Dachbodenausbau. Zweite Dampfbremse ist eine zuviel?

28.07.2015 Pauline



Hallo zusammen,

ich baue den Dachboden aus, der bereits eine Aufsparrendämmung besitzt. Ich sorge jetzt für Schall- und Hitzeschutz. Die Firma der Holzfasermatten, die ich verwende, sagt, ich bräuchte eine Dampfbremse sd=2. Ein Zimmerer und der u-wert.net Rechner sagen, dass ich keine brauche und dass kein Tauwasser anfallen kann. Weiß das jemand von euch vielleicht genau?

Mein Aufbau:

10mm Gipsfaser
Holzlatten 2,5cm
(Dampfbremse?)
120mm Holzfasermatten (Zwischensparrendämmung)
Dampfbremse > 220 sd
160mm Bauder PIR SF alukaschiert, WLS 023
Lattung, Dachziegel

Ich würde mich sehr über Eure Hilfe freuen.

Pauline



Faustregel



Eine Faustregel sagt dass bis etwa ein Drittel der Dämmung innerhalb der Dampfbremse liegen darf. Die 160 mm PIR haben mehr als den doppelten Wärmewiderstand (R) der 120 mm Holzflex. Eine zusätzliche Dampfbremse wäre unter diesen Bedingungen verzichtbar, kann aber wegen der Winddichtheit trotzdem sinnvoll sein.



Dachdämmung



Die Grundvoraussetzungen sind nicht optimal: Die BAuder PIR SF ist eine deutliche Dampfsperre mit einem sd-Wert von 1.500. Sie verhindert die Diffusion nach außen massiv. Wenn Sie den Sparrenzwischenraum ausdämmen, müssten Sie normalerweise, als Reaktion auf die äußeren Bedingungen mit einer noch massiveren Dampfsperre innen arbeiten. Das wird aber nicht funktionieren, weil diese Dampfbremse nie zu 100% dicht an alle Bauteile angeschlossen werden kann.

Es kann also durchaus passieren, das sich die Raumluftfeuchte in der Zwischensparrendämmung unter der dampfdichten BAuder PIR SF auf 80-90% aufschaukelt. Damit erhöhte sich dann auch im ungünstigsten Fall die Ausgleichsfeuchte der Sparren auf Werte um die 20% oder höher, womit ein Milieu für Schimmel und Pilzbefall entstehen kann.

Grundsätzlich vertragen sich Ihre Absichten und die Voraussetzuungen nicht. Das Dach wäre zudem überdämmt: der U-Wert der Bauder PRI SF liegt bereits bei 0,14 W/m2*K. Erforderlich sind lediglich 0,24 nach EnEV.

Außerdem ist sowohl die Aussage der Fa. falsch, das sie lediglich eine Dampfbremse mit sd=2 bräuchten, als auch die des Zimmerers, das keine Dampfbremse notwendig wäre.

Wenn Sie trotzdem eine Zwischensparrendämmung einbauen wollen, sollten Sie den Aufbau von einem unabhängigen Ingenieurbüro als 3D-Simulation unter instationären Witterungsbedingungen und auf Feuchtebelastung und Rücktrocknung hin durchrechnen lassen.

"Fachaususkünfte" von Handwerkern oder Baustoffhändlern sind mit Vorsicht zu nutzen. Sie haften nicht für Ihre Ratschläge.



Oje,



das hört sich heftig an. Die Zwischensparrendämmung ist schon angebracht, von daher gibt es kein zurück mehr.

Wie kommen so viele unterschiedliche Meinungen zustande?

Unser Zimmerer macht auch Innenausbau und müsste auch Erfahrungswerte haben.

Schwierige Ausgangssitation... mal sehen, an wen wir uns hier wenden können.

Viele Grüße

Pauline