Deckenaufbau zwischen Holzbalken - maximaler Schallschutz - beste Lösung?

26.10.2005



Hallo,

ich habe ein altes Sandsteinhaus, das komplett entkernt wurde. Jetzt stellt sich die Frage, wie die Erdgeschossdecke = Obergeschossfussboden herzustellen ist. Es sind Balken (ca. 16 cm x 16 cm) , die im Abstand von ca. 80 cm bei einer Grundfläche des Hauses von ca. 11 m x 16 m liegen. Ich möchte zwischen die Balken die Decke aufbauen, damit ich im Obergeschoß noch genug Raumhöhe erhalte. Was ist die beste Lösung im Hinblick auf Luft- und Trittschall unter gleichzeitiger Berücksichtigung, dass ich aus statischen Gründen nicht eine unendlich schwere Masse einbringen kann? Wir haben schon diverse Lösungen diskutiert, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen: Schüttung mit Knauf Siliperl, Leichtbeton mit Liapor (Blähton), eigenes Gemisch mit Sägespänen, Sand und Zement... Es wird an die Balken eine Leiste von ca. 7 cm befestigt, darauf ein Fehlboden mit ca. 3 cm, darauf dann die unbekannte Masse, dann Höhenausgleich mit einer Schüttung ca. 1 cm über die Balken, dann schwimmend Holzweichfaserplatten verlegt, darauf 22 mm Trockenestrichplatten.

Ist das vom Prinzip her so o.k., wer weiß was Besseres, dass eben die Wünsche Schallschutz, Statik und Kosten bestmöglich berücksichtigt? Vielen Dank im voraus für Eure Ideen.

Für mich wäre es auch interessant, von Menschen, die mit so einer Konstruktion leben, zu erfahren, wie sich diese in der Praxis bewährt hat...

Liebe Grüße aus Mittelfranken.



Zur Statik



währe zusagen, dass im Normalfall direkt auf die Balken eine Schalung aufzubringen ist.
Um Angabe zum Schallschutz machen zu können, fehlen ein paar Angaben:
- wieviel zusätziche Last verträgt die Decke?
- welche Räume werden von einander getrennt und gehören diese zur gleichen Wohnung?
- welcher Oberboden ist gewünscht?





Danke, Herr Heim, für die Rückfragen, die ich gerne beantworte: wie gesagt, bei Schalung auf Decke habe ich zu viel Höhenverlust,weil die OG-Decke recht niedrig ist, also leider nicht möglich.

- wieviel zusätzliche Last die Decke verträgt, weiß ich noch nicht, wurde noch nicht berechnet; die Balken liegen auf der Außensandsteinmauer auf und sind 111 Jahre alt und in einem guten Zustand, die Maße und Abstände habe ich genannt... auf 16 m Länge sind 3 tragende Wände im EG.

- Wohnzimmer, Eßzimmer,Küche im EG und 2 Schafzimmer im OG; gehören zur gleichen Wohnung
- als Oberboden entweder Parkett/Dielen oder Tretford plus

Grüße, Renate Lang



Die Schalung



auf den Deckenbalken ist aus meiner Sicht nicht diskutierbar sondern statisch erforderlich! Wieviel Raumhöhe bleibt dann noch?
Welche Räume sind zu schützen? Die Schlafräume vor dem lauten Fernseher im EG oder das Wohnzimmer vor den tobenden Kindern im Kinderzimmer?
Ich würde die Ermittlung des Statikers einmal abwarten. Dann kann man den weiteren Bodenaufbau besser diskutieren.
Ich lebe selber mit Balkenlagen unterschiedlichster Konstruktion zwischen sämtlichen Räumen und vertrete auf Grund meiner eigenen Erfahrung die Meinung, dass man einen guten Teil des Schallschutzes auch durch rücksichtsvolles Verhalten innerhalb einer Familie regeln kann. In unserer Wohnung sind 3 Kinder groß geworden ;-)



@ Herr Heim



Das Thema mit der statischen Scheibe und dem vernageln der Dielen haben Sie ja schon oft erklärt. Mal anders rum gedacht: Wäre es nicht denkbar die statische Scheibe von unten an die Deckenbalken anzubringen? Dann würde einem schwimmenden oder sonstwie Schallentkoppeltem Aufbau oben doch nichts im Wege stehen oder?



:-)))



ist mein Hobby!
Schalung von unten (hört sich für mich an wie lesen von rechts nach links) geht natürlich auch. Muss auch nicht immer eine koplette Schalung sein. Auch diagonale Verbindungen aus Stahl oder Holz sind möglich.
Irgendwie ist mir die "normale" Situation dennoch lieber. Ich denke dann immer noch daran, was sich wohl Zukünftige Generationen, die das Bauteil noch mal öffnen denken, was wir heute so zurecht gebastelt haben ;-)
Spielen die 2 cm wirklich eine so große Rolle?



nicht nur durch ...



die Decke geht der Schall ... die meisten "Schälle" gehen ganz andere Wege ... nämlich Nebenwege über die Wände, offene und geschlossene Türen usw.
da kann man dann rechnen und nachdenken über Schallentkopplung, leichte "Schalldämmstoffe" und oder schwere "Schallbremsstoffe" - und der Schall geht seine eigenen Wege - und das tut er gerne - vor allem in Altbauten.

Wenn, dann altklassisch eine Fehlbodenkonstruktion mit Kalksplitt (Masse und Porosität) oder Lehmschüttung und etwas dickere Dielen drauf (28mm)

Trockenestrich platten und zementäre Baustoffe nicht im Fachwerkbau verwenden - wird gerne zum Bumerang!

Zum Thema Kosten: zu erst nur die dicken Dielen drauf machen - wenn dann der Schall doch unerträglich ist - erst dann den Fehlbodenaufbau von unten einbringen (Lehmschüttung verdichtet) ...

mfG

Florian Kurz

Der Hinweis vom Fred mit "rücksichtsvolles Verhalten innerhalb einer Familie" ist nicht der schlechteste - vor allem der billigste ...