Hausbockbefall & Adolit Bor Flüssig A - wirksam?

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei uns wurde in einem Dachbalken ein aktiver Hausbockbefall festgestellt und eine Behandlung mit Adolit Bor Flüssig A empfohlen. Dieses Präparat wird auf der Seite des Herstellers allerdings (http://www.remmers.de/Holzschutz-Holzveredelungssysteme.550+M59d549ec33f.0.html) nur als ‚vorbeugend wirksam‘ beschrieben und lediglich mit den Prüfprädikaten Iv und P geführt wird.

Eigentlich hätte ich ein insektenbekämpfendes Präparat (SW Fraßgift) mit Prüfprädikat Ib (Insektenbekämpfung) erwartet, z.B. Boracol 20. Letzteres ist aber offenbar nicht mehr zugelassen.

Gibt es Empfehlungen oder Erfahrungsberichte? Ziel ist es natürlich, ein möglichst wirksames Mittel einzubringen.

Jeder Tip wäre enorm hilfreich!

Besten Dank vorab & mit freundlichen Grüßen,

Matthias


Matthias | 05.07.11


Die Fragen hätte ich dem gestellt der den aktiven Befall festgestellt und die Maßnahmen empfohlen hat.

Möglicherweise ist sein ansinnen die noch aktiven Larven ihre Population abschließen zu lassen, das Holz aber vorbeugend gegen einen Neubefall zu schützen.
Kann man bei kleineren Befällen durchaus so machen.

Grüße
Oliver Struve


anonymus | 06.07.11

Es git auch ufunktionierende, ungiftige Holzschutzmittel


Diese wirken durch Verkieselung und Kristallisation.
Details siehe hier:
http://www.biofa.de/objekte/tms/tm_1030_1.pdf
Natürlich Bauen und Leben
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Glöckner Naturbaustoffe | | 06.07.11

Es gibt auch funktionierende, ungiftige Holzschutzmittel


Diese wirken durch Verkieselung und Kristallisation.
Details siehe hier:
http://www.biofa.de/objekte/tms/tm_1030_1.pdf
Natürlich Bauen und Leben
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Glöckner Naturbaustoffe | | 06.07.11

Chaos


Hallo Matthias

Momentan geht es im Holzschutzmittelsektor hoch her:

# Die Zulassungsbehörde (DiBt) schafft es nicht Zulassungen zu verlängern bzw. neu zu erteilen geschweige ein gültiges gedrucktes Holzschutzmittelverzeichniss herauszugeben. Wir hatten zeitweise z.B. kein zugelassenen Bekämpfungsmittel gegen den Hausschwamm zur Verfügung.
# Verschiedene große Hersteller steigen inzwischen teilweise oder gar ganz aus der Holzschutzmittelproduktion aus, weil es durch die gesetzlichen Auflagen zunehmend unattraktiv wird
# Kleinere Hersteller (z.B. für Boracol) können die Kosten für die aktuell verschärfte Formalia einer Zulassung kaum noch aufbringen und werden auch in ihrer Zulassungsverlängerung scheinbar hingehalten.

Zugelassen auf Borsalzbasis ist als bekämpfendes Mittel momentan z.B. Kulbasal B-combi. Ob du mit einem Borsalzprodukt deinen Befall in den Griff bekommst ist nicht in jeden Fall gewährleistet. Du solltest einen wirklichen Spezialisten hinzuziehen um eine geeignete Vorgehensweise zu finden.

Gruß
Lutz

PS. Die in Beiträgen immer wieder als Bekämpfungsmittel angepriesenen Verkieselungsprodukte haben weder die gesetzlich vorgeschriebene Zulassung noch scheinen sie aus fachlicher Sicht für eine Bekämpfung geeignet. Wir haben in diversen fachlichen Anhörungen noch keine belastbare Aussage bekommen, wie diese Produkte als Bekämpfungsmittel überhaupt funktionieren sollen. Schon die bildlich, grafischen Darstellungen der Hersteller haben bei den anwesenden Entomologen Lachstürme ausgelöst.
Mutabor
Mitglied der Fachwerk.de Community
PARISEK saniert GmbH & Co KG | | 06.07.11

Danke!


Vielen lieben Dank für Eure hilfreichen Rückmeldungen!

Die Firma hatte sich bei Ihrer initalen Auskunft offenbar vertan: zum Einsatz kommen soll das Präparat (Fa. Remmer Adolit Holzwurmfrei).

Speziell an Lutz: Ich habe mich gestern noch bis tief in die Nacht mit den Zulassung beschäftigt. Der akt. Verzug mit den Zulassungen ist ja in der Tat ein wenig ernüchternd. Insofern DANKE für den Hinweis auf Kulbasal B-combi. Ich werde mir gleich einmal das Datenblatt zu diesem Präparat genauer anschauen.

Das mit der Behandlungssicherheit ist mir (leider) klar. Wir haben mittlerweile aber drei Unternehmen unabhängig voneinander befragt (u.a. auch mit DBHV-Zertifizierung) und alle waren sich darin einig, dass eine Heißluftbehandlung in unserem Fall nicht angezeigt ist, da der Befall offenbar noch nicht gravierend ist (auch nur einer der vielen Balken). Natürlich hinterlässt es ein ungutes Gefühl, dass die Käfer erfolgreich geschlüpft sind und ich bislang keine toten Käfer finden konnte (habe jeden cm ausgeleuchtet). Es spricht also vieles dafür, dass es den Tierchen prächtig ergangen ist, so dass wir jetzt natürlich nicht wissen, wieviele der zahlreichen anderen Trocknungsrisse jetzt schon u.U. die neue Generation beinhalten.

Dennoch sieht es akt. so aus, dass wir auf die Wärmebehandlung verzichten (bei so viel Einigkeit zwischen verschiedenen Firmen). Ich werde auf dem Spitzboden zunächst auch keine Bodenplatten verschrauben (hatte ich ursprünglich vor) und die Balken regelmäßig penibel absuchen/untersuchen.

Wenn die Behandlung mit der Borsalzlösung mfr. nicht vollständig anschlägt, versuchen wir es natürlich mit der nächsten Ausbaustufe/Waffe...

Über die Verkieselungs- und Kristallisationsprodukte bin ich auch schon gestolpert, aber an deren Wirksamkeit scheiden sich offenbar noch die Geister. Ich schaue sie mir trotzdem noch einmal an, aber gegeben, dass wir uns quasi fast nie unter dem Spitzboden aufhalten, tendiere ich aktuell doch recht deutlich zum Borsalz.

Ein GANZ GROSSES LOB: das ist ein wirklich tolles Forum hier! Ihr habt einem mehr geholfen, dem bis vor kurzem Begrifflichkeiten wie DHBV, DIN 68800, P, Iv, Ib, etc. komplett unbekannt waren. Beeindruckend, für was für Veränderungen im Leben doch ein so kleines Tierchen sorgen kann!

Beste Grüße in die Runde,

Matthias


Matthias | 06.07.11

Befall-Bilder aus der Bilddatenbank: