Fachwerk.de - Löcher für Zaunpfähle auf stützender Natursteinmauer?

Guten Morgen, wir haben ein ca. 250 Jahre altes Haus aus Naturstein in der Haute-Marne. Es steht am Hang und ist entsprechend terassiert. Die eine Terasse am Haus wird gehalteb von einer etwa 10 m langen und 3 Meter hohen Mauer die sich sichtbar wölbt, was sich aber nicht geändert hat die letzten 7 Jahre. Jetzt wollten wir oben auf der Terrasse einen schmiedeeisernen Zaun anbringen damit wir Kinder dort unbeschwerter spielen lassen können. Jetzt kamen uns aber Bedenken, ob wir der Mauer die Erschütterung eines Pressluftbohrers für die Löcher aussetzen sollen. Wir bräuchten schon 5 mal ca. 40 cm tiefe und 10 cm breite Löcher für die Pfosten. Können wir das wagen? Würden die Löcher natürlich nicht mit Beton ausgießen sondern eine (fast) zementfreie Mischung nehmen.
Würde mich sehr über Einschätzungen der Profis freuen. Viele Grüße A. Herrmann
Respekt vor der Klugheit früherer Baumeister
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Anette Herrmann | 28.07.09
Zaunpfähle setzen
Hallo Anette,
die Wölbung der Mauer sollten Sie sich unbedingt genauer ansehen, auch wenn sich die letzten Jahre nichts bewegt hat.
Gibt bzw. gab es oberhalb, also im Randbereich der Terrasse, Absenkungen?
Wenn sich eine Stützmauer auswölbt, dann entsteht ein Hohlraum, der sich normalerweise mit Erde füllt.
Es kann aber auch hohl bleiben, wenn Sie eine mit Naturstein bekleidete Schwergewichtsstützmauer aus Beton haben. Da können Sie die Zaunpfähle zwar gut verankern, die gelöste Steinschale kann aber abstürzen.
Falls es eine klassische Trockenmauer ist, geht das mit den Zaunpfählen ohnehin so nicht.
Also:
Führen Sie an der Krone der Mauer eine Suchschachtung durch. Legen Sie die Mauerkrone bis ca. 0,50 m Tiefe frei, so können Sie die Dicke, das Material, die Bauweise und den Zusand erkennen.
Dann können Sie entscheiden, wie Sie die Zaunpfähle einbauen.
Oder sich mit ein paar Fotos vom Zustand hier noch mal melden.

Viele Grüße

p.s. Warum wollen Sie auf Zement beim Verankern der Zaunpfähle verzichten?
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 28.07.09
diese Arbeiten
könnten das Ende deiner Wand bedeuten, denn das Ausstemmen der löcher ist nicht so wie ein Loch graben. Meist löst man dabei ganze Steine aus dem Verbund. Alternativ wäre eine Fußplatte an die Zaunsäulen zu schweißen und diese dann mit großen Steinschrauben auf die Mauer und ein zuvor hegestellten Betonfuß als stabiles Auflager (wenn die Mauerkrohne sehr uneben ist) schrauben. Eventell bei einigen Stützen noch eine Schräge Stütze vorn über die Wand füren und dann mit Bogen zurück an die Vorderseite ziehen um dort noch festzuschrauben, ähnlich wie man das bei alten Balkonen sieht.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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Olaf aus Sachsen | 28.07.09

Vielen Dank für die raschen Antworten!
Wir werden uns die Mauer unter den genannten Gesichtpunkten anschauen. Es ist übrigens eine Natursteinmauer.

@Georg Bötcher: . Warum kein Beton: Unseres Wissens greift Zement den Naturstein an. Deshalb dürfen z.B. auch die Natursteinmauern der Gegend nicht mehr mit Beton zusammengehalten werden.
Viele Grüße
Anette
Respekt vor der Klugheit früherer Baumeister
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Anette Herrmann | 28.07.09
Zaunpfähle setzen
Das Beton Natursteinmauern angreift, ist so gegerell nicht richtig. Nur bei einigen Gesteinen, z.B. Anhydrit, kann es mit den Zementmineralien zu einer Reaktion kommen, die den Zement zerstören kann.
Ansonsten ist Naturstein in Form von Sand, Schotter, Splitt und Kies Bestandteil des Betons.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 28.07.09
Löcher
Hallo


Versucht es mal mit Kernbohrungen, kosten zwar um Einiges mehr aber ist erschütterungsfrei. Dabei wird eine Diamantbohrkrone mit Wasserkühlung in den Stein gebohrt, der Kern wird einfach abgebrochen...

Hab ich 7 Jahre gemacht und weiß, wie es geht.... *fg*

Übrigends wurden früher die Pfosten mit Blei im Naturstein vergossen, hält ewig und treibt das Material nicht auseinander....


Andreas
Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man `nen Arbeitskreis
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Andreas Kapitzke | 30.07.09

Bei der Ausführung mittels Kernbohrung sollte man auf jedenfall darauf achten, dass es eine erfahrene Firma ist und sich mit Bohrungen in Naturstein auskennt.

Die Kosten pro Bohrung bei 50 cm Tiefe und 10 cm Durchmesser liegen bei ca. € 80,00.

Desweiteren kann man durch diese Methode auch noch etwas zur Stabilisierung der Wand tun in dem man die Kernbohrungen mit einer natursteinverdräglichen Suspension verfüllt und in diese dann die Zaunpfähle einbaut.


Grüße
Dieter Neff
Misserfolg ist lediglich eine Gelegenheit, mit neuen Ansichten noch einmal anzufangen. (Henry Ford)
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Fachplanung-Bauhermetik | Dieter Neff | 30.07.09

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