Liaporestrich, Zementgebunden, Belegreife

Liebe Leute,

ein Bauherr läßt gerade einen leicht zementgebundenen Liapor-Leichtestrich verbauen. Anschließend sollen Holzweichfaserplatten mit Lagerhölzern vom Bauherren eingebaut werden, dann verlege ich eine 25mm-Massivdielung in verschiedenen Holzarten. Schön.

Grundsätzlich muß mich der Liaporestrich ja wohl nicht kümmern, meine Verlegeoberfläche ist HWPL. Trotzdem würde ich gern wissen, wie die Belegreife des Liaporestrichs ermittelt werden kann. Das Thema kam schon öfter, und auch der bauleitende Architekt kommt da nur mit Bauchgefühl, die ausführende Firma meint, das Wasser würde ganz überwiegend chemisch gebunden, der Estrich wäre sehr schnell trocken.

Das Ganze ist eine Baustellenmischung, somit kann ich auch nicht wirklich auf den Hersteller einer Sackware zugehen.

Ich freue mich auf Euere Erfahrungen.

Thomas W. Böhme
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 18.08.08

Liapor


Hallo Thomas,
Liapor gibt folgende Rezeptur für eine zementverfestigte Liaporschicht an:
150- 200 kg Zement und 150 - 200 l Wasser (Verhältnis 1:1) ergeben 300- 400 kg bzw. 250 - 350 l Zementleim pro m³ Liapor.
Die Ummantelung der Körner kann im Zementmischer erfolgen durch Zugabe der Körner in den Zementleim oder durch Übergießen des eingebauten Liapors mit Zementleim.
Ich würde mit einer geringeren Menge Leim pro m³ beginnen, also soviel Liapor zu etwas Leim in den Mischer geben, bis die Körner von einem Zementfilm umgeben sind, aber nicht darin schwimmen.
Das überschüssige Anmachwasser sollte je nach Temperaturbedingungen nach etwa 1 Woche heraus sein.
Um das zu überprüfen, schlage ich die Anfertigung eines Probestückes gleicher Einbaudicke vor (kleine Holzkiste o.ä.), das im Einbauort gelagert wird. Nach 1 Woche kann dann mit einem Darrversuch der freie Wassergehalt festgestellt werden. Der Zement hydratisiert noch nach, richtig trocken ist er erst nach etwa 3 - 4 Wochen.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 18.08.08

@ Georg


Danke für Deine Hinweise. Mir stellt sich dazu nur die Frage, ab welcher prozentualen Feuchte der Estrich belegreif ist (für Zementestriche gibt es da ja konkrete Werte), und ob es für die Darrprobe vielleich liaporspezifische Ausführungsbedingungen gibt, die von einer Darrprobe für Zementestrich abweichen.

Die Idee mit dem separaten Kästchen ist gut, ich werde dazu aber eher ein Plastegefäß nehmen. Mutters Tupperware saugt kein Wasser :-)

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 18.08.08

Liapor


Die Idee mit der Darrprobe stammt von mir und nicht von Liapor.
Im Handbuch wird verfestigte Schüttung nur als Dämmlage unter Estrich und Fliesen genannt, auch bei Balkenlagen.
Ich denke, man geht davon aus, das der Feuchteausgleich durch die diffusionsoffene Unterseite der Decke erfolgt.

Bei Weichfaserplatten und Trockenestrich (die man Dielung sicher gleichsetzen kann) wird Trockenschüttung als Ausgleichsschicht auf Balkenlagen und Beton angegeben.
Demnach müsste eine Trockenschüttung auch unter dem geplanten Aufbau funktionieren, wenn:
- rundes, kein gebrochenes Korn verwendet und
- das Liapor durch Randbegrenzung am Auswandern gehindert wird.

Bei der Feuchte würde ich mich im Zweifelsfall an die Werte von Zementestrich orientieren, also unter 5 M-% Eigenfeuchte. Das geht auch mit einem CM- Gerät zu messen.

Folgende Werte habe ich noch im Handbuch gefunden:

Liapor 3 lose Liapor 3 mit Zement

Schüttdichte kg/m³ 300 500
Korngruppe mm 4-8 4-16
Belastbarkeit MN/m² 0,5 1,5
Wärmeleitfähigkeit 0,10 0,13
Ausgleichsfeuchte
in Vol.-% 0,03 4
Zementanteil auf 1 m³ 150 kg

Danach müssten ca. 60 - 80 l Wasser pro m³ wieder aus der Schüttung verdunsten, um auf die angegebene Gleichgewichtsfeuchte zu kommen.


Stimmt, Tupperware ist besser!
Ich hoffe, Du kriegst deshalb keinen Ärger.

Viele Grüße
p.s. hab vergessen, mich einzuloggen!


anonymus | 18.08.08

Danke,


damit komme ich hin, denke ich.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 18.08.08