Fußbodenaufbau über Gewölbekeller und die Frage nach dem Bodenbelag darüber

26.05.2008



Hallo ihr Lieben,
ich habe gerade mit großem Interesse eine Diskussion zur Dämmung oder auch nicht und dem Fußbodenaufbau auf Erdreich gelesen..

Meine Frage ist ein wenig anders - wenn auch ähnlich:

Im Wohnzimmer haben wir z.Zt. Pressspanplatten zu liegen (darüber lag mal Teppich). Diese sind auf Balken verschraubt, die wiederum in Sand auf einer Gewölberkellerdecke liegen.. Da es immer ein wenig fußkalt ist und der Boden schräg ist, möchten wir den Fußboden v.a. irgendwie wärmer kriegen. Wie mach ich das am Besten?

Geheizt wird mit "normalen" Heizkörpern und einem Ofen. Noch steht ein alter Heißluftofen. Ein neuer Ofen wird wahrscheinlich kleiner, aber dafür komplett aus Schamotte gemauert. Mein Onkel ist Ofensetzer und wird die Kacheln des alten Ofens (oder eines anderen vorhandenen) darin wieder mit verbauen. Fußbodenheizung möchte ich eigentlich nicht unbedingt haben, weil ich denke dass es zu teuer wird. Außerdem ist die Heizung (Gas) relativ neu, sodass wir da kein Geld mehr reinstecken wollten..

Zum Boden: Es ist geplant irgendwas aus Holz hinzulegen. Ob Dielen oder Klickparkett steht nicht fest. Hängt sicherlich auch vom Preis ab. Wobei ich fast erwarte, dass Klickparkett (mit neuen, begradigten Platten darunter) wahrscheinlich ähnlich teuer werden wird wie auf den alten Balken angebrachte Dielen oder? Wäre für ne Preisvorstellung dankbar.. Wenn die Unterschiede nicht sooo groß sind könnte man ja auch gleich was "richtiges" nehmen..

Wie sieht das denn mit der Dämmung aus? Hab schon viel gelesen über Kork und Liapor und Liaver usw. und weiß gar nicht mehr was ich davon halten soll.. Der Keller an sich ist zwar immer mal wieder feucht (Wasser steht im Keller in sehr nassem Winter), aber stört uns nicht weil wir den eh nicht nutzen (1.40cm mittl. Raumhöhe). Oben ist aber alles trocken.. Trotzdem muss ich kein Material haben, welches sich leicht mit Wasser vollsaugt!

So, und nun wär ich für eure Empfehlungen dankbar! Und biiitte nicht streiten ;-)

Danke schonmal an euch, LG Britta



Beispielsweise so:



Niveauausgleich mit einem Leichtbeton, Bitumenschweißbahn, Holzweichfaserplatten ca. 5+5cm, in der oberen Lage mit zwischenliegenden Lagerhölzern, Dielung, Ölen.

Grüße

Thomas



So ganz verstanden hab ichs noch nicht



Also erstmal danke für die schnelle Antwort! Aber da versteh ich einiges nicht.. Bin ja auch ein Mädchen ;-)

Der Niveauausglich in dem Beton-Bereich wäre ja relativ leicht durch irgendeine Ausgleichsmasse oder so ne? Wobei ich mir da auch nicht 100pro sicher bin ob es da überhaupt schief ist.

In dem anderen Bereich ist der Boden in die eine Raumecke auf jeden Fall abschüssig. Also meinst du in dem Raum, wo die Balken auf der Gewölbedecke liegen (WZ) auch mit (Leicht)Beton auffüllen?! Könnte man die alten Balken nicht auch einfach liegen lassen und den Ausgleich z.B. durch Ausgleichsleisten an den Balkenseiten schaffen? Und den Bereich zwischen den Balken irgdenwie dämmen? Ich meine feucht ist es ja nicht.. Dagegen wäre doch die Bitumenschweißbahn oder?

Ich dachte einfach nur ausgleichen, dämmen, Dielen drauf (Problem wenn 2 verschiedene Bodenarten darunter sind?!) und schick! Aber vielleicht doch zu simpel von mir gedacht?!

Kannst du das mit den Weichfaserplatten nochmal erklären? 5+5 heißt sicherlich 2 Platten übereinander oder? Und wo soll ich da noch die Lagerhölzer mit einbauen?? Zwischen den Platten? Was bringt mir das? Unterlüftung?

Bitte nochmal um Erklärung.. Danke danke danke!!



Gutes Bsp wie ich es mir gedacht hatte



So, ich nochmal.. Hab ein gutes Bild von dir, Thomas, gefunden.. So ähnlich hab ich mir das vorgestellt! Hab noch meinen Keller und den Sand eingezeichnet ;-)

Verstehe nur noch nicht so ganz woraus dieser Einschub bestehen könnte.. Besagte Bitumenschweißbahn? (Muss ich die wirklich verschweißen??)Und welches Dämmmaterial wäre sinnvoll? Ach ja, wie halten denn die Lagerhölzer? Wenn die nur auf der Dämmung liegen, dann kann ich doch wg der Schwingung die Dielen kaum nageln oder werden die einfach nur aufgelegt??

Und hab ich die Sache mit der Weichfaserplatte im ersten Beitrag total falsch verstanden? Hab gedacht vollflächig. Auf der Zeichnung isses ja nur auf den Balken. Und 5+5 cm? Ganz schön viel oder nicht??



da schliesst sich meine frage gleich an...



Oft wird als Dämmung Liapor empfohlen. Auch zementgebunden. Ich stelle mir das so vor, dass die Kügelchen mit Zement gerade verklebt werden, dass sie nicht "weglaufen".

Ist das dann noch diffussionsoffen? Genug Luft sollte ja trotz Zememntkleber zwischen den Liaporkugeln bleiben.



Ich bin...



...stillschweigend davon ausgegangen, daß die Balkenlage über einem feuchten Keller nicht mehr im besten Zustand sei. Selbst wenn doch, könnte sie durch Dämmmaßnahmen im FB-Bereich und gleichzeitig moderne Nutzungsgewohnheiten (mehr Heizung, mehr Feuchteeintrag) ggf. Schaden nehmen.

Ich plädiere also für die Entfernung der Balken. Dann unter Beachtung der geplanten Aufbauhöhe eine ebene Fläche mit Leichtbeton schaffen. Diese mit Bitumenschweißbahn abdichten, die Bahn bis Unterkante der geplanten Dielung an der Wand hochziehen. Darauf dann vollflächig 50mm Holzweichfaserplatten DOSER, Rohdichte 0,25. Bei der 2. Lage a 50mm werden zwischen die Platten möglichst lange Lagerhölzer 50x50mm gelegt. Sie sind erforderlich, um die Dielung darauf zu verschrauben. Dieser Aufbau ist nach oben zu gut diffusionsoffen, wenn die Dielen geölt werden, nach unten dicht.

Die Zeichnung zeigt einen schwimmenden Aufbau mit zwischenliegendem Lagerholz, eine trittschallgedämmte Variante für das Obergeschoß. Im EG würde man Dämmstreifen auf den Balken und zwischenliegende Latte weglassen, und direkt auf die Balken schrauben. Dieser Aufbau ist allerdings schwer so zu dämmen, daß er über einem feuchten Keller dauerhaft schadfrei bleibt. Vermutlich wäre dann eine Unterlüftung erforderlich. Einfacher (und fußwärmer) wird es wie oben beschrieben.

Grüße

Thomas