Nordische Kiefer oder Meranti

Guten Tag und Hallo,

in unserer Fachwerkfassade wurden kleine Klappfenster nach Innen öffnend aus nordischer Kiefer eingebaut. Der Fensterbauer versicherte mir die sehr gute Imprägnierung gegen Blaufäule u.s.w. , nun habe ich aber von anderen "Fachleuten" erfahren das Kiefernfenster schon nach 5-10 Jahren in Würfelform (übertrieben) wieder aus der Wand fallen und ich solle bein nächsten mal unbedingt Meranti Holz verwenden. Ich scheue keiner Arbeit und bin auch bereit die Holzfenster aus nordischer Kiefer zu pflegen, aber ist der Qualitätsunterschied wirklich so enorm oder sind Meranti Fenster einfach nur Pflegeleichter.

Ich würde mich über eine Antwort freuen.

Danke

Gruß jens


jens | 29.04.06

In meinem Haus


gibt es Kiefernfenster, die bereits 50 Jahre alt sind. Meranti ist ein Tropenholz, dass ich in aller Regel nicht einsetze.Wenn doch, sollte es aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen. Hier sehe ich nur die Möglichkeit FSC zertifiziertes Holz zu verwenden um einigermaßen sicher zu sein.
Die Verwendung von Kiefer wird von Greenpeace als kritisch eingestuft, es kommt halt auf die Herkunft des Holzes an. Meranti (Shorea) wird aber als katastrophal eingestuft. Einige der 50 verschiedenen Shorea-Arten sind bereits vom Asusterben bedroht. Meranti wird häufig illegal geschlagen.
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 29.04.06

Danke


Vielen Dank,

aber meinen Sie nicht Meranti unter dem Aspekt Greenpeace ??

Gruss jens


jens | 29.04.06

?


ich meinte Meranti unter dem Aspekt Umweltschutz!
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 29.04.06

100jährige Fenster aus nordischer Kiefer


habe ich bei einem Fachwerkhaus in Niedersachsen in gutem Zustand erlebt. Sehr gute Erfahrungen habe ich bei vielen Projekten mit neuen Kiefernholzfenstern aus dänischer Herstellung gemacht. Dort achten viele Hersteller auf ausgesuchte Holzqualitäten,wobei der Nachhaltigkeit durch regelmäßiges Bäumepflanzen Rechnung getragen wird.
Gute Kieferholzfenster gab es übrigens lange vor Greenpeace-Gründung.
Wenn ich im Amazonasgebiet ein Haus bauen würde, käme natürlich Meranti zum Einsatz.
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
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TEX-BIS Naturbaustoffe | | 29.04.06

Es gibt auch noch ältere Fenster aus Kiefer --


Es gibt auch noch ältere Fenster aus Kiefer --@ Klaus Schillberg -- grundsätzlich gefällt mir Dein Beitrag zu diesem Thema, doch glaube ich kaum, daß man vor
100 Jahren zur Herstellung von Fenstern nordische Kiefer
verwendete -- wohl eher einheimische deutsche Kiefer.
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@ Jens, sag mal, was waren denn das für Eggsbärden , welche
Dir verraten haben, daß Fenster aus Kiefer nach 5 - 10 Jahren in Würfelform aus der Fassade purzeln ?
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Na ja, baue nun schon seit 40 Jahren Fenster ( auch Türen und Möbel) aus Kiefer.
Aber es hat mich noch kein Kunde angerufen, daß ich antreten
solle, um seinen Hof zu kehren.
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Nun aber mal ein paar ernsthafte Gedanken zu der eigentlichen Frage.
Die Acryl - Retortenschlempe, welche dann auch noch als eine
offenporige Dickschichtlasur bezeichnet wird, wird durch die Farbenindustrie und durch die Holzelemente - Herstellungsindustrie als das non plus ultra der Oberflächenbeschichtung für Holz angepriesen.
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In Wahrheit wird das Holzteil von einem Ganzkörperkondom umschlossen.
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Entsteht nun aufgrund des natürlichen Quellens und Schwindens des Holzes und der UV - Strahlung ein kleiner Riß in der " Pelle ", dann kann Wasser eindringen.
Das Wasser wird vom Holz natürlich gerne aufgenommen.
Da es aber nicht wieder verdunsten kann, ist die Schnellkompostierung vorprogrammiert.
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Wir Verarbeiten seit 15 Jahren Holzanstriche auf Naturölbasis und sind damit sehr zufrieden - auch unsere Kunden.
Es handelt sich dabei um Anstriche, welche nur ganz dünne
und tatsächlich offenporige Schichten bilden.
Natürlich muß man diese Anstriche auch pflegen, weil durch
natürliche Abwitterung der Anstrich praktisch verbraucht wird.
Aber ein Abblättern und / oder ein Abschuppen gibt es nicht.
Man muß nicht einmal vor einem Renovierungsanstrich - oder
besser gesagt, einem Erhaltungsanstrich, die Flächen anschleifen - nur trocken abwischen und neue " Nahrung "
für das Wetter auftragen. -- aller 4 - 5 Jahre --
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Um so mehr Farbpigmente der Anstrichstoff enthält, umso
besser ist der UV - Schutz.
Vor Allem dann, wenn möglichst helle Farben verwendet werden.
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Anbei noch ein Foto von einem Fenster aus unserer Werkstatt.
Ein Fenster aus märkischer Kiefer, welches nicht würfelförmig zerfallen wird.
-- nur geölt ----- Kundenwunsch .
Einbauort: nähe Peiting im Allgäu
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Andreas Milling - Tischlermeister
Anfertigung von Verbundfenstern u. Isolierglasf. mit hist..getreuen Profilen und Rahmenquerschnitt
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Tischlerei Milling | | 29.04.06

Tropenholz nein danke


Auch wenn Tropenhölzer sich sehr wohl für ein Fenster eignen würden, bin ich der Meinung man sollte kein Tropenholz verwenden. Auch keine FSC Hölzer !! Wenn man bedenkt wie gross die Korruption in Drittwelt Statten ist und der Preis für FSC Holz um einiges höher liegt als für nicht Zertifiziertes Holz dann liegt es auf der Hand das man Lieber FSC Holz Verkauft auch wen es dieses nicht ist! Da liegt ein grosses Bestechungsgeld parat für ein Zertifikat! Es freut sich die Holzmafia!

Gruss Raphael
Holz isch heimelig
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| 30.04.06

Regionale Hölzer


Das sehe ich auch so. Zertifizierungen sind oft Augenwischerei und wiegen Verarbeiter und Verbraucher in Sicherheit. In Wirklichkeit kommen die Hölzer oft aus illegalem Einschlag. Gedankenlos wird so vom deutschen Häuslebauer die Zerstörung von Lebensgrundlagen für Menschen und Natur in der betroffenen Region mitfinanziert.

Grundsätzlich gilt, wie schon Klaus Schillberg schrieb, regionale Hölzer zu verwenden. Auch ich kenne viele Jahrzehnte alte Kiefernfenster, die bei guter Pflege (fast) unbegrenzt halten.

Bleiben Sie bei Ihren Fenstern aus heimischem Kiefernholz.

beste Grüße,
jh
behutsam umgehen
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Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 30.04.06

Meine Fenster,


sind allerdings aus nordischer Kiefer aber vielen Dank für die umfangreichen Informationen.

Gruß

Jens


Jens | 30.04.06

" Pelle ",


Entsteht nun aufgrund des natürlichen Quellens und Schwindens des Holzes und der UV - Strahlung ein kleiner Riß in der " Pelle ", dann kann Wasser eindringen.

Nun muss ich davon ausgehen Herr Milling, dass es sich dabei um solch eine Pelle handelt, da die Fenster in flaschengrün sind. Sollte ich denn nach einem evtl. Riss der Farbschicht die Fenster sofort wieder Abdichten und wenn womit nur? Den Riss im Anstrich muss ich dabei natürlich augenscheinlich ersteinmal so schnell wie möglich mitbekommen, ansonsten i9st das Wasser ja bereits im Holz und kann nicht rau.

Gruss jens


jens | 30.04.06

Fensterfarbe


Hallo Herr Milling, was empfehlen Sie denn für einen Anstrich, wenn es im Denkmalbereich eine bestimmte RAL Farbe sein soll (deckend) mit einem Ölanstrich bekomme ich keine deckende Farbe hin? Danke


Kai | 02.05.06

Übrigens habe


ich die alten Fenster noch im Gartenhaus ;) diese sind glaube ich jedenfalls nicht die ersten Fenster sondern ca. 1900. nach außen klappend, aber auch diese sind türkisgrün;) und wohl auch aus Kiefer ;) sehen noch ganz gut aus, hat man wohl zu DDR Zeiten ausgebaut und mit Doppelfenster getauscht, die ich jetzt ausgebaut habe. Zu guter letzt ich werde wohl glücklich mit meinen Fenstern aus Kiefer und danke allen Ratschlägen und teilnehmern der Debatte.

Gruss aus Meckpomm Jens


jens | 02.05.06