Wandaufbau / Innendämmung Fachwerk

08.02.2010 Michael F.



Guten Morgen!
Ich möchte mal wieder eine Frage platzieren und würde mich über ein paar Meinungen und über konstruktive Kritik freuen!

Auf der Skizze seht Ihr den angedachten Wandaufbau. Das Gebäude ist Denkmalgeschutz, Isolierung aussen wg. Sichtfachwerk nihct zulässig. Lediglich die Wetterseite (Giebel) darf bis zur Sockelmauer zugeschalt werden.
Das Eichenfachwerk wird vom Fachmann wo nötig instandgesetzt, die Gefache repariert/erneuert, je nach Bedarf. Derzeit sind Vollziegel mit Lehm vermauert, aussen Kalkputz, innen bunt gemischt, kommt alles ab.

Innen wollt ich nun eine vertikale Lattung auf die Ständer anbringen und ausgleichen (Wände sind für das alter sehr gerade, Raumhöhe ~2,6m), eine Lehmbauplatte t=30mm auf die Lattung und mit eine Hanfschäben-Leichtlehm Schüttung "hinterstopfen". Hierzu hätte ich nun einige Fragen:

- Seht Ihr in dem Aufbau ein Problem? (Welcher Art auch immer Materialien/Durchführbarkeit/Diffusion)

- Wo soll der Wandaufbau am besten enden: Innen steht die Raumauer über die Sandsteinschwelle über (~55cm), prinzipiell würde ich den Aufbau bis auf die Mauer gehen lassen, habe aber noch keine Idee, wie ich die "Schnittstelle" hier ausbilden soll. Dachte daran in diesem Bereich die Bauplatten mit Lehmmörtel zu hinterfüllen.

Was mich noch interessieren würde:
Gibt es diese Ausführung der Schwelle öfter? Die gesamte Schwelle des Hauses ist so ausgeführt und es macht nicht den Anschein, als sei heir nachträglich ein Schwellbalken ersetzt worden. Mein Zimmermann, der sehr viele Fachwerksanierungen durchführt, hat so einen Aufbau noch nocht gesehen, also zumindest für unsere Region untypisch.

Schon mal Danke für Eure Meinungen / Antworten!

Viele Grüße
Michael





Hallo Michael,
so etwa habe ich auch schon einige Fachwerk-Wände gedämmt. Als Dämmung habe ich entweder die Stopf-Hanf-Dämmwolle oder die Hanf-Lehm-Dämmung von der Hanffaser Uckermark genommen. Die Hanf-Lehm-Dämmung kannst du feucht machen, im Winter nicht, aber im Frühjahr, dann hast du eine richtiggehend stehende Vorwand mit bester Wärmedämmung, die sich auch mit den alten Gefachen gut verbindet.
Gruß Felix



Innendämmung



Hallo Michael,

der Meinung von Felix Neumann kann ich mich nur anschließen.
In Verbindung mit trockenem Material (Dämmwolle / Schüttung) spricht nichts gegen Lehmbauplatten. Wenn Sie diese Innenschale allerdings mit Mörtel auffüllen könnte es während der Trocknungsphase zu Schimmelbildung kommen, da die Lehmbauplatte die Feuchtigkeit zwar aufnehmen, allerdings nicht so schnell wieder abgeben kann. In diesem Fall wäre Schilfrohr-Gewebe geeignet.

Eine Alternative wäre natürlich eine Innendämmung aus Holzfaserdämmplatten. Die Platten werden einfach mit Lehm geklebt, gedübelt und anschließend mit Lehm und Flachsgewebe überspachtelt. Der Arbeitsaufwand würde meiner Meinung nach geringer ausfallen, außerdem wäre der Wandaufbau nur etwa halb so stark.

Viele Grüße

Marc K.



Kritischer Punkt...



... ist der, in der Skizze, ungedämmte Sandstein Schwellbalken. Welche Dämmung habe Sie hierfür vorgesehen.
Richtig wäre es die Innendämmung bis auf die Bruchstein Raumauer herunter zu ziehen. Leider geht dies wohl nicht da der Sandstein Schwellbalken so breit ist. Ggf. würde es ausreichen die Lehmbauplatte und den Lehmputz so weit wie möglich herunter zu ziehen und den Hohlraum (wenn möglich) zwischen Fußboden und Raumauer mit Dämmstoff zu füllen. Somit wäre die Wärmebrücke durch den Sandstein Schwellbalken auf ein Minimum reduziert.

Gruß T. Bucher



Danke...



Erst mal danke für die Antworten!
@Gerold Sparwasser:
Die Bauplatte wollte ich nur im unteren Bereich, also unmittelbar über der Sockelmauer mit Mörtel ansetzen, um eine "Verbindung" zwischen der geraden Bauplatte und der unebenen Oberfläche der Sockel-/Raumauer herzustellen. Der Feuchtigkeitseintrag in den Wandaufbau sollte somit doch deutlich unter dem Ihres Vorschlags liegen:
Wenn ich Holzfaserplatten flächig ins Mörtelbett lege, muss die Feuchtigkeit aus dem Mörtel doch auch irgendwo hin?!

@Tobias Bucher:
Die Sandsteinschwelle liegt derzeit unterhalb der OK-Dielenboden. Wie Sie schreiben, wollte ich die Lehmbauplatte am Sandstein bis auf die Sockelmauer herunterführen, mit Lehmmörtel da aufsetzen und hinterfüllen. Zusätzlich wird/ist unterhalb des Dielenboden eine Bohlenkonstruktion, die mit "Dreck" verfüllt ist. Diesen würde ich, zumindest im Randbereich, gegen a.) Lehmschüttung b.)Blähton austauschen.
--> Ist das Ihrer Meinung nach so OK und welcher Werkstoff wäre die bessere Wahl?

Habe noch eine Skizze eingestellt, um zu verdeutlichen, was ich vorhabe.
Nochmal vielen Dank für die bisherigen und alle weiteren Antworten!

Gruß
Michael



Gibt es...



... Feuchtigkeit in der Raumauer (hatte ich vergessen zu fragen) ? Wenn der Zwischenraum mit einem Dämmstoff verfüllt wird dann sollten Sie ein Material wählen welches mit z.B. aufsteigender Feuchtigkeit in der Raumauer umgehen kann. Umgehen bedeutet, es sollte diffusionsoffen sein und die ggf. erhaltende Feuchtigkeit abgeben können. Es nützt Ihnen nichts wenn der Dämmstoff feucht oder sogar nass wir und dann in dem Zwischenraum vergammelt. Das gleiche gilt auch für den Lehmbaustoff an der Sandsteinschwelle. Ansonsten müsste eine Feuchtigkeitssperre eingebracht werden.

Gruß T. Bucher



Feuchtigkeit...



Gegen Ihren Vorschlag ist soweit auch nichts einzuwenden. Wichtig ist nur, dass nicht zu viel Feuchtigkeit in den Bauteilen verbleibt ohne eine Möglichkeit der schnellen Trocknung.

Eine Holzfaserdämmplatte wird zwar in ein 5-10mm dickes Mörtelbett geklebt, allerdings sind diese Platten auch 40-80mm stark. Das Problem ist dabei (gegenüber 30mm Lehmbauplatten und einer 60mm Schalung) eher zu vernachlässigen.

Wenn Sie die Schale nur im Sockelbereich mit Mörtel auffüllen dürfte das kein Problem für die Lehmplatten sein. Je nach Menge würde ich dem Mörtel vielleicht ein oder zwei Tage Zeit zum Trocknen geben, bevor ich die Schale komplett dämme und mit Lehmplatten schließe.

Viele Grüße

Marc K.



Sieht doch recht vernünftig aus.



Hallo,


Ich würde allerdings den Sockel innen komplett mit dämmen. Speziell der untere Bereich ist durch die Temperaturdifferenz zum oberen Kondensat anfälliger.
Bei längerer Kälte könnte die Temperatur des Sockels in den kritischen absinken.

Grüße aus Schönebeck



Den Aufbau finde ich nicht schlecht,



anstatt der Leichtlehmschüttung in der Wand, kann man auch Lehm-Hobelspan-Dämmung verwenden, WLG 042

Im Boden je nach Anforderung Lehm-Hobelspan-Dämmung oder Perlite ( z.B. Themofloor oder Thermofill)

Grüsse Thomas



Puuuhh,



so, da bin ich ja erst mal beruhigt. Wenn es so weit ist, werd´ ich vom Ergebnis berichten!

@ Tobias Bucher:
Bei dem Haus ist nur eine Seite der Raumauer "unterirdisch", selbst da ist die OK-Raumauer noch ca 50cm über dem Geländeniveau. die beiden anderen Seiten fallen über die länge von 11m ab und unten kann man sozusagen ebenirdig aus dem Keller wandeln.
Die Mauer ist dort wo sie unterhalb des Geländeniveaus ist innen Klamm, aber nicht nass, dasselbe gilt für den Sandsteinsockel.
Bezüglich der aufsteigenden Feuchtigkeit (horiz. Sperre gibts keine) bin ich halbwegs gelassen weil:
1) Der Dielenboden innen für 50Jahre unter einem Linoleum Boden, der dann vor 20 Jahren noch mit einer PVC Schicht und vor 10 Jahren mit einem Teppichboden veredelt wurde, begraben war. Dennoch sind die Dielen nicht vergammelt (keine Pilze oder so) und die Schüttung (ich nenns mal Dreck) ist zwar nicht staubtrocken aber auch nicht feucht/nass. Aufsteigende Feuchtigkeit scheint also nicht das Problem zu sein und hoffentlich auch nicht zu werden.
2) Der "unterirdische" Teil der Raumauer von außen vorbetoniert werden soll, Vertikalsperre, Drainage.

Also nochmal Danke für die Kommentare!
Bleibt noch meine Frage zur Sandsteinschwelle:

Gibts hier noch mehr Fachwerkhausbesitzer, die sowas haben? Die Schwelle ist wie oben erwähnt komplett umlaufend, sauber gearbeitet und sieht nicht eingeflickt aus!?

Viele Grüße
Michael





Hallo,

stell doch mal ein Bild vom Schwell rein.

Grüße aus Schönebeck



Das..



werd ich machen! Unter der Woche ist es aber schon zu dunkel, wenn ich Heim komme.

Hat vll. noch jemand ein lamdaR für eine 14cm Eichen Fachwerkwand mit Vollziegelausmauerung (Lehmmörtel)?
Hab schon versch. Berechnungstools angeschaut, aber noch keinen gefunden, der dafür einen Wert angibt.
Damit könnte ich dann mal überschlägig den U-Wert bestimmen.

Danke & Gruß
Michael



Bilder...



Von der Sandsteinschwelle sind jetzt in meinem Profil und in Folgender Frage:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/137158$.cfm

Wer sichs mal anschau´n will...

Gruß
Michael



-Widerbelebung-



Nachdem wir uns zwischenzeitlich an anderer Stelle verweilt haben, geht es nun tatsächlich an die Inneseite der Außenwände.

Es soll Material bestellt werden.
Dazu eine Frage:
Wir werden Rahmen FiTa 60x40 für die UK verwenden. Lichter Abstand 585mm, auf die FW-Balken aufgeschraubt. Nach unten zum Sandsteinschwell werde ich die Konstruktion mit einem Brett 60x20 längs auf den inneren Überstand des Sockels gelegt abschließen.

Die eigentliche Frage:
-Sollten die Rahmen techn. getrocknet sein?
-Soll/kann tacuhimprägnierte Ware verwendet werden?

Danke & viele Grüße
Michael



Hmmm



Leider keine Rückmeldung bekommen...
Gewählt hab ich nun techn. getrocknete Rahmen 60x40, nicht imprägniert.
Interessiert ja evtl. andere Suchende :-)