Dachausbau XXL

03.06.2011



Hallo,
habe bereits lange passiv in diesem Forum mitgelesen und mir einige Informationen schon zu eigen gemacht.
Danke dafür.

Bei dem Haus handelt es sich um ein ca. 120 Jahre altes Objekt, welches im Laufe der Jahre erweitert und angebaut wurde. Eine Mixtur aus verputztem Fachwerk, mit Lehmwänden und Porenbetonsteinen (Bims).
Jetzt stehe ich allerdings vor einem größeren Projekt, dem Dachausbau inkl. Neueindeckung.
Das Dach wird mit ZWSD auf Sparrenhöhe gedämmt, mit Homatherm holzflex. Jetzt ist nur die Frage "standard" oder "protect". Für "standard" spricht das geringere Eigengewicht, welches bei "protect" einen höheren Wärmeschutz mit sich bringen würde, durch die höhere Rohdichte. Wieviel Unterschied kann es bei 120 mm Dämmhöhe geben?
Auf die Sparren kommt eine HWF, ebenfalls Homatherm, in 35 mm Stärke. Konterlattung und Tonziegel.
Warum diese Art der Dämmung? 2/3 des Daches ist bereits ausgebaut, bei diesem Aufbau kann man sanieren ohne Folie.
U-Wert für EnEV wird durch Dämmung oberste Geschossdecke (Spitzboden)erreicht.
In dem neuen Bereich wird unter den Sparren eine Dampfsperre installiert. Denke, hier macht die Folie dann durchaus wieder Sinn. Verkleidung mit GK Top 2000, doppelt beplankt.
Wer hat Erfahrungen mit Homatherm und kann darüber berichten?

Der Dachausbau soll ein Badezimmer und ein Kinderzimmer beinhalten. Unter dem entstehenden Badezimmer ist bereits ein Badezimmer, das derzeitige Hauptbad. Unter dem Kinderzimmer ein Wohnraum/Bügelzimmer/Gästezimmer.
Die Decke ist eine Holzbalkendecke mit Lehm/Schlacke-Schüttung und verläuft auf 6m Länge mit ca. 8 cm Höhenunterschied. Schallschutz sehr gut, Radio aus EG im OG nicht zu hören. Umgekehrt durch "weichen" Boden ebenfalls nichts zu hören. Der Teil über Gästezimmer schwingt etwas, kann aber nach Zimmermannsaussage durch den neuen Boden versteift und somit das Schwingen reduziert werden.

Erst die Trockenbauwände, dann der Boden?

Wobei eine Innenwand zwischen zwei Holzbalken laufen soll und die Aussenwand bzw. die zu verkleidende Innenwand als Untergrund nur die Lehm-/Schlackeschüttung aufweist? Schallschutz kann vernachlässigt werden.

Das Bad soll nur mit ebenerdig begehbarer Dusche (Duschwanne), Waschbecken und WC ausgestattet werden, Beheizung erfolgt elektrisch. (Leider derzeit nicht anders lösbar.)
Die Aussenwand zum Giebel hat ebenfalls einen "Schwung" in der Linienführung.
Meine Vorstellungen im Bad sehen so aus: Innenwände impr. Gipskarton Top 2000, doppelt beplankt und dann mit Fliesen raumhoch. Installationsebene ebenfalls aus GK und Fliesen, jedoch nur halbhoch. Boden aus Holzdielen, wegen unten liegendem Bad, keine Dampfsperren verbaut, diffusionsoffener Aufbau über zwei Etagen. Giebelwand über Vorsatzwand nur geschliffen und gestrichen, auch GK. Dachschräge, GK geschliffen und gestrichen.
Die Vorwände werden ebenfalls in Trockenbau errichtet.
Alternative für die Giebelwand: Erst OSB-Platte (Dampfbremse) und dann eine GK Top 2000. Macht das Sinn? Oder Dampfbremsfolie?

Das Kinderzimmer soll ebenfalls in GK ausgeführt werden. Ausführungen wie Bad, jedoch nur einmal beplankt.

Dämmung hinter GK zur Aussenwand soll nicht erfolgen, wegen Verschiebung Taupunkt. Dämmung Innenwand nur Trockenbauwände, an alte bestehende Wände möchte ich nicht mit Dämmung gehen.

Wie siehen die Experten meine Ausführungsvorschläge?
Danke für jeden Tipp und Hinweis.



GK an Außenwände



Die einzelnen Ausführungen sind schon recht mit Fachkürzeln gespickt - aber GK verstehe ich noch.

Diese würde ich an der Außenwand so wie beschrieben nicht anbringen. Evtl. wäre ein Biotherm-Putz von HAGA interessant oder CS-Platten (um mal bei den Kürzeln zu bleiben), die ohne Luftzwischenräume an die Außenwand geklebt werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Abkürzungen



Vielen Dank für den Hinweis mit Biotherm-Putz. Die verschiedenen Untergründe stellen kein Problem für das Material dar, auch der "Schwung" der Aussenwand kann damit abgefangen werden (sofern es nicht mehr als 12cm sind).
Die Calziumsilikatplatten sind flächig ans Mauerwerk zu bringen, bei einer Landschaft wie die Rocky Mountains nicht praktikabel. Wie gesagt handelt es sich um eine ca. 15 cm "dicke" mit Porenbeton (1960) ausgemauerte von aussen verputzte Fachwerkwand.

Aber Abkürzungen waren doch nicht so viele:
GK: Gipskartonplatten
ZWSD: Zwischensparrendämmung
HWF: Holzweichfaser
EnEV: Energieeinsparverordnung
EG: Erdgeschoss
OG: Obergeschoss

Meine Idee der einfachen und dauerhaft praktischen Umsetzung ist bisher auch noch nicht ausgereift.
Weiterhin für jeden Tip dankbar.

Schönen Start in die Woche!





>Für "standard" spricht das geringere Eigengewicht, welches bei "protect" einen höheren Wärmeschutz mit sich bringen würde, durch die höhere Rohdichte. Wieviel Unterschied kann es bei 120 mm Dämmhöhe geben?"
Die haben doch hoffentlich Datenblätter, da kann man das nachlesen.
Bitte zwischen Wärmeleitwiderstand bzw. Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherkapazität unterscheiden. Weil die WLF mit zunehmender Rohdichte in der Regel zunimmt, dürfte hier die Gefahr einer Verwechslung vorliegen.



Werte



für Holzflex Standard: Spezifische Wärmekapazität 2.100J, max. Gewicht 48kg/m³, Wärmeleitfähigkeit 0,038 W.
Für Holzflex Protect: Spezifische Wärmekapazität 2.100J, max. Gewicht 55kg/m³, Wärmeleitfähigkeit 0,038 W.