Bestandsboten durch alternative Lösung ersetzbar?

31.07.2018 Gen_Ba



Hallo Zusammen,
ich bin gerade dabei mir einiges Wissen über die fachgerechte Sanierung eines Fachwerkhauses anzueignen. Grund dafür ist, dass ich gern eines Kaufen möchte und die Sache langsam konkret wird.

Im Zuge der Besichtigung (Besichtigung mit Statiker und Architekt stehen noch aus) ist jedoch schon jetzt absehbar, dass der Keller in den letzten 260 Jahren nie richtig trocken war und auch werden wird. Es ist ein Sandsteinkeller auf Naturgrund in den Hang gebaut. Die darüberliegenden Holzbalken sind derzeit von Holzfressern befallen und bestenfalls noch 30% tragfähig im Querschnitt. Kurzum, die müssen raus!

Die Frage die sich jetzt stellt: Was soll rein und was kostet das?

Die 1. Idee eines befreundeten Bauingenieurs war das Einziehen einer Einhangdecke mit Betonhohlkammersteinen. Drauf dann Betonboden, Dämmung, Fußbodenheizung und Estrich.

Die 2. Idee war eine Stahlträger Verbunddecke, bei der die Stahlträger im Keller offenliegen würden und der restliche Aufbau vergleichbar bleibt.

Von der Arbeitsreihenfolge wäre ausgehend vom tragenden Mittelkreuz des Hauses zu den Außenmauern hin jeder Quadrant nacheinander zu machen. Die Quadranten haben etwa 4x5m Größe - also in Summe etwa 80m².

Habt ihr weitere Ideen und was sagt ihr zu den bestehenden? Was muss ich bzgl. des Feuchten Kellers beachten (Feucht = mit Schätzeisen ca. 5% Feuchte in den Sandsteinen gemessen, kein Schimmel). Kennt ihr Firmen, die das ausführen können und empfehlenswert sind? Wisst ihr was das Kostet?

Danke :-)



Stahlträger



werden keine 260 Jahre halten. Davor sind die in dem feuchten Raum durchgerostet. Also kann man auch im selben Material bleiben und entsprechend die Balken ersetzen die notwendig sind. Evtl. darauf achten, dass die Balken auf Zug belastet sind und die Außenmauern im Verbund halten können. Ich nehme mal an es gibt keinen Ringanker, die Kräfte der Mauern nach außen werden dann von der Balkenlage übernommen.

Ich hab bei mir Balken, die sind von unten verputzt, und ich nehme an dass sie noch gut sind. Zumindest hat der Boden darüber keine Schäden. Haus ist 400 Jahre alt, aber zumindest in einem Keller sind sauber gesägte Balken, also sicher vor nicht zu langer Zeit (60-100 Jahre) ausgewechselt.



Erneuern



Wenn die Konstruktion so 260 Jahre lang funktioniert hat, würde ich behaupten, die Erbauer haben damals alles richtig gemacht. Also warum etwas Neues ausprobieren und es möglicherweise in wenigen Jahrzehnten bereuen?

Sofern der Keller einfach nur erdfeucht ist, würde ich auch nichts daran ändern. Ein Mangel ist dies nicht, sondern ein ganz normaler Zustand, den man früher auch zum Lagern von Lebensmitteln zu schätzen wusste.



Falsch Ausgedrückt



Ich hab mich etwas falsch ausgedrückt. Die Holzbalken sind nicht 260 Jahre drin. So alt ist nur die Grundmauer. Und ja der Keller ist nur erdfeucht und wird es auch immer bleiben.
Vereinzelt wurden bereits laienhaft Stahlträger eingezogen, dich entsprechend auch rosten. Ringanker gibt es nicht, das Gebälk geht aber im Obergeschoss bis nach Außen und ist entsprechend an der Mauer per Formschluss eingehakt.
So man bei Holz bleibt (und mir gefällt der Gedanke sehr gut) was gibt es dort zu beachten bzgl. Imprägnierung?



Kaffeesatzleserei



Sie sagen selbst sie sind Laie, damit will ich auch niemanden zu nahe treten. Bei den allgemeinen Beschreibungen kann ich keine Empfehlung geben. Ihr Ansatz ist schon richtig, schauen Sie sich das Ganze mit einem Statiker und wenn möglich mit einem Holzschutzgutachter an. Die können dann sagen, was zu machen ist und was nicht.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt