Dämmung zwischen den Sparren aus Therm-Hanf - Schädlinge?

Hallo,

bei meinem Haus (200-300 Jahre alt) soll der Speicher gedämmt werden. Eine Aufdach-Dämmung möchte ich nicht machen.
Der Aufbau zur Zeit: Sparren-Lattung-Bieberschwanz-Ziegel.

Gerne möchte ich Hanf zum dämmen verwenden (18cm).
Hier fiel mir die Seite auf:

http://www.thermo-hanf.de/index11.html

Was ist davon zu halten?

!!!Mein Dachdecker riet mir davon ab, er meint ich würde mir Würmer und Käfer reinholen!!!

Kann ich dann innen mit OSB verkleiden?

Gruss
Thorsten


anonymus | 21.04.05

hanf


hallo,
soweit ich weiß hat Hanf kein Eiweiß und ist damit uninteressant für die Tierwelt. Es ist der einzige Naturstoff der daher unbehandelt eingebaut werden darf.
Ich habe etwas Bedenken wegen der fehlenden Unterdachbahn.
Es gab hier auf dem Forum Lösungen für dieses Problem ohne das Dach abdecken zu müssen. Die OSB-Platte unten hat einen leichten Dampfbremse-Effekt. Die Unterdachbahn muss Dampfdurchlässig sein.
soweit meine erste Bemerkungen.
mit freundl. Grüßen
J.E.Hamesse
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
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Architekt und Planer | | 21.04.05

Naturbaustoff


Hallo, so ganz Natur ist das nicht, es gibt immerhin einen nicht unerheblichen Kunststoffanteil im Thermo Hanf, meiner Information nach zwischen 10 und 20%. Das ist z.B. bei Flachsdämmstoff von Flachshaus nicht der Fall. Hanf gibt es auch zum Einblasen, mit Preisen, die durchaus mit Zellulosefaser konkurieren können. Weder Hanf noch Flachs werden gefressen, im Gegensatz zu Wolle. Ein Unterdach lässt sich aus Holzweichfaserplatten zwischen die Sparren bauen, dies ist in der Tat hier schon des öfteren diskutiert worden. Viele Grüße, Johannes Prickarz
Altbausanierung - Denkmalpflege - Ökologisches Bauen
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Lagerhaus Vlatten | | 21.04.05

Unterdachbahn nötig?


Hallo Herr Hamesse,

ist die Unterdachbahn nötig?
Was bewirkt sie?
Das Dach ist sehr ,sehr steil und der Dachdecker meint bei dem Neigungswinkel ist es nicht nötig eine Folie zwischen Ziegel und Dämmung zu ziehen.

Danke
Thorsten


anonymus | 21.04.05

Unterdachbahn nötig?Mein Dachdecker sagt auch nein!!!


Hallo,bin gerade dabei ein Fachwerkhaus zu kaufen.Hab noch nicht so viel Ahnung.Mein Dachdecker ist auch kein Freund von Unterdachbahn.Er sagt die Balken würden schneller Faulen da weniger Frischluft dran kommt. Das bestätigte mir auch ein Architekt der sich seit 20 Jahren mit Fachwerk beschäftigt.
Grüße
Lothar


Lothar | 21.04.05

Als Unterdachbahn


war hier nicht an eine Folie gedacht, sondern an eine vergütete Holzweichfaserplatte. Probleme wird es für das Holzwerk durch den Einbau einer solchen Platte nicht geben. Ich weiß nicht welche Dachneigung vorhanden ist, ich würde aber immer mit einer solchen Unterdachlatte arbeiten. Ich empfehle das auch bei Mansarden mit Neigungen > 70° und bei Außenwänden die ja bekanntlich senkrecht stehen.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 21.04.05

Zu empfehlen wäre


auch die Lektüre der
Dachdeckerrichtlinien! Mit Ausbildungen von Unterdächern etc.
Den Einbau von Thermohanf etc "ohne" Unterdachbahn oder imprägnierte Holzfaserplatte würde ich auch nicht machen.
Der Dachdecker hat Mut!
Aber das wird die Zeit zeigen ....
Aber ich würde auch lieber mit Holzweichfaserplatten arbeiten!
Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz
langlebig - nachhaltig - einfach
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Architekturbüro slow-house | | 22.04.05

dachdämmung


hallo,
1. Unterdachfolie: kann Feuchtigkeit verursachen wenn es auf eine Holzverschalung liegt und wenn es um ein früheres Produkt handelt. Die neue Folien sind so atmungsaktiv dass hier nichts passieren kann. Die Folie wird nicht auf den Sparren verlegt sondern zwischen den Sparren. Dazu kommt noch eine Abstandslatte zwischen Dachlatte und Folie.
2. Besser sind die Weichfaserplatten (bituminiert oder parafiniert) mit keilförmige Nut und Feder, weil die ebenfalls zur Dämmung etwas bringen. Hier gilt auch die Abstandslatte wie bei 1. Und es handelt sich um ein Naturprodukt dass mit wenig Primärenergie hergestellt wird.
Ob eine Unterdachbahn nötig ist oder nicht kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Mit Biberschwanz-ziegel ist das Eindringen von Feuchtigkeit nahezu ausgeschlossen...wenn die Ziegel in Ordnung sind. Auch die Steile des Daches vermindert das Risiko. Trodzdem im Falle eines Falles...
mit freundlichen Grüßen
J.E.hamesse
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt und Planer | | 22.04.05

Fabrikat Weichfaserplatten


Hallo Herr Hamesse, Herr Kurz,

Die Mühe mit der Unterdachbahn mache ich mir nicht.
Das Dach ist Steil und die Biberschwänze sind OK.
Also scheidet auch der Thermohanf aus.

was sind das für Weichfaserplatten mit Nut und Feder? (Name?)
Gibts die im Praktiker, Baustoffhandel?

Danke schonmal und Gruss
Thorsten


anonymus | 22.04.05

dachdämmumg


hallo:
zwei Hauptproduzenten von Holz-Weichfaserplatten sind Gutex und Pavatex (jeweils auf deren Hompage clicken um deren Produktpalette an zu schauen. Die Firma Homatherm hat flexible Weichfaserplatten, die es auch in Zellulose gibt. Von Heralkith gibt es Heraflaxplatten. Nach meine Unterlagen ist Thermohanf frei von umweltschädigen Zusatzstoffen. Bei Praktika brauchen Sie nicht zu suchen.
Der Hagebau-Baustoffmarkt in Ihrer Nähe müsste diese Produkten haben. Der Vorteil von Weichfaser gegenüber Mineralwolle ist dass auch der sommerlichen Wärmeschutz gewärleistet ist.
m.f.g.
J.E.Hamesse
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt und Planer | | 23.04.05

Flexibel?


Vielen Dank Herr Hamesse,

der Abstand zwischen meinen Dachsparren schwankt in einer Länge um bis zu 15 cm. Ist es da besser die flexiblen Homatherm Platten zu nehmen und reinzupressen? (anstatt der Gutex und Pavatex )

Danke
Thorsten


Thorsten | 26.04.05

dachdämmung


hallo,
eigentlich ist das egal, Sie müssen sowieso die Platten auf Abstand schneiden. 15 cm können Sie nicht durch reinpressen überbrücken. Aber Homatherm (o.ä) klemmt besser zwischen den Sparren. Warum dann nicht versuchen Zellulosewolle einzublasen? Da sind Sie sicher dass alle Unregelmäßigkeiten überbrückt werden. Konkret heißt es : unter den Dachlatten eine Lage paraffinierte Weichfaser, Zellulosewolle in der Mitte und unten die Abdichtung auf Lattung damit die eingeblaste Wolle sich nicht im Raum verteilt.
m.f.g.
J.E.Hamesse
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt und Planer | | 26.04.05


Unser neues altes Bauernhaus ist bald bezugsbereit
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.12.06

Platten-Bilder aus der Bilddatenbank: