Alter Dielenboden

15.02.2019 Sven



Hallo zusammen,

uns beim Sanieren aufgefallen das unter dem ganzen Lenolium oder so, Bretter/Dielen verborgen sind (20-25mm stark). Diese sollen nun wieder im neuen Glanz erstrahlen, meine vorgehensweise hierzu wäre wie folgt. Also zuerst mal abschleifen, danach wollte ich mit einem extraharten Bodenlack das ganze versiegeln.
spricht da was dagegen, oder habt ihr bessere lang anhaltende Ideen?

Frage 2:
Leider ist ein Schornstein versottet, habt Ihr dazu Tips? Bisher heißt es immer Alutapete drüber und gut :-(

Frage 3:
Mit was sollte man den Berecih zwischen Decke und Balken füllen, also Mörtel oder so in den Spalt?

Danke für eure Mühen schonmal........



Zunächst:



die Qualität der Antworten steigt hier exponentiell zur Qualität der Frage. Völlig unterschiedliche Themen sollten besser nicht in einen thread.

Kläre doch 'mal, wie dick die Dielen wirklich sind, wie stark geschüsselt, irgendwo stärkere Abnutzungen? Wie alt schätzt Du den Dielenboden?

Ist das Ganze zu dünn oder zu stark geschüsselt, lohnt sich die Mühe nicht. Neue Nadelholzdielen sind nicht teuer und u.U. sogar billiger als der Gesamtaufwand für's Schleifen.

Lack, letztendlich, ist auf Nadelholz fehl am Platze.

Grüße

Thomas



Dielen und versotteter Schornstein



Hallo liebe Neusanierer,
1.)viel Glück beim Linoleum- Ersatz abreissen. Muss u. U. mit Warmluftpistole (ablösen) erfolgen, da manchmal bituminös verklebt. Falls nicht, also im Falle von Stragula (Pappe bituminiert und bedruckt, ist Kälte förderlich, dann platzt er besser ab. Ich gehe konform mit meinem Vorschreiber, evt lohnt es sich nicht. Ich finde auch persönlich alte Dielung schöner: Breiten und Zustand prüfen, abschleifen, Ölen oder eben versiegeln. Wir mussten unseren versiegeln, weil der Weichholzanteil aussen sehr stark von Splintkäfern benagt war.
2.) kannst Du beim versottetetn schornstein sehr gründlich den stinkigen, schwefelhaltig gewordenen braunen Fugenmörtel aus kratzen, dann das Produkt: !!! VERSOTEX"" (acrylhaltig) zweimal reinpinseln und dann neuverfugen. Steine selbst stahlbürstig abschruppen, gleiche Behandlung, neuverputzen. Stinkt seither nicht mehr, ist brauchbar geblieben. Viel Erfolg!



Danke für die Antworten



Danke für die mühen und Antworten. Die Dielen sind 2cm und eigentlich noch gut erhalten unter der supersonderschutzschicht Kunststoff. Also werde ich diese mal abschleifen und schauen was rum kommt. Alleine wegen der Ausstrahlung möchte ich den Boden behalten.
Nur ein wurmt mich nu......ist Öl oder extra harter Boden/Klavierlack besser?

Das mit dem Schornstein werde ich mal anderweitig ansprechen. Danke daüfr :-)



Bei derartig dünnen Dielen...



...ist die Gefahr hoch, daß sofort nach dem Abschleifen oder später die Nutwangen brechen. Das ist nicht reparabel und dann war der ganze Aufwand umsonst. Ich würde das Ganze also vermutlich entfernen.

Neue Nadelholzdielen dunkeln schnell nach. Nach 6 Monaten unterscheidet sich deren Ton kaum noch von der alten Dielung. Die "historische Anmutung" besteht dann nur noch aus breiten Fugen der meist zu feucht eingebauten Altdielung.

Noch deutlicher: Lack auf Nadelholz ist Mist. Ein verschlissener Lack (und dazu kommt es auf dem weichen Nadelholz schnell) kann nur durch Schleifen entfernt werden, und dann schleift man (je Nach Nutzungsintensität) alle 5, 8 oder 10 Jahre wieder. Und das auf Dielen, deren Stärke eher auf Furnier hindeutet. Geölte Flächen verschleißen weniger und sind regenerierbar.

Grüße

Thomas



Das ist aber kein Furnier



Also Furnier ist das nicht, sind massive HOLZBRETTER die um die 2cm stark sind. Also vollholz.....
Einfach was drüber machen ist auch ne Idee, aber für uns nicht stemmbar :-(

Ömm, reicht es ein Holzbalken 24x16 200 Lang auf einen Backstein zu legen? Ist eine optische sache, also halten muß er nichts. Und da frage ich mich ob der noch verschmiert/verklebt oder was auch immer muß.

Danke für alles :-9



Das ist,



überschlagsweise, eine extreme Spardielung. Und nach dem Schleifen noch viel mehr in Richtung "unzureichend unterwegs. Ihr "Vollholz" ist sehr dünn. Eben besseres "Furnier".

Wie groß sind denn die Balkenabstände? Für Sie leicht erkennbar am Abstand der Nagelreihen.

Grüße

Thomas



Der Boden ist...



Danke für die Konstruktive Kritik, ja der Boden ansich ist nicht der tollste. Aber aus der Not muß eine Tugend gemacht werden. Werde mal das ganze am WE aufschreiben und die Daten(Abstände u.s.w.) aufschreiben.
Und so schlimm sieht der gar nicht aus :-), zumal es wie immer eine Kostenfrage ist.
Mal was anderes, einen Holzbalken(Leimbinder 200x16x24) kann der einfach auf ein Backstein gelegt und danach mit ein wenig Zement-Mörtel fixiert werden (Bewegt sich ja eigentlich nicht)? Soll als Optische Variante über eine Türe gelegt werden.



Pitch Pine`?



Also für mich hört sich 22mm Stärke sehr nach der klassischen Pitch-Pine-Dielung so um 1900 an. Die haben zumindest bei uns genau diese Stärke. Ein 'bissel mehr Info zum Alter Zustand Qualität und Art der Bretter wäre nicht schlecht. (Oder ganz verwegen gar ein Bild? :-)) Bei uns kam unter Ausgleichsmassse und diversen Linoleum-/ Filz-/Teppichbodenschichten eine ein einwandfreier Boden raus, der durchaus mehrmaliges abschleifen mitmacht. Auch in der Stärke (bei 65er Abstand in Sand verlegt). Kommt halt auf die Qualität an, wie gesagt wenn es solch ein Boden ist wie bei uns hast du gute Karten. Evtl stark beschädigte Stellen austauschen..



Pitch Pine...



...war als amerikanischer Import in Deutschland um 1900 nicht "klassisch". Ganz überwiegend war es stinknormales deutsches Nadelholz, was als Dielung verbaut wurde. Also Kiefer und Fichte wie auf dem Foto: Ein Dielenboden von Europ. Kiefer mit mindestens einem Fichtenbrett.

Die übliche Verlegestärke war um 1900 eher 28mm. Und die (geringen) Breiten des Fotos eher in den 20ern üblich.

Grüße

Thomas