Haus Bj. 1911 Zwischenlüftung verstehen, Feuchteerscheinung deuten

09.03.2012



Hallo Community,
nach vielen lesen sind wir noch nicht auf unsere Fragen gestossen. Wir hoffen auf eure Hilfe.
kurz und knapp.
Haus Bj. 1911 zweischalig von Keller bis Dachboden. 2/3 Unterkellert. 1/3 (voderrer Bereich) nicht. Dort steht der Holzfußboden auf Kalksandsteinpfeilern. Sonst EG preußische Kappe und 1. OG. Holzbalkenfußboden.
Fast alle Räume mit Außenwand besitzen innen wie außen im oberen Teil des Raumes Lüftungsöffnungen. Nur der nicht unterkellerte Bereich besitzt auch Lüftungsschlitze im Fußbodenbereich.
1.Frage: Wie funktioniert die Belüftung der Hohlschicht im Bereich der Unterkellert ist ? Da hier ja außen keine Schlitze sind und von innen keine zu sehen sind? Woher bekommt die Hohlschicht ihre Zirkulationsluft?
Wie geht man mit den Belüftungsöffnungen im Raum vor? Wie nutze ich sie richtig?
Auf dem Dachboden wurden Kalksandsteine lose auf die Hohlschicht gelegt. Auf dem Bild sieht man die hellen Stellen der Belüftung außen.
2.Frage: Rings um das Haus bis ca. Fußbodenhöhe Erdgschoß kann man deutlich am Putz den dunkleren feuchtigeren (fühlbar)Bereich sehen (besonders nach regen). An der Grenze wissen wir ist eine Sperrschicht verbaut. Wir wissen auch, dass dieser untere Bereich aus Kalksandstein gebaut ist. Im Erdreich ist dieser unverputzt. Die untersten Steine (Sohle) sind naß. Anstehendes Grundwasser nein Oberflächenwasser-zt. Schichtenwasser ja. Rohrleiungen etc. nein. Das Phänomen läuft um das ganze Haus. Ab der Sperrschicht nach oben wurde für den äußeren Bereich Rotstein genommen und innen Kalksandstein.Aus welchem Grund?
Aufsteigende Näße oder durch Putz oder da Belüftung von unten fehlt, Kondensationswasser in Hohlschicht?
Berater sagten nur Sperrschicht unten egal ob Chemie oder physikalisch, außen schwarz machen evtl. noch Drainage legen dann schick.
Was sagt Ihr?Ein Bild füge ich bei, auf dem man das Phänomen erkennen kann.
Vielen Dank im voraus.



zweischaliges Mauerwerk



Dazu fehlen noch ein paar Informationen:
Wie wird der nicht unterkellerte Raum im EG genutzt, wie ist der Fußboden aufgebaut?
Was ist "Rotstein"?
Warum eine Sperrschicht? Eine waagerechte S. die funktioniert ist vorhanden.
Wie sieht es im Keller aus? dringt da manchmal Wasser ein?

Viele Grüße



fehlende Angaben zum Haus Bj, 1911



Erstmal danke für das Schnelle reagieren hier.
Also die beiden vorderen Räume werden als Eß- und Wohnzimmer genutzt.Der Fußbodenaufbau ist: Kalksandsteinpfeiler auf welchen Balken liegen. Querlattung und darauf Eichendielen. Der Fußboden ist nicht mit den Wandmauern verbunden.Von Erde bis Fußboden ca. 1m hoch.
Rotstein deswegen , weil ich die genaue Bezeichnung nicht weiß. Er ist rot strucktur wie Kalksandstein. Mh, nicht gerade hart(wie gebrannte Steine, Klinker ode so) also auch leicht zu beabeiten.
Ja die Sperrschicht im Fußbodenbereich bzw. Kellerdecke funktioniert zum Glück.
Ich wollte aber den gesamten Bereich von Kellerboden bis Sperrschicht Kellerdecke trocken bekommen,da die feuchten Kellerwände Schäden zeigen...aufblühender Putz, abbrökkelnder Putz besonders in Kellerfensterbereichen.
Die Mauern unter den nicht unterkellerten Bereich sind innen trocken. Hier sieht man auch mehere Sperrschichten.
Im Keller dringt kein sichtbarres Wasser ein. Fußboden trocken (Estrichbeton)Man sieht die feuchten Wandbereichen kurz über Fußboden mit Salzausblühungen, Putzaufblühungen, Wasserflecken und in unterschiedlichen Höhen in den Räumen. Um Fensterbereiche wie besagt abplatzungen, pröseln von Putz und Stein.
An einigen Stellen in den Kellerräumen kann ich an den Trägern der preuß. Kappe Feuchte anzeichen sehen(Salzausblühungen, Wasserflecken).
Die Temp. und Luftfeuchte schwangt mit außentemp da Fenster offen sind. So durchschnitl. 6-10 Grad und 50-75 Luftfeuchte.
Ich habe ein Bild gefunden, welches zeigt, das auch im Erdreich eine Sperrschicht eingebaut wurde aber totzdem die Wand alles feucht ist. Hänge das Bild an.
Hoffe konnte durch die weiteren Infos helfen und zu helfen.
Vielen Dank im voraus.



Eine Ferndiagnose ...



... komplexer Feuchteschäden ist immer unzureichend.

Mögliche Ursachen:

- Kondensat im Kellerbereich des zweischaligen MW zwischen den Schalen mit Feuchteanreicherung und allmählicher Durchfeuchtung des KS-MW. Diese Hinterfeuchtung ist wahrscheinlich, da der KS-Stein nicht besonder porös ist und nur über eine geringe kapillare Fähigkeit zum Wassertransport aufweist.
Allerdings kann er bis zu 25% Vol.% an Wasser bei Dauerdurchfeuchtung und fehlender Trocknungsmöglichkeit speichern.
- Unzureichende Lüftungsmöglichkeit des Luftraumes (Zuluft woher (?), Abluftöffnungen zu klein bemessen. Die Größe der Lüftersiebe in der Fassade sind i.d.R. unzureichend und nur "pi x Daumen" bemessen
- Spritzwasser im Sockelbereich: kein Kiesstreifen.
- Harter, rissiger Zementputz der vom Spritzwasser hinterfeuchtet wird und schlecht abtrocknet (Frostschäden am Putz vorhanden?)
- Bindiger Boden ohne Drainage. Stauendes Sickerwasser
- Fehlende vertikale Abdichtung aussen (wie beschrieben)

Mögliche Sanierungsmethoden:
- Äußere, vertikale Abdichtung mit Perimerterdämmung und ev. Drainage nach Bodenklasse und Wasserbelastung, sofern eine Drainage zugelassen ist.
- Verfüllen des Hohlraumes im Kellerbereich mit mineralischer Dämmschüttung.
- Neuer, auf den KS-Stein abgestimmter Sockel- und AW-Putz mit Putzschiene/Putzschnitt oberhalb des Spritzbereiches und im Bereich der Horizontalabdichtung



zweischaliges Mauerwerk



Mich interessiert eigentlich, ob auf dem Fußboden noch ein Belag, wie PVC, OSB und Teppichboden o.ä. liegt oder ob wirklich nur Dielung über dem belüfteten Hohlraum liegt.
Zu den möglichen Feuchteursachen kann ich noch als weitere Ursache über die Kellerlichtschächte eindringendes Regenwasser nennen, das finde ich praktisch immer wenn es unter den Fenstern feucht ist.
Können Sie denn mit dem jetzigen Feuchtelevel im Keller leben oder benötigen Sie den Keller für spezielle Zwecke, die Trockenheit voraussetzen?

Viele Grüße



Feuchtigkeit Haus Bj. 1911



vielen Dank für die schnellen Anworten.

Vorweg, nein alle Holzfußböden im Haus sind Dielen ohne irgendwelchen Belag darauf.
Der Keller wird als Werkstatt und Ölvorrat bzw Heizanlage genutzt.
Die Feuchte, gibt uns deswegen bedenken, da sie meßbar höher steigt und Schäden verursacht(Bausubstanz).
Ich habe ein Bild aus der Hohlschicht im unteren Bereich (bei Tennung der Regenasser, Abwasserohre gemacht) gesehen auf dem man sieht, das im Hohlraum beide seiten der KS Steine feucht sind.
Meine Gedanken gehen auch in der Richtung, das die Lüftung nicht stimmt.Aus einigen Lüfungsöffnungen habe ich Waben von Bienen entfernt, die so ausfüllend und groß bis zu 80 cm waren. Ich muß die restlichen erst prüfen.
Ein Gedanke ist noch, das bei dem Bau und der Jahre Schutt auf den Balken und Trägern in der Hohlschicht liegt, so dass Lüftung von Keller bis Ausstrittsöffnung bei Erdgeschoßdecke nicht mehr funktioniert.
Um das Haus ist zu 80 % der originale dunkle Sand, in unterren Bereich mit Feldsteinen Faustgroß bzw größer eingebracht.
Würde man im Keller Öffnungen in Hohlschicht einbringen (2 KS Steine pro Wand rausnehmen)würde man daduch eine zirkulation erreichen?
Feuchtigkeit muß auch von unten durch die Steine dringen, da auch die Zwischenmauern im Keller des Hauses in unteren Bereich typische Feuchteanzeichen haben(feuchte Stellen, Salzaustrag, Ausblühungen, Farbe blättert ab).
Die Austrittsluftöffnungen sind ca. im Durchmesser 250 mm.
in den Räumen gleicher Durchmesser aber verschließbar. Wofür waren die in den Räumen bestimmt?
Ja, der Bereich Hausecke den man auf dem Bild sieht war durch Frost beschädigt-Putz war hohl, in dem Bereich sind noch einige m² hohler Putz. sonst ist der Putz am Haus fest.
Kann man die Hinterlüftung auf Funktion Prüfen?

Vielen Dank,
da wir in diesen Sommer uns den Problem stellen wollen und wir noch kein so richtigen Fahrplan haben.



Die Hinterlüftung ...



... und andere Undichtigkeiten kann man mit Kunstnebel überprüfen lassen. Firmen, die z.B. Thermographieaufnahmen, Blower-Door-Tests etc. anbieten, haben auch diese Methode im Repertoire, um Leckagen bei Gebäudedichtheitsprüfungen zu orten.

Zur weiteren Vorgehensweise empfehle ich Ihnen, einen unabhängigen Gutachter für Bauschäde oder ein Planungsbüro hinzuzuziehen. Mit einer sorgfältigen Analyse und einer Sanierungsplanung können Sie Geld sparen.

Handwerker und insbesondere sog. "Feuchtesanierungsfirmen" verkaufen teuren Murks, ohne den wirklichen Grund der Schadensentstehung ausfindig zu machen. Ist den meisten auch zu kompliziert insbes., wenn´s mit Bauphysik zu tun hat. Das ist dann noch unheimlicher.Die teure Sanierung ist dann nach kurzer Zeit wieder schadensträchtig.



Feuchtigkeit Haus Bj. 1911



Hallo Herr Pickartz,
danke für Ihre Ausführungen. Also mal eben neue Horizontalsperre anlegen, Schwarze Außenwand und bißchen Drainage legen tut es nicht.
Nun gut - das Haus soll gerne nochmal 100. drauflegen.
Noch ein Frage zum Gutachter, sollte er bestimmte Bereiche abdecken, da ich mir gut vorstellen kann, das nicht jeder x Gutachter sich mit diesen Problemen beschäftigt.Gutachter für Bauschäden = Bausachverständiger?
Kann ich im vorwege Maßnahmen unternehmen, um die Hohlschicht zu belüften- zu trocknen?
Noch mal die Frage zu den Lüftungsöffnungen in den Räumen,
wie sollten wir diese Nutzen oder können diese ohne Probleme verschlossen werden?
Vielen Dank



Feuchtigkeit Haus Bj. 1911



Hallo,
da es einen nicht in Ruhe läßt, habe ich überlegt was sich seit 100 Jahren verändert haben könnte. Es hat ja mal funkioniert!
Ich habe festgestellt, dass mächtig um das Haus aufgeschüttet(Sand für Beete und Rasen, Aufschüttungen für Pflasterung) wurde. Nach Grabungen konnte ich den Putzabschluß - bevor das KS-Maurwerk beginnt, in Tiefen von ca. 10-30 cm finden. Die Tiefe harmoniert mit einer Sperrschicht im Mauerwerk. Des weiteren sind unzählige Farbschichten auf dem Putz der Kellerwände. Ein Teil zum Puzzel für die Feuchtigkeit?
Ich würde um das Haus ca. 1/2 m tief Ausheben und mit Kies wieder auffüllen bis Putzkante. Spritzschutzsteinchenlage aufbringen mit Fließ drunter. Oder besser gleich bis ganz runter und Drainage legen und wieder auffüllen. Fragen: Würde das ein wenig helfen die Feuchtigkeit von Haus weg zu transportieren? Welcher Kies/Sand findet hier Anwendung?Kurze Aufbaubescheibung wäre hilfreich. Die Maßnahmen sollen keine Dauerlösung sein sondern erstmal unterstützen bis wir die Sanierung vornehmen - frühestens im Herbst.
Die Kellerwände möchte ich von Farbschichten befreien und losen Putz abhauen und so belassen bis og. Zeitraum.

In einen Keller, wo die Wände am Feuchtigsten sind möchte ich in Boden ein Schlagfilter(1 m) einbauen und den Wasserstand mittels Lichtlot kontrolieren. Erhoffe mir dadurch info zur Wasselage, da ja eigentlich kein Grundwwasser da sein soll. Sinnvoll?
Vielen Dank schon im voraus.