Alternativen zum Bodenaufbau

13.04.2009



Hallo!

wir haben ein Fachwerkhaus und suchen nach einer möglichst baubiologischen Lösung zum Bodenaufbau. Daher möchten wir auch OSB-Platten mit den darin enthaltenen ausdünstenden Lösungsmittel meiden. Zudem stellt eine OSB-Platte ja immer eine Dampfsperre dar, die zwar zwischen zwei bewohnten Räumen prinzipiell kein Problem darstellt, dennoch eine atmungsaktive Decke hier nicht Schaden kann.
Uns geht es beim Bodenaufbau insbesondere um eine gewisse Trittschalldämmung. In einigen Räumen sind die Balken noch gerade - hier muss kein Ausgleich vorgenommen werden. In anderen hängen die Balken durch. Der Bodenbelag wird zum großen Teil ein Diehlenboden mit Diehlen unterschiedlicher Länge.

Zu dieser Thematik habe ich bereits vielfache alternative Ideen gesammelt:

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Für die Zimmer mit geraden Böden/Balken:
A1. sägerauhe Bretter, darauf trittfeste Weichfaserdämmplatte, darauf OSB-Platte, darauf Diehlenboden: klassischer Aufbau ohne Verbindung zu den Tragebalken, jedoch mit OSB-Platte.

A2. Fehlboden zw. den Balken, Schüttung über die Balken, darauf trittfeste Weichfaserdämmplatte, darauf OSB-Platte, darauf Diehlenboden: klassischer Aufbau ohne Verbindung zu den Tragebalken, jedoch mit OSB-Platte - bringt die Schüttung viel für den Trittschallschutz?

A3. Sägerauhe Bretter, darauf trittfeste Weichfaserdämmplatte mit Holzleisten, darauf Diehlenboden, der durch die Holzleisten an den Brettern festgeschraubt wird: bietet Trittschallschutz. Habe ich bei einem von Problemen gehört, dass der Boden geknarzt hat, bedingt durch die Schrauben, die durch die Holzleisten bis auf die sägerauhen Bretter geschraubt sind.

A4. Sägerauhe Bretter, darauf 5,5cm trittfeste Weichfaserdämmplatte, darauf Diehlenboden, der durch die Weichfaserplatte insbesondere an den Balken festgeschraubt wird: bietet gewissen Trittschallschutz

--> Wenn A4 so funktioniert, welchen Nutzen haben die Holzleisten zwischen den Weichfaserplatten, wie in Lösung A3 beschrieben?

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Für die Zimmer mit ungeraden Böden/Balken:
B1. Fehlboden zw. den Balken, Schüttung über die Balken, darauf trittfeste Weichfaserdämmplatte, darauf OSB-Platte, darauf Diehlenboden: klassischer Aufbau ohne Verbindung zu den Tragebalken, jedoch mit OSB-Platte

B2. Seitlich an den Balken Bretter zur Bodenbegradigung befestigen, darauf sägerauhe Brette und 5,5cm trittfeste Weichfaserdämmplatte, darauf Diehlenboden oder Klickparkett o.ä. (ähnlich zu A4).

B3. Fehlboden zw. den Balken, Schüttung über die Balken, trittfeste Weichfaserdämmplatte und darauf ein Klickparkett, o.ä.


Statt der sägerauhen Bretter würden wir in einigen Zimmern noch den alten Diehlenboden als Grundlage belassen und darauf weiter aufbauen. Höhe des Bodenaufbaus spielt bei den geraden Böden eine untergeordnete Rolle - bei den ungeraden Böden sollte Höhe eingespart werden.

Für die Zimmer mit geraden Böden präferiere ich derzeit die Lösung A4: einfach zu verlegen, keine OSB-Platte verbaut, keine Gefahr von knarzen (vgl. zu Lösung A3), Nachteil: mittelmäßiger Trittschallschutz, den ich hinnehmen würde.

Bei den ungeraden Böden - welche Variante ist die bessere? Tendiere hier zu Lösung B3, insbesondere zur Minimierung der Bodenaufbauhöhe.

Nun meine Frage: wie bei vielen Themen gibt es auch hier vielfache Meinungen, Erfahrungen und Techniken. Welche Ideen habt ihr noch bzw. habe ich bei meinen Überlegungen alles berücksichtigt?

Danke für die Tips schon im Voraus!

Viele Grüße
Wolfgang



Ich versuchs mal



Balken (Balken seitlich auflaschen oder mit Rahmen quer zu den Balken ausrichten)
Blindboden
Rieselschutz anschlusse Luftdicht verklebt
Schüttung
Rauhschalung
Holzweichfaserplatte als Trittschall
Dielenboden etc.

Grüsse



Zuviele Köche...



...verderben den Brei.

Grundsätzlich: keine sägerauhen Bretter. Die sind meist zu feucht, und sie haben keinen Nut-Federverbund, der Boden wird also weniger stabil. Wenn Ihr den Blindboden noch als Bauboden nutzen wollt, nehmt Rauhspund 28mm (bis 104cm Balken-Achsmaß, sonst stärker). Der trocknet während der Bauzeit noch etwas nach. Solltet Ihr sofort weiterbauen wollen, wäre eine Fichtendielung 28mm als B-Sortierung besser, die wird verlegetrocken (max. 12%) verkauft. Der Preisunterschied zum Rauhspund ist nicht so groß.

Als Holzweichfaserplatte empfehle ich die DOSER DHD 50N, die hat 50mm Stärke und eine größere Rohdichte als die meisten HWPL-Platten (o,25). Zwischenliegend Lagerhölzer 48x48mm getrocknet.

Variante A4 ist Käse, weil man mit großem Aufwand dann doch nicht entkoppelt. A3 sollte zum Einsatz kommen, ABER (und das hat der beratende Zeitgenosse nicht verstanden): Geschraubt wird NUR in das Lagerholz, z.B. mit 45mm Dielenschrauben verdeckt, oder mit 60mm Teilgewinde-Schrauben von oben. Es ist darauf zu achten, daß das Lagerholz beim Schrauben die fehlenden 2mm nach oben gezogen wird (hilfsweise können auch kleine Stückchen 2mm PE oder Rollkork untergelegt werden). Somit schwebt das Lagerholz in der Luft, und der Aufbau ist völlig entkoppelt.

Die ungeraden Böden:

Klickparkett direkt auf HWPL (das auch noch auf Schüttung liegt) funktioniert nicht. Das ist zu viel Bewegung im Unterbau möglich.

Wenn Ihr Höhe sparen wollt und viel Zeit habt, bringt einen nivellierten Unterboden aus Rauhspund zwischen die Balken (geht mit einem Rotationslaser recht gut). Das funktioniert allerdings nur bei geringen Höhendifferenzen. Hohlstellen über den Balken können mit Schüttung oder HWPL-Resten geschlossen werden. Ansonsten ist natürlich der Ausgleich unter dem Rauhspund auf den Balken Brett für Brett möglich, oder Ihr bringt 40er Bohlen seitlich an (B2). Ohne Verluste an Aufbauhöhe könnt Ihr die beiden Verfahren auch kombinieren: Bohlen so nivellieren, daß an den höchsten Punkten der Blindboden zwischen den Balken aufgebaut wird, an den tieferen Punkten der Rauhspund über die Balken gelegt wird.

Darauf also Rauhspund/B-Dielung, HWPL und Dielung wie oben beschrieben.

Im Fachwerkhaus würde ich auf Parkette grundsätzlich verzichten, Dreischichtparkette haben zudem 2 Leimschichten und meist eine ziemlich dichte Versiegelung: Nix mit Holz pur. Wählt eine am besten raumlange Dielung, ölt sie am besten heiß im Thermopadverfahren, und Ihr habt lebenslang Freude daran (wenn Ihr große Hunde draußen lasst :-)

Grüße

Thomas



Öko Pressspanplatte



noch eine Frage: hat jemand schon mal etwas von einer biologischen Presspanplatte gehört?
Habe bei einem Bio-Baustoffladen nachgefragt und diese sogar für 9,50 EUR Netto angeboten bekommen.

Mir ist nur nicht klar, worin ggf. Nachteile dieser im Vergleich zu OSB-Platten besteht? Der Verkäufer meinte nur, dass der günstigere Preis für OSB-Platten ausschlaggebend ist, dass diese öfters verkauft werden. Kann ich aber kaum glauben... Hat jemand Erfahrung damit?

Gruß
Wolfgang



Ob die Platte...



...wohl mit Mehlkleister zusammengehalten wird?

Ohne Hersteller und Produktbezeichnung kann man hier nichts dazu sagen. Auch im "Öko"-Bereich findet sich zuweilen der versuchte Dummenfang.

Grüße

Thomas



Was ist ökologisch?



kommt immer auf die Sichtweise an, also wie schon geschrieben, Hersteller und Produktbezeichnung

Grüsse



Alte Dielen



Kann man statt neuer Rauhspundbretter auch die alte Diehlung belassen? Hinsichtlich der Tragfähigkeit haben diese bislang ausgereicht. Schwache Dielen würden wir auswechseln.

Würde dabei etwas entgegensprechen?
Danke!

Grüße
Wolfgang

PS: Hinsichtlich der Pressspanplatten hieß es vom Händler, dass der Leim nicht ausdünstet. Werde aber nochmals genau nachfragen.



Alte Dielung als Unterbau?



Üblicherweise ist die alte Dielung uneben, also kein sonderlich brauchbarer Untergrund.

"daß der Leim nicht ausdünstet..."

Das ist weiß Gott nicht das einzige Kriterium. Abrieb kann in die Lunge kommen, zersetzt sich der Kleber in den Jahren, und wozu? Was entsteht im Brandfall? etc....

Ich will jetzt hier keine Polemik gegen Spanplatten losbrechen, das Ganze aber als "Öko" zu verscherbeln, erscheint mir recht fragwürdig. KleberABFÄLLE werden in den Span- und Faserplattenfabriken als Sondermüll entsorgt, per Gesetz.

Grüße

Thomas





Also vom Aufbau her solltest Du die Ratschläge/Hinweise vom Thomas annehmen.

Bei den Span- und OSB-Platten muss man unterscheiden. Es gibt heute schon sehr gute Produkte auf dem Markt, die sehr emissionsarm hergestellt werden. Auch sind das dann z.T. Produkte, die eine bauaufsichtliche Zulassung und einen guten Qualtitätsstandart haben.

Mit nicht ausdünsten ist bestimmt gemeint, dass die Platten formaldehydfrei verleimt wurden.

Wer aber auf Kleber usw. in den Produkten verzichten möchte, sollte dann wirklich lieber auf Rauhspund/Dielenprodukte ausweichen.

Wünsche gute Entscheidung,
Peter