Verständnisfrage zur bafa-Förderung Pelletkessel

12.04.2012



Hallo,

wir möchten unser neues altes Haus (BJ 1956) mit einer durch einen Pelletkessel betriebenen Wandheizung beheizen.

Nun habe ich eine Frage zu folgendem Satz aus den Förderungsbedingungen der bafa "Die Anlagen müssen der Bereitstellung des Wärmebedarfs eines Gebäudes dienen, [...] das bereits vor dem 01. Januar 2009 über ein Heizungssystem verfügte (Gebäudebestand)"

Unser Haus wird bisher nur über Einzelöfen beheizt und besitzt noch keine Zentralheizung. Zählen die Öfen als "Heizungssystem" für die Förderung?

Vielen Dank fürs Lesen,

Matze



Heizungssystem ...



... bedeutet in diesem Zusammenhang ein Zentralheizungssystem = wasserführendes und nach neuesten Anforderungen gedämmtes Rohrleitungssyste´m, inkl. hydraulischem Abgleich und Umwälzpumpe der Effizienzklasse A.

Ihre Einzelofenheizung ist in diesem Sinne keine Heizungsanlage.



Verständnisfrage zur bafa-Förderung Pelletkessel



Hallo Herr Pickartz,

hmm, das verstehe ich nicht ganz, ich dachte, diese Anforderungen würden an die neue Anlage gestellt, die wir nun einbauen wollen und nicht an die schon vorhandene, die ersetzt werden soll.

Vielleicht habe ich mich etwas unverständlich ausgedrückt.
Also, wir wollen die alten Einzelöfen durch eine neue Pelletheizungsanlage (inkl. hydraulischen Abgleich, Pumpe der Effizienzklasse A ...) ersetzen.

Meine Frage ist nun, ob wir für die neue Anlage die Förderung bekommen würde, obwohl das Haus bis dato noch keine Zentralheizung hatte.

Ich hoffe, dass ich spätestens Morgen unseren favorisierten Heizungsbauer ans Telefon bekomme...

Viele Grüße



Tja,....



... über diese verquere Logik des BAFA bin ich auch gerade gestolpert und habe eine dementsprechende Anfrage gestellt.

Das würde in der Tat bedeuten, das alle Altbauten ohne vorhandenes Heizungssystem nicht förderfähig wären. Damit würde ein Großteil der wirklich alten Altbauten/der historischen Altbauten/der Bauten vor 1930 herausfallen.

Stellen Sie doch mal die Verständnisfrage an´s BAFA. Dieses ganze Prozedere ist nicht kundenfreundlich und wird alle paar Monate geändert. Leider.



ja, schon seltsam,



wenn nur der Austausch kompletter Heizanlagen gefördert wird, aber nicht der Aufbau einer neuen Zentralheizung.

Ich werde mich mal direkt an die bafa wenden, mal schauen, was sie dort zu der Thematik sagen.

Sobald ich etwas neues weiß, melde ich mich wieder hier.



.....



Einzelöfen sind auch eine Art von "Heizungssystem".
Es geht in dem Satz der BAFA nur darum das niemand hingeht und z.B. in seine alte unbeheizte bzw. frisch ausgebaute Scheune mit BAFA Zuschuss eine neue Heizungsanlage einbaut.



:)



Ah, ich hatte gehofft, dass es so gemeint ist.
Danke Schubdüse!



Förderung



@ Matze


Heizungssystem: Einzelöfen. Jede Heizung ist ein System.
So, wie Schubdüse schon geschrieben hat, scheunenausbau oder Lagerhalle ausbauen ist dann nicht förderfähig, da keine Heizung vorhanden war... obwohl es da bestimmt "Sonderförderungen" gibt wie die "Schaffung von neuem Wohnraum"


Andreas



Moin Matze,



wenn die Förderung darauf abzielt, Hausbesitzer von Öl- und Gasheizung in Richtung nachwachsende Rohstoffe zu bewegen, macht das Sinn - in dem Fall Pech für dich.

Kesseltausch ist etwas anderes als Neuinstallation.

Besser also nochmal genau nachfragen, die beissen nicht...;-)

Gruss, Boris

P.S. Willst du dir das bei der Pellets-Preisentwicklung wirklich antun?



dem Boris.....



.... würde es nicht Schaden besser zu recherchieren bevor er einen Beitrag zum besten gibt.
Wie schon geschrieben muss nur irgend eine Art von Heizungssystem bereits vorhanden sein. BAFA gilt nicht allein für den KesselAUSTAUSCH sondern generell für die ANSCHAFFUNG eines Pelletkesseln.
Wenn dem nicht so wäre dann hätte ich meinen Pelletkessel nämlich auch nicht gefördert bekommen. Denn vorher waren Elektro Nachtspeicheröfen in meinem Haus.

Und diese ewig falschen Aussagen von wegen Pellets wären ja so teuer geworden kommen nur von Leuten die selbst keine Pelletheizung besitzen.
Statistiken gibts im Web genug, auch hier bitte erst googeln und dann Beitrag schreiben!

In meinem Fall wäre eine Ölheizung sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb teurer gewesen.
Gas wäre in der Anschaffung günstiger jedoch im Betrieb teurer außerdem gibts an meinem Wohnort keinen Gasanschluss.
LW-WP wäre ebenfalls in Anschaffung und Betrieb teurer geworden.
Pelletheizung ist für Leute mit Altbau und viel Platz (Pelletspeicher) derzeit einfach bei weitem die günstigste Art zu heizen. Es sei denn man hat als Hobby "Holzhacken".



Heizungssystem



"Gruss, Boris

P.S. Willst du dir das bei der Pellets-Preisentwicklung wirklich antun?"



Boris, wovon redest Du?!
Ich zahle seit Jahren ca 210Euro pro Tonne bei Bestellmenge 4Tonnen, Bestellung im September... also nix mit Schwarzsehen ob der Preisentwicklung

Ich werde jetzt beim Auszug meine Pelletanlage mitnehmen und ins Ausgleichobjekt einbauen. Denn BILLIGER als Pellets ist nur noch frieren. Hackschnitzel sind zwar noch billiger aber komfortferner...


Andreas



Hier die BAFA-Antwort ...



... zu meiner Anfrage vom 12.04.:

"hier liegt in der Tat ein Missverständnis vor. Ausgeschlossen von der Förderung ist aufgrund der bestehenden, gesetzlichen Nutzungsverfplichtung nach dem
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz nur der Bereich des Neubaus. Im Gebäudebestand ist hingegen die Fördermöglichkeit grundsätzlich gegeben.

Zum Gebäudebestand zählt dabei jedes Gebäude, für das vor dem 01.01.2009 eine Bauanzeige erstattet wurde oder ein Bauantrag gestellt wurde und in welchem vor dem 01.01.2009 ein Heizungssystem installiert wurde. Es muss sich um ein mit dem Gebäude fest verbundenes Heizungssystem handeln, das den Gesamtjahreswärmebedarf des Gebäudes oder Gebäudeteils abdeckt.
Ausreichend ist es hierbei auch, wenn die Räumlichkeiten einer Altbauwohnung mit Einzelöfen (z. B. Nachtspeicher- und/oder Ölöfen) beheizt werden."





Hallo,

vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.
Schön, dass du schon eine Rückmeldung auf deine Anfrage bei der bafa bekommen hast, pickartz.architektur! Die Aussage hiflt mir doch sehr weiter.

Bzgl. der Pelletpreisentwicklung ist mir schon klar, dass der Preis auch abhängig von der Entwicklung des Öl- oder Gaspreise ist. Allerdings habe ich mich bewusst gegen eine Heizungsanlage entschieden, die sich erst nach 20 Jahren amortisiert. Desweiteren ist aufgrund des Größe des Grundstückes eine Nutzung von Flächen- oder Grabenkollektoren, bzw. des Grundwassers nicht möglich.

Viele Grüße,
Matze



@Schubdüse:



Hast recht, war nicht mehr so ganz auf dem laufenden...

Wir hatten Anfang 2009 eher die umgekehrte Situation: Gas war schon da und die Pelletspreise rannten gerade fröhlich den Ölpreisen hinterher, auch ohne gestiegene Beschaffungskosten und Ölpreisbindung.

Wir hätten also nur Abhängigkeiten von einem Produkt zum nächsten getauscht.

Mittlerweile ziehen bei uns auch die Brennholzpreise gewaltig an (ca. 53€/FM frisch ab Wald) und die stetig steigende Anzahl von Holzfeuerungsanlagen wird das sicher nicht stoppen.

@Andreas: Bei uns ist das schon etwas teurer (was sicher auch daran liegt, dass hier 3x soviel Leut' pro km² leben), aber ca. 1/3 günstiger als Gas.

Grüsse, Boris



Kurz erschrocken.



Bin gerade beim gleichen BAfA Antrag auch ins Straucheln gekommen. Danke an euch für die Klärung.

Zu den Preisen.
Natürlich ziehen Pellets dem Öl hinterher - doch selbst Stückholz mach das mittlerweile.
Bin gerade fertig mit dem Öltank entsorgen und kann einmal sagen: Der Gestank kommt mit nicht mehr ins Haus!

Zum anderen: Autos fahren nicht mir Pellets! Während vor allem Öl in direkter Konkurrenz zur Mobilität stehen.
Haus-Heizen oder Autofahren? Wer wird da wohl gewinnen?

Gruß