Bodenaufbau , schwimmend und doch geklebt




Folgende Situation :
Ein Kunde hat sich eine 15mm Eichen Massivdiele Nut und Feder geölt , ausgesucht und möchte sie schwimmend verlegt haben.
Der Untergrund ist ein Estrich,der mit PVC Boden aus den 70 igern beklebt ist und wie Bolle hält . Ehemaliger Bürotrakt in einem Gebäude was saniert wird.
Trittschall legen und die Dielen in Nut und Feder verkleben bringt Spannungen mit sich und daher bestimmt auch Wölbungen.
Wie wäre der folgende Aufbau zu bewerten :
5.5 mm Holzfaser Unterboden als Trittschallunterlage
12 mm OSB-Platte (evtl auf den Estrich geschossen)als Träger für die Eichendielen .
Dann die Eichendiele mit Flexkleber aufgeklebt und zwar nicht vollflächig sondern in Streifen mit ca 30 cm Abstand.

Bitte um konstruktive Kritik und Antworten, bzw weitere Anregungen .

Danke



Klingt furchtbar.



Einen Fußboden mal so mit machen? Ohne Erfahrung auf dem Gebiet? Das kann richtig in die Hose gehen. Besonders, wenn Aufbauten "erfunden" werden.

Eine Grundregel der Parkettverlegung besagt, daß massive Dielung / Parkett NIE in Nut/Feder verklebt wird.

Der vorgeschlagene Aufbau auf ein OSB - Furnier ist gleichfalls ungeeignet. Die Platte ist viel zu dünn, und auch bei einer dickeren OSB - Platte sind Verwerfungen nicht auszuschließen.

Vorschlag:

Ebenheit prüfen. Es ist nahezu auszuschließen, daß diese hinreichend gegeben ist. Wenn doch, massive Diele vergessen, 2mm Rollkork auslegen und darauf eine Dreischichtdiele schwimmend verlegt.

Oder:

Belag 'raus, Estrich Fräsen und spachteln, Massivdiele mit Untergrund vollflächig verklebt verlegen, unter Einhaltung der üblichen Verlegeregeln des Parkettlegerhandwerkes.

Grüße

Thomas



Profi Antwort ??



Sehr geehrter Herr Böhme ,
Ihre Antwort scheint mit etwas voreilig zu sein , weder kennen Sie meine fachlichen Kompetenzen noch haben Sie je eine Arbeit von mir gesehen .
Wenn Sie meinen kurz gefassten Text genauer gelesen hätten , wäre Ihnen klar das ich wohl weiß , dass eine Nut u.Feder Verleimung bei Massivholz-Dielen indiskutabel ist.
Ich bin auch mit den üblichen Verlegearten der massiven Dielen bewandert und habe diese seit 1994 europaweit auch schon praktiziert.
Im beschriebenem Fall, will der Kunden die massive Diele und will ihn schwimmend verlegt haben .
Das hier bei jedem der mit den üblichen Verlegeregeln des Parketthandwerks vertraut ist,sämtliche Alarmglocken aufheulen,ist mir schon klar.
Dennoch bin ich mir sicher dass es eine Lösung gibt die beide Parteien, wenn auch nicht Sie , zufrieden stellen würden.
Regeln und Normen sind wichtig zu beachten, man sollte sich aber nicht dahinter verstecken , wenn man ohnmächtig einer Situation gegenüber steht.
Der Kunde wurde von mir mehrmals darauf hingewiesen einen Fertigparkett mit fast identischer Optik zu nehmen und , wie ich Ihnen recht gebe , auf Kork zu verlegen . Wobei ich 2mm für nicht ausreichend halte.
Ein grundlegender Bodenaufbau kommt aus Kostengründen nicht in Frage.
Hätte ich mehr Platz in der Höhe würde das Pavatherm Profil von Pavatex in Frage kommen.
Um Platz in der Höhe zu sparen wollte ich auf die FlexiFix Parkettunterlage von Witte zurückgreifen, die aber nicht mehr im Vertrieb ist.
Für Sie jetzt natürlich ein Lücke um einzuhaken, warum die Unterlage nicht mehr verfügbar ist.
Laut Aussage der Firma wies der Kleber nach längerer Lagerzeit einen Mangel auf .
Vielleicht können/wollen Sie nun Ihre konstruktive Meinung dazu äußern?
Wie Sie Ihren Betrieb bewerben scheinen Sie dafür der richtige Ansprechpartner zu sein .

Mit freundlichen Grüßen

G.Kiss



Aha!



"Wenn Sie meinen kurz gefassten Text genauer gelesen hätten , wäre Ihnen klar das ich wohl weiß , dass eine Nut u.Feder Verleimung bei Massivholz-Dielen indiskutabel ist."

Warum diskutieren Sie's dann in Ihren kurz gefassten Text?

Ich kann Ihnen nur raten, diesen Quatsch zu lassen. Eine 15mm - Diele ist für jegliche schwimmende Verlegung ungeeignet, ob das Ihrem Kunden nun passt oder nicht. Lassen Sie ihn das doch selber verlegen. Der gute Wille sollte da enden, wo die technischen Möglichkeiten enden. Holz hat den längeren Hebel. Qualität können Sie mit diesen Vorgaben nicht liefern.

Ihr Text lässt eben nicht auf Erfahrung schließen, und eine wunschgerechte Antwort kann ich nicht liefern. Selbstklebende Unterlagen halte ich für massive Verlegungen für generell ungeeignet, ob nun lieferbar, oder nicht. Einen PVC-Belag herauszureißen, den Untergrund vorzubereiten und einen Dielenboden zu Kleben ist kein übertriebener Aufwand, und nur mit diesen (Parkettleger)Arbeiten können Sie für den Kunden eine solide Leistung abliefern.

Nun können Sie das dem Kunden entweder mit Verweis auf die Fachregeln begreiflich machen.
oder Sie lehnen den Auftrag ab,
oder Sie schlittern mit erheblicher Wahrscheinlichkeit aus eigener Borniertheit, übertriebener Gefälligkeit oder kurzsichtigem Auftragsdenken in einen Regressfall.

Ihr Ding.

Schönen Feierabend wünscht

Thomas

P.S. Die Fachregeln sind Extrakte handwerklicher Erfahrungen. Man sollte nur da, wo man wirklich perfekt im Stoff steht, aufgrund eigener Kenntnisse davon abweichen - und nicht nach einer Spritztour durch die Foren. Da bekommen Sie nämlich für jede vorgefasste Meinung auch einen, der's bestätigt.



Aber Herr Böhme



Warum denn so aggressiv, bzw. unfreundlich ?
War vielleicht auch ein harter Tag für Sie , wer weiß .
Ich suche keine Jasager um mein Vorhaben abzusegnen .
Und ob es der Netiquette entspricht mit dem Wort Borniert auf eine freundliche Anfrage zu antworten?
Es geht ja nicht darum die Arbeit auf Biegen und Brechen wie beschrieben zu machen, sondern um Erfahrungen von Kollegen zu sammeln und auszuwerten um weitere Schritte zu gehen .
Aber ehrlich gesagt stellt Ihr Auftreten hier mein Aufenthalt in diesem Forum in Frage .

Friede sei mit Ihnen, damit Sie auch einen schönen Feierabend genießen können.

G.Kiss



Da Sie...



...mir vorhin (unberechtigterweise) unterstellten, Ihre kargen Zeilen nicht hinreichend oft gelesen zu haben, hier meine Empfehlung: Lesen Sie noch 'mal die Meinen.

Ich kenne Sie nicht, und kann Ihnen auch keine Borniertheit vorwerfen. Ich habe geschrieben, was eine bornierte Reaktion WÄRE.

"Regeln und Normen sind wichtig zu beachten, man sollte sich aber nicht dahinter verstecken , wenn man ohnmächtig einer Situation gegenüber steht."

Da war ja Hamlet eine Komödie dagegen, so scheint's. Der ohnmächtige Handwerker in den Fängen des eigensinnigen Kunden.

Da Sie selbstständig sind, tragen Sie Ihre Risiken selbst. Und Sie können immer nein sagen.

Im übrigen: 15mm wäre selbst für die Pavatex-Variante zu mickrig. Dieses Format ist am besten für das Verkleben geeignet, notfalls auch für die Verschraubung. Im letzteren Falle wird aber durch geringere Formstabilität oft ein weniger gutes Ergebnis herauskommen. Nicht jede Aufgabenstellung ist lösbar, und man sollte nicht darum kämpfen, mit dem falschen Material minderwertige Lösungen zu bieten. Schade um die Zeit.

Grüße

Thomas



Massivdielen auf PVC legen



Hallo Gerald,
Ja der Ton in diesem Forum ist bisweilen rustikal-
zumindest von einigen Teilnehmern.
Da hat sich schon der ein oder andere verwundert die Augen gerieben und mehr oder minder stillschweigend Abschied genommen.

Zu deinem Fall:

Es wäre günstig bei Kleberherstellern nachzufragen,
welcher Kleber ggf für PVC auf Holz geeignet und freigegenben ist.
PVC auf Estrich ist ja kein Problem-
für PVC auf Holz dürfte es auch eine Lösung geben.

Und wenn die Holzplatte sicher auf dem Boden bleibt
kann die Massivdiele wie üblich verklebt werden-

für den Fall gibts genügend zugelassene Kleber.
Ich würde nur wasserfreie nehmen.

Du müßtest nur sicher gehen, daß sich auf dem PVC keinerlei Pflegemittelreste mehr befinden, ggf anschleifen, abwaschen

Wenn verkleben würde ich den Kleber vollflächig auftragen und jede Diele verkleben, damit sich keine unterschiedlich großen Fugen bilden können.

Am sichersten wäre es, wenn du möglichst einen Vertreter des Kleberherstellers die Baustelle begutachten läßt.
Normalerweise sollte die Verlegung kein unüberwindbares Problem sein, wenn der Kleberhersteller eine Freigabe erteilt.
Falls die eine stabilere Platte verlangen sollten könnte ggf eine Multiplex oder Siebdruckplatte verwendet werden- sofern sich das nicht aus Kostengründen ausschließt.

Andreas Teich



Lieber Herr Teich,



Ihre Zeilen lassen erkennen, daß Sie dazu nichts wissen. Sie raten dazu, beim Kunden zu experimentieren.

Gerne können sich hier 2 Tischler gegenseitig die Taschen füllen, der (bisher) dritte Tischler rät aber dazu, das Arbeiten des Holzes nicht so ganz zu vergessen. Den diffusen Altboden zu betrachten. Sobald das Holz 'mal munter wird, und dazu reicht ein feuchter August aus, könnte es ganz schnell mit der Klebehaftung des Belags auf dem Estrich vorbei sein. Vielleicht hält aber der Kleber auch gar nicht dauerhaft auf dem pflegemittelverkrustetem PVC? Machen Inhaltsstoffe des Klebers Weichmacher munter? U.s.w.

Ich glaube nicht, daß ein Hersteller eines Parkettklebstoffes dafür eine unbeschränkte Freigabe erteilt. Und selbst wenn, Stolpersteine gibt es hier mehr als dem qualitätsbewußtem Handwerker lieb sein können. Und mit "gesundem Wohnen" hat ein Belag aus den 70ern nix zu tun...

Wozu hat man ein Handwerk, wenn man wie ein Hausmeister rumschustert?

Grüße

Thomas