von der Nutzung der unteren Räume. Billig ist Glasfaser, wenn man so etwas im Haus möchte. Ansonsten muss man sich überlegen ob Schalldämmung erforderlich ist. Dann vielleicht eine schwerere Schüttung aus Leichtlehm oder Perlite, die Schall- und Wärmedämmung kombiniert. Bei 16 cm Balken ist ja genug Platz.

Gruß Herbert



Das Ganze...



ist vergleichbar mit einem normalem Fußboden über einem unbeheiztem Keller, vermutlich aber etwas trockener, wenn der Stall halbwegs gelüftet wird.

Ich würde wieder einen Einschub herstellen, so tief als möglich (40er Latte), und dafür eine OSB-Platte wählen, deren Stärke dem Balkenabstand entspricht. Diese fugenfrei verlegt, Anschlüsse in geeigneter Weise abgedichtet. Darauf eine hohlraumfreie Dämmung (Holzweichfaser passender Stärke, Blähton...) bis UK Dielung und eine geölte Dielung (dampfoffen). Folien aller Art würde ich vermeiden, und auf eine Berechnung verzichten.

Grüße

Thomas



OSB unten ?



OSB möglichst weit unten scheint mir heikel, es wirkt als Dampfbremse. Die Dampfbremse sollte normalerweise max. 1/3 von der Warmseite entfernt sein. Kondensat im OSB wäre doppelplusungut.

Gegenvorschlag:

Dielung raumseitig
6 bis 8 cm Schüttung
OSB als Blindboden
darunter 10 cm Dämmung (z.B. Glaswolle 032 / Steinwolle)



Mit der OSB-Platte ...



auf der Kaltseite habe auch ich aus bauphysikalischer Sicht erhebliche Probleme!

Im Übrigen bin ich aus baubiologischen Gründen kein Freund dieses Baustoffes.
Von daher würde ich für den Blindboden "normales" Holz, z. B. Rauspundbretter einsetzen.

Auf die Erfordernis einer rechnerischen Überprüfung des Deckenaufbaus hatte ich ja bereits hingewiesen.


Grüße

Dirk Meisinger



Wie...



soll den das Kondensat durch eine hohlraumfreie und zugfreie Ebene bis zur OSB vordringen, in relevanten Mengen? Das OSB ist schließlich nicht topdicht wie eine Folie, kann vielmehr (in geringerem Maß als das Holz) Feuchtigkeit transportieren. Dafür ist eine gute Winddichtigkeit gegeben.

Letztlich ist die OSB - Ebene auch gar nicht "unten". Schließlich kommt da noch eine Doppelpackung Heraklit.

Das reicht völlig aus. Wenn das berechnet würde, bekämen wir von 10 Berechnern mindestens 12 Ergebnisse unterschiedlichster Aussage.

Grüße

Thomas



Boden dämmen



Wie groß ist denn der Hohlraum unter den Heraklithplatten?

Wie sind die Maße der Deckenbalken und die Spannweite?

Ist die Oberseite gerade oder muß ausgerichtet und ggf verstärkt werden? Speicher wurden normalerweise nicht für große Belastungen ausgelegt bzw könnten auch geschädigt sein.

Ich würde möglichst alles inkl aller Hohlräume dämmen- bei alten Konstruktionen am Besten mit Zellulose ausblasen, oben kann dann eine einfache Dampfbremsfolie, evt als armiertes Dampfbremspapier verlegt werden, darüber als Belag geölte Holzdielen.

Sorptions- und diffusionsfähige Dämmstoffe sind wesentlich fehlertoleranter und feuchteunabhängiger als die üblichen Materialien wie Glas- und Mineralwolle.

Das läßt sich auch nachrechnen u. U-Werte und Feuchtigkeitsausfall bestimmen- wäre aber bei üblichen Verhältnissen nicht notwendig.

Andreas Teich



Änderung des Aufbaus



Hallo ans Forum

Erst mal Danke für die Kommentare und Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt melde (Krankheitsbedingt).

Es haben sich jetzt folgende Änderungen im Aufbau ergeben welche die bisherige Betrachtung ändern.

Der untere, nicht geheizte Raum, soll nun beheitzt werden. Er soll zukünftig als Partyraum genutzt werden. Aus diesem Grund soll auch die Untere Heraklitschicht entfernt werden. Die Heraklitschicht die verbleiben soll ist an der Unterseite verputzt.

Zur Frage der Abstände. Die Balken sind 16*16cm. Die Länge bzw. Breite des Raums sind ca. 3,8m. Zwischen den Balken ist ein Abstand von ca. 77cm.

Auf der Oberseite waren, wie schon beschrieben, MDF-Platten angebracht. Darunter eine Ausgleichslattung.

Der obere Raum wurde 1974 renoviert und dann als Kinderzimmer und später als Schlafzimmer genutzt. Wie schon vermutet war ein Einschub mit Lehmschlag vorhanden. Dieser wurde dann durch (ich hoffe meine Infos sind richtig) Engelshaar (grüne Glaswolle) gedämmt. Diese Dämmung wurde mit einer etwas dickeren Matte (leider keine Maße) zwischen den Balken ausgeführt. Eine weitere dünne Lage wurde oberhalb der Balken zwischen die Ausgleichlattung gelegt.

Diese Dämmung ist aber jetzt entfernt worden.

Wie verhält sich das Ganze jetzt wenn der untere Raum beheizt wird?



Deckenaufbau



Hallo Olaf
Bei beidseitig angrenzenden beheizten Räumen gibt es kein Dampfdruckgefälle, also auch keine Notwendigkeit für Dampfbremsen.

Es bleibt also nur die Schalldämmung zu berücksichtigen.

Hohlräume unter dem Gehbelag sollten voll ausgefüllt werden, um keinen Resonanzboden mit Trommeleffekt zu erzeugen.

Dieser würde in dem betreffenden Raum die Schallbelastung erhöhen aber auch durch Schallweiterleitung in darunter- und danebenliegenden Räumen.
Zur Verbesserung der Schalldämmung ist eine Kombination von Gewicht und schallabsorbierenden Materialien günstig.

Welche Ansprüche hast du diesbezüglich
und siehst du Verbesserungsbedarf?
Andreas Teich