Aussenfarbe ausbessern

06.08.2008



Hallo,

wie findet man die passende Aussenfarbe? Die Handwerker hatten eine Ecke abgeschlagen. Deren Versicherung übernimmt die Schadensbehebung.

Wie aber wird es fachgerecht gemacht? Das Haus selbst stammt von 1898 - der Putz und sicher die Farbe könnte aber neueren Datums sein.

Farbe selbst ist weiss, matt. Bei hellem Licht hat die Farbe glänzende Einsprenksel.

Der Fachhändler meines geringsten Misstrauens verkaufte mir VarioSil (F 73), eine "Siliconvergütete, füllende Fassadenfarbe".

Zusammensetzung nach VdL-Deklaration:
Polymerdispersion, Siliconharzemulsion, Weißpig-
mente, anorganische Pigmente, Calciumcarbonat,
silikatische Füllstoffe, Talkum, Wasser, Glykolether,
Aliphaten, Additive, Konservierungsmittel.
Produkt-Code: M-DF 02

Passt das? Oder wie findet man heraus, was als Farbe richtig wäre?

Und welcher Putz ist der richtige Untergrund? Meine Befürchtung ist z.B., dass der Handwerker seinen klassischen Maxit Zementputz nimmt, der zwar für sich super hält, der aber vielleicht viel härter als der alte, weiche, stellenweise hohl klingende Putz ist und wo sich bald (aber nach Ablauf der Gewährleistungsfristen?) Risse bilden werden.

Anbei mal ein Foto einer Putzprobe - bei Tageslicht sieht es deutlich weisser aus.



Fassadenfarbe



Hallo,

wie das Foto aussieht, ist der Putz ein noch ungestrichener Mineralputz, d.h. wenn man diesen mit Farbe partiell nachstreicht wird man das sehen. Entweder muß man diesen mit dem gleichen Oberputz nachbessern und ungestrichen lassen, oder die gesamte Fläche streichen.
Allerdings würde ich auf einem mineralischen Putz niemals die von Ihnen erwähnte Kunststoffarbe verwenden, sondern eine Silikatfarbe.



Fassadenfarbe



Hallo,

wie das Foto aussieht, ist der Putz ein noch ungestrichener Mineralputz, d.h. wenn man diesen mit Farbe partiell nachstreicht wird man das sehen. Entweder muß man diesen mit dem gleichen Oberputz nachbessern und ungestrichen lassen, oder die gesamte Fläche streichen.
Allerdings würde ich auf einem mineralischen Putz niemals die von Ihnen erwähnte Kunststoffarbe verwenden, sondern eine Silikatfarbe.



mineralische Farbe



Woran erkennt man, dass der Putz nicht gestrichen wäre? Die Oberfläche hat ja eine recht glatte "Haut". Es fehlen auch die Sandpunkte dunkleren Einschlags, die im Putz selbst vorliegen. Von daher hatte ich doch vermutet, die Wand wäre gestrichen gewesen.

Danke, also hatte ich richtig vermutet, dass Polymerdispersion auf eine Kunststofffarbe hindeutet.

Auf dem Eimer selbst steht überhaupt nichts dazu. Es wirkte immerhin schon einen Tick fundierter als der Baumarkt, der überhaupt nur Acryl-Farben anbot.

Wäre also die Silikatfarbe F71 von Südwest besser geeignet? Auch die hat wohl einen erheblichen Kunststoffanteil:

Zusammensetzung nach VdL-Deklaration:
Kaliwasserglas, Polymerdispersion, Weißpigmente, anorganische Pigmente, Schwerspat, Kieselgur, silikatische Füllstoffe, Wasser, Aliphaten, Glykolether, Additive


Oder welche andere Farbe wäre zu empfehlen?



Außenfarbe



Meine Vermutung, daß der Putz noch ungestrichen ist, basiert auf den auf dem Bild zu sehenden Glimmerteilchen, diese sind normalerweise als Füllstoff im (meist Kunststoff"vergütetem") Oberputz und nicht in der Farbe. Anhand eines Bildes ist das aber nicht sicher festzustellen.

Bei der zu verwendenden Farbe kommt es natürlich sehr darauf an, welcher Oberputz vorhanden ist und ob dieser gestrichen ist. Eine Reinmineralfarbe funktioniert nicht auf gestrichenen oder wasserabweisend eingestellten Putzen, abgesehen davon ist sie sehr schwierig zu verarbeiten.

Für die richtige Farbe sollten Sie mal bei einem Silikatfarbenhersteller wie Silin, Keim oder Beeck nachschauen, ein Kunststoffarbenhersteller wie der genannte hat da nicht ganz so viele Alternativen.

Der Putz zum ausbessern sollte sich immer nach dem vorhandenen Material richten, ein Handwerker sollte daß normal erkennen und entsprechend auswählen können und nicht einfach den Standard Kalk-Zementputz draufschmieren. Da der Putz auf dem Bild recht hell ist, könnte es ein Kalkputz sein, sind aber reine Vermutungen.



Hersteller-Tipps



Besten Dank für die Hersteller-Tipps. Ja, diese Glimmer-Anteile hatten mich eben irritiert.

Hier in der Region sind eher Firmen wie Sto oder Brillux staerker vertreten.

Silin (Südhessen, miserabler Web-Auftritt), Keim (keimfarben.de, bei Augsburg) oder Beeck (Stuttgart) sind mir bisher unbekannt. Für einen 10-l-Eimer Farbe wird da wohl kein Fachberater antanzen wollen. Ich werde bei den Firmen einmal anfragen, ob und wo deren Produkte in der Nähe zu bekommen sind.



Tageslicht-Aufnahme



Hier noch eine Aufnahme bei Tageslicht, wo der Farbunterschied etwas deutlicher wird: Der Putz ist hell, mit einem Schalg ins bräunliche. Dicke etwa acht Millimeter Der Oberputz hat keine Farbeinsprenksel.

Der Unterputz (nicht sichtbar) ist auch recht hell, hat aber viele dunklere Sandkörner drin.

Die Farbe wirkt deutlich heller. Kann dies schon allein durch die Art des Auftrags (Abreiben?) und die Aushärtung eine deutlich getrennte Oberflächenschicht ergeben oder ist das vermutlich ein separater Farbauftrag gewesen?