Ist unser Architekt günstig ???

05.02.2004



Hallo,

wir haben ein altes Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus gekauft.
Es ist genauer gesagt, eine Doppelhaushälfte , Baujahr 1789.
Wir möchten dort im Speicher 2 Zimmer ausbauen. Pläne vom Haus sind nicht vorhanden. Eine Begehung mit den Herren vom Denkmalamt ist bereits erfolgt, die nichts gegen den Ausbau einzuwenden haben. Nun sind wir auf der Suche nach einem guten Architekten. Wir kennen uns aber mit den Honoraren von Architekten gar nicht aus. Wir haben nun einfach aus dem Branchenbuch einen ausgesucht, der sich das Haus auch schon angeschaut hat. Dieser scheint aus sehr kompetent zu sein. Er bietet uns ein Komplettangebot in dem Zeichnungen für das gesamte Haus inkl. dem Ausbau , Statische Berechnung, Bauanträge, Gespräche und Begehungen mit Baubehörden/Denkmalschutzamt , Bauleitung usw. einfach alles an , für 2300,- Euro Festpreis. Ist dies nun günstig oder teuer ??? Der Speicher ist ca 35 qm groß, und es sollen 2 große Fenster in die Giebel eingebaut werden. Dazu käme noch eine Feuerschutzwand die den Speicher von der anderen Haushälfte trennt. Und eine Raumspartreppe. Der Rest ist halt einfach Isolieren und mit Rigips verkleiden usw. Brauchen wir überhaupt einen Architekten ?

Wir wären für eine Antwort sehr dankbar,

Gruß, Markus



*oehm* ketzerische anmerkung ;)



lieber markus (leider ist kein profil hinterlegt, daher kenne ich die region nicht), aber die honorare von architekten sind in der hoai (mal danach googlen bitte) festgelegt, rein theoretisch zahlt man also je nach aufwand fuer einen architekten in hamburg das gleiche, wie in freiburg ...

nun zu dem ketzerischen:
nach intensivem lesen dieses forums und mittlerweile sehr positiver Erfahrung mit einem fachwererfahrenen architekten hier aus dem forum:

einen architekten, der fuer ein fachwerkhaus rigipsplatten als baumaterial nicht ablehnt, wuerde ich fuer eben dieses haus nicht waehlen.

ist aber nur meine persoenliche laienmeinung :)

liebe gruesse
heide



...



also Erfahrung mit Hoai habe ich nicht, unsere Architektin hat aber viel mehr gekostet (und war so unnötig wie ein Kropf - hat uns noch einiges "versemmelt"...). Wie auch immer, ich finds jetzt günstig ;-). Die Frage ist, ob man den Architekten überhaupt braucht... Frag doch mal beim Bauamt nach, ob Ihr auch ohne Architekt ausbauen könnt.

Für Heide: Momentan läuft in Avenzio mittags um 12 (oder morgens um 5 eine "Serie", wie da ein Paar ihr Fachwerkhaus "sanieren" (ob man das wirklich so nennen kann?). Ich nehms mir immer auf, damit ich dann abends was zu Lachen hab. DAS solltet Ihr wirklich mal sehen. Die reißen den Lehm raus und schmeissen irgendwelchen Mörtel rein... Das Haus ist denkmalgeschützt. Dann sagen die doch in der Reportage (der Reporter), dass das Denkmalamt sich nicht äußern würde zum Ausbau, sie hätten alles angemeldet, die Behörde würde später entscheiden und vielleicht müsse man dann alles wieder rausreissen (was besser so wäre...). Aber so nen Stuss erzählen die da. Boah, dann schrauben die überall Riegipsplatten davor und wollten sogar ein Badfenster aus Holz (so ein richtig süßes Fenster) durch Glasbausteine ersetzen. Gestern waren dann "wenigstens" Kunststoffenster drinnen - welch Fortschritt zu Glasbausteinen *pfffgrins*... Nun ja, nur mal so als Tipp, sollte man nicht verpassen, die Sendung. Grüße Annette



Architekt..?!



Hallo und guten Abend,
ich habe nicht die Weisheit gefressen, aber hierzu meine Gedanken, weil ich mir diese kürzlich auch machen musste (allerdings für die Sanierung eines kompletten Fachwerkhauses mit "Dach neu", nach altem Vorbild und mit Originalgauben):
Markus, überlegt Euch, ob Ihr vielleicht noch ein/zwei andere Architekten zu Rate zieht und lasst Euch auch von denen auch ein Kostenangebot geben. Trotz HOAI (HonorarOrdnungArchitektenIngeneure) gibt es immer Möglichkeiten am Preis zu drehen. Wir haben z.B. nur bis Abschluss Genemigungsverfahren beauftragt. (Welche Leist.Stufe das ist, weiß ich jetzt nicht) Der ganze Brocken mit v.a. Bauleitung usw. kann bei einem überschaubaren Projekt selbst gemacht werden. (da wiederum ist die Frage, wie es bei Euch mit Zeit & Talent bestellt ist, man sollte sich nicht überschätzen...)Zu meckern hat man immer, selbst wenn der Architekt alles "macht". Aber gerade Bauleitung ist stundenmäßig ein großer Teil des Preises, der beim A. anfällt. Mit Berechnungen (Statik) ist bei Innenausbau nicht unbedingt zu rechnen (je nachdem was Ihr vorhabt). Wie das mit Wärmebedarfsberechnung bei Euch ist, weiß ich nicht. Am besten ist, wenn man mit seinen Vorstellungen den zuständigen Bearbeiter vom Bauamt fragt (fragen kostet nix), was so notwendig ist. Ein bissel Glück bracht man da auch (an wen man gerät), zugegeben...
Wir brauchen z.B. keinen Bauantrag für unser Dach!! Es ist eine Reparatur bzw. Sanierung. Also erkundigt Euch nochmal bei ein paar anderen Stellen. Da kommen manchmal interessante Lösungswege zu Tage. viele Grüße, der marKus



hallo annette :)



danke fuer die kostprobe :) ich wuerde es mir ja auch ansehen, aber auf der Baustelle habe ich keinen fernseher (da gibts schliesslich andere beschaeftigungen, heizen z.b. *grins*) und hier streikt der videorekorder :)

allerdings habe ich den verdacht, mein kopf wuerde zum "wackeldackel" mutieren und das dauerhaft :))

fuer markus:

korrekter hinweis von dir :)

habe vor 10 jahren einen "betonbunker" mit vollwaermeschutz selbst beplant (einzelteilzeichnungen) und die bauleitung vor ort selbst gehabt, hat locker 70 % des kostenvoranschlags eingespart, weil ich nur fuer genehmigungsplanung und die statik die fachleute benoetigte (nein, ich bin kein technischer zeichner und auch sonst nicht vom fach).

und obwohl ich nicht vom fach bin ist mir in der Planung (vollunterkellertes 1 1/2-geschossiges einfamilienhaus mit brauchwassersolaranlage, 147 m² wf, 220 nf) nur ein einziges Rohr "abhanden" gekommen, fuer das ich dann eine kernbohrung brauchte *grins* nobody ist perfekt :))

liebe gruesse von einer "vom winde verwehten"
heide



t`schuldigung



...na bravo, da stehn wir ja ganz schön beschissen da, alles für umsonst!? wie können wir das nur wieder gut machen? aber wo man sparen kann da sollte man sparen. das kriegen wir ja jeden tag eingetrichtert. weiter so, viel spass. wir fühlen uns nicht angesprochen, aber betroffen. ahoi und immer dran denken: "...der nächste geiz ist immer der geilste" christian bernard



@christian *sorry*



mit den postings waren ganz sicher nicht die engagierten architekten gemeint, sondern solche, wie auch annette sie betreffs fernsehbeitrag geschildert hat!

was man fuer ein solches haus braucht, sind die, die behutsam mit dem haus umgehen koennen, so wie z.b. du oder auch andere hier vertretene architekten, denn so ein haus ist einzigartig und ich denke ein spezialisierter architekt wird damit sorgsam umgehen!!!

und um die sache rund zu machen:

wir haben uns auch einen spezialisierten architekten ausgeguckt, aber er konnte eigentlich nichts fuer uns tun, ausser das haus nochmals zu begutachten, denn der sanierungplan, den wir im kopf haben, entspricht ungefaehr seinem, aber er gab auch gestalterische tipps, die eigentlich unbezahlbar sind!

vom grundsatz her nochmal: architekten, die ein fachwerkhaus mit rigipsplatten zupflastern wuerde ich in die wueste schicken!
aber auf alle faelle (wenn keine erfahrung in projektierung vorhanden ist oder probleme ersichtlich sind) einen sanierungsplan von einem fachkundigen architekten erstellen lassen!!!

eine fachliche Beratung durch fachkundige(! z.b. hier im forum zu findende (!)) architekten kostet nicht die welt (hab die hoai nicht im kopf, ist aber sicher guenstiger als die oben angegebenen teuronen:) ), hilft aber sicher bausuenden zu vermeiden und spart damit kosten ein

liebe gruesse an christian bernard (der fuer uns zu weit weg ist :) )

heide



Hört sich..



..nach nicht gar so viel an ,wenn all inclusive ist .
und der Arch tatsächlich volle Bauleitung macht für Festpreis .Bauantrag muß sein ,wenn Dachausbau , Statik ebenso , das andere braucht vor allem Zeit und viel Text mit Hamdwerkern etc.
Gruß j. Kube



@Christian



Hallo, nein, nicht böse sein :-), wir wären sehr froh gewesen, unser Geld für einen "gscheiten" Architekten auszugeben. Unser Architekt heißt irgendwas mir Öko***. Der wurde uns auch vom Denkmalamt empfohlen. Wir haben für den viel Leergeld bezahlt und außerdem noch was draufgepackt. Wir sollten unbedingt unseren Backsteinanbau abreißen, weil man den nie dicht kriegen würde. Dann hat Architekt einen Bauantrag gestellt und später hat eine Firma, die wir mit dem Neuaufbau beauftragen wollten, gesagt, man hätte das unter Sanierung laufen lassen können, wenn wir Teile wiederbenutzen, was wir auch gemacht haben. Bauantrag hat Geld gekostet, Statik, Wärmeschutznachweis ... außerdem gilt das jetzt als Neubau und wir können das nicht absetzen. Und DAS war jetzt nur eins von den vielen Sachen, die Frau Architektin versemmelt hat, und für uns bedeutet das bares Geld. Es ist nicht einfach, einen Architekten zu kriegen, der sich richtig gut mit Fachwerk und sowas auskennt, es behaupten zwar viele (wie unsere Architektin Öko***), aber man ist halt schnell sein Geld los für nix und wieder nix. Ich möchte jetzt auch nicht alle Architekten über einen Kamm scheren, aber von 50, die behaupten, sie kennen sich mit Fachwerk aus, sind es sicherlich tatsächlich nur 2. Grüßle Annette



@ Annette+Manfred



Wähle jetzt mal diesen Weg um euch zu kontaktieren.
(email scheint nicht zu klappen... ?)
Meldet euch doch mal wieder! Büro: 069 - 60 90 02 762
oder andreas.rist@publicis-dialog-ffm.de
(Sorry an alle anderen)



Spare Dir das Geld



Man braucht für so einen Ausbau keinen Architekten,solange man nichts an der Statik verändert(tragende Wände und Balken etc.)Es ist viel schöner wenn man seine eigenen Ideen verwirklicht.Das macht Spass und man spart viel Geld dabei.Ich spreche aus Erfahrung.Viel Spass und maximale Kampferfolge wünscht
Nico



Unseriös



Hallo,
leider ist die Leistung, die der besagte Architekt für 2300 Euro (netto?) erbringt, nicht sehr ausführlich beschrieben, daher kann ich nur annehmen, daß sich hinter "Zeichnungen" die Bauantragsplanung verbirgt. Wenn der Architekt die Bauleitung auch noch übernimmt, gehe ich davon aus, daß er auch alles macht, was zwischen Bauantrag und Bauleitung liegt: die Ausführungsüplanung, ein Leistungsverzeichnis erstellen, die Arbeiten ausschreiben... Als Architekt kann ich sagen, daß für die denkmalgerechte Sanierung eines auch noch so kleinen Speichers mit den o.g. Leistungen mindestens 200 Stunden Arbeit anfallen. Ich würde mich freuen zu erfahren, welcher Kollege diese Arbeiten für 2300 Euro ausführt. Von diesem Geld kann er gerade mal seine Berufshaftpflicht bezahlen, denn er steht für alle Planungsleistungen 30 Jahre gerade...Ein kurzer Blick in die Honorartafeln verrät, daß Ihr Architekt bei einem Honorar von 2300 Euro netto maximal mit Honorarzone III gerechnet hat - und zwar mit Baukosten von maximal 25.000 Euro. Zone III bedeutet dabei "bla bla bla Gebäude" mit "mittlerem Schwierigkeitsgrad" bzw. "mittleren Anforderungen". Es ist meines Erachtens höchst unseriös, unterhalb von Zone IV anzubieten - eine denkmalgerechte Instandsetzung ist niemals (NIE) von "mittlerem Schwierigkeitsgrad". Sie verlangt dem Architekten alles ab! Wer mehr wissen möchte über "seriöse" Anbieter, der kann auf www.johannes-langfermann.de die "Texte für Bauherren" lesen, zu finden unter der Schaltfläche "Denkmalschutz". Aber Vorsicht: ich spare nicht mit Kritik an der gängigen Praxis! Ein letzter Tip: sprechen Sie mit dem Architekten nicht über "Umbau" oder "Sanierung" - sondern über "substanzerhaltende Reparatur" - vielleicht noch verbunden mit einer Umnutzung. Und fragen Sie ihn nach dem §10 Ziffer 3(a) - Anrechnung vorhandener (und zu erhaltender!) Bausubstanz. Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen!
Viele Grüße aus Oldenburg.



@annette



...was würde wohl passieren, wenn die Architekten sagen würden, dass der Bauherr der natürliche Feind des Architekten sei, wenn nicht gar der Kropf.., mach nur weiter so.



an die Architekten



Hallo,

mit meiner Anfrage im Forum hatte ich nicht die Absicht, den Rat zu suchen, auf jeden Fall ohne einen Architekten auzukommen. Diese entstand mehr durch meine Unerfahrenheit bez. der Honorare für dessen Leistungen und dem Ablauf bzw. der Vorschriften um meine Ausbau zu verwirklichen. Im Moment ist es so, dass ich am Dienstag eine Begehung des Hauses mit einem zweiten Architekten habe. Ich denke das dies der richtige Weg ist .
Danach werde ich mich für einen entscheiden. Ich weiß aber jetzt schon, dass dabei für mich nicht nur der Preis, sondern auch mein Eindruck über die Kompetenz des Architekten ausschlaggebend sein wird.

Ich bedanke mich für Eure Beiträge, Ihr habt mir sehr geholfen.

Gruß, Markus



@Herr Garkisch



Hallo Herr Garkisch, da würde ich sagen "der KUNDE ist König" oder "der bezahlt mich und somit meinen Lebensstandard"... wie auch immer. Und ich erwarte zumindest, dass "mein" Architekt vom Stand der Dinge, was Abschreibungen und Umbauten usw. betrifft, auf der Höhe ist (wenn er sich nur auf Fachwerkhäuser spezialisiert hat). Ich muss mich auch weiterbilden, bzw. gehören einigen Dinge eifach zum normalen Wissen dazu. Ich hab halt schlechte Erfahrungen gemacht, darf ich das nicht mitteilen? Wenn Sie meinen Beitrag druchlesen, sehen Sie auch, dass ich geschrieben habe, dass ich mir auch lieber einen gscheitn Architekten für mein Geld gewünscht hätte als so einen, den ich hatte. Fehlgriffe und Lee(h)rgeld gehöhren halt zum Bau dazu. Wenn ich Sie jetzt beleidigt hab, oder wenn Sie sich angesprochen gefühlt haben, dann tut mir das Leid. Grüße Annette



gute Architekten -böse Architekten



NA das liest sich ja spaßig.........Hurra ein neuer Feind ist da - der Architekt als unwissender, geldverschlingender blöder Trottel.
Gibts sicher auch , wie es auch solche Klempner, Busfahrer, Lehrer oder Köche gibt.
Aber mal im Ernst- schon mal über Qualitätssicherung, Verantwortung, Bauherrenauftrag, Vertrauen, gemeinsames Handeln usw nachgedacht?

viele Grüsse Kay, Zimmermann und Architekt aber vorallem MENSCH!!!!!!



Zwar zu spät, aber jetzt muß ich doch auch noch mal



als Architekt unserem Berufsstand eine Lanze brechen. Natürlich gibt es immer solche und solche, wie soll das anders sein. Aber das ist bei Bauherrn nicht anders. Genug der Binsenweisheiten. Wer die ganze Wahrheit sucht, kann mal auf dem Link mein Planerquiz und das Bauherrnquiz zu lösen versuchen. Dann weiß man mehr.

Und wer keinen Architekten braucht, nimmt gleich den Fachmann. Deswegen gibt es dort auch ein Handwerkerquiz.

Was rauskommt, wenn man keine ordentliche Ahnung vom Bauen hat, offenbart sich lustigerweise (leider nur für Eingeweihte) in den Forumsbeiträgen hier. Mehr will auch ich dazu nicht sagen, so gehässig bin ich nicht.

Und hier der Link:


Das lustige Planer-Quiz, Bauherrn-Quiz und Handwerker-Quiz