Feuchter Balken

09.12.2013



Hallo,
wir wohnen in einem ca. 150 Jahre alten Fachwerkhaus. Nun haben wir an der einen Hausecke einen feuchten Balken, der von links nach rechts bis zur Hausecke ansteigend immer feuchter ist. Ganz rechts ist er bereits morsch, kann mit Leichtigkeit eingedrückt werden. Auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so schlimm erscheint, denke ich, man sollte den Anfängen wehren. Insbesondere, da man leider auch nicht erkennen kann, ob es um die Ecke des Hauses ebenfalls feucht ist, da das Haus auf der und einer weiteren Seite mit Holz verkleidet ist. So wie es hier bei einigen Fachwerkhäusern üblich war/ist.
Ich habe schon versucht im Forum eine Lösung zu finden und habe folgendes gelernt:
- Eine Beurteilung aus der Ferne, trotz Foto, grenzt an Kaffeesatzleserei
- Vor einer Reparatur sollte die Ursache für die Feuchtigkeit gefunden werden.
Trotzdem stelle ich Euch mal die folgenden Fragen, vielleicht habt Ihr ja einen Tip:
- Wenn der Balken ausgetauscht werden muss, in welchen finanziellen Regionen bewege ich mich da? Brauche nur mal eine grobe Einschätzung. Ja, ich weiss, hängt von vielen Faktoren ab, aber sehr grob vielleicht?
- An wen kann ich mich wenden? Zimmermann, Architekt etc?
Und hat jemand eine Empfehlung; wir wohnen in Soltau?

Schon heute vielen Dank
Gruss Hans



Grundschwelle



Hallo Hans,
das ist kein Wunder bei der Einbausituation das die Schwelle vergammelt.
Sie liegt im Spritzwasserbereich, es gibt einen Vorsprung und eine dichte, kapillare Aufstandsfuge auf dem Betonfundament. Dann ist das Holz und das Fundament anscheinend auch noch mit einem dichten Anstrich versehen worden.
Bei Regen wird die Betonoberfläche direkt beregnet, dazu kommt Wasser das an der Fassade herunterläuft, Wasser spritzt vom Pflaster hoch...
Im Winter liegt Schnee auf dem Absatz und taut vor sich hin. Das Wasser wird über die Aufstandfuge regelrecht eingesogen; das Austrocknen dauert sehr lange. So wie das aussieht kommt da kaum Sonne hin, das Pflaster ist veralgt/bemoost. Die Unterseite der Schwelle steht also lange im Wasser, das Holz saugt sich voll und kann durch die Farbe schlecht abtrocknen. Ein gefundenes Fressen für holzzerstörende Pilze und Bakterien. Die linke Seite wurde wohl schon einmal erneuert bzw. die Grundschwelle entfernt.
Sie sollten sich einen Zimmerer holen der nicht nur den befallenen Teil erneuert sondern auch noch die Gesamtsituation verbessert (vorbeugender konstruktiver Holzschutz).
Soviel zum Kaffeesatz lesen.
Das man damit keinen seriösen Preis nennen kann sollte Ihnen dann bewusst sein.
Wo genau befindet sich das Haus?



Feuchter Balken



Sehe das genau so wie Herr Böttcher.
Bei Interesse kann ich mir das gerne mal ansehen bin sehr oft im Heidekreis unterwegs.

LG.Peter Schneider



Feuchter Balken



Hallo Herr Böttcher und Herr Schneider,

erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

Mit Kaffeesatzleserei wollte ich keinem der Foristen zu Nahe treten oder die Qualifikation der Antworten anzweifeln. Vielmehr beruhte dies auf viele Beiträge im Forum, nach deren Schilderung eines Sachverhalts es nur sehr schwierig ist, einen Lösung aus der Ferne anzubieten.
Auch ist mir klar, dass man da keinen verbindlichen Preis nennen kann. Mir ging es nur um eine sehr grobe Vorstellung, damit ich so eine ungefähre Vorstellung habe, was auf mich zukommt.
Herr Böttcher, ich habe Ihren Rat aufgegriffen und Verbindung mit einem Zimmerer aus der Gegend aufgenommen, der sich auch mit Restauration und Fachwerk beschäftigt sowie die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt (ist bei uns nötig).
Auf jeden Fall nochmals vielen Dank. Über das Ergebnis werde ich dann im Forum berichten.
Herzliche Grüße
Hans



Balken



Mich hat die Lage Ihres Hauses interessiert um mal nachzuschauen ob es in einem besonders wetterexponiertem Gebiet liegt. Da sollte man kein Sichtfachwerk erstellen.



Feuchter Balken



Sehr geehrter Herr Bötcher,

das Haus steht direkt im Stadtgebiet von Soltau. Wenn Sie auf mein Bild schauen, sehen sie die Längsseite eines Rechtecks, dessen obere rechte Ecke Sie am rechten Rand des Bildes sehen können (Briefkasten, grauer Eckstiel). Diese Ecke zeigt genau nach Norden, d.h. die gezeigte Seite nach Nordosten.
Während auf der gezeigten und auf der linken, nach Südosten ausgerichteten Schmalseite das Fachwerk zu sehen ist, sind die beiden anderen Seiten mit Holzpanelen(?) verkleidet. Das Haus war bereits so beim Einzug. Mir wurde gesagt, dass die Verkleidung weniger aus Wetterschutzgründen erfolgte, sondern vielmehr weil Fachwerkhäuser den ärmeren Bevölkerungsschichten zugeordnet wurden und durch die Verkleidung ein anderer Eindruck entstehen sollte. Diese Bauweise sei ein typisches Merkmal für diese Region.
Gruss
Hans



Fachwerk



Dann haben Sie ein grundsätzliches Problem.
Soltau liegt in der mittleren Beanspruchungsgruppe für Schlagregen. Sichtfachwerk sollte hier nicht zum Einsatz kommen.