aufsteigende Feuchtigkeit Ziegelwand

Hallo,

so, bei uns fangen die Sanierungsarbeiten bald an und ich bin noch verunsichert, wie wir die Wohnzimmerwand zum Hof trockener bekommen. Kein Keller, im Wohnzimmer gut erhaltener Dielenboden bis auf die Anschlußdiele zur feuchten Wand. Feuchte Innenwand zur Küche (immer 'nur' gemessene Feuchtigkeit) kein Schimmel. In die Ziegelwand und Innenwand sollte lt. Sachverständigem eine Horizontalsperre (verpressen ?) und Vertikalsperre (innen ?) eingebracht werden. Hier habe ich (das kann aber durchaus an mir liegen ;-))) bisher wenig über Horizontalsperren gelesen. Und wenn, dann eher kontroverses, wie z.B. Wasser ableiten ist besser als wegsperren ?
Interresant fand ich einen Beitrag von Gerhard Meurer aus Koblenz. Heizungsrohr ?

Deshalbe nochmal die Bitte um Vorschläge ob, ob nicht und wenn, dann wie, und wenn möglich kostengüntig, nachhaltig und nicht mit Gewalt gegen das alte Haus (ca. 150 J.) bzw. das gewachsene Gefüge.

Danke
Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.04.06

Wand feucht


Guten Tag,

was haben Sie denn für eine Wand ?
- Fachwerk mit/ohne untere Schwelle
- Naturstein, wie dick ?
- Mauerwerk, wie dick, verputzt oder nicht ?

Wie sieht die Fassade aus ?
Hat das Haus einen Sockel ?

Wie sieht der Bodenaufbau des EG-Fußbodens aus ?

Wenn schon die Bodenbretter im Wandanschluß feucht sind, muß das Wasser ja nur so fließen. Also wird man es nicht nur messen sondern wohl auch fühlen können, oder ?

Bevor man anfängt zu konstruieren, sollte man etwas über das Haus wissen.

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 04.04.06


OK:

-Mauerwerk, Ziegel ca. 24cm versetzt gemauert. 1. Etage = Fachwerk
Ziegelwand außen gestrichen, was für Farbe ? keine Ahnung.
innen verputzt, Vorbesitzer hatten Rigips dran, den wir entfernen, bzw. bisher teilw. entfernt haben.

außen zum Hof (Steinplatten) ein Sockel , gestrichen. Womit weiß ich nicht, betonfarben ?

Ich kenne den Bodenaufbau im WoZi nicht unter den Dielenbrettern. In der Küche (angrenzend. Zwischenwand auch feucht) wurde vor 7 Jahren eine Fußbodenheizung gelegt mit Fliesen drauf. Die Vorbesitzer kann ich leider nicht mehr fragen ;-(, wie der Bodenaufbau in der Küche ist.
Im WoZi dürfte noch ein alter Untergrund sein. Es ist auch 'nur' das direkt an die Wand anschließende Dielenbrett leicht feucht und wenn ich mit den Fingern zw. Dielenbrett und Wandputz fasse fühle ich Erde, Sand. Kann aber auch vom abgefallenem Putz kommen. Ich gebe zu, das Brett muß raus. Aber den ganzen Boden aufmachen wollte ich eigentlich nicht.

Danke schonmal für die Antwort, bzw. die eingrenzenden Fragen.
Grüße aus Erpel
Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.04.06

Da kann man


noch weiter fragen:

Wie hoch steht der Erdboden außen an der Wand an?
Ist der Boden außen betoniert?
In welche Richtung geht das Gefälle?
Hat die Mauer einen Vorsprung oder dergleichen?
Ist die Dachrinne in Ordnung?

Im Übrigen schrieb sie ja nicht, daß die Diele feucht ist, sonder die Wand. Und wenn die nächsten Dielen noch intakt sind, dann kann es so schlimm nicht sein. Keine Panik also, und vor allem keine voreiligen (unnützen) Maßnahmen...


Karsten | 04.04.06


Hallo Karsten H. ,

gleich fahre ich nach Hause und werde mal versuchen die nächsten Fragen zu beantworten, bzw. die verschiedenen Höhenunterschiede zu bestimmen.
Am Sockel angrenzend: ca. 30 cm Betonstreifen mit mindestens einer Lücke. Datrunter Erde/Boden. Im Hof selber anschließend Steinplatten alte. Wenig, wenn überhaupt etwas Gefälle weg vom Haus.
Komischerweise hat die Mauer einen kleinen Vorsprung zum 1. Querbalken 1.Geschoss. Um das Regenwasser ablaufen und nicht reinlaufen zu lassen haben die Vorbesitzer einen schrägen (Kupfer)ablauf längst unterhalb des Balkens über den kleinen Vorsprung angebracht. Ist aber an einigen Stellen nicht mehr ganz dicht, sodaß Wasser reinlaufen könnte. *puhh*
Aber grundsätzlich kommt die Feuchtigkeit aufsteigend aus dem Boden.

Dachrinnen i.O.

Grüße
Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.04.06

Ob dies aufsteigende Feuchte sein kann, möglich aber ...


es könnte auch Kondenswasser sein.
Dazu braucht man die Angaben;
welche Temperatur ist im Raum,
welche Temperatur hat die Wand - unten gemessen und
welche Feuchte ist im Raum?
Diese Messungen sollten über einen ausreichend langen Zeitraum ermittelt werden.
Am besten - im Frühjahr, wenn der Boden noch sehr kalt aber die Tagestemperaturen doch schon relativ hoch sind.
Dann passt z. B. auch das mit der Temperaturerhöhung und dem Heizungsrohr zusammen.
Dazu kann jedoch nur ein Fachmann/frau etwas genaues feststellen. Die richtige Diagnose ist halt immer wichtig.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.04.06


Gestern war ein Maurer(auch für Sanierungen Altbau)vor Ort. Der Sockel im Hof endet auf einer Betonplatte, die wiederum möglicherweise das Wasser direkt zur Ziegelmauer leitet. Sein Vorschlag: außen aufmachen, Betonstreifen wegnehmen, Sockel abschlagen, neuen Sockel vor die Wand setzen der weiter nach unten ins Erdreich reingeht. Mit abdichtenden Mitteln Streichen und Erde wieder aufschütten. Das wäre für mich eine Vertikalsperre ? Er meinte, daß das wahrscheinlich ausreicht, da das Wasser überwiegend durch die Ritze zw. jetzigem Sockel und Betonplatte sickert bei Schlagregen und Regen. Sollte das nicht reichen, müssten wir den Boden im WoZi aufmachen und den Unterbau erneuern.
Damit ist meine Horizontalsperrenfrage leider immer noch nicht geklärt. Dieser Maurer würde auch nur etwas injizieren. Was für uns aber nicht in Frage kommt.
Die Höhe des Dielenbodens liegt ca. 8 cm über dem Hofniveau und in der Mitte der Sockelhöhe. Sockel 18cm direkt an der Wand...Gefälle...15cm bis zum Betonstreifen(Hofniveau).

Vielleicht ist das ja erstmal die einfachste Möglichkeit.
Womit sollten wir dann den Sockel zum Erdreich hin streichen? Drainage ? Die Meinungen hier sind eher negativ bei Altbauten.

Grüße
Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.04.06

Abdichtung außen


Guten Tag,

Wenn rein konstruktive Maßnahmen nicht ausreichen, muß man abdichten.
Konstruktive Maßnahmen wären z.B.:
- Dachüberstand
- ggfs. Vordach.

Wenn sich jetzt der Eindruck verdichtet, daß Feuchtigkeit von außen kommt, Innenwände sind fast nie durch Kondensat durchfeuchtet, sollte man den Sockel dichten. Stand der Technik ist eine mineralische Abdichtung nach DIN 18195 neu.
Genau die würde ich auf Betonplatte und Sockel aufbringen. Ist kein Sockel da, kann man einen herstellen. Auf keinen Fall würde ich die Betonplatte entfernen, weil dadurch das Wasser, das jetzt nicht mehr vom Haus wegkäme, unter die Fundamente geleitet werden könnte. Dann kriegt man furchtbare Risse im Haus.
Die Abdichtung kann in diesem Fall nur eine gegen Spritzwasser und Oberflächenwasser sein, die Frage der Abdichtung der horizontalen Fuge ist damit nicht gelöst.
Dies erreicht man am sichersten, aber auch aufwendigsten, durch abschnittsweises Einziehen von Dichtungbahnen in eine Lagerfuge. Voraussetzung: Mauerwerk. Damit die Statik nicht beeinträchtigt wird, muß das in entsprechenden Abständen geschehen, Aushärtezeiten müssen eingehalten werden.

Gutes Gelingen
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 05.04.06

Herr Beckmann Ihre Beiträge sind immer gut.


Aber die DIN hat mit dieser Problematik nichts zu tun!
Und nach meinen Erfahrungen ist es auch bei Innenwänden sehr oft Tauwasser.
Der Feuchte ist es wurscht wo sie hängen bleibt.
Ich denke es ist ein Kondensationsproblem und dies sollte mit einer geringen Temperaturerhöhung an der Innenseite beseiteigt werden können.
Bin blos etwas unter Zeitdruck später noch mehr.
Und auch von Unterfangung würde ich in jedem Fall abraten.
Warum das Mauerwerk das sich im laufe der Zeit gesetzt hat und somit einen statischen Zustand hat neuen Bewegungen aussetzen?
Dieser Aufwand ist keinesfalls gerechtfertigt und kann zu größeren problemen führen.
Dazu verweise ich auf meine Schriften mit der Bezeichnung: Verfahren..
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.04.06

Sehr geehrte Frau Lenz,


Ein Bild fürs Buch?in diesem Forumsbeitrag wurde Ihre Frage vom Grundsatz her jüngst schon umfangreich behandelt:

Horizontalisolierung in Mauerwerk I

und ebenso hier:

Horizontalisolierung in Mauerwerk II

Das sollte weiterhelfen!

Besten Gruß und viel Erfolg!

Konrad Fischer

PS. Ihre Abneigung gegen Injektionsverfahren ist sehr berechtigt, oft sind den Injektagemitteln gesundheitsschädliche Schadstoffe zugemischt. Und wie Sie den o.g. Beiträgen sicher entnehmen können, ist es zumindest äußerst fraglich, ob es überhaupt aufsteigende Feuchte im Mauerwerk gibt. Nach meiner und einiger anderer Fachleute Erfahrung und Überzeugung ist sie ausgeschlossen, da zwischen feinen Steinporen und groben Mörtelporen überhaupt kein Kapillartransport möglich ist. Das Bild eines langzeitgewässerten Mauerstückes beweist dies augenscheinlich.

Insofern erscheint es nicht besonders sinnvoll, sein Geld in zerstörerische und teils gesundheitsgefährdende "Trockenlegungsverfahren" ohne bzw. bestenfalls mit nur einige Zeit kaschierender Wirkung zu stecken. Um die salzige Feuchte rauszukriegen, braucht es Opfer- bzw. Kompressenputzverfahren, um Kondensat zu vermeiden am besten Hüllflächentemperierung. In den o.g. Forumsbeiträgen finden Sie mehr dazu.
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.04.06


Können Sie vielleicht mal ein Foto oder eine aussagefähige Skizze einstellen? Wann wurde das Haus gebaut?


Karsten H. | 06.04.06

sie


gehen in ihrer argumentation von einer intakten mörtelfuge aus.
mein haus ist 150 jahre alt, zustand der fugen links.
was dann?

(bld ist leider nicht ganz scharf)
Zwei linke Hände und Spass dabei
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06

Herr Fischer ich warne Sie. Denken Sie bitte an den Schaden den Sie anrichten!


Sie pauschalieren und machen dadurch vieles kaputt.
Nun wenn ich Ihre Beiträge bewerte und mir vorstelle ich wäre Laie würde ich sofort zu den "schonenden" elektrischen oder anderen Zauberkästchen greifen.
Wollen Sie das erreichen? Diese Leute freuen sich besonders auf Ihre Beiträge.
Das von Ihnen eingestellte Bild wird als Muster von - es funktioniert überhaupt keine chemische Horizontalsperre - verwendet.
Sie haben ja Recht, wenn Sie darauf verweisen, dass es manche so genannte Bautenschützer übertreiben und unsachlich vorgehen. Auch, dass es manche mit der Injektageflüssigkeit und deren Chemiezusammensetzung nicht so genau nehmen.
Dafür gibt es jedoch Merkblätter und Prüfstellen z.B. der WTA.e.V.und auch vom DHBV um die schwarzen Schafe etwas zurückzuhalten. Und es gibt auch solche Auftraggeber denen es wurscht ist was eingefüllt wird - Hauptsache es ist billig.
In der letzen Ausgabe von Haus und Grund wird wieder von mehreren (soweit ich dies zählen konnte waren es 9) Firmen mit den schonenden und damit "umweltfreundlichen" Verfahren geworben.
Und wer hat daran Schuld?
Ich habe im Moment nicht die Zeit über sinnvolle Vorgehensweisen zu schreiben. Dazu etwas später.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06

Wenn ich die aufsteigende Feuchte


als ein Ding der Unmöglichkeit in Mauerwerkssytemen beschreibe, richtet das sich gegen alle (!) Verfahren, die vorgeben, eben diese zu "bekämpfen" bzw. ein Haus am Fuße "trockenzulegen". Damit kann kein Schaden, sondern nur Nutzen "angerichtet" werden. Folge: Nur Methoden, die den hygroskopisch feuchteziehenden Salzgehalt und die Kondensataufnahme, Staunässe, undichte Leitungen usw. wirksam abstellen, bleiben übrig. Gehören da die "Zauberkästchen" wirklich dazu? Ich weiß nicht ...

Und die Ingenkamp-Mauer: Kapillarbrechender kann man sich ein desolates Fugennetz kaum vorstellen, soweit ich was erkennen kann. Was soll also die Frage? Rubrik "Und sie bewegt sich doch"?
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 06.04.06


*puuuhhh*

habs geschafft mal ein paar Bilder reinzustellen. Vielleicht nützen sie was bei der Analyse.

Grüße vom Rhein

Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06

wenn's


nicht so lustig wäre, herr fischer, wäre ich wohl ob ihres unzivilisierten tonfalles sauer.
nun bin ich aber beruhigt. auch das nichtvorhandensein einer mörtelfuge ist also die ideale sperre. na dann...muss ich wohl wirklich an hexerei glauben, denn wie sonst hätte diese Mauer es schaffen können, bis auf 1,50m feucht zu werden? denn eigentlich stand sie ihrer idealen welt: keine fuge, löchrige einfachverglasung, keine nennenswerte heizung, keine dämmung. es war ein Lehmputz drauf. es ist übrigens eine gewöhnliche zimmertrennwand. diese räume sind seit mindestens 10 jahren nicht bewohnt, nenenswertes kondensat kann man ausschließen. sie dürfte nach ihren theorien einfach nicht feucht sein. einziges manko der Wand - sie steht in einer gegend, die der einheimische "pfütze" nennt und das nicht ganz zu unrecht, einfach auf dem boden.
alle häuser dort haben das selbe problem.
seit Einbau der Horizontalsperre vor einem halben jahr(gesägt, nichts böses chemisches) hat sich der feuchteghalt übrigens um 50% vermindert...aber das liegt vermutlich nur an meiner positiven austrahlung :-)))
Zwei linke Hände und Spass dabei
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06


Hallo Johanna L.,
so wie das aussieht, wurde der (Beton?)sockel nachträglich angebracht. Wenn die Wand direktem Regen ausgesetzt ist, dann läuft das Wasser an der Wand hinunter und sickert zwischen Wand und Beton. Von da gibt es keinen anderen Weg als in die Wand hinein. Ich bin mir recht sicher, daß die Feuchtigkeit von dort her kommt.
Außerdem würde ich sagen, daß Oberkante des ursprünglichen Sockels - das Fundament der Wand - auf dem Niveau oder gar unterhalb dem des Plattenweges liegt. Erwarten würde ich hier einen Natur- oder Kalksteinsockel, zumindest nicht die Ziegel direkt auf der Erde. So etwas hätte man vor 150 Jahren nicht gemacht!
Vorgehen würde ich folgendermaßen: An der Stelle, an der der Beton am stärksten beschädigt ist, diesen und eine Gehwegplatte (oder was auch immer anschließt) entfernen. Dort wenn nötig direkt an der Wand hinunter graben und schauen, wo die Oberkannte des Fundaments bzw. des ursprünglichen Sockels liegt, es muß kein riesiges Loch sein, nur daß ihr genug seht. Das Ergebnis würde ich hier nochmal zeigen.
Je nach Ausführung - das ist von hier schwer zu sagen - müßten von diesem Sockel ein oder zwei Schichten oberhalb des Niveaus des umgebenden Erdreichs liegen, der Rest bis zu 80 cm unterhalb (so weit braucht ihr nicht graben, außer, ihr wollt es genau wissen).
Sollte es so sein, ist es am sinnvollsten, alles, was nachträglich angebracht wurde - insbesondere Beton und der gleichen - zu entfernen, wenigsten eine Schicht des Sockels freizulegen, und dafür zu sorgen, daß das Wasser stehts von der Wand weg läuft und nicht gerade in einem Graben direkt an der Wand sammelt.
Aber nicht das Fundament komplett freilegen, habe schon gesehen, daß gerade mal zwei Lagen Kalksteine direkt auf die Erde gelegt wurden!
Innen würde ich auf jeden Fall den Gipskarton entfernen und einen diffusionsfähigen Putz auftragen - Lehmputz oder Kalkputz kommen in Frage. Bei ersterem kann man eigentlich nichts falsch machen. Wenn eine neue Heizung installiert werden soll, dann kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, mal über eine Heizleistenheizung nachzudenken.
Die Finger würde ich auf jeden Fall von Horzontalvertikalbitumenoderwasweisichwassperren lassen. Kostet jede Menge Geld und schafft keine Abhilfe, wenn beschriebener Fall vorliegt.
Ansonsten: Nicht verzagen! Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung. Kein Haus wurde früher mit HighTech, 100t-Kran oder chemischen Wundermitteln erbaut! Die Skeptiker überwiegen, nicht verunsichern lassen, immer fleißig dazulernen, vieles kann man selbst machen. Im Übrigen gibt es gute Literatur, könnte vielleicht etwas empfehlen.

Daumen hoch!


Karsten | 06.04.06

@Bettina Ingenkamp:


Wird nun der Wand-Raum endlich mal nach 10 Jahren wieder geheizt? -> Trocknung

Ungeheizt war er bestimmt ohne Nutzung. 10 Jahre jedes Frühjahr feuchtwärmere Luft in ausgekühlte Wand -> Kondensatauffeuchtung. Da können wir auf abdampfende Nutzer gerne verzichten. Oder soll die Bude blowerdoorgemäßt außenluftdicht gewesen sein? Aber nein, zumindest durch die Fenster zog es doch!

Und die frühere Nutzung? Gibt es Salzanalysen? Sehr oft nahm die Landbevölkerung unter bestimmten Umständen (sehr kalte Winter, Hungerperioden mit Gefahr für freilaufende Haustierlein, nachbar- oder streunerseits aufgefressen zu werden, Flüchtlingszeit, Stall abgebrannt, Brandgefahr, ...) die braven animalischen Hausgenossen bei sich in der Wohnung auf. Und die waren keinesfalls stubenrein -> Fäkalsalzbelastung und hygroskopische Wasseraufnahme.

Doch wer an seine klugen Maßnahmen um jeden Preis glaubt, soll nach eigener Facon rechtschaffen seelig werden. Amen.
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 06.04.06

Mauerfeuchte


Hallo Johanna,
Ich stimme Karsten zu, dieser Betonstreifen an der Aussenmauer ist eine häufige Ursache. Ist nie dicht zur Mauer wegen der unterschiedlichen Wärmeausdehnung aber wasserdicht nach unten, also idealer Fundamentbefeuchter.
Ebenso wie Karsten würde ich paar Testgrabungen machen um Art und Tiefe des Fundamentes festzustellen.
Injektionen können Sie vergessen.
Drainagen sind keineswegs negativ bei Altbauten, im Gegenteil, bei Neubauten mit intakter Abdichtung braucht sie keiner, während man bei Altbauten so ziemlich jede Fundamenttiefe behandeln kann.
Sie brauchen dafür keineswegs tausende Euro fürs Baggern ausgeben, das kann man alleine machen. Ist übrigens auch im Brändle sehr schön beschrieben.
Haben Sie an Ihren Aussenwänden Drainagen gelegt, ist der Wasserdruck wesentlich geringer, da es zu einer leichten Grundwasserabsenkung kommt, wenn dieses so hoch steht.
Die Innenwände könnten Sie mit Sockelbelüftungen unter Fussbodenniveau behandeln, allerdings erst, wie Frau Ingenkamp anregt, nachdem Sie eine volle Heizperiode geheizt haben.
Grundsätzlich sollte man bei Altbauten, die länger ungeheizt waren, nicht erschrecken. Heizen und Lüften über ein paar Monate machen eine Menge aus und sind für die alten Baustoffe essentiell. Sollten sich dann die Innenwände nicht verbessert haben, ist es etwas schwieriger. Insgesamt sieht Herr Bromm das ganz richtig, Kondensation spielt immer eine Rolle, besonders bei Ihren Gipsverkleidungen innen.
Dann entscheiden auch die Anstriche und Putze, wie diffusionsoffen die Wände sind, alles runter, was verdächtig ist.
Sehr gute Erfahrungen haben wir mit Kalk-Opferputzen gemacht, die Herr Fischer ansprach, entsalzen schön (forum 50614 - K. Fischer) und kosten fast nix, können Sie astrein selber machen.
Für Sie vielleicht noch interessant:
Sven Wallasch "Instandsetzung von Ziegelmauerwerk".
Was ich persönlich von Horizontalsperren mit Blechen, Sägen oder Maueraustausch halte, sage ich besser nicht ;-), aber wenn es auch über der Sperre trocken ist, bleibt es drunter nass und das Wasser befindet sich unter dem Haus. Besser erst das Haus trockenlegen; solange nicht in einer Kuhle steht, geht das.
Aber: schnelle Ergebnisse können Sie nicht erwarten, Geduld gehört dazu und Zeit, manchmal Jahre, bis alles trocken ist.
Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06


Schonmal DANKE für die überwiegend konstruktiven Beiträge. ;-)). Nach einigem Filtern habe ich ein paar gute Lösungsvorschläge gefunden. (u.a. Karsten H., Jan F. Sch.)

Grüße aus Erpel
Johanna L. *schonzuversichtlicher*
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.04.06


Haben von außen einen Graben gebuddelt, den alten Zementsockel abgeschlagen, mit Kalkputz verputzt und den Graben mit Kieselsteinen aufgefüllt.
Von innen komplette Wand alten Putz ab, mit Faserdämmmatten gedämmt, unten Sockeltemperierung eingebaut und alles mit Lehm verputzt. Zwischen Fußleiste (Dielenboden auch unterlüftet) und Wand einen Lüftungsspalt gelassen. Bis jetzt alles trocken. Wir werden es weiter beobachten. Aber es sieht wirklich gut aus.
Grüße vom Rhein.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.01.07

Klingt nicht schlecht...


...wird für deutliche Ergebnisse aber noch dauern.

Viel Glück und Geduld!

Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.01.07


Schön, daß Sie Ihre Lösung hier nochmal präsentieren, das machen die wenigsten - leider.
Alles Gute und viel Freude mit Ihrem Häuschen!
Karsten


K. Hildebrandt | 17.01.07

Vielleicht können auch andere davon provitieren...


Also nochmal danke für die Lösungsvorschläge und die Beruhigungsmails ;-)).
Außerdem sind wir ja noch nicht fertig mit der Renovierung und ich werde sicherlich nochmal etwas hier abfragen ;-)).
Da muß man/frau sich ja die 'Helfer' bei Laune halten ;-).

Die Bilder würde ich jetzt gerne mal löschen, aber weiß noch nicht, wie's geht.
Irgendwann habe ich auch Ergebnisbilder hier reingestellt.

Grüße aus Erpel
Johanna L.
freud und leid im fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.01.07

Wand-Bilder aus der Bilddatenbank: