Mit Eternit verkleidete Fassade

Liebes Forum,

ich habe ein Fachwerkhaus gekauft und bin seit 3 Monaten an der Innensanierung.
Es ist um 1900 als nicht sichtbares Fachwerk gebaut worden und in den 50er Jahren eine hinterlüftete Eternitfassade aufgebracht worden (Wetterschutz?). Zu dem Thema Aussendämmung, bekomme ich sehr unterschiedliche Meinungen zu hören. Das Haus hat nur 11-12cm Aussenbalken, die Gefache sind Ausgemauert, Gesamtdicke der verputzten Aussenwand nur gute 14 cm. Lohnt es sich vom Dämmwert her das Eternit runterzureissen und eine Aussendämmung (z.B. 6x10cm Balken, darüber Weichfaserplatte, in die Gefache Isoflock pumpen) aufzubringen?

Vielen Dank!

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| 18.01.16

Das lohnt sich ganz sicher


Hier dürften Sie sogar eine realistische Changs haben die Kosten der Maßnahme über die Energieeinsparung wieder einzufahren bevor Ihnen die Dämmung von der Wand fällt.
Das war nicht ironisch gemeint!
Viel spürbarer aber wird der Gewinn an Wohnkomfort sein.

Bitte, bitte denken Sie aber daran, Eternit ist Asbestzement.
Nicht das man das nicht anfassen darf oder das man das nie wieder los wird.
Geht alles wenn man weis worauf es ankommt.

Darum der hier.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 18.01.16

Außendämmung lohnenswert?


Suche mal nach Beiträgen zu Außendämmung.
Wenn es gestalterisch und von Dachüberständen oder anderen Bedingungen her möglich ist lohnt sich eine Außendämmung am meisten und ist bauphysikalisch am besten und effektivsten.

Die Fenster müßten ggf neu eingebaut werden, Sockeldetails geprüft werden etc.
Außenverkleidung könnte mit Naturschiefer (teuer aber ewig haltbar) oder Holzschindeln (Lärche, Zeder) hergestellt werden- die könntest du evt auch selbst anbringen.

Wenn du Bilder der Fassade hast kann ich zur Dämmung Vorschläge machen-ggf an meine mailadresse schicken
Hier die Suchfunktion bemühen

Andreas Teich

Massive Dämmung wird im Sommer nicht Nass


Ich empfehle Ihnen eine Holzwolleplatte in 50 mm, mit Stufenfalz, einfach vor das Fachwerk zu schrauben und mit Kalkputz veredeln.
Die Platten haben ein Raumgewicht von 390 kg (pro Kubikmeter)
So wird aus der Fachwerkwand noch eine kleine Massivwand.
Der Wohnkomfort steigt erheblich.

50 mm reichen hier vollkommen aus.

Der Nachteil bei leichter Dämmung ist, dass diese im Sommer auf den Seiten wo die Sonne scheint sehr heiß wird, abends abkühlt und nass wird. Dadurch dann im laufe der Jahre Schäden an der Holzkonstruktion entstehen und die Fassade außen anfängt zu schimmeln.

Also für mich ist kostengünstig auf Dauer zum Beispiel mit:

Heraklith M von Knauf 50 mm, mit einem guten Kalkputz drauf. Hält mind. 100 Jahre.

Viele Grüße

Jens Urbas

Aus dem Sauerland


anonymus | 20.01.16

Außendämmung


Heraklith ist nun zwar stabil, hat aber mit 0,9 W/m² keinen phantastischen Dämmwert.
Holzfaserplatten sind in der Hinsicht fast doppelt so gut, etwa 100 kg leichter je m³.
Meine 60 mm Holzfaserplatten an der Fassade waren fast 2 Jahre unverkleidet- auch nach Westen, wo dieses Jahr sehr hohe Temperaturen herrschten- da konnte ich keine Auffeuchtung bemerken.
Geschnittene, waagerechte Stellen wurden bei Regen stark durchnässt- die sind aber aufgrund hoher Kapillarität wieder ziemlich schnell getrocknet.

Bauphysikalisch besser ist ohnehin eine hinterlüftete Fassade, bei der nach Jahrzehnten die Wetterschutzverkleidung erneuert werden kann- wobei die bei Naturschiefer sicher weit über 100 Jahre hält.

Andreas Teich

@Andreas Teich


Hallo,

Holzfaserdämmplatten haben eine bessere WLG wie Heraklith, keine Frage!

Wie beurteilen Sie die Zusammensetzung von Holzfaserplatten?

Kann sich das Gefüge dieser Platten vielleicht verändern im Laufe der Zeit,
das Diffusion eingeschränkt wird? So das die geplante Funktion nicht mehr funktioniert? Inhaltsstoffe sind ja Kleber, Paraffin und ggf. Flammschutzmittel. Sogar Platten hergestellt im Nassverfahren werden ab 2 cm aufeinander geklebt und mit Paraffin getränkt, bzw Hydrophobiert.
Durch die Hydophobierung sind die Platten erstmal vor allzu großer Feuchte auf der Oberfläche geschützt. An den Schnittkanten nicht wirklich, deshalb durchfeuchten diese ggf.

Dann stellt sich mir die Frage: Können hydrophobierte Holzfaserplatten überhaupt eine Diffusion oder gar Sorption zulassen?

Hinterlüftete Fassade ist für die Nordseite eine Alternative finde ich. Aber da wo die Sonne scheint, nimmt diese doch die natürliche Funktion der Fassade.oder?

Jens Urbas


anonymus | 21.01.16

Man..


könnte beispielsweise auch eine Holzfaserdämmung mit Untergrundausgleich wie z.B. die UdiReco nehmen und anschließend Verputzen (Kalkputz).
Am beständigsten und zugleich pflegeleicht wäre natürlich Naturschiefer auf einer Schalung bzw. Unterkonstruktion, die
in entsprechender Stärke mit Zellulose ausgeflockt oder mit
Stopfhanf ausgestopft werden könnte.

Hinterlüftung nicht vergessen!

Freundliche Grüße

GFM-mbH
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GFM - Ges. f. Fachwerksanierung u. Anstrich mbH | | 28.01.16

Eternit-Bilder aus der Bilddatenbank: