Auffuellen der Fugen eines Ziegelbodes in einer Kellergarage.

01.12.2014 Alessandro



Hallo,

mein Haus, BJ 1948 hat eine Kellergarage deren Bodenbelag aus quergelegten Ziegeln besteht. Darunter ist bereits reinster Sand. Die Fugen sind zwischen 1-4 cm breit. Es wurden in der Vergangenheit offensichtlich mehrmals Stellenweise duenne Estrichschichten verteilt, die aber netuerlich mittlerweile zerbroeselt sind.

Mein Ziel:
Ich moechte den undefinierbaren Dreck der letzen 65 Jahre aus den Fugen (und somit aus dem Haus) entfernen, und die Fugen so auffuellen, dass ich die Garage hin und wieder grob aussaugen kann. Der Raum soll keinen PKW mehr beherbergen, sondern als Lager-/Geraeteraum dienen.

Was ich bisher getan habe:
Mit einem vorgeschalteten Asche-/Grobschmutzfilter habe ich soviel marodes Material (Ex-Moertel, organisches Material und "schwarzes Zeug") aus den Fugen gesaugt, bis ich nach 4-5 Cm auf Sand gestossen bin. Das hat prima funktioniert.

Was ich noch noch tun moechte/Frage:
Nun moechte ich die Fugen auf "Sinnvolle Weise" verfuellen. Ich wuerde mich ueber Empfehlungen zur Materialwahl und Verarbeitungsweise freuen.
Mir ist Bewusst, dass dies keine Loesung fuer die Ewigkeit sein wird, da die Ursache -verdunstendes Wasser und die zersetzende Oberflaechenwirkung des kristallisierenden Salzes- bestehen bleibt.

Mit Freundlichen Gruessen,
Alessandro Portale



Garagenboden



Hallo Alessandro

Beheizt wird er nicht werden ?
Wenn immer nur als einfacher Lagerraum zu nutzen würde ich nach der Fugensäuberung diese gut annässen, dann mit dünnflüssigerem Zementmörtel 1 : 3 die Fugen auffülen und dann einen Zementestrich darüberlegen- wenn es ganz fugenfrei sein soll und der Unterboden stabil ist.

Ansonsten wäre es vielleicht einfacher für dich, die Fläche nach Auffüllen der Fugen dünn mit feinem scharfen Sand ca 2-3 cm eben abzuziehen und dann große Betonplatten ca 50 x 50 cm , 4 cm dick in den Sand zu legen.

Wenn es feucht sein sollte vorher noch eine EPDM Folie auf den Sand legen. Zum Schutz könntest du noch unter und über die Folie eine Schutzfolie aus Geotextil o.ä. legen.

Noch einfacher wäre große zementgebundene wasserfeste Spanplatten auf den Sand zu legen-
der Boden sollte aber trocken sein sonst verformen sich die billigeren Platten.
Größe ca 125 x 320 cm, dicke ca 12mm. Ca 6,-€/qm netto

Andreas Teich



Dankeschoen



Hallo Andreas,

Vielen Dank fuer die aufuehliche Antwort mit den mehreren Optionen. Es freut mich zu lesen, dass Zementmoertel fuer den Boden angebracht ist, da dieser fuer mich sicher einfacher zu Verarbeiten ist, als z.B. Kalkmoertel.
Ich werde sehen, wie glatt ich die Verfugung hinbekomme. Falls mir das nicht gefaellt, klingen die Betonplatten auf EPDM auf Sand auch gut. Fuer ganzflaechigen Estrich haette der Boden wahrscheinlich zu viele unterschiedliche Gefaelle in alle Richtungen.

Die Garage ist Teil des Kellers. Einige Heizungsrohre fuehren dadurch, und es gibt in der Garage sogar einen Heizkoerper, der allerdings niemals aufgedreht ist. Ich wuerde sagen, dass die Garage immer mindestens 10 Grad warm ist. Stand die Frage nach der Beheizung im Zusammenhang mit der Materialwahl?

Alessandro Portale



Eine



Plattierung ist nur dann sinnvoll ,wenn der Ziegelboden eben ist ,wenn die Ausgleichschicht unterschiedliche Stärken hat ,wird sich die Oberfläche mit der Zeit angleichen ,auch wenn s Platten sind.
Ich würd die Fläche nur verfugen ,evtl. fertigen Fugenmörtel als Sackware,oder Sand ,Zement,drei zu eins ,wie vom Andreas vorgeschlagen.

Grüße Martin



Bild #1



Hier mal einige Bilder dazu. Ich bin gerade bei der Hälfte der Gesamtfläche angelangt.

Bild #1: Original-zustand. Breite Fugen, gefüllt mit allem möglichen Dreck der letzen 7 Jahrzehnte. Teils noch Reste von Mörtel und Estrich vorhanden.



Bild #2



Bild #2: Ausgesaugte Fugen.



Bild #3



Bild #3: Der Fugendreck, den ich an den letzten paar Samstagen ausgesaugt habe. 10 Quadratmeter Boden = 2x90L Maurerwannen.



Bild #4



Bild #4: Verfüllte Fugen. Mir hat die Mörtelspritze sehr geholfen.



Verfugung



Warum einfach wenns auch schwer geht...
Variante 1:
Sand/Zement 3:1 trocken mischen, einfegen, mit Wasser /Gießkanne) vorsichtig einschlämmen, abfegen.
Variante 2:
Zementmörtel dünnflüssig einstellen, aufgießen und mit Traufel und Besen oder Annetzer einfegen. Nach dem Ansteifen Fugen bei Bedarf noch einmal nachpinseln.
Variante 3: geht leider nicht mehr. Bettungssand drinlassen, billigen Kunstrasen aus der Grabbelkiste oder Resteecke vom Teppichmarkt drauflegen.
Variante 4: nach V1 oder V2 analog Andreas Teich dünnen Verbundestrich auftragen.
p.s. den "Dreck" (Bettungs- und Fugensand)sieben oder schlämmen oder gleich so mit Zement mischen und einbauen.



Die



Varianten 1 und 2 habe ich bei mir ausgeführt und ärgere mich noch heute über Zementschleier der kaum wegzubekommen ist.

Ich finde das Endergebniss welches auf dem Foto zu sehen ist sehr schön.

Mit Grüßen Danilo



Zementschleier



Dann haben Sie a) nicht bis zu Ende gedacht und b)nicht bis zu Ende gearbeitet.
Falls eine zementfreie Oberfläche der Steine erforderlich ist ( bei dem Beispiel hier nicht erforderlich) dann sollte man so etwas nur im Sommer bei heißem, trockenem Wetter machen. Die Steine nicht vornässen! Der dünne Zementschleier auf den Steinoberflächen trocknet dann schnell ab ehe der Zement Zeit hat zu gelieren und auszuhärten. Den Zementschleier kann man so nach ein oder zwei Stunden von der Oberfläche trocken abputzen.