Ärgerniss und Bauchschmerzen

09.08.2005



Ich brauche jetzt ganz dringend Meinungen, weil ich mich heute so richtig geärgert habe. Achtung - dieser Beitrag ist etwas länger.

Wir müssen u.A. folgende Arbeiten machen lassen:
Dach abdecken, dämmen, neu decken
Fenster aufarbeiten, teilw. erneuern
Gefache ausbessern, teilw. erneuern
Einige Eckbalken (Eiche) ausbessern und einen Schwellbalken teilw. erneuern
Behang auf der Wetterseite abnehmen und teilw. erneuern
Giebelseite in der Scheune ausfachen, ein Fenster neu einsetzen, 4 kleine Dachfenster (eigentlich Luken) einsetzen

Für diese Arbeiten bekommen wir finanzielle Unterstützung aus dem Dorferneuerungsprogramm. Diese Mittel müssen jetzt so schnell wie möglich beantragt werden. Das geht über die untere Denkmalbehörde. Dazu muss ein Finanzplan erstellt werden: was wird wann fertig und bezahlt.

Bsp.: Wir beantragen 20.000 € für all die genannten Arbeiten, verbrauchen aber bis Ende des Jahres nur Betrag X - dann verfällt der Restbetrag.
Wenn wir nur einen Betrag Y für dieses Jahr beantragen und einen Betrag Z für das nächste Jahr weil einige Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr fertig werden, haben wir den gesamten Betrag zur Verfügung (ich hoffe, ich habe das richtig formuliert)

Und wir brauchen dafür das volle Genehmigungsprogramm. Wir wollen am 1. Sept. anfangen. Vorausgesetzt, bis dahin ist die Förderzusage da - was uns vom Amt mündlich zugesagt wurde. Heute wurden die Maße aufgenommen und unser Architekt sagte uns ganz beiläufig, dass er ab nächster Woche für 2 Wochen in Urlaub geht. Was ihm zusteht, natürlich. Aber so kommen wir nicht weiter.

Folgendes kam heute noch heraus:

1.)
Bis zum 15. Nov. soll lediglich das Dach gemacht sein. Kann das möglich sein, dass die anderen Arbeiten sich so lange hinziehen? Dann müssten wir ein zweites Mal ein Gerüst aufstellen lassen. Warum kann man nicht gleichzeitig mit dem Dach auch schon mit den Arbeiten an der Fassade anfangen. Die Balken und Gefache ausbessern/erneuern kann doch nicht mehr als 2 Monaten beanspruchen. Die Fenster sind noch ein Unsicherheitsfaktor. Aber das ließe sich auch klären.

2.)
Für einige Gewerke möchte ich ganz bestimmte Handwerker haben.
Wenn ich das so sage, kann man doch darauf verzichten, noch mehr Vergleichsangebote einzuholen. Oder sehe ich das falsch? Auch bei der Heizung, wo ich schon genau weiß, wer den Kessel und wer die Heizleisten liefern wird. Auf den notwendig werdenden Schornstein wurde gar nicht erst eingegangen. Auch nicht darauf, dass ich einen Installationsbetrieb kenne, der die Arbeiten erledigen will.

3.)
Das Dach unseres Anbaus (späteres Atelier) soll zwar neu gedeckt werden, aber nicht im gleichen Arbeitsgang auch gedämmt. Begründung: Das gehöre schon zum Innenausbau, weil der Raum jetzt als Tenne genutzt wird. Ich halte das für Unsinn. Selbst wenn wir für die Dämmung in diesem Bereich keine Mittel aus der Dorferneuerung bekommen, könnte der Betrag doch extra in Rechnung gestellt werden. Aber die Dämmgeschichte wäre erschlagen und ich müsste nicht nachträglich eine Zwischensparrendämmung einbringen.

4.)
Für die Dämmung des Daches wurde uns Schafwolle vorgeschlagen. Meines Wissens der teuerste Dämmstoff. Auf Einwände wird nicht eingegangen. Ich wollte Hanf.

5.)
Für den Innenausbau der Tenne wurden uns Rigipsplatten (bäh!) vorgeschlagen, oder Fermacell. Ich hatte mir aber eine Holzverkleidung vorgestellt. Davon wurde uns abgeraten. Begründung: Holz sähe auf dieser großen Fläche nicht gut aus. Außerdem sollte man in diesem Raum möglichst viel weiße Farbe verwenden, was mir wegen der relativ schlechten Lichtverhältnisse einleuchtet. Nur: auch Holz kann man streichen. Und ich will nun mal kein Rigips in unserem Haus. Fermacell ist auch nicht besser. Blieben noch die Holzfaserplatten und Lehmputz.

6.)
Dürfen wir im Giebelbereich der Scheune, der oben mit Holzlatten verkleidet ist, keine Fenster einbauen. Einziges Zugeständnis: Hinter (oder vor) der Türe, durch die früher das Stroh reingezogen wurde, darf eine Glasscheibe hin. Und wir dürfen 4 kleine Dachluken über je 4 Ziegel anbringen. Unser Architekt meinte: das machen wir schon. Da kommen richtige Fenster in den Giebel. Aber wir haben das mit dem Beauftragten der unteren Denkmalbehörde schon vor Ort so abgesprochen. Und wir waren mit der vorgeschlagenen Lösung einverstanden.

7.)
Will ich unser Bad bis auf die technischen Anschlüsse selbst ausbauen. Ich habe mir dazu einen Plan gezeichnet. Mein Traum war eine Dusche, die nicht auf einer Duschtasse basiert, sondern direkt eingebaut wird. Abgeraten, weil wegen der Abdichtung zu viel Aufwand betrieben werden müsste. Schön, soll das ein Fachbetrieb machen. Aber darauf wurde auch nicht eingegangen.

8.)
Einige Ideen habe ich schon abgehakt, gerade weil sie zu viele Kosten verursachen. So z.B. den Grundofen über 3 Zimmer. Nun soll dafür trotzdem ein Entwurf gemacht werden. Warum? Das ist doch totaler Quatsch!

9.)
Ich möchte diverse Sachen aus der Planung nehmen weil ich das wirklich selbst machen kann. Das ist keine Selbstüberschätzung, ich weiß was ich kann. Und ich bin ab November jeden Tag auf der Baustelle. Vorher wenigstens 2-3 Tage in der Woche. Aber darauf wird nicht wirklich eingegangen. Mit dem Hinweis, dass wir doch recht schnell einziehen wollen ...

10.)
Sollen wir nach Meinung unseres Architekten die alte Holzverkleidung aus dem schon ausgebauten Teil des Dachgeschosses entfernen. Begründung: sie sieht nicht mehr schön aus, hat ein paar kleine Fehlstellen. Wenn doch aber das Dach dahinter gedämmt ist, sind die kleinen Fehler schon nicht mehr so schlimm und wir könnten wieder Geld sparen.

Und so geht es grad weiter. Mit anderen Worten, ich bin sehr unglücklich. Habe das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Ich bin drauf und dran zu sagen, dass eine Zusammenarbeit auf dieser Basis keinen Sinn macht. Wir müssen zwangsläufig Kosten sparen. Schließlich haben wir keinen Geldscheißer in der Ecke stehen. 140 tsd € habe ich veranschlagt, nun sollen es 190 tsd € werden.

Der Termin heute hat uns keinen Schritt weiter gebracht. Weder in der Planung, noch in der Zeitplanung.

Was meint ihr dazu?

Danke für die moralische Unterstützung und Grüße aus dem kalten Spiegelberg

Ulrike



HAAK



Super Architekt
Versuchen Sie sich durzusetzen.Es kann man viel gleichzeitig machen zum Beischpiel Holzausbessern und das kostet sowieso viel Zeit.Mit holz Verkleidung denke ich auch kein Problem nur geschmaksache.Die Termine müssen eingehalten werden das hat der Architekt zu verantworten
Entweder hat er keine Zeit ODER UNZUVERLÄSSIG
WENN DAS MEIN GELD WÄRE HÄTTE ICH DRUCK GEMACHT UND NICHT ZU VIEL IM VORAUS ZAHLEN DANN LÄUFTS BESSER.



Toller Dienstleister



Ich würde mir überlegen ob ich mit einem solchen Architekten überhaupt weiter zusammenarbeiten wollte.
Ihr bezahlt ihn schließlich dafür, daß er die Baustelle koordiniert - scheint ja wohl gar nicht zu funktionieren.
Jemand der dem Kunden nicht zuhören kann, bzw. auf Wünsche des Auftraggebers nicht eingeht, kann man dem ruhigen Gewissens die Sanierung seines Hauses anvertrauen?
Mir scheint hier ein Wechsel überfällig zu sein, ich denke nicht daß so eine tiefe Kluft durch ein klärendes Gespräch beseitigt werden kann. Eine gewisse Vertauensbasis sollte ja schließlich auch vorhanden sein.

Viel Erfolg.

Martin



Es geht ja super los



bei Euch. Als Aussenstehender kann ich nicht genau die Nuancen beurteilen, die im Gespräch gefallen sind. Ich lese aber aus Deinen Zeilen heraus, daß die Chemie zwischen Architekt und Euch nicht stimmt. Da Ihr Euch den Architekt ausgesucht habt und auch bezahlt, bestimmt Ihr, was passiert. Ihr könnt ja auch einen anderen Architekt nehmen.
Bezüglich der Fördertöpfe würde ich splitten. Zeitdruck ist für den Bauerfolg zumeist schädlich. Bezüglich der Schafswolle wurde hier im Forum recht gut diskutiert. Da liegts Du wohl richtig.
Was mir noch auffiel: Du schreibst, ihr wüßtet welche Handwerker Ihr nehmen wollt. Das erspart natürlich das Ausschreibungsverfahren durch den Architekten....
Warum wollt Ihr diese Handwerker nehmen? Vertraut Ihr diesen? Sind sie gut? Könntet Ihr Euch auch auf die Handwerker verlassen, wenn kein Architekt hinter den Handwerkern steht? Gibt da jemanden bei Euch, der bautechnisch korrekt, Gewerkübergreifend denkt?
Habt ihr "Mut zur Lücke"? Könnt Ihr die Architektenleistung auf einen bestimmten Teilbereich fokusieren?

Ich wünsche Euch in dem Wald voller Bäume eine große Lichtung! Gruß vom Fuße des Rothaargebirges

PS: an die mitlesenden Architekten: Ich will Ulrike nicht auffordern auf einen Architekten zu verzichten. Wir haben gelernt, daß Architekten wichtig sind. Deshalb habe ich Ulrike letztendlich nur gefragt, ob Sie glaube die Sanierung auch ohne Architekt/oder Teilleistung durch Architekt" hinzubekommen. Da die Antwort zumindest ganz stark tendenziell "Nein" sein wird, wird also ein Architekt benötigt, möglicher Weise sogar ein guter Architekt aus diesem Forum ...



Meine Meinung: den Architekt...



sofort wechseln. Ihr fangt ja erst an, und wenn es jetzt schon Ärger und Baukostenüberschreitungen gibt - wie soll das erst werden wenn die Handwerker da sind und sich konkrete Probleme am Bauobjekt dazugesellen??!! Bis jetzt ist es ja noch Theorie, aber stell' Dir mal das Gefühl vor, wenn Du auf Deine Baustelle kommst und dort etwas läuft, was so nicht besprochen war und was Du so auch nicht möchtest!
Zu den einzelnen Punkten (soweit ich dazu etwas sagen kann):
Wir haben unsere Handwerker komplett selbst ausgesucht und mit denen die jeweiligen Gewerke geplant, hat super funktioniert. Aber wir hatten auch keinen Zeitdruck.
Wenn Du kein Rigips, Fermacell und Schafwolle willst, dann laß Dir das auch nicht aufschwatzen! Ebenso wäre ich vorsichtig, wenn der Architekt Lösungen "am Denkmalamt vorbei" vorsieht. Das kann doch eigentlich nicht gut gehen. Für eine bodenebene Dusche gibt es sehr gute Lösungen ohne Abdichtungsprobleme, z. B. WEDI-Elemente. Frag im Zweifel mal Uwe Werthebach. Zum Grundofen: Ich würde lieber woanders sparen (und zwar dort wo man später noch nachbessern kann) und den Ofen JETZT einbauen. Das macht nämlich eine Menge Dreck und Staub, gerade wenn der Ofen über mehrere Zimmer geht. Und ohne Ofen wäre es doch nur halb so gemütlich ...

Gruß,
Uwe



Schnelle Entscheidung



Haben Sie einen Vertrag mit dem Architekten? Hat er Ihnen die Kostenschätzung über 140.000 Euro schriftlich gegeben? Wenn Sie einen Vertrag haben sollten Sie sich diesen sehr genau anschauen und evtl. durch einen Rechtanwalt prüfen lassen wie Sie da raus kommen, gerade bezüglich der Baukostenüberschreitung.
Ich würde noch vor seinem Urlaub das Gespräch suchen, ihm die ganzen Punkte noch einmal vortragen und dann eine Einigung über eine Trennung treffen (finanzieller Art: wieviel er für seine bisherigen Leistungen noch zu bekommen hat) und sofort schriftlich fixieren!

Diese bornierte Haltung mancher Architekten, wie Sie aus ihrem Schreiben hervorgeht, ist doch einfach nur daneben. Sie müssen hinterher in dem Haus leben - nicht der Architekt.
Ich sage meinen Bauherren meine Meinung - aber wenn sie unbedingt braune Fliesen in einem kleinen dunklen Bad haben wollen kriegen sie die. Es ist allerdings nicht wirklich befriedigend hinterher zu hören: "hätten wir mal auf Sie gehört". Es gibt dabei natürlich auch Grenzen wo der Architekt von sich aus sagen muss: ich höre auf, weil der Weg des Bauherrn mit meinen Grundprinzipien nicht vereinbar ist. Das bekommt man aber normalerweise nach zwei Gesprächen und einem Vorentwurf oder einem Sanierungskonzept schnell raus.



Zu 5) Gipskarton - wollen wir lieber nicht



Hallo,
gerade kürzlich bin ich auf ein symphatisches Produkt in diesem Zusammenhang gestossen:
Ausbauplatten aus Lehm, gedacht für höhere Ansprüche an Schallschutz, aber durchaus brauchbar im Ausbaubereich. Oberfläche ist ein bißchen wie früher die "Sauerkrautplatten", nur feiner. Das gibt es lehmfarben oder weiß eingefärbt, kann aber auch überstrichen werden.
Wenn Euch das interessiert, dann schau ich gerne nochmal nach Hersteller und Preisen!
Viel Glück erstmal bei den nächsten Schritten
Gruß aus Mainz
Christiane Wolf
cwolf@werkstatt-wohnkultur.de



Genau Prüfen!



Mein Eindruck bei Privatbauvorhaben ist manchmal, dass einige wenige (!) Planer oder Architekten "eigene Handwerker" aus Gründen, die man sich in Ansehung der schwachen Baukonjunktur und Auftragslage denken kann, bevorzugen. Auf deren Initiative eingeholte "Vergleichsangebote" liegen dann oft knapp unter den bereits eingeholten Angeboten eigener Handwerker. Man sollte bei Anzeichen insoweit vorsichtig sein und die Vergleichsangebote selbst genau auf Vergleichbarkeit (Qualität und Massen) prüfen.

Auch sollte man ein waches Auge darauf haben, ob der Planer die Interessen des Bauherren oder des Handwerkers, isbesondere bei Baumängeln in der Bauphase und deren Beseitigung vertritt. Dies bedeutet nicht, dass er alle Auffassungen des Bauherren vorbehaltlos unterstützen muss, er muss jedoch diesen beraten und nicht offenkundig nur abwiegeln.

Diese "Allianzen" sind beileibe nicht die Regel, tauchen jedoch in der Praxis immer wieder auf. Man sollte gerade in eurem Fall prüfen, ob der Architekt der richtige ist und eure Baukostenminimierungsinteressen berücksichtigt. Dem Anschein eurer Darstellung nach ist dieses nicht so.

Selbstverständlich soll dies kein Generalverdacht sein. Viele Architekten empfehlen Handwerker, die sie als fachlich versiert oder überlegen erachten. Mann sollte sich einen eigenen Eindruck verschaffen (Referenzen) und dann entscheiden. Es hilft sehr, vormalige Baustellen des Architekten zu kennen.

Dennoch würde ich bei so einem komplexen BV immer einen Architekten zu Rate ziehen, da es viele Überlappungsbereiche der Handwerkerleistung gibt, die koordiniert werden müssen.

Bei Abweichungen von den Absprachen mit dem Denkmalamt ist im Streitfalle der Bauherr zunächst der Dumme, der dann mühsam versuchen muss, bei seinem Architekten sich schadlos zu halten. Finger weg, lieber nochmals mit Denkmalschutz währen der Bauphase verhandeln. Wenn die dortigen Vertreter sehen, dass Ihr euch ansonsten an Auflagen gehalten habt und die Bausubstanz ordentlich saniert, sind manchmal im Überschwang der dortigen Gefühle noch Kompromisse möglich.

(Wir sollten an unserem Speicher auch erst immer offenstehende Klappläden anbrigen, die jedoch beim historischen Vorbild immer zu waren. Nach Sanierung der Fassade ist der Denkmalschutz dann selbst auf die Idee gekommen, dass hierdurch die Proportionierung des Bachsteinfassade verdeckt wird und hat die Auflage in der Baugenehmigung zurückgenommen.Vorher führte kein Weg in diese Richtung.)


Gruss Eckard



Danke



für all die moralische Unterstützung.

@Herrn Stasch,
nein, wir haben noch keinen Vertrag mit dem Architekten. Insofern dürfte eine Trennung kein Problem sein. Seine bisherige Leistung bezieht sich auf die Kostenschätzung, drei kurze Gespräche und die Bestandsaufnahme mit Vermessung gestern durch einen Mitarbeiter.
Wenigstens kam dabei heraus, dass
* alle Balken und Gefache soweit in Ordnung sind.
* Sich die Sanierung mancher Gefache, die i.l.d.Z. unsachgemäß ausgebessert wurden, in Grenzen halten.
* Keinerlei Feuchteschäden vorhanden sind
* Das Fachwerk im alten Haus komplett aus Eiche besteht, auch der Dachstuhl. Im Anbau wurde auch Fichte verwendet.
* Im alten Klassenzimmer es einen alten Fußboden unter dem jetzt sichtbaren Boden gibt - vermutlich Eiche und sehr gut erhalten.

Wir werden noch heute das Gespräch suchen, haben dazu gerade eben eine Aktivitätenliste erstellt.

@Uwe Werthebach
Ich denke, es läuft auf einen Wechsel hinaus. SO! kann ich dieses Projekt nervlich nicht stemmen. Von einem Architekten erwarte ich Unterstützung und konstruktive Kritik. Dafür wird er u.A. auch bezahlt.

@Martin Weißhaupt
Genau diese Gedanken sind mir auf der Rückfahrt auch durch den Kopf gegangen. Dabei wurde ich immer unglücklicher und die Bauchschmerzen verstärkten sich.

@Haak
Dieses Nebeneinander der Gewerke kann ich eben nicht genau abschätzen, dazu habe ich keine Erfahrungen. Aber das sollte m.E. doch der Architekt nicht nur einschätzen, sondern auch planen können. Ich fürchte auch, dass er zu solch einem kleinen Projekt wie das unsere keine Lust/Zeit hat. Lieber macht er die großen Baustellen. Einerseits verständlich. Aber wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich das dem Bauherren auch sagen. Dann kann der entscheiden, ob er mit mir zusammen arbeiten will.

Mein Mann prüft eben meine Liste und wird dann telefonieren. Von den Antworten machen wir es nun abhängig, ob wir weiter mit diesem Architekten arbeiten, oder uns einen neuen suchen. Ich befürchte aber jetzt schon, dass die Antworten, wie bisher auch, sehr unbefriedigend ausfallen werden.

Als ob ich das alles geahnt hätte ...

Danke noch einmal. Und Grüße
Ulrike



@Uwe Werthebach



teilweise wurden uns Handwerker empfohlen, über die ich hier im Forum viel Gutes gelesen habe. Wenn das keine Grundlage zur Zusammenarbeit ist, weiß ich nicht.

Natürlich müssen die Planungen aufeinander abgestimmt werden. Dazu habe ich ja eine Liste mit den Kontaktdaten an den Architekten weiter gegeben.

Ich arbeite ja nun wirklich schon mit und vor, so weit ich das überhaupt kann. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, mir konstruktive Kritik anzuhören und darüber zu diskutieren. Was sollte das auch, schließlich stelle ich mir doch nicht selbst die Beine.

Grüße
Ulrike



Kopf hoch!



Liebe Ulrike,

ich kann mir gut vorstellen, was Sie jetzt durchmachen. Und unser Objekt ist verglichen mit dem Ihrigen wohl weitaus kleiner.

Wir haben unsere Planung nicht mit einem Architekten gemacht, sondern mit einem Bauingenieur (u.a. Spezialist für Tragwerksplanung), der uns von der lokalen IG Bauernhaus empfohlen wurde. Wichtig war dabei: Erfahrung in der Althaussanierung.
Im übrigen wurde unser Planer pauschal und unabhängig vom Umfang der Baulsietungen vergütet (wie immer er auch an der Gebührenordnung vorbeigekommen ist).
Wir haben einfach ehrlich gesagt, was uns die Planung maximal(Statik, Baupläne, Bauantrag, Gewerkeplan, Finanzrahmen für einzelne Baumaßnahmen - für die Bausparkasse) kosten kann. Er hat uns trotz des nach Gebührenordnung Magerhonorars eine sehr individuelle und sorgfältige Planung gemacht (wir trafen uns mehrmal vor Ort und in seinem Büro), auch wenn wir teilweise seine Ideen nicht aufgegriffen haben.

Danach haben wir uns vor Ort mit vielen Nachbarn unterhalten, um zuverlässige Handwerker zu finden. Ergebnis: Ein Bauunternehmer, der uns in Folge Schreiner/Tischler und Sanitär/Heizung/Elektro-Fachbetrieb empfahl. Alle top!
Anhand der Planung konnte ich einfach selbst Leistungsverzeichnisse erstellen. Wir haben unsere Sanierung nach Gewreken dann in Pakete aufgeteilt, für die wir jeweils einen Festpreis ausgehandelt haben. So haben wir volle Kostenkontrolle - wichtig, da wir wie viele andere auch keinen Geldsch... haben.

Damit fahren wir bislang gut. Es geht voran, aber wir haben durch den guten Kontakt mit den Handwerkern auch immer noch Einfluss auf das Geschehen vor Ort. Die haben nach gut 1 1/2 Jahren auch schon ein ziemlich sicheres Gespür dafür entwickelt wie wir es haben wollen.

Also, mein Rat: Nehmt Euch die Zeit, einen guten Planer und Handwerker Eures Vertrauens zu finden. Ordnet die Kosten Einzelpaketen zu. Bitte auch einen Puffer für unvorhergesehene Schwierigkeiten einplanen. Eigene Leistungen mit dem Planer genauso definieren wie Handwerksleistungen. Bitte dabei so realistisch wie möglich den Zeitaufwand (Pi mal Daumen immer doppelt so lange wie man denkt) für Eigenleistungen einschätzen.

Kopf hoch! Mit guter Planung kann gar nicht mehr so viel schief gehen. Also ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um künftigem Ärger vorzubeugen.

Mutmachende Grüße
Isabel



Was täte ich nur



ohne dies Forum hier? Ihr habt mir/uns sehr geholfen nun auch unseren "Mann zu stehen".

Die Entwicklung nach einem sehr langen und aufschlussreichen Telefonat: Erst noch einmal miteinander versuchen.

Wir haben sehr deutlich gemacht, was uns ganz und gar nicht gefällt. Und es war unüberhörbar, dass man am anderen Ende nicht gerade erfreut war, nun doch auch den Willen zu spüren, nicht alles dem Planer zu überlassen, sondern auch mitreden zu wollen. Ich glaube fast, dass das eine Berufskrankheit aller Planer und Berater ist. Nicht nur in diesem Bereich ;-)

Zum "Dank" mussten wir natürlich heute alles schriftlich fixieren, unsere schriftliche Wishlist ist noch gar nicht fertig. Dafür haben wir nun einen Architektenvertrag vorgelegt bekommen. Den wir aber erst unterschreiben, wenn unsere Liste besprochen und abgehakt ist. Sonst haben wir keine Chance, uns mal eben so rauszudrehen wenn uns etwas nicht gefällt.

Wir brauchen den Planer nun mal, denn ohne bekommen wir diesen ganzen Behördenkram kaum durch. Aber wir werden auch unsere Sicht der Dinge festklopfen. So viel steht schon mal fest.

Wir werden sehen, was diese Woche noch bringt. Ich berichte dann.

Nachtschattengrüße
Ulrike



@Christiane Wolf



gerne nehmen wir Ihr Angebot an, für uns die Daten des Lieferanten der "Sauerkraut-Platte" rauszusuchen. Jede Alternative zu Rigips und Co. ist sehr willkommen.

Danke nochmals und viele Grüße
Ulrike Nolte



@Isabel



leider haben wir nicht gar so viel Zeit, wenn wir das ganze Vorhaben nicht ganz und gar ins nächste Jahr vertagen wollen: Da gibt es verschiedene, stichhaltige Gründe.

Trotzdem wollen und werden wir dafür sorgen, dass alles so wird wie wir uns das vorstellen. Überzogene Vorstellungen gibt es nicht (außer meinem Wunsch nach einem kleinen Badparadies).

Mit der moralischen und oft auch handfesten Unterstützung in Form von guten Ratschlägen hier im Forum ist das zu schaffen.

Herzlichst
Ulrike Nolte



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sagten wir uns heute Mittag. Und haben die Zusammenarbeit mit unserem Architekten beendet. Da stimmte die Chemie wohl doch nicht so. Besser, wir haben das jetzt bemerkt, als später. So bekommt er sein Geld für die bisher erbrachten Leistungen Kostenschätzung, Aufmaß und die noch zu erstellenden Pläne und wir können uns auch in Zukunft noch gerade in die Augen schauen. Die wohl schon halbfertige Ausschreibung für den Dachdecker will er uns auch schicken.

Und nun sind wir wieder auf der Suche. Mal sehen, nächste Woche haben wir 2 Termine. Diesmal werden wir etwas genauer hinterfragen und zuhören.

Trotzdem, es fängt an zu brennen. Wenn wir die Pläne nicht bis Ende des Monats bei der unteren Denkmalbehörde einreichen können, brauchen wir in diesem Jahr gar nicht mehr anzufangen. Darüber rege ich mich schon sehr auf, denn den! Verzug haben wir nicht zu verantworten ...

Da war doch dieser Albtraum letztens ...

Noch nicht panisch grüßt
Ulrike