Deckenaufbau - schon 1000 mal besprochen, aber ein Rätzel für sich

14.02.2007



Hallo liebe Fachwerk-Gemeinde,

schon seit vielen Monaten bewege ich mich fast täglich in diesem Forum und habe hier schon sehr viele Tipps und Hilfe für meinen aktuellen Umbau gefunden.

Heute ist der Tag gekommen, an dem ich meinen ersten Beitrag verfasse und das gerade zu dem vielleicht schon leidigen Thema, Deckenaufbau. Schon vielfach besprochen aber dennoch sind immer wieder neue Fragen offen.

Ich wohne schon mein ganzes Leben in einem liebgewonnen Gründerzeithaus von 1896, das von meiner Familie erbaut wurde. In den 70er Jahren wurde viel schlimmes angestellt, die Dielenböden wurden herausgerissen und Spanplatten mit PVC-Überzug direkt auf die Balken verschraubt. Null Trittschallschutz (Horror!) Nun ist es entlich Zeit geworden alles herauszureisen.

Es handelt sich um den Fußboden vom 1. OG bzw. die Decke vom Erdgeschoß. Im Erdgeschoß befindet sich ein Bad und eine Küche. Es werden nicht alle Räume beheizt, d.h. im manche Räume sind im 1.OG beheizt und darunter im Erdgeschoß nicht und umgekehrt. Evt. wichtig wegen Kondensation von Feuchtigkeit ?!?! (Die Raumaufteilung ist EG/OG absolut identisch).

Deshalb soll sowohl ein Trittschallschutz + Körperschallschutz(Raumschall) und eine Wärmedämmung realisiert werden. Nachdem ich warscheinlich alle Beiträge zu dem Thema gelesen habe, habe ich versucht den für mich optimalen Deckenaufbau zu entwerfen und habe diesen aufgezeichnet.

Leider konnte ich kein Bild in das Forum stellen, daher musste ich das Bild auf einem anderen Server aufspielen und kann hier nur den Link angeben. Diesen einfach als Text markieren und in die Adressleiste des Browsers kopieren. Ich würde mich über eure Meinung sehr freuen.

http://www.wolf-peter.de/fuerbekannte/deckenaufbau.jpg

Ich möchte vermeiden, dass ich durch einen Denkfehler eine böse Bausünde begehe und mir ein Schimmelbiotop baue oder andere unanehmlichkeiten einhandle.

Vielen Dank an alle!
Peter



Mir gefallen die OSB-Platten nicht



wegen der Diffussion und der Chemie. Würde wenn schon doppelt dann unten Rauhspund nehmen.

So und nun will ich mal sehen ob das bei mir mit deinem Bild klappt!

Gruß Marko



Hallo Peter,



meine alten Augen können in der Zeichnung nicht erkennen, was auf die OSB-Platten gelegt werden soll.

Neugierige Grüße

Thomas



Mein Entwurf sieht vor...



Hallo Thomas,

mein Entwurf sieht folgenden Aufbau von "oben nach unten" vor:


- Dielenboden 25mm
- Holzfaserplatte 15mm
- OSB-Platte 25mm (alternativ Rauspund ??)
- ca 3cm frei für Luftzirkulation
- ca 8cm Split, Masse gegen Körperschall
- Brett auf dem die Masse liegt, seitlich am Balken befestigt
- ca 4cm cm frei für Luftzirkulation
- ca 8cm Hanfdämmmaterial
- Verputzte Decke des unteren Raums


Ich bin mir auch etwas unsicher, ob die beiden Freiräume für die Luftzirkulation sinnvoll sind oder ob ich lieber mit Dämmmaterial auffüllen sollte. Meine Überlegung war, dass evtl. Feuchtigkeitseintrag besser von dem Deckenaufbau verkraftet werden kann?

Es soll ein guter Wärmeschutz, Trittschallschutz und Körperschallschutz erreicht werden, natürlich möchte ich aber keine Probleme einhandeln, habe auch etwas sorgen vor kondensierender Feuchtigkeit, da die Räume wie schon angedeutet unterschiedlich beheizt werden.

Nachdem bei der Renovierung der 70er Jahre fast alles falsch gemacht worden ist, möchte ich nun versuchen einen möglichst optimalen Aufbau zu erreichen und dabei ist mein Entwuf mit dem obigen Aufbau bisher herausgekommen.

Mein Problem ist, alle bisherigen Themen drehen sich meist um den Deckenaufbau zwischen zwei dauerhaft beheizten Räumen d.h. ohen Wärmedämmung ODER zum unbewohnten und kalten Dachgeschoß mit Wärmedämmung und ohne Schallschutz. Ich möchte nun beides vereinen und möchte dabei wenig Fehler machen.

Schönen Abend!
Peter



Vielleicht sollte man



auch noch einmal darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist einzelne Bereiche nicht zu heizen. Für den Enegieverbrauch und für die Bauphysik ist es des öfteren sinnvoll einen Baukörper einigermaßen gleichmäßig zu beheizen.

Die Luftschichten machen bei Decken zwischen 2 beheizten Räumen nichts aus. Ist der Raum oben nicht beheizt, ist im dargestellten Deckendetail eine Innendämmung ohne Dampfbremse vorhanden, die nicht funktionieren wird. Die Luftschichten machen die Situation dann noch einmal schlechter.
Der Dielenboden muss schwimmend verlegt werden. Geht nicht mit allen Hölzern. Mir sind Lagerhölzer mit verschraubten Dielen lieber. Der Bodenaufbau erhöht sich dann allerdings um ca. 2,5 cm.



Zustimmung zum Vorredner.



Hinsichtich der Dielung würde ich noch deutlicher werden: Massive Dielung schwimmend verlegt funktioniert nicht! Nichtabgesperrte Hölzer arbeiten und müssen Brett für Brett mit Nagel oder Schraube auf Lagerhölzern befestigt werden. Zuweilen wird ein Klammersystem als Ausweg beschrieben - das aber auch mit massiven Dielen zu oft Probleme bringt, weil die Klammern das Holz nur unten halten, aber nicht am Arbeiten hindern können. Wenn in dieser Form schwimmend verlegt werden soll, muß es also die sogenannte "Landhausdiele", ein Dreischichtaufbau, sein. Die ist aber durch enthaltene Kleber und Endbeschichtung meist so diffusionsdicht wie die OSB-Platte.

Vorschlag:
24mm Rauhspund (welches Maß Balkenmitte - Balkenmitte liegt an?)
5-6mm Holzweichfaserplatte
20mm Lagerhölzer aus Eiche (die Hölzer sind sehr flach, die feste Eiche des besseren Schraubenhaltes wegen, muß keine A-Qualität sein)
25mm-Dielung, mit 45mm Spax-Dielungsschraube verdeckt durch die Feder geschraubt (im Winkel von 45 Grad)
fachgerechter Ölauftrag

Zwischen die Lagerhölzer 25mm Holzweichfaserplatte.

Damit hätten wir gleichzeitig einen diffusionsoffenen Aufbau, der kleinere Kondensationsprobleme kompensieren sollte.

Sollte das von der Aufbauhöhe her nicht gehen, müsste man noch einmal neu darüber nachdenken.

Grüße

Thomas



Aufbauhöhe...



...wird leider sehr schwierig werden. Welche Alternative mit geringerer Aufbauhöhe wäre denn denkbar? Der Abstand von Balkenmitte auf Balkenmitte beträgt 90cm, leider ganz schön viel.

Grüße,
Peter.



Hallo,



bei diesem Balkenabstand sollte es 28er Rauhspund sein. Noch 4mm mehr. Wenn die Dielen vollflächig auf den Holzweichfaserplatten liegen, tun es auch 22er. 3mm weniger.

Das hilft Dir wohl nicht weiter. Woran hängt es mit der Höhe? Türen,Treppen?

Hast Du einen Statiker in Greifweite, der Aussagen darüber machen kann, ob die Dielung eine Scheibenwirkung bringen muss?

Grüße

Thomas



Das Problem ist...



...die Treppe, zwei vorhandene Zimmer, bei denen ich die Böden gerne lassen würde und -Achtung, nicht erschrecken- das Bad wurde vor 30 Jahren mit Beton ausgegossen :-()



Also



entweder weniger Trittschalldämmung:
Streifen aus Holzweichfaserplatte auf Balken, Dielen auf Balken schrauben

oder Verzicht auf die (nicht besonders große) Scheibenwirkung eines Dielenbodens (Statiker fragen) mit folgender Konstruktion:

Gutes Gelingen

Thomas