Heizung für freihstehendes Sandsteinhaus

Hallo zusammen,
wir besitzen ein Nochferienhaus in Frankreich und planen in 1-2 Jahren ganz dorthin zu ziehen. Zur Zeit heizen wir die ca 180 m2 mit Holzöfen (1 pro Raum), da die vorhandene Ölheizung unvorstellbar teuer ist. Einen Gasanschluß gibt es in dem Dorf nicht.
Jetzt machen wir uns Gedanken über eine sinnvolle Heizlösung für den Dauerbetrieb.
Könnte man beispielsweise eine Stückholz-Zentralheizung (Holz ist noch relativ billig in Frankreich) für die Temperierung der Außenwände bwz. Wand- und Fußbodenheizung nutzen. Die Zimmeröfen wollen wir weiter nutzen, allerdings nicht ausschließlich.
Das Haus ist von außen nicht dämmbar, da es von einer riesigen Glycine bewachsen ist. Es hat keinen Keller und auch keine Bodenplatte. In der Küche liegt sehr schöner alter Terracotta-Boden, den wir auch gerne erhalten würden. Hier käme zusätzlich zum Ofen wahrscheinlich nur eine Wandheizung in Frage.
Ich für jeden Vorschlag dankbar ...
Viele Grüße aus Bonn
Susanne
Vive la France
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.02.12

Als Heizvariante ...


... würde sich in Ihrer Situation ein wasserführender Holzvergaserofen oder Kaminofen mit großem Pufferspeicher empfehlen, der die Zentralheizung versorgt und über einen 3/4-Wege-Mischer sowohl Konvektionsheizkörper mit hoher Vorlauftemperatur als auch eine Fussboden- oder Wandheizung mit niedriger Vorlauftemperatur versorgt. Der Einbau eines zentralen Kachelofens/Grundofens wäre eine andere Möglichkeit, die aber vom Grundriss des Hauses mitbestimmt wird. Auch der Anschluß von Solarkollektoren ist möglich.

Eine Fussboden- als auch eine Wandheizung sind nur dann sinnvoll, wenn die Bauteile eine ausreichende Dämmung besitzen. In Ihrem Fall gibt es keine Bodenplatte, sondern Terracotta und wahrscheinlich sehr dünne Aussenwände (24cm Hohlblock ?).

Eine Untersuchung hinsichtlich eventueller Feuchtebelastungen aus der Bodenkonstruktion gegen Erdreich bzw. im Sockelbereich aus fehlender Abdichtung gegen kapillar aufsteigende Mauerwerksfeuchte wäre zusätzlich empfehlenswert. Wärmebrücken sollten ermittelt werden, die ggf. zu Kondensatausfall und Schimmelbildung führen könnten

Ob sich eine Innendämmung bauphysikalisch und auch kostenmäßig empfiehlt, um eine Wandheizung installieren zu können, bleibt ein Rechenexempel.

Sinnvoll und preiswerter wäre es, über eine Dachdämmung oder die Dämmung der obersten Geschossdecke nachzudenken, die Sie, bei richtiger Konzipierung und bauphysikalisch richtigem Aufbau auch selbst ausführen können.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, eine bauliche Bestandsaufnahme des Hauses zu machen, die Wärmedurchgangswerte der einzelnen wärmeübertragenden Aussenflächen zu schätzen und eine Heizlastberechnung durch-zuführen, um die Leistung der neuen Heizung berechnen zu können.

Bei solchen Überlegungen gilt es immer, das gesamte Haus zu betrachten und alle Maßnahme aufeinander abzustimmen, auch wenn sie zeitlich unabhängig voneinander erfolgen sollen.


Dann bleibt natürlich noch zu überlegen, ob eine Firma vor Ort in der Lage ist, diese Art von Heizungsinstallation auszuführen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Mein Büro ist in Bad Münstereifel: 02253-544310 oder 0175-1528505.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
Mitglied der Fachwerk.de Community
Will Pickartz Architekt AKNW | | 08.02.12

Ein wassergeführter Kaminofen


schafft das definitiv nicht.


anonymus | 08.02.12

Vielleicht nicht,


aber die Idee ist Klasse und ein Grundofen schafft es, wenn man einen geschickten Ofensetzer hat.


anonymus | 08.02.12

Abend Susanne,


ein SandsteinHLZ ist mir noch nicht untergekommen. Ganz davon abgesehen, daß man Fußbodenheizungen nicht braucht, dann noch in F auf nen guten / schönen Terracotta, da fehlt wirklich nur noch ein wasserführender "Kaminofen", was immer das auch sein soll.
In der Fachsprache ist dies ein "offener Kamin", u.U. mit selbstschließender Tür, bei Laien ist´s ein Einzelofen mit Glasscheibe. Beide haben Wirkungsgrade, daß es einem graust. Es ist hier leider auch so, daß "Werbeangaben" vom Teststand keinerlei realitätsbezug haben. Alleine schon die Glasscheibe nimmt dem Feuer so viel Wärme, folglich auch Druck, weg, daß dieses Prinzip nur mit, heute utopischen, Abgastemperaturen funktioniert.
Wenn Ihr zuverlässige Aussagen haben wollt, bedarf es des Wissen um die komplette Situation. Deine Angaben ergeben da nur ein Ratespiel. F ist groß, es gibt da jese Menge thermische Unterschiede. Ausrichtung, Temperaturspiegel (Daten), Pläne mit Bezeichnung der realen Raumnutzung, Eure Wohlfühltemp. - mein SZ tut´s mir auch mit 8° und bei 10° Wasser schwimm ich gemütlich `nen Km, ohne daß es mir kalt wird -, Brennholzarten, ....
Brennwertkessel sind ein verganger Fortschritt, da immer noch Petroleum- oder andere Industrieprodukte benötigt werden. Niedrige Brenntemp. / Feuerungsdruck und damit verbundene Abstrahlverluste sind auch ein Thema.
Grundofen mit Wasserwärmetauscher klingt zwar gut, meist ist Feuertemp. und Massenträgheit in südlicheren Ferienhäusern ein Thema.
Kachelofenkessel kann eine sinnvolle Alternative sein. Kostet aber auch ein bischen und die toll teuren vom "Marktführer" haben zwar eine super Elektronik und anderen Schnickschnack, sind aber konstruktiv immer noch vor dem II. Weltkrieg angeordnet. Mit günstigen, z.B. türkischen, Solarthermieelementen vielleicht das sinnigste.
Große Puffer ???/!. Ok, nach Industrieangaben ist der Wirkungsgrad so gut, daß das Heizöl wieder zum Heizkessel `rausläuft. Bei orthodoxer Nutzung macht´s Sinn, wenn man dann aber auch nicht das WC (Raum) umnutzen muß. Nicht ohne Grund sind seit 2010 die Durchlauferhitzer günstiger als Boiler. Nicht zu vergleichen mit südländischen Boiler auf dem Dach. Die haben einen Wirkungsgrad im positiven Bereich.
Wärmepumpe kann auch Sinn machen. Ab >+10° mit einer Temp.differenz <50° und beim Einsatz der, real, besten. Eine umweltbewußte 4köpfige Familie hat´s 2008 geschafft, in 12 mon für´s WW nur 80 € zu bezahlen - bei täglichem Duschen aller!
Nehmt´s mir bitte nicht krumm, aber meine Meßlatte liegt ziemlich hoch.
So hab´ich bis letzte Woche meine Wohnbaustelle (1 Zi WG / 76 m², 1 Scheiben und alles undicht) nur mit einem 50 cm KOWA Holzherd aus den 50ern geheizt. - klar, nicht m,it Orginalfeuerung, hab´ihm vorher eine Grundfeuerung verpaßt: 1,5 / 3 / 4,5 kw, Abgastemp. vor, konischem, Schornstein 30 - 60°, mit Aufheizphasen von <80° kumuliert, Aschefarbe eher schlecht, aber auf >3 m³ <50 l.
Für Holzbrand, Massenspeicher, BHKW und Wärmepumpen stehe ich Euch gerne zur Verfügung. Nur bitte, Reden ist Unterhaltung - Schreiben ist Arbeit.
Gute Nacht, Walter



Bedenkt bitte, wenn Ihr Morgen noch günstige Kosten wollt, müßt Ihr heute bezahlen / arbeiten.
Mit natürlicher Wärme gesund und kostengünstig Leben
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Kachelofen & Keramik, Grundöfen & Massenspeicher | | 09.02.12


....wie wäre es mit Erdwärme und solarenergie mit entsprechend großem, zentralen stein- oder wasserspeicher....siehe auch "nullenergiehaus"......
heizsystem kann dann entweder Warmluft oder auch jedes konventionelle sein

vill jröß us kölle...

claudia...ja...genau die...


claudia winter | 15.02.12

Gruß zurück nach Köln


Wen man hier nicht alles trifft - meld Dich mal!
Vive la France
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.02.12

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