Partielle Außendämmung - um die Ecke rumziehen?

03.06.2008



Hallo,

unser Haus hat im EG 50 cm Bruchsandsteinwand, im OG 40 cm Vollziegel, im DG sogar nur 20 cm Wandstärke im Kniestock.

Zwei Wände (West, Süd) sind mit Sandsteinsimsen, Fensterbögen und Abschlusssteinen recht attraktiv gestaltet. Eine Wärmeschutzhülle würde den Charme zerstören.

Die Nordseite ist komplett fensterlos (4 m Abstand zur Grenzbebauung des Nachbarn), die Ostseite hat keine besonderen Gestaltungselemente und könnte wie auch die Nordwand gedämmt werden.

Wie macht man das am besten, falls nur zweiseitig? Zieht man die Dämmung um die Ecke herum? Wie macht man den Ab- und Anschluss, damit es einerseits jetzt gut aussieht und andererseits auch dann, wenn vielleicht für die anderen beiden Wände eine praktikable Dämmung ansteht?

(Spekulier - vielleicht ist man in zehn Jahren so weit, dass man durch Austausch von 2 cm abgefrästem Altputz gegen eine Vakuumdämmung Passivhaus-Standard erreicht. Derzeit geht das noch nicht, weil es zwar bereits Vakuumdämmung gibt, sich diese Platten aber verdammt schlecht zurechtsägen lassen)



Konstruktion Dämmung



Um die Ecke herumziehen macht immer Sinn, weil die dann innen warm bleiben, Kältebrüpcken werden vermieden.
In welchem Material wollen Sie denn arbeiten, danach richtet sich unter anderem der seitliche Abschluß ?

Grüße



Zu überlegen ist,



ob sich bei diesem Gebäude der Aufwand lohnt. Das mangelhafte DG könnte vielleicht von innen gedämmt werden.
Sind die anderen Bauteile Dach, Fenster, Decke zum Keller, Heizsystem... bereits gut ausgeführt? Von der Wirtschaftlickeit her wären erst andere Dinge dran.
Schöne Grüße
Jürgen Maier



Maßnahmenkatalog



Die Wände haben

KG: 60 cm Natursandstein
EG: 50 cm Natursandstein
OG: 40 cm Vollziegel
DG: 40 cm Vollziegel, im Kniestock wohl sogar nur 20-30 cm

Dachdämmung: bisher nicht vorhanden. Geplant: zwischen den 13 cm Sparren Holzweichfaser, Aufsparrendämmung 8 cm, Dampfbremse nach innen keine Folie, keine Lattung, sondern OSB abgeklebt.

Fenster: Bisher alte Doppelflügel, werden ersetzt durch Kunststoff-Isolierglasfenster.

Kellerdecke: Vermutlich Mineralfaser zwischen und unter den Balken, Feuchtraumplatte. Flachs ist einerseits wohl inzwischen zu teuer und erfordert anderseits zu viel Dicke mit entsprechendem Verlust an Stehhöhe.

Heizung: Pellets
Lüftung: zentral mit Kreuzwärmetauscher

Bei der Außendämmung habe ich noch keine Ahnung zum Material. Tendentiell vermutlich Mineralfaser, sonst befürchte ich von der Bahnlinie daneben her eine unschöne Membranwirkung.

Der bisherhige Putz ist vermutlich mineralisch und hält noch recht gut.

Die Aussendämmung ist das, was derzeit am ehesten aufschiebbar ist. Das Gerüst wird dann aber ohnehin stehen und die Fenster könnte man gleich an die richtige Stelle der Wand setzen. Ausserdem ist sonst die Nord-Giebelwand eine üble Kältebrücke, wo ich schon Zweifel hätte, ob ich ein Bücherregal ranstellen dürfte.

Daher also die Überlegung, ob eine zweiseitige Dämmung sinnvoll ist. Ich stelle mir den Abschluss der Dämmung aber optisch recht hässlich vor, wenn er ums Eck herum geht. Und wenn er nicht herumgeht, dann sieht es später geflickt aus, wenn die Nachbarwand gedämmt und gestrichen ist und nur der Randbereich der alt gedämmten Wand nachgestrichen wird.



Maßnahmenkatalog



Hallo ,
Ihr Bauvorhaben scheint ja recht komplex zu sein.
Ich greife mal einen Punkt auf:
Dachdämmung: Sind Sie sicher ,dass die 13ner Sparren die Mehrbelastung aus Zwischendämmung,Aufsparrendämmung und OSB- Platte so einfach wegstecken werden?
viele Grüße



Tragfaehigkeit der Sparren



Die Frage ist berechtigt - die Antwort ueberlasse ich den Fachleuten, ob die Sparren aufgedoppelt werden muessen.