Dachsparren nach aussen aufdoppeln?

02.02.2013 Spreewälder



Guten Tag.
Ich möchte meine Dachsparren (120mm stark, ca 6m lang)
nach aussen Aufdoppeln und nochmal 120mm aufbringen.
Zum einen um genügend Zwischensparrendämmung unter zu bekommen und zum zweiten sollen die aufgesetzten Sparren ca. 50 cm länger sein um einen Dachüberstand an der Traufe zu habe.
Das Dach muss sowieso neu eingedeckt werden.
Nun zur eigentlichen Frage.
Müssen die aufgesetzten Sparren aus einem Stück sein oder kann ich auch 2 x 3m nehmen?
Zum zweiten, wie befestige ich die aufgesetzten Sparren auf den Alten?
Nageln oder Schrauben?
Danke für eure Antworten





Der Vorteil wäre natürlich auch dass man im sichtbaren Dachüberstand KVH si und im oberen nicht sichtbaren Bereich
KVH Nsi nehmen könnte.



Spreewald



Zur Traufe sollten Sie über Aufschieblinge nachdenken, das gibt dem Haus etwas mehr Flair. Ansonsten: der Nagel geht mit, die Schraube ist fest.





Über Aufschieblinge habe ich auch schon nachgedacht.
Aber dann hätte ich im oberen Bereich nur die alten
Sparren mit 120mm. Für eine Zwischsparrendämmung viel zu wenig.
Dann sollten doch Schrauben die bessere Lösung sein oder?
Denn, Fest ist Fest!

Doch Schrauben können bei Belastung wohl brechen.
Es gibt ja extra Sparrennägel mit Zulassung!



dach



Fehlinterpretation: Aufdoppeln im Ganzen ja, nur auf den letzten 1,50m nochmals keilförmig erhöhen .





Ja, das ist natürlich möglich.
Also sollte ein geteilter Sparren als Aufdoppelung doch gehen. Ist ja nichts anderes als ein Aufschiebling.



Sparren aufdoppeln



Hallo Spreewälder,

Eigentlich müsste jetzt wieder der Ruf nach dem Tragwerksplaner kommen, weil--- wie werden die Schubkräfte zwischen den "Doppelsparren" bewertet?? --- müssen auch die Auflager der Sparren verstärkt werden, es kommen ja Mehrlasten aus Sparren, Dämmung und Beplankung.

Vielleicht ist es besser , die Sparren durch seitliche Bretter zu verstärken.

viele Grüße





An die Mehrbelastung habe ich natürlich auch schon gedacht.
Sollte bei der Dachstuhlplanung von 1920 nicht eine großzügige Mehrbelastung mit eingeplant worden sein?
Wurden die Dachstühle schon so genau Statisch berechnet?
Ich weiß es nicht.
Meine jetzigen Sparren haben die Maße 100x120.
Nehmen wir an ich nehme pro Sparren zwei Bretter, Rechts und Links, die Bretter mit den Maßen 50x220.
Komme ich da nicht aufs gleiche Gewicht?



Bist Du dabei...



... ein Passivhaus zu kreieren? Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Dämmstärke von 240mm als Einzelmaßmahme für die Dachschrägendämmung kaum zu vertreten, es sei denn, man nimmt sämtliche Förderungen mit...

Da ja anscheinend sowieso von außen gearbeitet wird (innen/Zwischensparren-Dämmung ist wohl als Eigenleistung angesagt), ist eine Aufdachdämmung in der Hausnummer 60mm durchaus als Zusatzmaßnahme sinnvoll zu erwägen.

Das beantwortet zwar Deine Frage nicht, soll Dich aber auf neue Gedanken bringen...

MfG,
sh





Danke für die Idee.
Es gibt leider so viele Möglichkeiten und leider
kann man auch so viel falsch machen :-(



Leichte Aufsparrendämmung ...



... die Idee von Sebastian würde ich aber weiter verfolgen. Dadurch stellst Du den Sparren schon mal in die Wärme und erhälst ein funktionierendes Unterdach (ich unterstelle mal ausreichende Dachneigung).

Hier mal die GUTEX-Ultratherm

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Habe mich etwas über eine Aufsparrendämmung belesen.
Diese soll wohl sehr effektiv sein ist aber auch viel teurer
als eine Zwischensparrendämmung.
Wenn ich nun eine Zwischensparrendämmung von 120mm WLG 032
+ einer Untersparrendämmung von 60mm WLG 032 nehme, habe ich einen U-Wert von ca. 0,17 W/m²K. Top Wert bei angemessenen Kosten und geringster Belastung der Sparren und des gesamten Dachstuhls.
Was sagt ihr dazu?



Guten Abend,



ich komme zwar mit Ihren Angaben auf einen U-Wert von ca. 0,19 W/m²K aber das ist ehr Theorie.
Zwischensparrendämmung plus Untersparrendämmung hört sich doch gut an und ist ausreichend.

Zur Frage der Sparrenverstärkung würde ich eine verschraubte Aufdopplung einer seitlichen Bretterverstärkung bevorzugen.
Eine seitliche Anbohlung läst sich bei krummen Sparren sowieso etwas schlecht verwirklichen.
Auch wird es schwierig diesen Bereich des Sparrens vernünftig zu dämmen wenn überall Bretter oder Bohlen dran sind.
Mit freundlichen Grüßen Danilo





Vielen Dank für die vielen Antworten.
Habe mich also für eine Zwischensparrendämmung +
Untersparrendämmung entschieden. Daher fällt auch eine kompl. Aufdoppelung der 120mm Sparren weg.
Nun muss ich mir nur noch Gedanken zu Sparrenverlängerung
im Traufenbereich machen.
Aufschieblinge oder seitliche Bohlen anschrauben?
Der Überstand sollte ca 50 cm betragen. Wie lang sollte man die Aufschieblinge oder Bohlen da wählen?



Wie weit liegen denn Ihre Auflagerpunkte voneinander entfernt ?



Sie schreiben von 12 er Sparren und wollen nun eine zusätzliche Innendämmung anbringen, damit vergrößert sich ja auch automatisch die Eigenlast der Dachkonstruktion. Das ist möglicherweise ein Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte.

Grundsätzlich spricht mMn. nichts gegen eine Innendämmung, auch wenn die Lösung von Frank mit der Aufsparrendämmung sicher etwas eleganter ist, auch in Hinblick auf eventuelle Wärmebrücken. Als nachteilig sehe ich diesbezüglich allerdings das relativ hohe, zusätzliche Eigengewicht der Holzfaserdämmplatten an...auch das könnte zu Problemen mit der Statik führen.

Wie sieht es denn mit der Dachneigung aus ?

Zur Frage mit der Traufvorsprungsverlängerung:

Wenn der Kragarm nicht zu groß wird, spricht nichts dagegen, einen Aufschiebling mit statischen Schrauben zu befestigen. Dies geht allerdings nur bis zu einer gewissen Vorsprungslänge. Die einfachste Lösung ist das Anlaschen von Bohlen bzw. Dielen seitlich am Sparren, bedingt allerdings dann auch das Anbringen eines Gesimskastens.

Es gibt übrigens auch spezielle Metallverbinder, die das nachträgliche Anbringen eines Sparrenvorsprungs ermöglichen...diese werden oft in Verbindung mit einer Aufdachdämmung verwendet, um die Herstellung der Winddichtigkeit zu erleichtern und werden in die vorhandenen Sparren eingeschlitzt...inwiefern das bei Ihnen möglich ist, kann man ohne genauere Angaben aber nicht beurteilen.

Gruß Andreas



Dachstuhl ertüchtigen ...



... und wenn jetzt der Frankenwald nicht so weit vom Spreewald weg wäre, könnte man vor Ort die Sache noch viel besser klären.

"Das Dach muss sowieso neu eingedeckt werden." - wenn das der Fall ist, dann würde ich aber wenigstens eine leichte Aufdachdämmung in Form von Unterdeckplatten mit einplanen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Egal für welche Maßnahme der Dämmung ich mich entscheide
ohne eine zusätzliche Mehrbelastung des Dachstuhls geht es leider nicht. Das gedämmt werden muss steht ausser Frage.
Ich versuche nun das Dämmsystem mit der geringsten Belastung
zu finden. Wenn ich mich nicht täusche ist für eine Aufsparrendämmung eine Vollverschalung notwendig. Diese wiegt ja auch nicht gerade wenig. Darum denke ich ist eine Zwischen + Untersparrendämmung die geringste Mehrbelastung.

Die Sparren sollen ca um 50 cm verlängert werden und von unten sichtbar bleiden. Daher ist wohl nur die Lösung
mit den Aufschieblingen sinnvoll.

Wie weit die Auflagepunkte entfernt liegen kann ich nicht genau sagen. Werde ich das nächste mal nachmessen. Ich schätze 3,0 m. Dachneigung muss ich auch mal messen.

Ja, der Frankenwald liegt nicht gerade um die Ecke :-)



Das ist so nicht ganz richtig,



Es wird zwar durchaus auch praktiziert, zunächst eine Vollholzschalung aufzubringen, aber ein Unterdach aus Holzweichfaserplatten kann diese Holzschalung durchaus ersetzen und gleichzeitig sowohl als regensicheres Unterdach (ab 15 Grad DN) als auch als Aufdachdämmung dienen. Außerdem kann die Konterlattung auf diesen Platten ohne Nageldichtbänder erfolgen.
Oberflächlich gesehen liegt der qm-Preis diese Platten natürlich deutlich höher als z.B. bei einer Zwischensparrendämmung, allerdings spart man sich auch Zeit und Material, weil bei einer Zwischensparrendämmung ja so oder so eine regensichere Unterdeckbahn aufgebracht werden müßte und ein Nageldichtband unter der Konterlattung inzwischen zwingend vorgeschrieben wird.
Im Idealfall ergänzt sich die Aufdachdämmung mit der Sparrenzwischendämmung, da Holzweichfaserplatten diffusionsoffen sind. Wie bereits erwähnt weist eine Aufdachdämmung bei fachlich korrekter Verarbeitung deutlich weniger Wärmebrücken auf als eine Zwischensparrendämmung.
Insofern hätte ich meinem Bauherren durchaus zu so einer Lösung geraten, wenn dieser das Dach sowieso umdecken muß.

Was in Ihrem Fall aber wirklich noch abzuklären wäre ist die statische Komponente. Ich gehe zwar von einem relativ steilen Dach aus, weil man sonst von Haus aus nicht mit einem 12er Sparren gearbeitet hätte, aber das wäre natürlich vor Ort zu überprüfen.

Aber ich will Sie keineswegs von Ihrem Vorhaben der Innendämmung abbringen, sondern lediglich eine mMn. vernünftige Alternative bieten, die allerdings keine ist, wenn es statisch nicht hinhaut.

Gruß Andreas