hanffaser-dämmwolle

Viele Grüße aus Brandenburg,

wir haben bei Bekannten im Dach eine Dämmkonstruktion gesehen, die wir gern übernehmen würde. Die Frage ist nur, ob diese zu Schäden führt?

Folgender Aufbau von außen nach innen:

Dachsteine
Dachlatten
Sparren
-innerhalb der Sparren je eine Dachlatte (rechts und inks)angebracht (zur Hinterlüftung)
-darauf eine Schilfrohrmatte
-dann Hanffaser-Dämmwolle
Luftdichtungsbahn
Konterlatten
Holzverkleidung

Laut unseren Bekannten gab es bis jetzt keine Probleme. Warm und Dicht!


Ich würde mich freuen über Eure Ratschläge sehr freuen.
Altes Siedlungshaus
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| 15.10.04

Sollte funktionieren


Der beschriebene Aufbau der Dachdämmung entspricht ungefähr von der Ausführung einem standardmässigen Neubau mit Dampfbremse. Ob als Dämmstoff Hanf oder etwas anderes (Mineralwolle/Zellulose/etc) verwendet wird, macht bauphysikalisch wenig Unterschied, lediglich die Dämmwirkung ist etwas unterschiedlich.
Meiner Ansicht nach fehlt die Unterspannbahn auf den Sparren zum Schutz vor Flugschnee und evtl. Undichtigkeiten.
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Ingenieurbüro Leyh | | 17.10.04

Unterspannbahn


Hallo Herr Leyh,
die fehlende Unterspannbahn ist genau das Problem. Mein Bekannter hat sich für Hanf entschieden, da dieser bei evtl. auftretender Feuchtigkeit seine Dämmwirkung nicht verliert und wieder austrocknet. Ist das auch bei Schneeflug der Fall? Er hat noch ein altes Dach, was zwar dicht ist, jedoch weder über den First noch über die Traufe über Lüftungsöffnungen verfügt. Reicht das als Hinterlüftung aus, damit der Dämmstoff wieder austrocknen kann wenn mal Schnee reinkommt?
Altes Siedlungshaus
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| 18.10.04

Zusätzliche Sicherheit


Ich sehe grundsätzlich ein, dass die Unterspannbahn bei dichter Dachdeckung nur in Extremfällen von nutzen ist, aber gerade dafür wird sie eingebaut. Deshalb würde ich auch nicht darauf verzichten. Die Kosten dafür sind überschaubar und helfen Schäden vermeiden.
Meines Erachtens verschlechtert sich die Dämmwirkung bei feuchtem Flachs/Hanf. Die ursprüngliche Dämmwirkung stellt sich aber nach dem Abtrocknen wieder ein (ähnlich Zellulose). Das Abtrocknen wird durch eine Belüftung erheblich beschleunigt, so dass auch die Dachbalken kürzere Zeit in der feuchten Dämmung liegen.
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Ingenieurbüro Leyh | | 18.10.04

Provisorium


Vielen Dank für Ihre Infos. Ich würde bei einer Neudeckung des Daches auch immer eine Unterspannbahn einbringen. Aber wie soll das in einem vorhandenen Dachstuhl gemacht werden? Die evtl. aufgetretene Flüssigkeit müßte ja irgendwie über die Traufe abgeführt werden. Bei unserem Bekannten ist der Übergang zur Traufe zugemauert. Dazu würde der Kompromiß kommen, daß man die Unterspannbahn nur zwischen den Balken befestigen könnte. Es bliebe ein Provisorium. Da wir unseren Dachraum auch dämmen wollen und bei uns ebenfalls keine Unterspannbahn vorhanden ist, ist die Frage der Belüftung sicher am Wichtigsten. Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie ich eine bessere Belüftung erreichen kann, ohne große Umbauten vorzunehmen?
Altes Siedlungshaus
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| 18.10.04

Luftschicht evtl. vergrößern


Im beschriebenen Fall würde ich auf die Unterspannbahn verzichten und später, wenn das Dach mal gedeckt werden muß, daran denken.
Alte Dachdeckungen haben die Eigenschaft wenig winddicht zu sein, was Ihnen beim Austrocknen der Dämmung zugute kommen sollte. Es wäre aber sinnvoll auf einen ausreichend großen Abstand Dämmung-Ziegel zu achten. Eine Luftschicht von 4-5cm erscheint mir aber dafür ausreichend.
Schöne Grüsse aus Höchstadt/Aisch.
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Ingenieurbüro Leyh | | 18.10.04

Super


Vielen Dank Herr Leyh für die schnelle Hilfe. Wir werden jetzt unseren Bedarf berechnen, Angebote einholen und hoffentlich bald ein warmes Dachgeschoß haben. Nicht mehr über den kalten Flur (ju hu) Viele Grüße aus dem trüben kalten Brandenburg. Kerstin
Altes Siedlungshaus
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| 18.10.04

noch ein Vorschlag


an Stelle der äußeren Schilfrohrmatte verwende ich in meinen Bauten eine latexvergütete Holzweichfaserplatte z.B. der Fa. Pavatex. Über diese Platte kann dann evtl. eindringendes Wasser nach unten ablaufen. Allerdings sollte es schon bis vor die Fassade geführt werden. Dies ist in den meisten Fällen auch möglich.
Die Entlüftung im Firstbereich kann durch Lüfterziegel erreicht werden, wenn es sich um eine gängige Pfannenform handelt. An der Traufe empfehle ich eine Belüftung hinter der Rinne.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 19.10.04

Welchen Sinn hat denn die o.g. Schilfrohrmatte?


Da wir ein ähnliches Problem zum Ausbau des Spitzbodens haben, und ebenfalls keine Unterspannbahn haben stelle ich mir die Frage, wofür denn die Schilfrohrmatte dient? Soll Sie evtl. Feuchtigkeit vom Hanf fernhalten? (ist denn sowas überhaupt wasserdicht?) und wie dick muss so eine Bahn sein (Hersteller?)


Wenn wir jetzt nur den Spitzboden ausbauen, dann würde doch das Wasser bei Einsatz einer Holzweichfaserplatte (wie unten vorgeschlagen wurde) auf die Dämmung in der 1.Etage laufen oder nicht?Ist denn dann so eine Platte überhaupt sinnvoll?

Ich würde mich freuen über Eure Ratschläge sehr freuen.


Dirk | 12.11.04

Schilfrohr


eine Schilfrohrmatte kann nicht dicht sein.
Wenn nur der Spitzboden ausgebaut wird ist an eine solche Konstruktion gar nicht zu denken. Um genaueres zu sagen braucht man aber zusätzliche Informationen über den Bestand.
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 12.11.04


Altes Siedlungshaus
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| 15.11.04


@ Fred Heim
Tut mir leid das ich mich erst jetzt melde, war jedoch einige Wochen krank. Vielen Dank Herr Heim für die Anregung mit den Holzweichfaserplatten. Das Problem ist jedoch, wie bei der Unterspannbahn, daß die Feuchtigkeit über die Traufe abgeführt werden müßte.

@ Dirk, die Schilfrohmatten hatte unsere Bekannter nur dafür angebracht, damit zwischen Dämmung und Dachdeckung ein Zwischenraum für die Hinterlüftung bleibt.
Altes Siedlungshaus
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| 15.11.04

Ob die


"Entwässerung" der Holzweichfaserplatte machbar ist kann man natürlich nur im Detail klären. Da ich die Situation nicht so genau kenne, kann ich mich hierzu natürlich nur allgemein äussern.
Übrigens, diese Ebene muß nicht über der Dachrinne entwässert werden. Dies kann (ich finde sogar, dass das die bessere Lösung ist) auch unterhalb der Dachrinne erfolgen, dann habe ich auch eine Chance das Problem zu erkennen, bevor es zu größeren Schäden kommt.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 16.11.04

unter der Dachrinne


Hallo Herr Helm, vielen Dank für den Tipp. Ich will mal sehen, ob dies baulich bei uns möglich ist. Allerdings kann ich es mir nicht richtig vorstellen, wie das aussehen soll. Das Wasser würde dann auf der Holzplatte zwischen den Sparren am Dachüberstand austreten. Da dieser aber in den meisten Fällen verkleidet ist, müßte hier eine Öffnung geschaffen werden. Wie groß sollte diese sein? Bei unserem anderen Haus, haben wir für die Hinterlüftung ein Gitter zum Schutz vor Insekten eingebaut. Würde so etwas gehen?
Altes Siedlungshaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.11.04

So ist es vorstellbar,


aber ohne genauere Beschreibung am besten eine Skizze mit ein paar Zahlen kann man natürlich nicht viel sagen. Durch einen kleinen Trick kann man übrigens dafür sorgen, dass das Wasser nicht an den Sparren entlang sondern in Feldmitte nach unten abläuft. In der Mitte des Feldes bringt man eine geringfügig größere Latte so an, dass sie sich gegen die Dachlatten abstützt. dadurch kann man die Weichfaserplatte leicht biegen und das Wasser läuft in Feldmitte ab.
Das evtl. anfallende Wasser, ein wenig getauter Flugschnee oder das Regenwasser bei einer zerbrochenen oder nicht mehr vorhandene Pfanne, soll unter der Dachrinne, sichtbar abtropfen. Dann weis ich, auf dem Dach ist etwas nicht in Ordnung und ich kann genauer nachsehen.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 16.11.04


Ich habe selbst vor vier Jahren mit Hanffaser-Dämmwolle gedämmt und bin immer noch begeistert.
Gruß Felix Neumann (Tornow bei Pasewalk)
mit Hanfdämmung fing das Umdenken an
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| 18.03.05

@ Felix Neumann


Wie ist der Aufbau bei Ihrem Dach? Ist eine Unterspannbahn eingebaut? Wie dick ist die Dämmschicht? Vielen Dank schon mal vorab!!!
Altes Siedlungshaus
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| 21.03.05


Also ich habe eine äußerst primitive Konstruktion, da ich die Dachsteine nicht abnehmen wollte. Ich habe also einfach an die Dachziegel rann gedämmt. Innen aber keinerlei Dampfbremse dagegen. Dachziegel aus Beton auf einfacher Lattung, direkt die Hanf-Dämmwolle (Vollsparrendämmung) und anschließen ein Holzpaneel. Dabei habe ich wert gelegt, kein billiges zu nehmen, da ich Angst vor Astlöchern hatte.
mit Hanfdämmung fing das Umdenken an
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.03.05

Hanf


Herr Neumann, haben Sie keine Angst, daß z.b. Schnee mal unter die Ziegel gedrückt wird und die Dämmung dann feucht wird? Da einen Vollsparrendämmung vorliegt (Sparrentiefe?), ist die Hinterlüftung ja auch nicht richtig gewährleistet. Gab es denn schon mal Probleme mit Feuchtigkeit? Wie sieht es mit der Winddichtigkeit aus. Keine Zugluftprobleme? Wenns so einfach funktioniert, wäre ja toll.
Altes Siedlungshaus
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| 21.03.05

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