Kaltdachdämmung die soundsovielte...Barbaren gesucht!

19.10.2008 Boris



Hallo werte Forumsgemeinde,

hatte heute endlich mal Zeit zum stöbern, bin mit meinem Anliegen aber nicht fündig geworden:
Es geht um 2 DHH die wir kaufen möchten, Bj. 1947,im sonnigen Tübingen, 244qm Satteldach (Nord/Süd - Ausrichtung),in den 70ern neu gedeckt mit Mühlacker Dachpfannen.
Aufbau: Ziegel, Lattung, 14er Sparren + Luft, Spaghettiplatte (Heraklith), Putz, Tapete. Der U-Wert entspricht also in etwa meiner früheren Mathenote....;-).
Da die Wohnungen innen in gutem Zustand sind und wir natürlich erstmal rasch einziehen und nicht im Winter das Dach aufmachen wollen, frage ich mich natürlich, ob ich nicht zunächst von der Bühne aus die Dachschrägen mit Hanffaserwolle ausstopfen kann? Hat das schonmal jemand probiert? Oder doch lieber doofheizen (Gas!)?

Bin ja mal gespannt was ihr meint....

Gruß, B. Webler





Um das Ganze auf eine nach heutigen Masstäben vernünftige Wärmedämmung zu bringen, ohne von innen heranzugehen, kann man ohne Öffnen des Daches nichts vernünftiges machen. Schon, weil unter den Ziegeln ein Luftraum offenbleiben muss und über der Dämmung eine Schutzfolie liegen sollte. Schade um Arbeit und Material. Ich würde erstmal schauen, ob es im Anschlussbereich von Dachboden, Kniestock und Dach Stellen gibt, wo überhaupt nichts ist, und das provisorisch zustopfen, damit es wenigstens einigermassen winddicht ist. Dann übern Winter halt heizen (schade um die Energie, aber es ist ja das letzte Mal), und die Planung für die Sanierung des Daches machen (Dämmungssystem evaluieren, Genehmigung für Erhöhung des Daches um ca. 20 cm je nach Dämmungsprinzip einholen, Leitungswege für Kollektoren vorsehen, Offerten einholen usw, damit Sie im Frühling gleich loslegen können - es wird auch im Sommer angenehmer unter einem gut gedämmten Dach.





Ich hatte halt überlegt, ob es nicht geht schonmal zuzustopfen, später Dach auf, Hanf raus, Dampfbremse rein (wenn überhaupt nötig..) bzw. Latten runter, Holzfaserdämmplatten drauf, Lattung, Konterlattung, Ziegel wieder drauf - fertig: Ich kann mir halt nicht vorstellen, dass Hanf in einem Winter so feucht wird, dass er danach getauscht werden muss. Insgesamt sind wir erstmal nur zu dritt und im DG ist weder Küche noch Bad... sollte doch eigentlch gehen.





Gehen tut es schon, aber ich halte es nicht für sinnvoll. Erstens, weil man Hanfmatten quer zur Lattung und auf oberflächenrauhen Heraklith-Platten nicht überall gleichmässig einbringen kann (womit die Wirkung dann bescheiden wäre, bzw. die Heizmaterialersparnis eines Winters wiegt die Kosten für die Dämmung + Entsorgung nicht auf; losen Hanf kann man nachher wegwerfen), zweitens, weil es eine Scheissarbeit ist, die ich mir nicht antun würde. Wie rasch das Zeugs feucht wird, wenn mal Flugschneewetter ist, wird sich zeigen.
Irgendwie wurden die bisherigen Winter ja auch überstanden, oder waren das nur Sommerwohnungen?
Wenn Sie unbedingt provisorisch dämmen wollen, dann das Spitzbodendach mit Dämmung belegen.
Ich lese gerade, dass im DG nur Schlafräume sind. Dann wäre es das beste, nur unten zu heizen, den Aufgang nach oben mit einer provisorischen Türe zu schliessen und oben nach Grossmutterart zu schlafen (2 Daunendecken und Bettflasche).





Flugschnee ist bei einer Dachneigung von 52' und Doppelfalzziegeln glaube ich kein Thema.... Und dann wollte ich mit Hanf-Stopfwolle arbeiten, nicht mit Matten. (Das ich die übers Heraklith nicht weit bring is klar). Ich halte den Feuchteeintrag eines Winters für so gering, dass ich die Wolle drinlassen kann, wenn das Dach offen ist dort nachstopfen wo nötig und mit Pavatex o.ä. winddicht machen. Restfeuchte darf dann abatmen.





O ich moechte wissen, was die anderen machen wuerden
O ich moechte, dass die anderen bestaetigen, dass ich es so machen soll
(Zutreffendes ankreuzen)

Viel Spass dann.



Tja,



dann heizen wir mal tapfer....

@Jens: Kann ich auch beides ankreuzen?

Gruß, Boris