Bachlorarbeit Fachwerksanierung

Hallo,
ich möchte oder schreibe gerade an eine Bachlorarbeit zum Thema Fachwerksanierung (aber es sollte eher in die bauphysikalische Richtung gehen).
Mein richtige Aufgabenstellung steht noch nicht fest, aber ich sollte schon mal als Ansatz gucken, welche Fachwerke es gibt und wie man sie sanieren kann und dann z.B zur Innendämmung Wärme- und Feuchteberechnungen durchführen. Leider finde ich nicht allzuviel Literatur darüber, es geht immer nur um die konstruktiven Sachen bzw. sonst wurden viele Sachen an Beispielobjekten getestet.
Aber es geht doch eigentlich in einer Bachlorarbeit darum etwas eigenes einzubringen und daher weiß ich auch nicht so recht in welche Richtung oder wie ich nun mein Thema dann ausweiten soll, denn ich habe kein Beispielobjekt an dem ich es anwenden kann (ich sollte alles allgemein behandeln)!?
Kann mir jemand vielleicht mit Literatur oder Rat zur seite stehen?

LG Christina


Christina | 10.08.11

Innendämmung


Hallo Christina,

Hier ein Link:

http://www.dbz.de/artikel/dbz_Diffusionsoffen_und_kapillaraktiv_Energetische_Innenwand-_sanierung_1067767.html

viele Grüße
Denkmäler schützen heißt nicht Genuß suchen,sondern Pietät üben (Georg Dehio)
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Architekturbüro | | 10.08.11

Bachlorarbeit Fachwerksanierung


Hallo,
danke für diese tolle Seite.... sowas ähnliches hab ich zwar schon in eingen Büchern gesehen, aber es ist hier einwenig besser erklärt...

Mein Problem ist bloß immer noch: ich weiß nicht so ganz wo meine reise hingehen soll (dh. wie ik meinen roten Faden so spanne)....

Lg Christina


Christina | 10.08.11

Bachlor?


Wurde dieser Abschluss schon eingedeutscht oder habe ich eine Rechtschreibreform verpasst? Ich dachte, der Abschluss wird "Bachelor" genannt. Naja, egal.... der neumoderne Kram nervt eh und deshalb bin ich ja Fachwerkwerkfan!
Viel Erfolg wünsche ich natürlich trotzdem für die Bachelor-Arbeit!
Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels.....
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| 10.08.11

Von welcher Seite ...


nähern Sie sich denn dem Thema ? Studieren Sie Architektur ? Bauingenieurwesen ? Bautechnik . Aus welchem Grund haben Sie den Fachwerkbau als Thema gewählt ?

Das Fachwerkhaus ist von den Altbauten der komplizierteste und auch der schadensträchtigste, bei der Sanierung auch der teuerste. Hierbei wird auch am meisten mit den MAterialien aus dem Baumarkt gesündigt, gerade weil die bauphysikalischen Zusammenhänge so komplex und für den Laien, der vielleicht zu ersten Mal im Leben einen Altbau kauft und voller Elan an´s Werk gehen will, so unverständlich sind, daß er sie sofort wieder vergisst.

Die bauphysikalischen Fehler mit den damit verbundenen Folgen wie Schimmelbildung, Materialzerstörung etc. sind sonder Zahl.

Ein lohnenswerter Ansatz für Ihre Arbeit wäre vielleicht die bauphysikalisch/baukonstruktive Sanierungsplanung von den Fundamenten bis zum Dach im Detail. Mit Verweis auf und der Dokumentation der gängigsten traditionellen Baudetails im Bestand, z.B. "Steht dieser alte Sandsteinsockel im Lehm oder ist er fundamentiert" oder "liegen die Balken des EG-Dielenbodens im Lehm oder auf Sand und was bedeutet das für die Sanierung"), den gängigsten Fehlplanungen bei mach-es-selber-Sanierungen ("innen vor die FW-Wand Mineralwolle, Lattung, GK-Vorsatzschale") und möglichen, bauphysikalisch richtigen Lösungen. Vielleicht sogar mit Zeitangaben für die Ausführung -meístens sehr viel Zeit und mehr als man kalkuliert hat.

Wo studieren Sie ? Ihre Arbeit würde mich interessieren.
Ich bin gerne zu einem Gedanken- bzw. Erfahrungsaustausch
bereit.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
Mitglied der Fachwerk.de Community
Will Pickartz Architekt AKNW | | 10.08.11

Moin Christina,


Interssantes findest du z.B. hier:

www.u-wert.net

http://www.igbauernhaus.de

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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| 11.08.11

Zu "Bachlor?"


Hallo Kathrin,

nein du/Sie haben keine Rechtschreibreform verpasst. Ich habe wohl unbewusst bisher immer das "e" unterschlagen und mich hat bisher auch keiner darauf hingewiesen. Vielen Dank dafür!

LG Christina


Christina | 11.08.11

Zu "Von welcher Seite"


Hallo Will,

ich studiere Bauingenieurwesen. Und habe mich für das Thema entschieden, weil ich mich allgmein für alte Gebäude interessiere und bei einer Präsentation über Innendämmung (allgm) darüber gestolpert bin, dass es beim Fachwerk einige Problemstellen mehr gibt als bei anderen Bauweisen.

Leider habe ich noch keine genaue Aufgabenstellung von dem Bauphysik-Professor bekommen (aber habe vorraussichtlich nur 6 Wochen Zeit) sodass ich nicht allzu sehr auf die baukonstruktiven Sachen eingehen wollte, da man dazu ja schon viele Seiten füllen könnte.

Vielleicht habe ich gerade auch nur ein Brett vor dem Kopf, aber mehr als die Außenwand betrachten fällt mir in bauphysikalischer Hinsicht momentan nicht ein.
Aber vielleicht fülle ich ja schon genügend Seiten, wenn ich jetzt einfach den Ansatz folge und die neusten Innendämmungsmöglichkeiten aufzeige, wärme- und feuchtetechnisch berechne und miteinander vergleiche!?!

LG Christina


Christina | 11.08.11


Hallo Christina,

Bauphysikalisch ist Fachwerk reizlos, aber problematisch, wenn man Heizkosten sparen will oder muss. Draußen kann man keine Dämmung anbringen, weil das Fachwerk dann verkleidet wird, drinnen geht es wegen dem Tauwasserausfall nicht - eine Zwickmühle.
Worüber sich seit Jahren schon die Fachleute und Industrie die Köpfe zerbrechen ist, wie man ein Fachwerkhaus richtig dämmen kann, ohne bauphysikalische Probleme zu bekommen.
Das ist wohl der Grundgedanke.
So ist das Sichtbare zwar von Nutzen, doch das Wesentliche bleibt unsichtbar. (Lao-tse)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.08.11

...


Hi,

das war ja eigentlich auch mal mein Grundgedanke, aber weiß nun nicht so recht wie ich diesen Umsetzen soll, wenn noch nicht mal die Fachleute etc. eine Lösung gefunden haben.
Das größte Problem scheint ja die Fuge zwischen Holz und Ausfachung zu sein oder welche Richtung meinst du?

LG Christina


Christina | 12.08.11

Buch Fachwerksünden


Hallo,

ich habe hier das Buch "Fachwerksünden" von Manfred Gerner, 1. Auflage.

Ich weiß das es auch eine 3.Auflage gibt, und jetzt 2004 einen Nachdruck. Weiß jmd, was sich genau in den Auflagen geändert hat?

LG


Christina | 13.08.11

Der Altbau


m.E. noch heute eines der besten Lehrbücher über Fachwerkbau.
Das Problem bei Innendämmung ist, dass die guten Eigenschaften des Lehms durch das Verkleiden oder anbringen einer Dampfsperre eingeschränkt werden. Bei Lehmgebäuden hast Du immer eine konstante Raumtemperatur und Luftfeuchte. Ich selbest wohne in einem Fachwerkbau und bin nur am schwärmen, besonders im Winter wohnt man wie in einem Backofen ;-)
Weiterhin ist die bauphysikalische Betrachtung bei homogenem Wandaufbau leicher. Wärmedurchgangswiderstand von Lehm,Ziegel und Holz sind unterschiedlich.

Die Professoren haben ja immer den Anspruch, dass ihre Studenten was neues erfinden sollen und Du sollst Dir nun den Kopf zerbrechen, das Ei des Kolumbus zu finden ;-)))

Es gibt ja nun auch für Fachwerk Innedämmstoffe, die angeblich problemlos sind, z.B. Silikatplatten. Man kann auch mit der Keule kommen und Polystyrol als Innendämmstoff benutzen, dann muss aber innenseitig eine Dampfsperre angebracht werden, sonst bekommt man hinter der Dämmung Tauwasserausfall.

Zwischen Silikat- und Polystyrolplatten gibt es noch andere Dämmmaterialien, z.B Holzwolleleichtbauplatten, Brandschutzplatten, Schilfrohr etc.pp.

Nett wäre es doch, wenn Du all diese Wandaufbauten bauphysikalisch beleuchtest und dann grafisch (in Excel) die Taupunkberechnung machst.
Danach stellst Du die Qualitäten der verschiedenen Wandaufbauten gegenüber. Polystyrol zB ist kaum zu empfehlen, weil man dann wie in einer Plastiktüte wohnt und ich denke auch die Möglichkeit der Schimmelbildung in den Ecken fördert. Denn bei so extremen Dämmmaßnahmen muss man den Wohnungsinhabern oder Mietern eine Gebrauchsanweisung für die Lüftung und Nutzung der Wohnung an die Hand geben.
Schilf, Holzwolleleichtbauplatten und Brandschutzplatten haben nur eine geringe Dämmwirkung, da rechnen sich die Dämmmaßnahmen gegenüber der Einsparung kaum. Und so hat jede Dämmmaßnahme sein für und wider.

Deine Schlussfolgerung wird sein, welche Maßnahme oder keine Maßnahme das beste für das Gebäude und die Menschen, die darin wohnen ist.

Das ist jetzt ein Vorschlag, vielleicht findest Du noch mehr, wenn Du Dich ein wenig in den Fachwerkbau hinein liest.

Das mit den Fugen ist richtig, geht aber in die Richtung Konstruktion.

... ich sehe, Du hattest diese Idee ja bereits.
So ist das Sichtbare zwar von Nutzen, doch das Wesentliche bleibt unsichtbar. (Lao-tse)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.08.11

...


Ja genau sowas in die Richtung wollte ich eigentlich von Anfang an machen, aber wurde zu sehr von den Forschungsberichten über neue Dämmmöglichkeiten und deren Auswertung eingeschüchtert und habe trotz Einlesen in das Thema noch keine anderen Einfall bekommen - dachte mir wo ist da denn mein eigene "Erfindung" ;).

Desweiteren habe ich nur sehr viele konstruktive Sachen gefunden, oder allgm. immer die Aussage dass Dämmstoffe, Anstriche, Putze etc. nicht die Diffusion verhindern sollen.

Danke vielmals für eine etwas ausformulierte Richtung, die ich eigentlich schon von Anfang an hatte.... bin wohl gerade von der Literatur etc. zu sehr überfordert, da ich u.a. momentan auch nicht mit den Proffessor reden kann.

LG


Christina | 14.08.11

deswegen habe ich Dir meine Sicht geschrieben.


HI Christina,

In meiner Diplom-Arbeit damals musste ich auch Wärmeschutzberechnungen machen. Eigentlich ist es immer das gleiche, nur die Gesetze ändern sich. Ich würde Dir auch empfehlen, damit Dich der Prof. nicht kalt erwischen kann, erst einmal die Energieeinsparverordnung (EnEV) und DIN 4108 zu lesen, daraus ergibt sich dann die Arbeit wie von selbst.

In dem Buch "Der Altbau" werden die Dämmmöglichkeiten auch betrachtet.
Es ist immer so, dass der erste Gedanke meistens in die richtige Richtung zeigt, dann verzettelt man sich und kehrt zum Schluss zum Anfang zurück. Das geht allen so. Ich drücke Dir die Daumen!

Lg Christina
So ist das Sichtbare zwar von Nutzen, doch das Wesentliche bleibt unsichtbar. (Lao-tse)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.08.11

Buch "Der Altbau"


Hi,
meinst du das von Otfried Rau und dann die 7. Auflage oder ist die 8.Auflage schon auf dem Markt, da im Internet steht Herbst 2011?!

Danke für das Daumen drücken - kann dir ja schreiben ,ob es geholfen hat ;).


Christina | 14.08.11

ja, auf jeden fall ;-)


ja, von Ottfried Rau, hat jeder Architekt neben dem Neufert stehen ;-)
es gibt so gewisse Grundlagenliteratur, mehr braucht man eigentlich gar nicht.

lg christina
So ist das Sichtbare zwar von Nutzen, doch das Wesentliche bleibt unsichtbar. (Lao-tse)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.08.11

Sanierung-Bilder aus der Bilddatenbank: