Luft- und Trittschallprobleme bei Holzbalkendecke

22.11.2006



Hallo,

obwohl ich mir hier alle Beiträge zu dieser Problematik durchgelesen habe, finde ich leider keine auf mein Problem zugeschnittene Antwort (vielleicht auch wegen eigenem fehlenden Fachwissen).

Daher nun die x-te Frage zu diesem Thema.

Ich besitze seit 3 Jahren ein Haus, welches in der 2ten Hälfte des 19Jh. erbaut wurde. Das Haus wird ausschließlich selbst genutzt. Vor ca. 17 Jahre hat der Vorbesitzer schon einmal Renovierungsarbeiten durchgeführt (Daher auch der etwas seltsame Deckenaufbau).

Der vorhandene Aufbau sieht folgendermaßen aus (von unten nach oben):

+ Holzpanneelen
+ Holzleisten mit Gips „verfugt“
+ alte Holzbalken (diese Holzbalken sind aufgrund ihrer Dimensionierung und des allgemeinen Zustands für eine schwere Schüttung nicht ausreichend tragfähig!!!)

Daher wurden aus statischen Gründen vor ca. 17 Jahren neue Holzbalken mit wechselnden Abständen dazwischen eingezogen (Berechnung erfolgte durch Statiker; Berechnungen nicht mehr vorhanden). Die „beiden Decken“ haben keinen Kontakt zueinander. Auf den neuen Balken befinden sich Verlegeplatten (V100, d = 22mm) und als Bodenbelag Teppichboden.

Schön laut! ;-)

Schallübertragung über die Wände ist nicht Inhalt dieser Frage, das Problem ist bereits gelöst.
Nach bisherigem Wissen würde ich den Trittschall durch Estrichelemente (welche genau?), die auf die wieder eingebrachten Verlegeplatten (notwendig zur Aussteifung) gelegt werden, in den Griff bekommen.
Was ist mit dem Luftschall?
Masse im Zwischenraum ist wegen der sehr eingeschränkten Tragfähigkeit der alten Balken ein Problem.
Mir wurde in einem Baufachgeschäft vorgeschlagen; zwischen die neuen Balken eine PE-Folie zu hängen und dann Blähton einzufüllen.
Gewicht???
Der Fußbodenaufbau darf ab OK (neue) Balken maximal 8 cm betragen.
Ein Antasten der an die alten Balken untergeschraubten Konstruktion ist nicht möglich.

Ich bin für jede Hilfe dankbar!
Ach ja, ich möchte zwar nicht an der falschen Stelle sparen, dennoch ist eine kostengünstige Lösung gefragt!

Vielen Dank im voraus!



Holzbalkendecke



Hallo Herr Kathmann,

eine Lösung für dieses Problem ist vieleicht folgender Aufbau.
- vorh. Konstruktion unberührt lassen bis auf Teppiche etc.
- Boden Ausgleichen mit Nivoperl (nur so das ebene Flächen
enstehen)
- 20 mm Trittschalldämmung von PAVATEX einbauen (Holzfaser)
- darauf Schiffsboden (z.B. von Parador zum Klicken) d=14mm

u. fertig ist die Sache. Bitte keine Folien einbauen usw.
die Dämmung ist geprüft u. zugelassen für den Schiffsboden,
außerdem soll ja alles noch tief durch atmen können.

Mit freundlichen Gruß

Dirk Förster





und noch mehr..............

für den Luftschall biete sich an die Spannplatten aufzunehmen u. zwischen den Kehlbalken mit Mineralfaser
zu dämmen. Leider lässt sich die Verbesserung nur bedingt
vorher darstellen da zu viele Randbedingungen einwirken bei Holzdecken.Habe diese Konstruktion im eigenen Haus aber gebaut und der erfolg war erstaunlich gut. Solange die Decke nur Wohnräume trennt gibt es auch keine Probleme
bezüglich Tauwasser in der Konstruktion (und es gilt immer
noch, keine Folien, Bremsen etc.)

Gruß

Dirk Förster



Entkopplung



das Wichtigste einer vernünftigen Trittschalldämmung ist (abgesehen von möglichst viel Masse, die aber wie beschrieben aus statischen Gründen nicht überall nachträglich eingebaut werden kann) die Entkopplung des Fussbodens von der Balkenlage, der Boden muss also schwimmend verlegt werden. Hier gibt es von verschiedenen Herstellern Systemböden (Gutex, Pavatex, Steico...), die alle so funktionieren, dass Dämmplatten zusammen mit Fixierleisten auf der Unterkonstruktion (Rauhspund oder Verlegeplatten)verlegt werden. darauf kann man dann einen beliebigen Dielenboden verschrauben. Gesamthöhe bei 20mm Dielung ist 60mm.

Dieser Aufbau hat sich sehr bewährt.
gutes Gelingen wünscht
jh



Wenn's an der Aufbauhöhe fehlt:



Teppichboden entfernen (Milben muß man nicht im eigenen Heim durchfüttern) und Spanplatten entsorgen.

Als Rieselschutz unbedingt eine diffusionsoffene Folie / Papierlage verwenden. Blähton ist o.k., wenn der Holhraum nicht ausgefüllt wird, ist es ein Resonanzkörper!

Danach der mit Skizze dargestellte, völlig entkoppelte Aufbau. Ist auch etwas billiger als die Gutex/Pavatex-Variante. Sollte allerdings die Scheibenwirkung des Bodens zur Stabilisierung des Baues erforderlich sein (Statiker fragen), geht dieser Aufbau nicht.

Grüße

Thomas