Ausfachung mit Porenbeton?

20.08.2002



Hallo zusammen,

ich habe eben eine alte Frage zum Thema "Yton für die Ausfachung" gelesen und die Antworten waren eher vernichtend (vor allem, weil Yton Feuchtigkeit zieht).

Andererseits habe ich aber einen Artikel im Internet gelesen über die erfolgreiche Ausfachung mit Porenbeton (siehe www.fachwerkhaus.de/fh_haus/erfahrung/ausmau.htm).

Ich dachte, Ytong ist Porenbeton... Gibt es neben Yton Sorten, die besser geeignet sind? Der genannte Artikel klingt eigentlich recht fundiert... Oder ist das wirklich alles Quatsch?

Danke für Eure Hilfe...

Stefan



Ausfachung mit Porenbeton



Es sollte stets eine Symbiose zwischen Fachwerk und Ausfachung bestehen, d.h. ein Zusammenwirken der beiden Bauteile. Bei Feuchtigkeit sollte diese vom Holz in Richtung Ausfachung gehen, um dort durch grossflächige Ausdünstung ausweichen.
Alle Materialen, die dies nicht schaffen, sollte man als Ausfachung vermeiden. Es geht nicht um "wer zieht die Feuchtigkeit an" sondern wie kriege ich am schnellstens die Feuchtigkeit wieder los. Das beste ist eine Ausfachung mit Lehm + Kalk-Kaseine-Putz, Feldbrandziegel (keine Klinker!) mit offenporigen Putz auf Kalkbasis (kein Zementputz) oder Feldbranziegel ohne Putz. Stets auf eine Öffnung von b=3mm und t=1cm zwischen Holz und Ausfachung achten (der sog. Kellenschnitt), nie diese Fuge, die sich zwngsläufig einmal bildet mit Silicon abdichten.
mfg. J.E.Hamesse



Ytong-Ausfachung



Wir haben seit ca. 20 Jahren Porenbeton in den Gefachen. Ob es Ytong(R) ist, weiß ich nicht (haben das Haus in renoviertem Zustand gekauft). Ist aber seit dem einwandfrei. Schließe mich aber ansonsten Hr. Hamesse an, was Kalkputz, Kellenschnitt, Kalk-Kasein-Farbe usw. angeht. Würde heute wohl mit Ziegeln ausmauern (siehe M. Gerner: "Schäden an Fachwerkfassaden", Fraunhofer IRB Verlag), da die Gefache an der Wetterseite ein wenig gearbeitet haben... Gruß



Fachwerkausfachung



Als Lehmbaufachbetrieb kommt bei mir nur eine Ausbauvariante mit Lehmbaustoffen in Betracht. Wie Hr. Hamesse Ihnen schon aufzeigte, so hat Lehm noch weitere positive Eigenschaften in der Holzkonstruktion: Er stellt einen natürlichen Holzschutz dar, da er dem Holz permanent die Feuchtigkeit entzieht und ein Schadbild sich aber erst bei einer konstanten Holzfeuchte von über 20 % entwickelt. Lehm aber Holz bei ziemlich 5 - 6 % Holzfeute hält. Außerdem ist Lehm sehr bewegungsfreudig, daß heißt, daß die ständige Bewegung der Holzkonstruktion der Lehmbaustoff kompensiert. Innenseitig wirkt der Lehm auch noch als Schadstoffspeicher, da er durch seine Feuchtigkeitsaufnahme und wieder Abgabe die Raumluft reinigt. Antistatik und antiallergische Vorteile sind weitere positive Erscheinungsbilder dieses Baustoffes. Und energetisch betrachtet ist er auch noch sehr interessant. MfG Lehmbude