Sockelputz

Hallo zusammen,

im nächsten Jahr steht der Verputz unseres Gebäudesockels an. Er besteht teilweise aus Bims, Porenbeton und KS, das heisst unterschiedlichste Untergründe.

Die Abdichtung des darunterliegenden Kellers wurde mit mehreren Systemkomponenten von der Firma Hahne (www.hahne-bautenschutz.de) durchgeführt, sodass der Sockel nun mit einer flexiblen mineralischen Dichtschlämme (Poly-C1) geglättet freiliegt. Die Dichtschlämme geht aus der darunterliegenden KMB des Kellers auf.

Jetzt gibt es bei Baustoffhändlern zig-viele Sockelputze, Leichtputze mit Sockeleignung und was weiss ich. Alle ohne genaue Inhaltsangaben, darum schlicht und ergreifend nicht vergleichbar.

Meine Frage ist nun, welche Eigenschaften so ein Sockelputz aufweisen muss, um zu funktionieren? Frostfest ist sicher auch jeder x-beliebige Zementmörtel PII oder PIII aus dem Baumarkt, was unterscheidet diese Sockelputze voneinander?

Im Prinzip müsste ja mein Sockelputz auf dem Porenbeton weicher sein als z.B. auf dem KS. Gibt es ein Mischrezept, dass man ggf. für den o.g. Untergrund selbst mischen kann? Die entstehende Härte könnte man so selbst einstellen...

Für Eure Ratschläge schon jetzt vielen Dank!

Viele Grüße
Patrick

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| 22.11.12

Mischung Putz


Hallo,

je es gibt Mischungsanleitungen.
Trockenlegung Beratung Planung Mauerwerkssanierung
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mauertrocken.de | | 22.11.12

und


zumindest mit QM-Sockelputz habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 23.11.12


Hallo Olaf,

was ist denn QM-Putz? Google wusste es auch nicht... :-)

Viele Grüße
Patrick

@mauertrocken: Nur vier Worte und doch ein Fehler drin. Dabei sollte es schlau wirken...

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| 23.11.12

Sockelbereich


Soll der Sockelbereich bzw. die Fassade gedämmt werden?

Viele Grüße
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.11.12

Dämmung


Hallo Georg,

nein es ist alles ungedämmt, einschließlich dem Sockel.

Viele Grüße
Patrick

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| 23.11.12

Sockelputz


Sockelputzsysteme werden immer zweilagig ausgeführt, üblicherweise der Unterputz als P III und der Oberputz als PII.
Die Dichtschlämme müsste normalerweise auf einem Egalisierungsputz aufgebracht worden sein, wenn der glatt genug ist kann man gleich mit dem Oberputz draufgehen.
Was die unterschiedlich vermauerten Steine angeht- das muß man sich vor Ort ansehen. Bei Bedarf kann man mit einer Putzbewehrung arbeiten.
Wie soll es denn oberhalb des Sockels weitergehen?

Viele Grüße
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.11.12


Es sind schon noch ca. 2-3 cm zu überbrücken, trotzdem vorher ein Egalisierungsputz aufgebracht wurde und alles recht glatt ist. Also komme ich an einem 2-lagigen Auftrag wohl nicht vorbei.

Oben drüber ist eine Sockelschiene und Solubel Luftkalkmörtel als Fassadenputz.
Jetzt könnte ich natürlich SP50 von Solubel nehmen um im System zu bleiben, andererseits stoßen an der Stelle sowieso zwei Systeme zusammen, da ja dort ja bereits die Dichtschlämme dran ist.
Ich weiss nicht so recht, ob ein SP50 für den Auftrag auf eine Dichtschlämme die richtige Wahl ist. Gefühlt eher nicht. Was würde Sie mir empfehlen?

Ich habe mit selbstgemischtem Putz beste Erfahrungen sammeln können, darum meine Frage nach einem Mischrezept, aber Sackware ist natürlich auch ok.

Viele Grüße
Patrick

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| 23.11.12

Sockelputz


Wenn Sie den Fassadenputz erneuern sind Sie gehalten die Forderungen der EnEv zu erfüllen. Wenn nicht begehen Sie einen Rechtsbruch. Das sollten sie bedenken.

SP50 ist von seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften her auch ein PII, nur teurer. Einsetzen können sie den auch.
Ich würde lieber beim bewährten Kalkzementmörtel bleiben. Selber mischen können Sie auch, Zement und Sand im Verhältnis 1:4 Raumteile für den Unterputz.
Für den Oberputz empfehle ich ein Mischungsverhältnis Kalkhydrat zu Zement zu Sand von 2:1:8. Als Sand einen Putzsand 0-2.

Viele Grüße
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.11.12


Vielen Dank für Ihre Informationen. Würden Sie die Putzmischung für den Auftrag auf dem weichen Porenbeton entsprechend anpassen oder funktoniert das Mischverhältnis auf den genannten Untergründen gleichermaßen?

Viele Grüße
Patrick

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| 23.11.12

Sockelputz


Ein "weicher Porenbeton" hat im Sockelbereich nichts zu suchen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.11.12


Unsere Oberkante Bodenplatte ist ca. 10cm über Geländeniveau. Da der Sockel 30cm hoch wird, haben wir 20cm Sockelfläche auf dem Porenbeton unseres Anbaus.
Abgerissen wirds nicht, darum die Frage. ;-)
Bei Häusern komplett aus Porenbeton muss es ja auch funktionieren...

Oder geht es nur um das Beiwort "weich"?

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| 23.11.12

Sockelbereich


Bei Porenbetonhäusern wird im Spritzwasserbereich mit anderen Steinfestigkeiten gearbeitet bzw. "weicher "Porenbeton wird nur oberhalb des Sockelbereiches eingesetzt.
Steine im Sockelbereich sollten frostsicher sein, das sind Druckfestigkeiten etwa ab 8 N/mm².
Die Putzart wird im Sockelbereich nicht gewechselt.

Viele Grüße
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.11.12

@ patrick


QM = Quick Mix - ältere Produkte,
seit Jahren bin ich ohnehin zu Sand+ Bindemittel nach Wunsch umgestiegen. - wie Georg es oben beschreibt.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 23.11.12

sockelputz


also bei mischmauerwerk wie in ihrem fall muß grundsätzlich gewebe mit eingearbeitet werden. zum Putz generell würde ich wenn es der geldbeutel zu lässt zu Sockel sm raten, giebt es von knauf und maxit, die führen es beide unter den namen sockel sm, er enthält zusätzlich feine fasern die risse vermeiden. sollte das geld eine rolle spielen könnte man auch einen reinen Zementputz verwenden wie ip 14 oder ip 14 sockelputz(unterscheidet sich im besseren filzverhalten zum ip 14) von maxit. auf keinen fall kalkzementputz nehmen.
man kann ein- oder zweilagig arbeiten. als laie ist es besser zweilagig zu arbeiten, also sockel putzen nach ausreichender festigkeit(aber nicht wenn er ausgehärtet ist) abrappen mit dem rapper und am nächsten tag eine dünne schicht zum filzen aufziehen. von baumarktputz würde ich abraten, nicht weil er vieleicht nicht halten würde sondern die verarbeitung würde sicherlich jeden laien verzweifeln lassen :-). von den hier teilweise vorangegangenen vorschlägen zur verwendung von kalkzementputz generell oder auch nur in der 2. lage rate ich dringlichst ab, kalkzementputz hat im spritzwasserbereich nichts zu suchen.


alex | 02.12.12

Sockelputz


Warum sollte Kalkzementputz nicht im Sockelbereich angewandt werden?
Gibt es ein Anwendungsverbot, wenn ja wo steht das?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 02.12.12

sockelputz


das lernt man in der ausbildung! hab selbst schon unzählige häuser und Sockel mit verputzt und weder wir noch andere baufirmen haben jemals kalkzementputz für den sockel verwendet, man benutzt nicht mal kalkzementmörtel zum mauern im erdbereich sondern auch nur reinen zementmörtel. so ein sockel ist besonders der Feuchtigkeit durch Spritzwasser ausgesetzt wer da kalkzementputz verwendet bitte, ich hab schon wunderputze gesehen auf kalkzementbasis welche angeblich für den Sockelbereich zugelassen sind, die sind nach einem jahr runter gebröselt.

mfg alex


alex | 03.12.12

Sockelputz


Da muß ich Sie korrigieren, lieber Alex.
Es kommt nicht darauf an ob auch Kalk im Putz ist oder nur Zement.
Festigkeit und damit Frostsicherheit sind die wichtigen Eigenschaften auf die es beim Sockelputz ankommt.
Sie (oder ihr Chef) sollten sich mal wieder mit den technischen Regeln des Putzergewerkes auseinandersetzen wenn Sie so etwas ausführen.
Ich empfehle Ihnen dazu die Lektüre der DIN 18550, insbesondere die Tabelle 2 und die DIN EN 998-1. Dort finden sie etwas zu den Druckfestigkeitskategorien von Putzen.
Für den Praktiker sehr nützlich finde ich die "Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton" des Industrieverbandes WerkMörtel e.V..

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.12.12

sockelputz


ob din oder nicht din, Kalk hat die eigenschaft sich mit den jahren auszuwaschen, früher wurde ja meist auf Zement verzichtet aus kostengründen und bei vielen älteren mauern hat man heute nur noch den blanken Sand zwischen den fugen oder an der wand, reiner Zementmörtel oder Putz nimmt im gegensatz zu einem kalkzementmörtel kaum bis gar keine Feuchtigkeit auf. die druckfestigkeit ist doch gar nicht gefragt sondern ob der putz feuchtigkeit zieht oder nicht.
und kalkzementputz nimmt feuchtigkeit auf und im Sockelbereich ist das nun mal am stärksten, hier ist das ja nicht nur reiner regen sondern auch schmutz oder Salz im winter. kalkzementputz ist doch bei einer fasade auch nie die oberste lage da kommt doch immer ein Oberputz in form eines strukturputzes oder ähnlichem drüber, oder wenn z.b. ein klinkermauerwerk vorgeblendet wird nimmt man vormauermörtel, da ist auch kein kalk drin, oder auch bei schornsteinköpfen auch vormauermörtel oder zementmörtel und warum? weil kalk zu ausblühungen führt und sich über die jahre auswäscht.

mfg alex


alex | 03.12.12


und im übrigen muß laut DIN 18550 ein sockelputz wasserabweisend sein, das sind wohl in der regel keine kalkzementputzte schon gar kein selbst angemischter der sowiso nie dingerecht sein kann, das würde vorraussetzen das hier mit messbecher gearbeitet wird sich nicht verzählt wird, und wo ist das zusatzmittel in ihrem mischungsverhältniss das den Putz am ende wasserabweisend macht??
mfg alex


alex | 03.12.12

Sockelputz


dafälltmireigentlichnixmehrzuein.
Nun lebe ich als Sachverständiger mehr oder weniger von den fachlichen Einstellungen wie den Ihrigen, lieber alex.
Genauer gesagt von den Ergebnissen solcher Überzeugungen, wenn ich Gutachten darüber schreibe.
Ein Maurer (ich nehme mal an Sie sind einer) muß nun nicht unbedingt die chemischen Abläufe und Zusammenhänge bei der Mörtelbindung kennen.
Ich versuche Ihnen nur vorsichtig nahezubringen das diese Vorgänge alle etwas komplexer sind als in Ihrer Sichtweise dargestellt.
Sie brauchen das nicht zu verstehen, aber die geltenden technischen Regeln des Putzerhandwerkes sollten Sie schon in ihren Grundzügen kennen.

viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.12.12

sockelputz


ja war klaar, theorie und praxis passen nicht zusammen, vermutlich werden die leute hier auf ihren rat hören und guten gewissens fröhlich den kalkzementputz an ihren Sockel kleistern, ok einige Hersteller dieser putze sagen es geht aber nur unter verwendung gewisser zusatzmittel bitte, im schlimmsten fall werden die leute sogar den Putz selber mischen, laien die versuchen nen selbst angekneteten putz ohne zuschlagstoffe die die verarbeitung erleichter womöglich noch ungeeigneter Sand oder den falschen Kalk , eventuell beim anrühren hier und da mal verzählt und ne schippe zu viel sand rein :-) und dann beim aufziehen die plörre von der Wand fällt da keine haftungsverbessernde zuschlagstoffe drin sind, und das ganze noch auf den Porenbeton oha der die Feuchtigkeit eh schneller einzieht.
aber oh ich hab die din vergessen wie konnte ich, natürlich geht das wenn die din das sagt, viel spaß :-)

(die lösung war zu einfach deshalb werden wir es umständlicher machen)
was kann den schon so ein dummer maurergeselle wissen, keine ahnung von Chemie :-), die schmieren die pampe doch nur an die wand. nur gut das es leute ihren schlages giebt die alles berechnen können.

mfg alex


alex | 04.12.12

@ georg


Alex hat Recht, was die Ausbildung der Maurer/Putzer betrifft, in den Lehrbüchern für Maurer alter und Neuer zeit steht - PIII für Sockelputz, PII für normalen Außenputz.
Nun steht die Frage, warum die Ausbildung anders ist als die DIN ???????????????

Selbst in "Der schadenfreie Hochbau" (R.Müller-Verlag") steht noch in der 2. Ausgabe auf Seite 52 - weilagiger Sockelputz PIII, wobei da keine leichtziegel als Mauerwerk dargestellt sind.) Denn das lernt der Maurer auch in der Ausbildung - leichtziegel und Porenbeton verträgt keinen Zementputz - deshalb gibt es fertige Sockelputze - mit denen ich aber negative Erfahrungen gemacht habe.

Ich bitte deshalb um eine weitere s a c h l ic h e (!) Diskussion, um mein Rübe auf den aktuellen Stand zu bringen. Theorie und Praxis sollten schon vernünftig miteinander reden können !
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 04.12.12

sockelputz


also mit leichtziegel meinst du mit sicherheit die hochlochziegel oder porotonsteine nehme ich an, das die keinen Zementputz vertragen sollen ist mir neu,zementputz klebt genau so gut wie kalkzementputz an der wand, fakt jedoch ist das zementputz mehr Spannung hat als kalkzementputz und es zu spannungsrissen kommen kann aber das sind wirklich nur feine haarrisse, mittlerweile sind die sockelputze aber schon so vergütet das sie wesentlich flexiebler sind als früher. deine schlechten erfahrungen mit fertigputz sind durchaus begründet, Putz ist nicht gleich putz jeder Hersteller verwendet andere zuschlagstoffe und qm Quickmix ist wirklich nicht der beste :-) ich will keine werbung machen aber die firma maxit ist weltklasse was putz betrifft. Porenbeton kann natürlich auch mit zement- oder kalkzementputz verputzt werden, jedoch muß hier der Untergrund vorbehandelt werden, eigentlich egal welcher putz hierfür verwendet wird auch Gipsputz oder kalkgipsputz, porenbeton entzieht dem putz extrem schnell die Feuchtigkeit das führt zu einem zu schnellen abbinden und der putz würde im schlimmsten fall wieder abfallen, also mußt du hier erst mal grundieren damit das saugverhalten reduziert wird, wichtig!!! nur reduziert, nicht verhindert, auf einer wasserabweisenden fläche haftet kein normaler putz mehr, der grund das ein putz an der Wand hällt ist ja gerade die kapilarwirkung vom mauerwerk. den begriff DIN kannst du Streichen das ist in der realität so selten wie geld auf der straße, bei selbst angerührten material, egal ob putz, mörtel, Estrich oder Beton ist eine DIN nicht umsetztbar da mit sicherheit keiner grammgenau mischen kann, es wird sich auch niemand mit nem messbecher hinstellen und selbst wenn, müßte der Sand oder Kies trocken sein. und bei sackware müßte das wasser das du zugiebst auch peinlichst genau abgemessen sein, etwas zu viel oder zu wenig wasser! falscher wasserzementwert! DIN flöten, und mal ehrlich, wer stellt sich auf der Baustelle hin und messend sein wasser genau ab.
also du siehst das theorie und praxis zwei paar schuhe sind, aber nur weil etwas nicht der DIN entspricht, ist es immer noch ok. klaar macht es mächtig eindruck wenn ich bei den leuten mit DIN und vorschriften angeben kann, aber wie gesagt, die realität ist eine andere.

so, lange rede kurzer sinn,lach
mfg alex


alex | 04.12.12

@ Alex


wenn es auf einen nicht zutrifft: "macht es mächtig eindruck wenn ich bei den leuten mit DIN und vorschriften angeben kann", dann auf unseren hocgeschätzten Georg, der nach meinem Wissen übrigens die gleiche Grundausbildung hast wie Du und ich. Bitte auch von Deiner Seite etwas mehr Respekt!

Und wenn Du die Putzregeln für leichte Ziegel "Hochlochziegel oder porotonsteine" nicht kennst - musst Du Dir mal wieder das kleine Ziegellexikon von Ziegelforum zu Gemüte führen. Dies wurd eigentlich für die Leute von der Praixs geschrieben. Dort ist der Sockelputz ausdrücklich als dreilagiger Putz, oberste Schicht als PIIb beschrieben. Und das geht auch als Handmischung, ich verzichte gern auf Sackware, wo es möglich ist.
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| 04.12.12

Hallo


lieber olaf ich habe 10 jahre lang nichts anderes gemacht als häuser verputz, innen und ausen und denkbar jeden Untergrund gehabt den es giebt, altbauden und neubauden war alles dabei, ich hab mit gesellen zusammen gearbeitet die mit sicherheit mehr berufsjahre hinter sich haben als einige von uns zusammen.
ich kann mich nicht erinnern das jamals eine Wand wieder abgefallen ist.
wenn es eines giebt das ich gelernt habe, ist es das die meinung und Erfahrung eines erfahrenen gesellen mehr wiegt als was in einem buch steht.
und damit beende ich diese diskusion.


alex | 05.12.12


Bei dieser weiteren Unverschämtheit möchte ich noch mal zum Besten geben, dass sich sicher vom Meister bis zum Gesellen niemand um eine Arbeit schert, die er vor 10 Jahren gemacht hat. Und ich Maße es mir an, mittlerweile am Wortlaut und der Ausdrucksweise erkennen zu können, wie jemand ungefähr tickt... Handwerker mit einem derart festgefahrenen Geltungsbedürfnis wie Alex ohne Bewegungsspielsraum, unbelehrbar und unwillig meine eigenen Vorgaben umzusetzen, "weil es schon immer anders gemacht wird" fliegen direkt vom Hof.
Ich kenne genau zwei Handwerker, die nicht so drauf sind und auch im Nachhinein noch stolz auf und interessiert an Ihrer Arbeit sind. Sie gehören auf meine Empfehlungsliste und werden gut gepflegt.

Meine Erfahrung mit Handwerkern jeglicher Art ist, dass die einfache Verarbeitung eines Materials das absolut Entscheidende ist, nicht die Langzeitqualität oder Standzeit der Arbeit.
Kein Wunder in unserer "Geiz ist Geil" Zeit, aber auch kein Wunder, dass die meisten Handwerker bei mir mittlerweile auf einer Stufe mit Gebrauchtwagenhändlern und Solarienbetreibern stehen.

Gut an der ganzen Sache ist, dass sich zumindest denkende Menschen wieder darum bemühen, Qualität zu bekommen - damit werden dann automatisch Werte wieder weiter oben angesiedelt...

Mir scheint der von mir gewissenhaft selbstgemischte Putz in vielen Fällen besser gelungen als so manche Sackware. Wie will man es auch mit Gewissheit sagen können?
Da sicher auch "schlechter" Putz 50 Jahre und älter werden kann, trete bitte der nach vorn, der bei der Sanierung eines Hauses einen brocken Putz in der Hand hatte und klar sagen konnte "Baustellenmischung - war klar". Alles andere sind sinn- und rückhaltlose Vermutungen und Spekulationen.

Viele Grüße
Patrick

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.12.12

Sockelputz


Vielleicht sollte ich noch mal zum Anfang dieses Streites zurückkehren.
Ich empfahl PIII als Unterputz und PII als Oberputz. Die von mir später angegebenen Mischungsverhältnisse stammen übrigens aus der DIN.
Alex hat behauptet. ..."auf keinen Fall Kalkzementputz nehmen."
Meine Frage war warum bzw. wo ist das festgelegt.
Es geht mir nicht darum das man PIII nicht nehmen soll, sondern warum PII kategorisch abgelehnt wird.
Seine Antwort ging in die Richtung- das machen alle so, das lernt man schon als Lehrling...
Stimmt, ich habe das als Lehrling auch gelernt das man im Sockelbereich PIII nimmt. Das ist aber lange her.
Nach den heutigen geltenden technischen Regeln geht eben auch PII als Oberputz.
Nicht weil da Kalk drin ist sondern weil nach den aktuellen Regeln die Frostsicherheit und der Regenschutz das Hauptkriterium für den Einsatz eines Sockelputzes geworden ist.
Außerdem werden heute im Gegensatz zu meiner Lehrzeit, wo noch fleißig in den Trommelmischer geschippt wurde,im gewerblichen Bereich Werktrockenmörtel mit definierten Eigenschaften und gleichbleibender Qualität eingesetzt.
Diese Kalk- und Kalkzementputze ebenso wie Zementputze sind in verschiedenen Druckfestigkeitskategorien klassifiziert. Davon hängen diese beiden o.g. Eigenschaften ab, nicht welche Bindemittel drin sind.

Ich zitiere mal aus der DIN 18550, in der die Putzmörtel definiert werden:
PI: Luftkalkmörtel, Mörtel mit hydraulischem Kalk
PII: Kalkzementmörtel, Mörtel mit hochhydraulischem Kalk oder mit Putz- und Mauerbinder
PIII: Zementmörtel mit oder ohne Zusatz von Kalkhydrat.

Ob ein Kalkzementmörtel als PII oder PIII klassifiziert ist hängt also nicht davon ab, ob Kalk drin ist oder nicht. In beiden kann Kalk sein.
Kommen wir zur wichtigsten Eigenschaft, der Druckfestigkeit.
Putze, egal ob PI, PII, PIII oder PIV, werden in folgende Druckfestigkeitsklassen eingeteilt:
CS I 0,4-2,5 N/mm²
CSII 1,5 - 5,0 N/mm²
CSIII 3,5 - 7,5 N/mm²
CS IV größer 6 N/mm²
Ein PII kann danach genauso wie ein PIII in die Festigkeitskategorie CS III gehören. Die Festigkeit hängt nicht nur vom Bindemittel allein ab sondern auch von der Kornabstufung des Zuschlages, genau wie beim Beton. Die Firma Solubel verkauft einen Sockelputz (SP 50)als PI, der von der Festigkeit her dem Bereich CS III zugeordet werden kann, also einem Zementputz vergleichbar. Obwohl der sich Luftkalkputz nennt, hat er hydraulische Bindemittelanteile. Solubel nennt sie etwas verschämt "mild wirkende Hydraulefaktoren". Egal, es funktioniert. Übrigens ist so ein Putz besser im Sockelbereich geeignet weil er über eine höheren Widerstand gegen manche Salze verfügt als reiner Zementputz.
Dann werden Putzsysteme noch nach ihrem Wasseraufnahmevermögen in zwei Klassen eingeteilt, einmal wasserhemmend (w= 0,5 - 2 kg/(m² x h hoch 0,5)und einmal wasserabweisend (w größer 0,5 kg/(m² x h hoch 0,5, sd größer 2 m, w x sd kleiner 0,2kg/8m x h hoch 0,5).

Damit den armen Maurersleuten das nicht zu kompliziert wird gibt es in der DIN 128550 die Tabelle 2, wo man sich je nach Anforderung die entsprechende Kombination der Putzgruppen heraussuchen kann.
Und da stehen für Außensockelputz folgende Kombinationsmöglichkeiten, nachzulesen in Zeile 27 bis 30:

Unterputz Oberputz
PIII CS IV PIII CS IV
PIII CS IV PII CS III (das war meine Empfehlung)
PII CS III PII CS II (größer 2,5 N/mm²)
PII CS II PII CS II.
Diese Kombinationen erfüllen das Kriterium "wasserabweisend" wenn die vorgeschriebenen Mindestschichtdicken eingehalten werden. Die stehen in Tabelle 9 der DIN.

Es ist also sehr wohl zulässig mit PII in Sockelputzsystemen zu arbeiten.
Das wollte ich alex vorsichtig beibiegen.
Welches System man auswählt hängt u.a. vom Untergrund und seiner Festigkeit ab, seinem Versalzungsgrad und den äußeren Belastungen.

Viel Zement hilft nicht immer viel, alex. Manchmal ist das auch schädlich.
Ihre anderen Weisheiten lasse ich mal unkommentiert.

viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.12.12

eine


gute und sachliche Erklärung, wie wir es von Georg kennen - und auch leserlich geschrieben.

... nd auch für mich immer wieder gut zur Auffrischung der Theorie, da ich auch lieber die Keller schwinge - und das mit Sand + Bindemittel. Da merkt man nicht wirklich, daß aus auf 9 Schippen Sand nur 2,5 Kalk kamen - meist ist es doch eher anders herum - oftmals landete doch noch die Angstschippe Kalk im Mischer - und der Putz war zu fettig. Nur mein Schwiegervater - von Beruf Werkzeugmacher !!) arbeitete mit abgestrichen Eimern als Maß. Und das Wasser sellt man soweiso so ein, wie mans braucht je nach Untergrund, Witterung und Zeit zum Verreiben...
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 05.12.12


Vielen Dank erst einmal für Eure Ratschläge!
Eine Frage hätte ich noch, mit der Bitte um Klärung:
Da ja auch der Zementputz ordentlich Wasser saugen wird, stellt sich die Frage nach dem Anstrich.
Eine sperrende Sockelfarbe verhindert zwar den Feuchteeintrag von vorne, jedoch kann von unten her immer noch Wasser aufgenommen werden, das dann nicht mehr raus kann. Eine Silikatfarbe wäre m.E. nicht schlecht, wird für Sockel jedoch als gänzlich ungeeignet beschrieben. Was sagt Eure Erfahrung?

Viele Grüße
Patrick

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.12.12

Ich


nehme im Sockelberecih gar keinen Anstrich - wird eh grau und dreckig !
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.12.12

sockel


ok auch wenn es hier vieleicht einige besser wissen aber egal.
ich hab oft genug mit vertretern von Putz zusammengearbeitet, soviel Feuchtigkeit wie sie denken zieht der Zementputz nicht aber dennoch sollte er nicht mit dem erdreich oder so in berührung kommen. auf deutsch, wenn du verputzt fängst du ja nicht genau oberkannte vom gelände an sonder putzt ja immer weiter runter, so und hier kommt der trick die putzkannte unten einfach schön schräg mit der kelle abstoßen und den putz da wo er mit dem erdreich oder oder kiesrandstreifen oder unter dem Pflaster keine ahnung was bei ihnen kommt,auf alle fälle alles was oben nicht rausschaut mit einer dichtschlämme überstreichen. sollten sie mal mit der dichtschlämme etwas zu hoch kommen ist das nicht schlimm, die meisten dichtschlämmen sind problemlos mit farbanstrichen überstreichbar.nehmen sie halt zur sicherheit ne farbwalze weiter oben für die dichtschlämme, sieht ja doof aus wenn sie eine Bürste haben und übers ziel hinaus geraten sind :-) das überdeckt die beste Farbe nicht mehr.
viel spaß bei ihrem vorhaben und gutes gelingen.
und immer dran denken, je genauer man arbeitet desto weniger nacharbeiten hat man am ende.

mfg alex


alex | 07.12.12

sockel


ach so die frage nach der farbe:-), am besten geeignet sind meiner meinung nach Silikonharzfarbe oder dispersionsfarbe
damit hatte ich nie probleme.


alex | 07.12.12

Putz-Bilder aus der Bilddatenbank: