Hilfe, mein Fachwerk platzt weg........Lehmausfachung- Kellenschnitt?

Hallo Leute,
ich habe mal ne Frage weil ich gerade verrückt werde. Ich habe vpor 4 Jahren ein altes Fachwerkhaus aus dem jahr 1945 gekauft und dort die Ausfachungen alle rausgeholt. Im Aussenbereich habe ich die alle mit Claytec Lehmsteinen ausgemauert und dann von Gräfix erst Grob un dann Feinputz aufgetragen. Mein Mauer (78 Jahre alt) meinte, dass er einen Kellenschnitt machen würde.Ich habe dann bei Claytec angerufen und mir aus dem Internet Anweisungen runtergeladen und die sagten alle aus, dass man den Kellenschnitt nicht machen braucht. Dass muss man nur bei den Bims... aber nicht bei dem flexiblen Lehm. So haben wir das dann auch gemacht und nun platzt mir überall an dem Übergang zum Holzbalken der Putz ab.
So eine RIESEN......
Die Frage ist nun wie ich das wieder beheben kann. Mein Plan ist nun mit einem Messer den Kellenschnitt nachträflich einziehen, beiputzen, beistreichen.
Wird man wahrseinlich immer sehen und es wird ne schweine Arbeit sein...
Habt ihr da zufällig Erfahrungen oder sonstige Ideen???

Beste Grüße aus der Eifel
Jens
Das Alter erhalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.06.09


Der Kellenschnitt ist quasi unumgänglich, egal welcher Baustoff, da die Holzkonstruktion,ob Fachwerk oder Ständerwerk, immer Arbeitet.

Die Arbeitsschritte, wie Sie beschrieben haben sind genau richtig. Besser wäre vielleicht, erst gut anfeuchten,durchfilzen und dann zum schluss den Kellenschnitt ausführen.

Schönen Grüß aus Zingsheim
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 13.06.09

Kellenschnitt unumgänglich?


Hallo Jens,
leider kann ich dir keine Lösung aus dem Ärmel schütteln.

@Sascha
Hallo Sascha, du würdest also auch ein 500 Jahre altes Fachwerk Verputzen und mit einem Kellenschnitt ausführen?!Und du glaubst wirklich ein Kellenschnitt schützt vor Schäden?!

(einen ähnlichen Fall gab es ja im Januar? hier im Forum)

Grüße
Mladen
gesund bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Limestone-Kalkbaustoffe | | 13.06.09


@Mladen
ich habe nicht gesagt das ein Kellenschnitt vor allen Schäden schütz, jedoch sollte er i.d.r. immer ausgeführt werden.
Naja, und ein 500 Jahre Haus gibts höchstens noch im Museum, und selbst dort wird bei Sanierungsarbeiten der Kellenschnitt gehandhabt.
Ich habe wahrhaftig schon einige Fachwerkhäuser Saniert und überall den Kellenschnitt gemacht, es gibt niergends irgendwelche Reklamationen bezüglich abplatzungen oder Setzrisse. Also wird es schon einen Grund dafür geben.
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 13.06.09

Kellenschnitt


@Sascha
Hallo Sascha,
seit wann wird der Kellenschnitt gemacht?

Grüße
Mladen
gesund bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Limestone-Kalkbaustoffe | | 13.06.09

Kellenschnitt unumgänglich?


@Sascha,
diesen Turm habe ich 2003 ausgemauert und verputzt, innen wie auch außen.
Ich könnte mir bei diesem über 550 Jahre altem Bauwerk keinen Kellenschnitt vorstellen - im Gegenteil ich fände es abscheulich!
gesund bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Limestone-Kalkbaustoffe | | 13.06.09

Es wird noch schlimmer


Hallo,

schonmal besten Dank für die Informationen. Ich habe gestern mal angefangen und testweise eine Ausfachung mit einem nachträglichen Kellenschnitt versehen und dann das ganze beigespachtetl.
Dabei habe ich dann den MEGA GAU festgestellt. Der Putz hat sich ca. 10-20 cm um den Balken von den Lehmsteinen gelöst.

Ich vermute, es kommt daher dass der Balken druck auf den Outz ausgeübt hat und daher das ganze sich dann gelöst hat.
Habt ihr da ne andere Theorie.
Daher gibt es jetzt nur noch eine Lösung. Der ganze Putz muss an alles Ausfachungen raus und neu gemacht werden, weil wen ich schonmal die ersten 20 cm weg habe, dann kannich den Rest auch wegnehmen. Das ist dann im Endeffekt weniger Arbeit und ich habe eine gleichmäßige Fläche.

Der Hammer ist immer noch, dass Claytec schreibt, man könnte einen Kellenschnitt machen, muss das aber nicht!!! Wahnsinn!!!
Das Alter erhalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.06.09

Verputzen eines Gefaches


Hallo Jens !

Vermutlich liegen da einige Fehler im " System " .
Wenn ich Lehmgefache mit Kalkputz verputze gehe ich wie folgt vor : Bei einer Ausmauerung mit Lehmsteinen ist auf eine gute , rechtwinklige Fugenanordnung für eine bessere Verkrallung des Kalkputzes zu sorgen . Vor Auftrag des Unterputzes wird nach Anfeuchtung eine Kalkschlämpe aus Unterputz auf die Oberfläche eingerieben . In den Unterputz wird Gitex - Armierungsgewebe für außen eingearbeitet . Zusätzlich treibe ich noch einige Plastikdübel (mit großem Rand ) durch das Gitex in den Untergrund . Später kommt die Lage Oberputz drauf .
Dann kann nichts mehr runterfallen .
MFG !
Gregor Hill
Schaue in die Vergangenheit , wenn Du Deine Zukunft gestalten möchtest
Mitglied der Fachwerk.de Community
Baudienstleistungen im Reisegewerbe spez. Lehmarb | | 14.06.09


Hallo Jens,

waren die Leichtlehmsteine und der Lehmmörtel auch tatsächlich trocken, als anschließend der Kalkputz aufgetragen wurde?

Beste Grüße
Johannes
Trau, schau, wem !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.06.09

Stimmt....


...die Diskussion hatten wir schon mal.

Das man bei Calytec sagt, man bräuchte keinen Kellenschnitt verwundert mich etwas, zumal das Arbeitsblatt "Gefach-Reparatur und Außenputz" (von Claytec) eben diesen vorsieht.

Ich habe bei meinem Haus grundsätzlich einen Kellenschnitt gemacht. Probleme gibt es nur dort, wo ich "gepennt" habe und ihn nicht sauber ausgeführt habe. An diesen Stellen platzt der Putz weg.

@Mladen
was findest du daran abscheulich? Einen Kellenschnitt sieht man doch gar nicht.

Gruß
Martin


anonymus | 15.06.09

Kellenschnitt


Hallo,

jau es ist richtig, dass es jetzt bei Claytec drin steht, weil die vor 4 Wochen einen Workshop mit Gräfix (dem Putzanbieter) hatten und das dort diskutiert wurde. Vorher stand drin "gegen einen sauberen kellen schnitt ist nichts einzuwänden" und die Mitarbeiter sagten dass es nicht notwendig ist, wobei Gräfix laut Aussage des Entwicklungsleiters einen Kellenschnitt immer gefordert hat, Claytec da aber Jahre lang anderer Meinung war!!!!!

Egal mit denen habe ich mich genug gezofft!!!!

Ich habe aber noch eine Frage. Du hast geschrieben, dass man den Kellenschnitt nicht sieht.
Hast du den mit Acryl zugemacht???
Da gibt es ja auch unterschieliche Aussagen.
Claytec sagt, dass man den offen lassen soll.
Das Problem was ich sehe. ich wohne in der Eifel, wo es noch richtige Winter gibt. Was macht der Putz, wenn durch den Kellenschnitt viel Wasser eindringt und es dann 2 Stunden später richtig friert. KOmmt hier oft vor. Mir kann da keiner erzählen, dass das dem Putz gut tut.
Andere sagen, dass imemr Wasser eindringt, das Acryl aber verhinder, dass es wieder raus kommt...
Ich hatte schonmal die Überlegung oben und seitlich im Gefache Acryl rein zu spritzen unten aber nicht, damit das Wasser wieder sauber austreten kann.
Wie seht ihr das? Wie habt ihr das gemacht???

Schonmal danke für die guten Ideen...
Gruß Jens
Das Alter erhalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.06.09

Vielleicht...


...liegt da ein Missverständniss meinerseits vor.
Ich verstehe unter Kellenschnitt eine keilförmige, gefachumlaufende Vertiefung zwischen Ausfachung und Balken.

Und zwar unter dem Kalkputz, dass heißt sie wird vor dem Endputz erstellt, und ist somit später gar nicht sichtbar.

In diesen Bereich ist der Kalkputz (oder was auch immer) dann dicker als auf dem Rest des Gefaches. Soll das Eindringen von Wasser erschwerden, stabilisiert den Putz aber eben auch in diesem Bereich.

Außerdem minimiert es die Fugenbildung zwischen Fachwerk und Putz.

[pubimg 13937]

Mißverständnis deshalb, weil dass so auch schon 2000 in der Claytec-Anleitung zu lesen ist. Auf Seite 3.
Da auf dem Ding ein Copyright liegt, kann ich die entsprechende Grafik leider nicht hier reinstellen.

Ach Quatsch. Habe es mal schnell abgemalt:

[pubimg 18177]

Möglicherweise meint ihr ja was ganz anderes.

Gruß
Martin


anonymus | 15.06.09


unter Kellenschnitt verstehe ich einfach eine glatte Trennung von Holz und Ausfachung, also nur mit der Kelle am Balken entlang, und fertig. Ich meinte keinen Keil-schnitt.

Also, Mladen, immer locker bleiben :-)
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 15.06.09

Kellenschnitt


@Martin

Hallo Martin,
ja wenn der Kellenschnitt zugeputzt wird und nicht sichtbar bleibt ist es natürlich, schöner und eleganter als der sichtbare.
Gruß
Mladen

@Sascha
Hallo Sascha,
glaube langsam zu verstehen:-)
Der Keil-schnitt bleibt sichtbar, der Kellenschnitt nicht.
Richtig so?
Danke Sascha, bin ganz locker:-)
Gruß
Mladen

Kellenschnitt

Es kommt selten vor dass ich mal ausmauern muss.
Aber wenn, dann mit Kalkmörtel.Ob Ziegel-, Natur-, oder Lehmstein.
Grüße
Mladen
gesund bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Limestone-Kalkbaustoffe | | 27.06.09