Auf was (Mörtel, Dachpappe) soll der Schwellbalken liegen?

09.08.2006



Hallo,

ich habe im Forum zwei Varianten gefunden:

1. Variante:
Der Schwellbalken soll auf Dachpappe liegen, damit die aufsteigende Feuchtigkeit nicht an den Balken kommt. Unter der Dachpappe befindet sich dann das gemauerte Fundament. Das klingt sehr einleuchtend!

2. Variante:
Der Schwellbalken soll auf zementfreiem Kalkmörtel liegen! Kalkmörtel (Gemich aus einer Einheit Weißkalkhydrat und vier Einheiten gewaschenem Sand) sorgt dafür, daß Feuchtigkeit vom Balken aufgesogen und an die Luft abgegeben wird. Das klingt auch einleuchtend!

Welcher Aufbau ist für das Holz eigentlich schonender?

Ist Weißkalkhydrat wegen der geringen Festigkeit überhaupt geeignet? Wäre Hydraulischer Kalk nicht besser, wegen des (geringen) Zementgehaltes, der für höhere Festigkeit sorgt?

Viele Grüße Richard



beides zusammen



So wie ich das den zahlreichen Threads hierzu entnommen habe ist es idealerweise so:

Fundament - Sperrschicht - Kalkmörtel - Schwellbalken

Von unten dicht und Nässe vom Balken kann weg.
Kein Zement (egal was für Kalk), denn dann kann die Nässe vom Balken nicht mehr so gut weg.



Wird Kalkmörtel nicht weich, wenn er feucht wird?



Eine absolute Feuchtigkeitssperre wie Bitumenbahnen in Verbindung mit wasserlöslichem Mörtel kann doch zu Problemen führen, wenn Wasser, das von außen auf den Schwellbalken regnet, dann über dem Bitumen in den Kalkmörtel einzieht und nicht nach unten austrocknen kann.

Gruß Richard



nicht weich



1. Das nasser Kalkmörtel wieder weich wird habe ich noch nicht erlebt. Bei Lehm ja, aber Kalk nicht.


2. Der Witz ist ja gerade, das Kalkmörtel die Nässe, die er aufgenommen hat, auch wieder kapillar abführen kann.
Ohne Mörtel steht der Schwellbalken gewissermassen in einem Wasserfilm, der prima vom Holz aufgenommen wird. Folgen sind bekannt.
Der Balken sollte m.W. auch noch ein Zentimeterchen über dem Fundament nach aussen überstehen. So hat es was Wasser schwerer, unter den Balken zu kriechen.



Keine Sperrschicht



direkt unter dem Holz. Das gibt nur Probleme. Wenn, dann unter die letzte Steinreihe. Und zementhaltigen Mörtel würde ich schon dreimal nicht verwenden. Wir kennen die Schäden durch Zement zur Genüge. Die Sanierung ist dadurch nicht unbedeutend teurer geworden.

Aber ...
Wenn unterhalb der Schwelle durch schräges Anputzen dafür gesorgt wird, dass das Wasser grundsätzlich vom Balken weglaufen kann, solle es auch ohne Sperrschicht gehen. Ganz ideal wäre die Verwendung von schräg angeschnitten Formsteinen (Ziegelsteine). Die gibt es von jedem Ziegelhersteller und liegen bei uns schon seit gut hundert Jahren unter der Schwelle des Anbaus. Da gibt es außen an den Balken keine Probleme. Nur innen, wo in späteren Jahren mit Zement angeputzt wurde ...

Diese Schwellenuntermauerung liegt mit der Unterkante auf Oberkantenniveau Erdreich (sehr lehmiger Boden), direkt auf dem Bruchsteinfundament. Trotzdem ist alles trocken. Verfugt wurde damals mit stark sandhaltigem Kalkmörtel. Lt. alten Unterlagen 1:2/1:3

Grüße



Erstmal vielen Dank für die Tipps!



Die Schwellbalken liegen bei uns auf einem ca. 80cm hohen Sandsteinfundament aus dem Jahre 1730, bestehend aus ca. 90cm langen und 40cm hohen Blöcken aus rotem Schwarzwälder Sandstein.

Das ist auch der Grund, warum die Schwellbalken nicht außen überstehen können, was das Abtropfen des regenwassers natürlich erleichtern würde.
Auch ein schräges Anputzen oder Untermauern mit Formsteinen wäre nur möglich, wenn man die obersten Sandsteinblöcke entfernen würde, dann sollte man (der Optik wegen) aber auch die unteren Blöcke wegnehmen und ein komplett neues Fundament aufbauen, was natürlich nicht nur sehr teuer wäre, sondern auch zu dem Verlust dieses schönen historischen roten Sockels führen würde.

Den Kalkmörtel wollten wir nur auf der Innenseite unter den Schwellbalken stampfen. Die unteren 5cm des Schwellbalkens sind an der Innenseite, wegen der alten falschen Fußbodenaufbauten vermodert (Moderfäule und Vertorfung des untersten Holzes). Beim Herausreißen der beiden, im Aufbau unterschiedlichen Holzböden, die bis an die Oberkante der Schwellbalken reichten und mit einer dichten Fußleiste versehen waren, habe ich zahlreiche Fotos gemacht. Ein Boden war sogar diffusionsoffen. Falls jemand Interesse an den Fotos hat, sende ich ihm die Bilder gerne demnächst als email zu.

Das befallene Schwellbalkenholz wird jetzt abschnittweise entfernt und dann eine Bitumenbahn von innen auf den Sockel gelegt. Zwischen Bitumen und Balken wird dann zementfreier Kalkmörtel eingestampft.

Gruß Richard