50.000 kw/a gasverbrauch realistisch?

09.07.2014 Karatekater



Liebe Community,

ich möchte ein saniertes Fachwerkhaus erwerben.
Den energieausweis habe ich heute erhalen.

Die Nutzfläche beträgt 100,7qm.

2011 lag der Energieverbrauch bei 51839 kw/a
2012 lag der Energieverbrauch bei 54497 kw/a
2013 lag der Energieverbrauch bei 33875 kw/a

ist das realistisch?

Sollte der Energieverbrauch wirklich bei 50.000 kw/a liegen, kommt eine monatliche Zahlung von ca. 210,-€ auf mich zu.

Ich bitte um Rat.



Dämmung + Nutzerverhalten



hat einen wesentlichen Einfluss. Bei 24/7 24° + Fenster Kipp schaff ich die 50tkWh auch.



Enriepass



Hallo,
Ich erstelle auch Enegiepässe, aber der Verbrauch für 100qm von 50kWh halte ich für unrealistisch. Ich habe gerade eine Pass für ein Haus von 1920 erstellt wo der Verbrauch an Öl auch ziemlich hoch war, aber da lag der Kennwert gerade mal bei 180.



Hallo Gerhard



Hallo Gerhard,

Was wäre denn realistisch?

Ich würde mich über eine grobe Einschätung freuen.



Realistisch



Realistischer als ein verbrauchsorientierter Energieausweis geht doch gar nicht... Hier steht doch drin, was tatsächlich „verbraucht“ worden ist, als Mittelwert der letzten drei Jahre, wahrscheinlich belegt durch die Abrechnung vom Gasversorger.
Natürlich spielt das Nutzerverhalten und die Witterung eine große Rolle; der Wert an sich ist irre hoch, man sieht aber auch an der Schwankungsbreite, wie variabel das sein kann.
Insgesamt scheint das Haus das Potential für eine lohnende Investition in Wärmedämm-Maßnahmen zu haben, der Wert sollte sich mit eher einfachen Maßnahmen auf weniger als 20% davon bringen lassen...



Fachwerhäuser



habe im Schnitt zwischen 150-200 kWh je qm Wohnfläche im Jahr. Alles darüber sind, entweder veraltete Heizungsanlagen oder übermäßiges Heizverhalten. Beim Energieausweis wird auch die Warmwasserbereitung pauschal mit 18% berechnet. Wie der tatsächliche Verbrauch aber ist, wird hier nicht berücksichtigt.



Kosten



50.000kWh Gas sind bei 8Ct/kWh also 4.000€. Geteilt durch 12 Monate, dann noch plus Grundpreis, wäre also 340,- Euro/Monat realistischer...
Lass Dir doch vom Versorger einfach mal die Zahlen für einen längeren Zeitraum durchgeben, dann kann man das mittels Heizgradtagen „normieren“ und so dann realistischer einschätzen...
… aber das Haus muss schon ein „Loch im Dach“ haben



Rechenbeispiel



wie ich in deinem Pass sehen kann, ist keine Warmwasserbereitung eingeflossen. Hier mal ein Beispiel, was das ausmachen kann.
In einem Haus wohnen ua. 1 Fam. 2 Erw. + 3 Teenies(die jeden Tag duschen)
Verbrauch 30000 kWh davon 40% für WW Bereitung = 18000 kWh Heizung. Zieht diese Fam. aus und ein junges Paar mit Kleinkind ein, werden vl. nur 10% für WW benötigt (ich habe eine Firma die Heizkostenabrechnungen erstellt und kenn mich damit aus).
Dann wäre der Verbrauch 20000 kWh - 10 % WW Bereitung auch 18000 kWh Heizungsverbrauch.
Da sieht man dann wie man das eine mit dem anderen NICHT vergleichen kann.



Kosten



Lt. Pass kämen die Kosten für WW-Bereitung (elektrisch?) noch dazu...





Elektrisch ist in dem haus nur das Licht. :).

Es ist so, dass die Maklerin schon bevor der Energieausweis fertig war meinte, dass der Schornsteinfeger fehler gemacht hat. Irgendwas mit: "Die Heizung Tagelang auf 5 angelassen und dann gemessen oder abgelesen und danach den Energieausweis erstellt." Kann das sein? Für mich sieht es stark danach aus.

Das Haus dämmen kommt für mich nicht in Frage. Ein Fachwerkhaus dämmen bedeutet dass ich es nach 50 Jahren wieder abreißen lassen kann.

Ich fanda das Haus bei 30 Grad im Spitzboden auch nicht brütend heiß. Der ist ausgebaut und gedämmt. Jedoch nicht besonders gut.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar wie ein so hoher Energieverbrauch zu stande kommen kann.

Das Haus ist zwar 120 jahre alt wurde jedoch vor 20 Jahren kernsaniert die Gastherme ist 5 Jahre alt.

Bin ratlos.



Daten



Frag die Daten beim örtlichen Versorger ab, insgesamt erscheint mir das alles ziemlich, nunja, "albern". Die genannten Erfahrungswerte sind eher realistisch...





Erscheint auch mir erstaunlich hoch, gerade da das Fachwerkhaus bereits instand gesetzt sein soll, also Fenster, Heiz- und Warmwasseranlage und obere Geschossdecke in Ordnung sein sollten.

Die Verbrauchswerte geben nur einen Hinweis auf die vergangenen Nutzer und da liegt viel zwischen wärmeliebender Omi und viel arbeitenden Wochenendheimfahrer.
Der plötzliche Sprung nach unten von 2012 auf 2013 ist interessant. Gab es da vielleicht einen Mieterwechsel oder einen anderen Grund? Fragen Sie vielleicht mal den Installateur der die Anlage gewartet hat.

Der Wert dürfte erfahrungsgemäß irgendwo zwischen 150 und 200 kWh/qm liegen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



ja Herr Kornmayer



das schrieb ich oben auch schon mit den 150-200 kWh/qm. Was ich aber noch nicht verstehe ist, was hat der Schornsteinfeger mit dem Energieausweis zu tun? Hat der den ausgestellt? Und die paar Tage mit dem durchlaufen verändern da auch nicht viel. Oder hat der Schornsteinfeger anhand der verbrauchten Mange den Verbrauch hochgerechnet?

Für den Energieausweis benötige ich nur die Rechnungen des Gasversorgers der letzte 3 Jahre.