Gipskartonverkleidung 1. OG und Dachgeschoß

Hallo zusammen,

bin über Google auf Euer Forum gestoßen und habe nun schon sehr viel gelesen. (fast die ganze Nacht und bis jetzt ;) )
Nur meine Frage ist leider da nicht beantwortet wurden.

Also ich bewohne ein Stadthaus was um 1900 gebaut wurde. Ist wirklich mitten in der Innenstadt vom schönen Bad Salzuflen im OWL.
Im Erdgeschoß befinden sich 2 kleine Läden. Wir bewohnen den Bereich darüber, also 1. OG und DG. 1. OG ist vollgeschoßig.

Nun meine Frage. ich habe gestern angefangen im Wohnzimmer die alten Tapeten abzumachen. 4 aufeinandergeklebt und mit Latex gestrichen) dabei fällt mir allerdings auch teilweise der Putz mit ab. Unter dem Putz befinden sich Steine, kleine Holzverstrebungen und Stroh (an den Innenwänden). An den Außenwänden ist auch Stroh dazwischen.
Nun habe ich vor mit einer 48mm Lattung Gipskartonplatten dranzumachen. Außen wie Innenwände. Bei den Außenwänden habe ich am Fußboden einen Sockel, wo die Heizkörperrohre mit verkleidet wurden.

Seht Ihr da Probleme hinsichtlich des Taupunkts, also Schimmel ?

Ich weiß Putz ist immer besser, nur geht es hier auch um den Finanziellen Spielraum, den Gipskarton kann ich selber ;)

Wie gesagt es geht um das 1. OG.

Hoffe Ihr könnte mir hier weiterhelfen.

Liebe Grüße

Jörg

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.01.15

Putz


An den Innenwänden ist es am einfachsten den vorhandenen Putz auszubessern, alles wird ja wohl nicht herunter gefallen sein. was fest ist bleibt dran, fehlende Bereiche werden mit Kalkputz ersetzt, bei Bedarf mit Putzarmierung. Die Oberflächen können dann mit einer kalk- oder gipsglätte neu aufgebaut werden.
An den Außenwänden sollten Sie keine Vorsatzschalen verwenden. Sie sind zu gering fehlertolerant was die dampfdichte Ausführung betrifft. Besser ist es die fehlenden Stellen im Putz zu ergänzen und einen gedämmten Trockenputz (Rigitherm) hohlraumfrei aufzukleben. 20 mm Dämmstärke reichen schon aus um Kondensatausfall und Schimmelbildung zu minimieren. Diese Arbeit können auch Laien ausführen.
Aber: Innendämmung ist immer als ganzheitliche Baumaßnahme zu verstehen. Heizung, Fenster, einbindende Innenwände, Decken, Fußböden und Fensterlaibungen sind auf die Innendämmung abzustimmen.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.01.15

Putzoberflächen.....


....sollte man wenn möglich bestenfalls auch wieder im gleichen Materialgefüge herstellen bzw. aufbauen und gestalten.
Kalk, Lehm oder ähnlich.
Gipskarton ist ein Ersatzbaustoff und unterliegt bei ungünstigen Konstruktionseinbauten einem sehr schnellen Schimmelverhalten.
Meistens erst im inneren Bereich, bevor man es dann auch außen erkennt.
Nur dann ist es meistens zu spät!
Außerdem ist es ein Verbundbaustoff und bringt später enorme Entsorgungskosten mit sich.
Weiterhin sollte er vor wässrigen Endbeschichtungen imprägniert werden und das sind Sperrgrundanstriche auf chemischer Basis und unterbinden den Rest seiner Atmungsträgheit.
Aus meiner Sicht würde ich im homogenen Putzsystem verbleiben und homogen arbeiten.

Bin auch gern bereit ihnen telefonisch Unterstützung zukommen zu lassen.

MfG Udo Mühle
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 06.01.15