Aussendämmung ja oder nein?

21.07.2010



Mein Haus von 1900 hat einen alten Gewölbekeller der extrem feucht ist (Haus steht am Hang). Die Außenwände ab EG wurden 1950 vom Vorbesitzer mit 17,5 cm Hohlblocksteinen neu gemauert und verputzt und das Fachwerk an den Außenwänden (leider) entfernt. Die Decken und Innenwände sind noch original (Fachwerk/Holzdecken). Da ich das Dach reparieren, dämmen und neu decken (Biberschwanz) lasse, fragt mich der Handwerker jetzt, wieviel Dämmung ich auf die Aussenwände bringen werde (wegen Dachüberstand etc.) er schlägt vor 15 cm Wärmeverbundsystem.
Ich bin davon nicht begeistert.

Frage:
Gilt auch in meinem Fall (kein Fachwerk mehr an den Außenwänden) daß eine Aussendämmung für die Bausubstanz schlecht ist? Ich denke da an den feuchten Gewölbekeller, der mit einer alten (schönen, aber nicht dichten) Holztür zum EG abgetrennt ist.
Habe ich (außer höheren Heizkosten) Nachteile, wenn ich das Haus nicht an den Aussenwänden dämme oder ist es besser nicht zusätzlich zu dämmen?



Außer höhere Heizkosten....



... sehe ich keine Nachteile, wenn alles beim Alten bleibt.

Vor dem Start mit irgendwelchen Dämmgeschichten würde ich erst mal das mit der Feuchtigkeit klären.

Eine Außendämmung ist grundsätzlich einer Innendämmung vorzuziehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

die Aussendämmung bringt nur Vorteile für Ihr Haus:
- wirklich sicherer Schlagregenschutz
- hübsch warm eingepackt bleibts auch im Sommer kühl
- nachhaltige Wertsicherung der Immobilie.

Sie dürfen sich jetzt ein Material aussuchen. Es stehen Dämmstoffe zwischen den Wärmeleitfähigkeitsgruppen 022 und 040
zur Verfügung. Was in 040 20 cm dämmen, schaffen in 022 schon 10 cm.
Vielleicht entscheiden Sie sich ja für ein dünnes aber leistungsfähiges System.
Wenn es noch besser kommen soll: Mit eingebetteten Vakuum-Isolationspaneelen (VIP), von Porextherm oder von Weber
halbieren Sie die Dämmschicht noch einmal bei gleicher Leistung.
Die Zeiten ändern sich, Aussendämmung heißt nicht unbedingt mehr dickes Dämmpaket.
Und Heizkosten ? Gabs gestern.

Grüße vom Niederrhein



Aussendämmung - der Pullover für das Haus!



vorhergegangenes hört sich an wie ein Auszug aus einer Werbeschrift eines Dämmstoffhändlers.

Und die Plattitüde mit dem "das Haus ist warm eingepackt wie in einem Pullover" ist so hahnebüchen, dass ich nicht mehr lachen kann.
Oder rennen Sie bei 35°C im Schatten mit einem dicken Pelzmantel oder Strickpullover rum?

Die Assoziation mit dem Pullover ist doch so flach - Was passiert denn, wenn man einen Pullover anzieht oder anhat: Den Wärmegefühlsrezeptoren an der Hautoberfläche wird durch die stehende und auf 36 °C erwärmte Luftschicht erwärmt; und ein auftetender Wind kann die Hautoberfläche nicht abkühlen.
Wohlgemerkt: die Hautoberfläche - Wenn Sie einen Pullover anziehen wird doch nicht automatisch die Kerntemperatur erhöht im Inneren des Menschen. Das wäre fatal.

also: NUR VORTEILE!!!
Sie dürfen nur, wenn die Weichmacher der Kunststoffe weg sind, die Dämmschicht anderweitig abgesoffen ist, den Aussenputz erneuern, die Dämmstoffe entsorgen, etwaig aufgetretene Bauschäden sanieren etc.
Nur Vorteile: FÜR WEN??
Den Bauberater, den Planer, den Handwerker, den Baustoffhändler, den Fabrikanten oder DEN BAUHERRN!

Sie fragen: Dämmung Ja oder Nein!

Ich rate: NEIN

Andere sehen halt NUR Positives für den Bauherrn.

So gehen die Meinungen auseinander!

FK





Lieber Kollege Kurz,

"getretener Quark wird breit, nicht stark" (Ernst Bloch).
Tut mir furchtbar leid, aber ernst zu nehmen ist das , was Sie hier an Hasstiraden auf Befürworter einer vernünftigen Dämmung loslassen, schon lange nicht mehr.

Es ist wieder warm heute.
Trotzdem freundliche Grüße



Was ist eine Tirade?



Hallo

Sie schreiben:
Hasstiraden auf Befürworter einer vernünftigen Dämmung loslassen
Wo ist der HASS?
Es ist einfach: UNVERSTÄNDNIS!
Ich kapier einfach nicht was ein Pullover auf einer Haut mit einer Haus- und Mauerdämmung zu tun haben soll!

SIE schreiben doch:
- hübsch warm eingepackt bleibts auch im Sommer kühl
Wenn das stimmen würde müsste man doch heute mit dickem Pullover rumlaufen??!!

Wie gesagt:
UNVERSTÄNDNIS - nicht Hass!

Mir selbst ist es egal, wenn Sie mit einem PulloverHaus glücklich sind, oder andere es Ihnen gleich tun.

C'est la vie!

FK



@ Florian Kurz, der Meister im "Unverständnis" haben



Man kann bei Beiträgen über WDVS schon die Uhr stellen, um F.K`s G`schmarre zu erwarten .
Fehlt nur noch, daß Er uns die Tonart seiner Tiraden mitteilt . Scheinbar hat aber sein Meister K.F. die Partitur noch nicht vollendet !



… und mann kann eigentlich immer …



… davon ausgehen, dass der "Zoigl" auf einem der everestalischen Höhen gleichenden Ebene fachlich ausgereiftes postuliert.

Einfach: "klassikanisch"

und: selbsterklärend

FK



Wenn es der Geldbeutel und die Gegebenheiten zulassen ....



dann wäre doch eine "Ertüchtigung" der 17,5 cm Hohlblock-Außenmauer sicherlich sinnvoll. Reden wir halt nicht von Dämmung. Reden wir von "Optimierung des Raumklimas". Winter wie Sommer könnte das für die Bewohner schon von Vorteil sein.

Vielleicht kann der Handwerker eine gewisse Bandbreite bei der Dachsanierung mit einplanen. Ich plädiere für 12cm.

Dann wenigsten einen Winter, einen Sommer probewohnen und entscheiden, ob was ansteht. Vielleicht reicht ja schon auf der einen oder anderen Hausseite eine Boden-/Deckelschalung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Naja Herr Beckmann,

da muss ich Herr Kunz mal recht geben, ohne allerdings rigoros nein zu Dämmaßnahmen zu sagen.

>>“Die Aussendämmung bringt nur Vorteile für Ihr Haus:”

So manche Fassade die ich instand gesetzt habe hat nachweisliche Schäden durch Dämmung davon getragen. Es gibt nicht sonderlich viele Dämmungen die so geplant und verarbeitet wurden, das nicht vor ihrer Amortisation nachgearbeitet, oder gar rückgebaut werden musste.
Was bleibt ist immer das Risiko betreffend Planung und Ausführung.


>>“- wirklich sicherer Schlagregenschutz”

Mein Haus, wie viele andere, aus den 30er Jahren hat immer noch den Originalputz drauf, ich gehe also davon aus das der Schlagregenschutz durchaus auch ohne Dämmung zu gewährleisten ist.

>>“- hübsch warm eingepackt bleibts auch im Sommer kühl”

Hitzeschutz und Wärmedämmung sind zwei paar Schuhe Herr Beckmann, Sie sollten die Laien darüber aufklären.
Ich kenne viele Bauherren die richtig “schön” und vor allem dick gedämmt haben, im Sommer können die aber ihre Dachgeschosswohnungen ohne Klimaanlage kaum nutzen.

>>“- nachhaltige Wertsicherung der Immobilie.”

Oder eben ein riesen Berg Sondermüll an den Wänden und im Dach.

Die Energetische Ertüchtigung von Bauwerken ist, wie auch die Bauwerksabdichtung, ein äußerst diffizile Angelegenheit die mal nicht eben mit “es kann nur besser werden” verkauft werden darf.

All zu oft haben derartige Maßnahmen das Gegenteil von dem bewirkt was eigentlich angedacht war.
Und allzu selten haben sich Dämmaßnahmen, speziell von Fassaden, amortisiert.

Grüße aus Schönebeck



Manchmal liegt zwischen



schwarz und weiß noch grau. Die Vorredner bzw. Vorschreiber grenzen sich derart voneinander ab, dass ihr wohl keine Freunde auf dem Bau mehr werdet.
Um erst einmal den Dachdecker zu befriedigen, würde ich den Teil der Frage wie folgt lösen, denn der Dachdecker wartet ja nicht auf die entscheidende Schlacht zum Thema Dämmung.
Ich glaube mir vorstellen zu können, dass es dem Dachdecker um die Breite seines, wie wir hier sagen, Glattkantbrettes, geht (FOTO). Also dass giebelseitige, über die Außenmauer stehende Brett (von unter sichtbar - von oben Dacheindeckung drauf. Da dies ohnehin an der auskragenden Lattung befestigt ist und diese bei der Eindeckung (Biberschwanz) recht viel Last aufnimmt, dürfte bei max. 20 cm Schluss sein. Da bleibt dir noch viel Platz zur Dämmung - wenn die Schlacht geschlagen ist. Im Traufbereich, also Dachrinne, ist es dem Traufbrett eigentlich egal ob da nun noch Dämmung an die Fassade kommt. Es kann entfernt und in einem anderen Winkel oder gekürzt wieder angebracht werden. Wenn ich mich jetzt hier, mit deiner eigentlichen Frage völlig geirrt habe - schuldigung :-).

Zum Thema Dämmung: Ich habe in meinem Haus auch eine solche Wand. Teilweise noch Mischmauerwerk dazu. Der von den Vorbesitzern aufgebracht Zementputz war wie ein Spinnennetz gerissen. Die Frage nach der Dämmung stand bei mit nicht wirklich. Lotrecht gerade Wand und 90 ° Ecken passen schlecht in meinen Kopf. Ich habe Sie mit Kalkmörtel putzen lassen. Etwas Armierung für die Risse (Putzträgergitter zum Beispiel) wurde vorher eingebaut. Das ich hohe Heizkosten habe ist mir bewusst. Ich glaube jedoch nicht, dass die Energieeinsparung welche eine Dämmung erzielen soll die Kosten in hinreichenden Zeiträumen amortisiert erscheinen lassen. Auch ein WDVS ist pflegeintensiv und bedarf einer Sanierung. Nun bis ich sicherlich nicht ein Jünger von F.K. und auch nicht von K.F. – ich finde aber persönlich, dass der Weg von Wärmeschutzverordnung bis hin zur derzeit geltenden EnEv einem Angst macht. Allein die Zunahme der Dämmstärken und Wärmeleitgruppen im Dachgeschossbereich bzw. die Ausbildung des Außenmauerwerken muss doch dem kritisch geneigtem Bauherren die Frage aufkommen lassen, ob Familien, welche in den Jahren 1980-1990 neu gebaut haben, in ihren Häusern noch leben können oder nur noch für die Heizkosten arbeiten gehen?
Was deine Dämmung angeht – ein Bauchgefühl! Und wenn du noch keins hast, dann findest du hier im Forum reichlich Diskussionsstoff. Such die Beiträge von Konrad Fischer (KF) oder Florian Kurz (FK). Es geht dabei fast immer um solche Probleme. Auch interessante Argumente der Befürworter werden dir über den Weg laufen. Mir persönlich hat ein Telefonat mit K.F. das Bauchgefühl gegeben. Ray





@Ray

ich glaube es geht hier erstmal um den Dachüberstand überhaupt.

Grüße aus Schönebeck



Die Menschenschar um KF und FK...



...wird immer größer!
Herr Beckmann, Ihre Vorteile für die Wärmedämmung laufen ins Leere.
...im Sommer kühl - Warum sind bei der derzeitigen Hitze soviele Niedrigenergiehausbesitzer am stöhnen? Weil sie eingehen in ihren gedämmten Buden!
...nachhaltige Wertsteigerung - man profitiert zur Zeit von der Mode des Dämmens, aber auch diese Mode geht vorbei.
Am Anfang waren es 5 cm, dann 8 cm, 10 cm , 12, 14 ...20cm und mehr oder nun noch besser, wenn die Dicke erreicht ist.
Irgendwann sind wir wieder bei Massiv!
Wieviel Wert hat die Immobilie, mit 10 cm Dämmung, die noch vor paar Jahren Mode war.
Wieviele Fotos von bescheidenen Fassaden soll ich hier noch
bringen?
Einen handgefertigten Kratzputz müsste ich noch hinbekommen,
man muss ihn nur wollen und hält ewig und dicht!
Dazu die Heizung auf Strahlungsheizung ändern.
Ein Sprichwort besagt: "In Tun liegt die Wahrheit"
Wenn die "Steinlaus" einen Spaziergang macht, in einem großen gewachsenen Neubaugebiet, so bis 15 Jahre alt, dann beantworten Sie Ihre Frage mit: nein!





Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Ich sehe, es gibt klare Befürworter und klare Gegner der Dämmung in diesem Fall. Es ist tatsächlich so, daß ich mich v.a. betreffend auszubildendem Dachüberstand (Giebelwand) im Entscheidungszwang sah - etwas geschockt durch den Rat mit 15 cm Dämmung auf die Fassade gehen zu müssen. Aus mehreren Antworten lese ich aber heraus, daß auch eine dünnere Dämmschicht (je nach System) ausreichend sein kann und ich daher die Sanierung Dach und Dämmung Wand separat entscheiden kann. Momentan tendiere ich dazu, erstmal das Dach fit zu machen und mal einzuziehen und zu schauen was das Bauchgefühl und die Heizkosten sagen. Der Putz ist ja noch intakt. Die Aussenwanddämmung wäre dann ein späteres Thema - wenn überhaupt.



Nicht mehr,



aber auch nicht weniger.

Soviel zum Thema "Nasser Pulli".



Punkto Hitzeschutz



ist eines zu bedenken. Hier ist vor allem Speichermasse gefragt, und die dürfte bei 15cm Hohlblock ohnehin kaum vorhanden sein.

So ein Haus wird halt im Sommer relativ schnell die Außentemperatur annehmen und dann muß man Lüften - oder eine Klimaanlage kaufen. Kühl bleibt nur ein Haus mit dicken Wänden aus einem Werkstoff mit hoher thermischer Masse, ewig hält das aber auch nicht - unsere 1 1/2-stein-starken Ziegelmauern sind nach der Hitzeperiode der letzten Wochen durch und durch warm.





Wenn diese thermischen Massen erst einmal ordentlich auf Temperatur gebracht wurden, enthalten sie eine immense Wärmemenge.
Genau davor schützt unter anderem die Dämmung: Die Temperaturwelle wird nämlich gedämpft und erreicht in diesem Ausmaß gar nicht mehr die Wand.

Das nennt sich sommerlicher Hitzeschutz, auch wenn einige hier anderes verbreiten.

Grüße vom Niederrhein