Fachwerk streichen in Grau- Farbtonsuche!? bitte um Hilfe!

Hallo!
Mein Name ist Jan, komme aus dem schönen Despetal bei Gronau an der Leine.
Ich bin gerade dabei mein Fachwerkhaus zu Sanieren, Lehmputz, Strom Sanitär usw ist bereits fertig. Seit 2 Wochen bin ich am Balken abschleifen. Das Holzwerk war mit einem elastischen Anstrich gestrichen. Ich werde das Haus mit traditionellen Farben wieder herrichten. Das Holz soll einen deckenden grauen Anstrich bekommen. Nun bin ich auf der Suche nach dem richtigen (typischen) Farbcode. Natürlich gab es vor 100 oder mehr jahre wohl noch keine Farbcodes oder RAL Nummern. Aber eventuell kann mir ja jemand weiterhelfen was typisch ist...oder welchen Farbton ihr genommen habt.
Vielen dank im vorraus, Jan
Was lange hält bringt uns kein Geld
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.04.12

Farbton für Fachwerk


Hallo Jan,

wow, alle Achtung! Das hab ich auch hinter mir.
Wenn die alte Farbe erstmal komplett runter ist, hast Du schon das Schlimmste hinter Dir.

Ich hab 2009 mein Fachwerk auch komplett mit Zopfbürste abgebürstet, und den Farbauftrag neu aufgebaut.

Farben hab ich mir bei http://www.schwedischer-farbenhandel.de/ besorgt und bin echt bis jetzt super zufrieden mit der Qualität!
Die mischen sogar nach RAL, oder Wunschfarbton.
Ich hab das fränkische Ochsenblutrot, RAL 3005 genommen.
Kein Vergleich mit den üblichen Farben die in BRD im Handel erhältlich sind.

Zuerst Grundieröl, Leinölfirnis und Koranol Holzschutz gestrichen; Risse mit Spritzkork sauber ausgefüllt und als Deckfarbe 3xSilikonalkydfarbe Oden.
Sieht jetzt nach 3 Jahren immer noch aus wie frisch gestrichen.

Viel Erfolg weiterhin!
Wenn, dann gleich richtig Sanieren
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.04.12

immer feste druff


Hallo

Wenn, dann richtig … ist anscheinend Ansichtssache, denn
Ihr Satz:
Risse mit Spritzkork sauber ausgefüllt und als Deckfarbe 3xSilikonalkydfarbe stimmt mich da eher pessimistisch.

Solche Traumlösungen haben sich leider sehr oft als Alptraumlösungen herausgestellt, denn die Veränderungen und Schädigungen treten meist im Kernbereich der Hölzer auf und alles schaut AUSSEN schön aus.

Ähnliches "Gut-Aussschau-Fachwerk" wurde schon mit 100% Schaden in der Konstruktion vollständig ausgetauscht …

Also nicht zu früh freuen

Bei Anstrichen nie Abdichten eher offen lassen
entweder Waidfarben aus Neudietendorf oder Ottoson Leinölprodukte

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 10.04.12

Den Farbton...


...hast Du doch sicher noch irgendwo an den Balken gefunden. Also eine Farbkarte danebenhalten und mischen lassen.

Neben den empfehlenswerten Ottoson-Farben wären auch die von Kreidezeit sehr gut einsetzbar. Letztere mischen auf den Punkt genau.

Einen Bläueschutz auf Leinölbasis (z.B. Schele-Grundierung)vorher zu bringen ist sinnvoll, den Spritzkork und die Silikonalkydfarbe allerdings eher als Witz abtun - das ist eine Geschichte mit sehr fraglicher Standdauer.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 10.04.12

otto


"Letztere mischen auf den Punkt genau."
erstere auch

ob allerdings die Pseudo-RAL oder NCS Angleichung einer Farbe so wichtig ist, steht in den Sternen.

Grau ist alle Theorie!

Bläueschutz ist Firlefanz
den braucht man nur bei minderwertigem Bauholz

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 10.04.12

Schön für erstere.


Ich habe auch nicht behauptet, sie täten's nicht. Ich habe da nur noch nicht mischen lassen, und also muß ich auch nicht drüber reden. Ob der Bauherr einen historischen Ton haben will, entscheidet er und / oder die Denkmalpflege. Wenn nicht, ist es natürlich egal, und es kann auf die vorhandene Palette zurückgegriffen werden.

"Bläueschutz ist Firlefanz
den braucht man nur bei minderwertigem Bauholz"

Eine der zu kurz gedachten "Weisheiten", mit denen Sie das Forum aus unbekannten Gründen immer wieder "beglücken". Eine Bläueschutzbehandlung ist nicht nur normativ für Holz im Außenbereich gefordert (um ein immer wieder motivierendes rotes Tuch hervorzuzerren: DIE NORM). Es ist auch fernab dieser traditionelle und unter Holzhandwerkern unbestritte Tatsache, daß Nadelholzsplint gegen Bläue anfällig ist. Ferner ist verbreitete und gut untersetzte Meinung, daß der Bläuepilz zwar unter dampoffeneren (Öl) Anstrichen weniger gut als unter dem gängigen Kunstharzpapps vegetiert, aber eben auch da Entwicklungmöglichkeiten hat. Nachgewiesen ist ferner auch die Wirkung gegen Algen. Das ist alles sicher für die Südseite weniger wichtig, steht aber Fachwerk gen Norden, sollte diese Frage nicht übersehen werden.

Locker bleiben und den Rundumschlag gegen die "Chemie" im allgemeinen 'mal etwas relativieren. Dabei hälfe extrem der Willen, sich damit näher zu befassen, statt statt in Bausch und Bogen zu verdammen.

Jetzt kommt doch gleich wieder Ihr kleiner Freund um die Ecke gehuscht und schwingt die Pappkeule, wetten?

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 10.04.12