Bodenaufbau Holzbalkendecke Obergeschoß




In unserem Fachwerkhaus (Neuaufbau 1989) soll im bereits bewohnten Obergeschoß nach der Dämmung der Dachschrägen und Einbau neuer Dachfenster auch der Boden erneuert werden.

Der derzeitige Aufbau sieht wie folgt aus (von unten nach oben)
- verputzte Sauerkrautplatte
- Lattung
- alukaschierte Dämmung 5-10cm
- Fußbodenbalken
- verschraubte Spanplatten 25mm
- Teppich

Als neuen Fußboden möchten wir Parkett oder Laminat legen. Da im Obergeschoß aus einem großen Zimmer ein Gäste- und ein Kinderzimmer entstehen sollen und neue Heizungsrohre verlegt werden, muss die Lage mit den Spanplatten geöffnet werden.

Unser Bodenleger hat nun folgendes empfohlen:
- 22mm ESB-Platten verschraubt mit Deckenbalken (wegen der Statik?)
- 5-7mm Holzfaserdämmplatten (Gutex oder Steico)
- Parkett

Ein befreundeter Handwerker bezweifelt den Aufbau und würde auf die Holzbalken Vlies auflegen, darüber eine Lattung legen und die ESB-Platten mit der Lattung verschrauben, damit nichts knarzt. Was ist davon zu halten bzw. welche Empfehlung gebt Ihr? Ich habe mir sehr viele Beiträge durchgelesen, jedoch noch nicht das passende gefunden.



Klingt doch gut



Hi,

der vorgeschlagene Aufbau vom Handwerker klingt doch gut.

Haben denn bisher die Spanplatten geknarzt? Wenn nicht, warum sollten dann die OSB ( Du hast ESB geschrieben?) knarzen?

Die Steico Schicht dient sicherlich zur Trittschalldämmung und ist gegenüber Folien-Trittschallmatten diffusionsoffen.

Dort eine Lattung draufzuschrauben klingt nach unötigen Aufwand und unötiger Aufbauhöhe





Danke für die schnelle Rückmeldung. Die bisherigen Spanplatten knarzen leider sehr. Die zusätzliche Lattung als Auflage wurde empfohlen, damit die ESB-Platten (die Platten heißen wirklich so, ähnlich wie OSB) schwimmend verlegt werden und es somit noch weniger Möglichkeit zum Knarzen gibt. Zudem dürfte der Vlies oder Filz wegen der Entkopplung nicht durchschraubt werden.



Schwimmende Ebenen...



...sind schon von Vorteil, wenn es um Schallschutzminimierungen im Fußbodenbereich gehen soll.
Ich würde aber eher schon in den Ebene der alukaschierten Dämmung beginnen wollen zu kontrollieren, denn ich bezweifle da eine fast 100%ige Funktionalität.

Handelte es sich bisher um einen Kaltbodenbereich, der nunmehr zu einem Warmraum umgenutzt werden soll?
Und nur 5-10 cm Dämmung in den Deckenbalkenfeldern?

Da sollte man vielleicht doch da bereits beginnen mit einer verbesserten Aufbaulösung.
OSB oder aber auch die ESP, kann man fast als gleichwertig dichte Materialien betrachten!
Eine Rauhspundverlegung mit einer neu integrierten Masse vielleicht, kann dabei eine gute Alternative sein.
Darauf dann eine Holzfaserverlegeplatte und nun?
Muss Parkett nicht verklebt werden?
Wenn ja, dann ist eine Holzweichfaserverlegeplatte sicherlich nicht die entsprechende Wahl dafür.
Hier könnte man auf Fermacell-Elemente ausweichen.





Darunter befinden sich beheizte Räume (Wohnzimmer bzw. Flur). Das Obergeschoss und "die neuen Räume" wurden bzw. werden bislang bewohnt.
Bringt hier eine zusätzliche Dämmung mittels Dämmwolle einen großen Vorteil? Leider verzehren die Dämm-Maßnahmen der Dachschrägen usw. einen Großteil unseres Budgets, daher bleibt leider nicht viel für die Einbringung von zusätzlicher Masse in den Fußboden. Im Anhang ein Einblick in den Fußbodenaufbau des Obergeschosses.



Bodenaufbau im Dachgeschoß



Wärmedämmung ist zwischen beheizten Etagen unnötig.

Leichte Glaswollmatten bringen schalltechnisch kaum Verbesserungen.
Ihr müßtet Masse auf die untere Latttung aufbringen, ggf zusätzlich dünne Bretter,Platten oä einlegen und evt Rieselsperre.

Trockener Sand oder Lehm ist das günstigste Material, wobei Sand wegen gutem Dämpfungsvermögen wirkungsvoller ist.

Der Luftraum direkt unter dem Bodenbelag sollte ausgefüllt werden, um keine Trommeleffekte zu ermöglichen.

Auch bei ESB-Platten muß der Unterbau genau nivelliert werden- schmalere Dielen können eher auf die Balken gezogen werden.

Wenn die Schalldämmung bei direkt verschraubten Dielen und Masse im Boden nicht genügt können später mit Fermacell verkleidete Holzfaserplatten unter die Decke geschraubt werden.
In meinem Haus hat das ein völlig zufriedenstellendes Ergebnis gebracht unter Beibehaltung des ansonsten ursprünglichen Zustandes.

Das ist sicher günstiger, als div Lagen Platten uä oben aufzubringen.
Dielen sind auch nicht teurer als Parkett und Laminat ist schalltechnisch ohnehin das schlechteste Material.

Andreas Teich





Klasse, Danke für die ausführliche Antwort. Ich werde mal Angebote für Dielen einholen. Sollten wir uns dennoch für ESB (OSB-Platten) entscheiden, so stellt sich mir weiterhin die Frage, ob diese mit den Fußbodenbalken verschraubt werden sollten (statische Platte) oder ob hier eine Entkopplung durch Vlies und schwimmender Verlegung sinnvoller ist?



Platten Unterboden



Lt Vorschrift sollen die Platten immer mit den Balken verschraubt werden.
Ohnehin müßten die Platten bei unterschiedlichen Balkenabständen auf diese zurückgeschnitten werden,
da keine schwebenden Plattenstöße zulässig sind, dh Nut und Feder sind dann nicht mehr vorhanden.

Schwebende Plattenstöße könnten unterlegt und verleimt werden, was aber nicht von Normen abgedeckt ist. Normen sollen eben jeden Fall abdecken, auch wenn im Einzelfall andere Möglichkeiten existieren.

Auch schwimmende Verlegung auf tragenden Balken ist von der Norm nicht vorgesehen. Ich hätte für mich kein Problem mit solchen Konstruktionen, als Betrieb dürfte es so aber nicht ausgeführt werden.

Bei Dielen ist das weniger problematisch, zudem ist der Boden dann fertig.

Andreas Teich





Die Idee mit den Massivholzdielen und der Masse im Boden gefällt mir immer besser. Wenn ich die Kosten für ESB, Trittschall und dem Parkett addiere, sollte ich mit dem Dielen sicherlich besser fahren. Ich werde dass mal mit dem Bodenleger besprechen.



Holzfaserdämmplatten



Nach Dämmung bis in den First, Holzrahmen- und Trockenbau steht nach Ostern nun der Fußboden an. Wir haben uns jetzt für an Lagerhölzer geschraubte Kiefer-Holzdielen entschieden. Die vorherige Idee von OSB mit Trittschall und Laminat fällt somit raus.

Ich stelle mir die Frage, ob es sinnvoll im Bezug auf Trittschall ist, die bestehende alukaschierte Glaswolle (~knapp 30 Jahre alt), die dann unter der neu einzubringenden Holzdiele liegt, gegen Holzfaserdämmplatten auszutauschen? Oder versengt man damit eher nur Geld?



DG- Ausbau



Was soll die Lösung mit Dielen und Lagerhölzern für Vorteile bringen?
Besseren Schallschutz?
Weniger Neugung zum Knarzen/Schwinden?
Arbeitsersparnis?
Geringerer Preis?



Massivholzdielen



Optik, Haptik und ein (ökologisch) besseres Gefühl ;-) Einen Vorteil verspreche ich mir davon nicht. Die Kosten für OSB mit Trittschall und Laminat liegen inkl. Einbau nahe dem von Massivholzdielen. Der Dielenboden wird sicherlich auch Knarzen. Ich persönlich finde die Dielen im Vergleich zum Laminat viel angenehmer und hätte mit weitaus höheren Kosten gerechnet. Was sollte dagegen sprechen?



Fußbodenaufbau



Die Lagerhölzer sind entweder überflüssig.oder die gewählten Dielen zu dünn.
Der Schallschutz ist um Welten schlechter, es entstehen noch Folgekosten wie Schleifen und ölen.
Die Verarbeitung ist teurer. Das geht nicht gegen Dielung an sich; ich habe aber die Vermutung hier drückt Ihnen jemand was aufs Auge.
Zum Schallschutz:
Esgeht hier um die Frage Luft- oder Körperschall, was ist wichtiger?
Gäste- und Kinderzimmer sollten nicht die Körperschallquellen werden.
Zur Trennwand empfehle ich Ihnen statt Holzrahmenbau mit Trockenbauprofilen und im System zu arbeiten. Ist billiger und geht schneller.



Lagerholz



Danke für die Hinweise. Der Holzrahmenbau mit Gipskartonbeklankung steht bereits. Die Lagerhölzer wurden empfohlen, da die Dielen nicht direkt auf den Deckenbalken geschraubt werden sollen, um keine Schwingungen zu Übertragen. Unsere Entscheidung für die Diele ist grundsätzlichen gefallen, wäre ein zusätzlicher Unterbau mit OSB zu empfehlen? In den neuen Räumen entsteht ein Kinder- und Gästezimmer mit angrenzendem Flur zum Treppenhaus.



Schallschutz



Aber das ist doch gaga. Ob punktförmig über die Lagerhölzer oder linienförmig über die Dielen- es erfolgt eine Körperschallübertragung. Sie sollten sich fragen ob das so furchtbar wichtig ist mal ein paar Schritte aus dem Gästezimmer zu hören. Im Kinderzimmer kann man sich je nach Altersgruppe mit temporären Belägen helfen die immun gegen Kakao,- Cola,- Tinten,- Wachsmalkreide und Schokoladenflecken sind und Trittschall dämpfen.
Lassen Sie Ihren Bodenleger arbeiten. Statt Parkett gehen auch Landhausdielen.
Wenn Sie trotz allem unbedingt Wert auf Schalldämmung legen dann statt OSB selbsttragenden Trockenestrich nehmen. Der hat mehr Masse.
https://www.knauf-integral.de/de/sortiment/gifafloor/bodensystem-auf-balkendecke/



Schall



Gegen ein paar Schritte habe ich nichts auszusetzen. Die Holzbalkendecke ist jedoch nicht sehr dick ausgelegt (Sichtbalken in den unteren Räumen), daher kommt es momentan dazu, dass in der Küche, die sich unter dem neuen Raum befindet, bereits leicht die Lampe wackelt, wenn der Raum begangen wird.

Momentan habe ich noch die Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Ich möchte ungern in Zukunft nochmal den Boden öffnen müssen. Die Idee mit dem Knauf GIFAfloor PRESTO klingt ganz gut, bei 55m² kommt dort jedoch ordentlich etwas zusammen. Ich werde mir mal ein Angebot dazu machen lassen.



Trittschall



Aufgrund der Dachschrägen möchten wir ungern einen zusätzlichen Aufbau einbringen, um keinen weiteren Raum zu verlieren. Was ist von einer Schüttung aus Blähton zu halten? Habe bei der Recherche Produkte von Liapor und Fibotherm entdeckt. Haben eine Rohdichte von 325-400kg / m3. Finanziell würde dies noch im Rahmen liegen. Ist eine damit eine Verbesserung im Trittschall zu erreichen oder sollte ich die alte Glaswolle in der Holzdecke liegen lassen und mir das Geld sparen?

Unser Baumarkt um die Ecke empfiehlt ebenfalls einen Aufbau mit OSB (oder Alternativ Gispkarton) und darüber Phonestar-Platten, jedoch wären dass auch mindestens 30-40mm Aufbau.



Schalldämmung Fußboden



Wenn die Balken unterdimensioniert sind sollte die Füllung entfernt und die Balken durch seitlich angeschraubte Bohlen verstärkt werden-
gleichzeitig kann damit die Nivellierung erfolgen.
Trockener, feiner Sand ist zur Beschwerung wesentlich wirkungsvoller als Liapor und viel günstiger. Die Wärmedämmeigenschaften von Liapor werden hier nicht benötigt

Der übrige Hohlraum kann zB mit überhöht eingebrachter Zellulose, Hanf-, Holzflexdämmung oä aufgefüllt werden.
Anschließend Dielen auf die nivellierten Bohlen schrauben.
Gehbereiche zur Trittschalldämmung mit einem Läufer oder Teppich belegen.

Andreas Teich



Schallschutz



ich habe bei mir auch eine Balkendecke versucht zu ertüchtigen. Bzgl. Mineralwolle hab ich bisher nur erfahren, dass nur bei schwerer Steinwolle ein gewisser Schallschutz zu erwarten ist. Bei leichterem Material eher gar kein Effekt. Ich habe dann mit dem Bauphysiker einen Aufbau erarbeitet. Über den Balken 4 cm Splitt oder Sand, darüber dann 4 cm Schallschutzplatten. Er wollte Mineralwolle mit einer dynamischen Steifigkeit von 20 MN/m3, oder alternativ mindestens Holzweichfaserplatten mit <50 MN/m3 (Anwendung DES). Die Platten sind sehr weich und brechen leicht. Durch diese Kombination aus Gewicht und weicher(!) Trittschallplatte konnten die gesetzlichen Vorgaben der DIN 4109 (1989) eingehalten werden. Der Aufbau ist dann im Endeffekt über den Dielen fast 10 cm mit dem Klickparkett darauf. Viele der Trittschall-Holzweichfaserplatten sind nicht für Anwendung DES sondern DEO, d.h. ohne Schallschutzanforderungen.

Innerhalb einer Wohnung kann man da aber auch etwas weniger machen. Aber einfach mal ein Bespielaufbau wie er in der Praxis umgesetzt wurde.



Balkendicke



Vielen Dank für eure Rückmeldung. Ab wann spricht man denn von unterdimensionierte Balken? Die Deckenbalken in der Holzdecke sind 10x10cm, die wiederum auf 16x20cm Sichtbalken und tragenden Wänden aufliegen.



Holzbalkendecke



Es wird immer verbastelter.
Also: Besonderer bzw. überdimensionierter Schallschutz zwischen Küche und OG ist hier überflüssig.
Die wackelnde Lampe hat nichts mit Schallschutz zu tun, wohl aber mit fehlender Masse.
Vorher gab es hier sicher eine klassische Einschubdecke, ein ausgereiftes System an dem nichts zuviel ist und nichts fehlt. Am besten wäre es dieses System wieder herzustellen statt zu versuchen den einen Murks mit einem anderen Murks wettzumachen.