Bad renovieren in altem Bauernhaus, diffusionsoffene Folie nötig?

10.08.2015



Hallo zusammen,
ich bin neu hier und würde euch gerne kurz um Rat fragen.

Wir haben ein altes Bauernhaus, und ich habe im Bad von den Vorbesitzern das ganze Rigips mal herausgerissen. Dahinter befand sich eine Steinwolledämmung, und dahinter waren die Holzbalken, mit der ein oder anderen Lücke nach draußen (oben, nicht auf dem Bild), wie man das halt so von früher erwartet.

Das ganze Bad ist bestimmt schon an die 15 Jahre da drinnen, die Isolierung usw. machte aber einen sehr guten Eindruck. Nichts vergammelt o.ä.

Meine Frage, soll man hier noch eine diffusionsoffene Folie mit einbauen oder es bei dem System belassen? Irgendwelche Tipps?

Danke und schöne Grüße
schickal



Badausbau



Wo ist das Bild?



Sorry, ging wohl nicht mit.



Anbei das Bild. Hoffe ich ;)



Innendämmung



Interessant, manchmal funktioniert etwas was garnicht fuktionieren dürfte. So ist das mit der Theorie und der Praxis. Ihr Vorgänger muß ein kluger und besonnen handelnder Mensch gewesen sein der ein kluges Heizungs- und Lüftungsverhalten hatte. Trotzdem- wie es hinter dem Putzträger aussieht ist hier nicht erkennbar. Schauen Sie mal im unteren Bereich hinter das Schilf.
Was ich erkennen kann ist so eine Art Vorsatzschale vor der Vorsatzschale.
Da dies nur ein paar m² Wand betrifft schlage ich Ihnen vor alles an der Außenwand bis zum Rohbau zu entfernen.
Bei Oberbayern muß ich an Blockbohlenbauweise denken, ist die Wand massiv gemauert oder besteht sie aus Holz?



Badausbau



Das Haus ist im EG noch gemauert, im OG komplett ausschließlich mit Holzbalken gebaut (ca. 20 cm dick).
Dann mit dieser Art Schilfmatten z.T. verkleidet (innen), dann kam die Isolierung und die Rigipsplatten.

Mir geht es nur darum, dem Haus nicht die Luft zum Atmen zu nehmen. Gefühlsmäßig geht es dem Haus wirklich gut. Es ist schätzungsweise ca. 250 - 300 Jahre alt, wurde 1900 mal renoviert. Das System bisher hat anscheinend gut funktioniert. Mein Nachbar rät mir aber nun, eine diffusionsoffene Folie noch mit einzuarbeiten (zwischen den Holzbalken und der Innenisolierung), was ich nicht ganz nachvollziehen kann, was das bringen soll. Ich würde mir nur gerne eine 2. Meinung einholen.

Danke für die Geduld, bin leider nicht vom Fach :-)



Wandaufbau Holzhaus



Auf die Innenseite der Holzbalken sollte eine diffusionsoffene Winddichtung- diese kann aus Folie bestehen oder aus einem Verputz.
Gleichzeitig verhindert sie das Eindringen von Wasser bei Schlagregen, Schnee etc.
Schilf kann natürlich als Putzträger verwendet werden- ist aber schlechter als sonstige Faserdämmungen was den U-Wert betrifft und hat den Nachteil, kaum kapillaraktiv zu sei
- wie auch Mineralwolle.

Wenn bsiher alles funktioniert hat und sich die Wohnverhältnisse und das Nautzerverhalten nicht sehr ändern könnte natürlich alles belassen werden.

Ich würde bei einer grundlegenderen Sanierung auf den Balken eine Luftdichtung installieren-s.o.
Darauf entweder Kanthölzer, Holzfaserplatte mit Kalk- oder Lehmputz, Zwischenraum mit Zellulose dämmen.
Dampfbremse je nach Himmelsrichtung der Wände und möglicher Luftbewegung.
Luftbewegung und Sonneneinstrahlung ermöglichen eine Austrocknung nach außen, daher Dampfbremse eher verzichtbar.

Übrigens:
Häuser dürfen nicht "atmen", da dies Luftströmung/Luftaustausch zwischen Innen- und Außenluft bedeuten würde mit daraus resultierendem teils erheblichem Feuchteanfall durch Kondensfeuchte- diese wiederum verursacht Bauschäden, Schimmel etc.

Feuchteausgleich durch Diffusion, Sorptionsfähigkeit und Kapillarität von Bau- und Dämmstoffen ist jedoch günstig-
vielleicht hattest du dies im Sinn?.

Andreas Teich



Konkret



Innen auf die Balken ein diffusionsoffenes Windpapier, z.B. Fronta. Feuchtigkeit kann durch, aber kein Wind.

Dann die Wärmedämmung, und raumseitig eine Dampfbremse.



Innenwanddämmung



Dann ist der vorhandene Aufbau eigentlich vom Prinzip her richtig gewesen.
Never change a running system!
Putzträger ab (ob der noch funktioniert ist fraglich),
dann
Variante A (außerhalb des Spritzwasserbereiches):
Udi In Reco anbauen, verputzen.
Variante B)
neuer Putzträger (Stauss Ziegeldrahtgewebe),
neuer Putz,
Innendämmung.
Als Innendämmung entweder Rigitherm oder Wediplatten hohlraumfrei aufkleben, fliesen.

Variante C)
Alles prinzipiell so lassen.
Die Hohlräume mit flexiblen Holzfaser- oder Hanfmatten vollständig ausfüllen,Dampfbremse montieren, mit Gipskarton oder Aquapaneelplatten beplanken.
Hier gilt es sorgfältig und akkurat zu arbeiten, vor allem was den Anschluß des Fensters und die Übergänge Wand- Decke, Wand- Boden und Außenwand-Innenwand betrifft.