Welche Lehmsteine für Außenwand Sichtfachwerk?

17.03.2020 Stefan87



Guten Tag zusammen,

vor einiger Zeit habe ich eine ganze Reihe morscher Balken im Erdgeschoss der Giebelwand austauschen lassen, wodurch natürlich die Gefache beschädigt oder komplett herausgenommen wurden. Das Haus stammt aus den 1920er Jahren. Die Gefache sind bislang allesamt mit Bimssteinen ausgemauert und mit Kalksand verputzt gewesen. Von außen wurde Leider stellenweise Zementputz und zu allem Überfluss eine Styropordämmung aufgetragen.

Nun muss ich die Gefache wieder zumauern und habe hier diverse Meinungen und Optionen gehört:

(1) Die Löcher einfach wieder beiflicken mit den zuvor verwendeten Materialien.
(2) Die Gefache aus dieser Mauer (ca. 15m²) alle herausnehmen. Neue Bimssteine kaufen und wieder wie zuvor mit Kalksand verputzen.
(3) Gefache herausnehmen und mit Lehmsteinen zumauern und entsprechend von innen mit Lehm und von außen mit Kalksand verputzen.

Da das für mich noch Neuland ist, bin ich hier auf Ratschläge angewiesen. Man hat mir zu Bedenken gegeben, dass ich besser keine Lehmsteine verwenden solle, weil dann diese Wand von der Bauphysik her von den restlichen Wänden abweichen würde und entsprechend anders auf Luftfeuchtigkeit, etc. reagiert. Sind diese Bedenken gerechtfertigt und ich sollte die Finger lassen von den Lehmsteinen, sofern ich die anderen Wände mit Bimssteinen belasse? Die andere Option mit Bimssteinen scheint mir allerdings auch schlecht zu sein, da hier wohl wieder mit Zementmörtel gemauert würde. Zement, habe ich wiederum gehört, soll äußerst schlecht für das Holz sein.

Hier ist guter Rat teuer...



Gefache ausmauern



Ich würde im System bleiben und das wieder verwenden, was vorher drin war. Sind die Steine durch Dreiecksleisten innen an den Balken im Gefach stabilisiert worden? Die Steine müssen nicht mit Zement gemauert werden, ein Kalkmörtel Mörtelgruppe 1 tut es auch. Gibt es mal ein Foto vom Ist-Zustand?



Gefache nach Reparatur...


Lehmsteine: NF-Lehmsteine in einer Fachwerkfassade  BV: Schäl

...neu ausfachen.
Klar kann man mit dem selbigen Material arbeiten, was man vorgefunden hat.
Aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass mit Lehmsteinen ( Leichtlehmstein NF 1200 kg/m³)
wesentlich bessere Ergebnisse erzielt wunden.
Umlaufend Dreikantleisten einnageln, dann mind. 20 mm rückspringend mit Lehmsteinen ausmauern, gut durchtrocknen lassen und auf eine Hohlfugigkeit der Mörtelfugen achten und dann mit einem reinen Kalkputzsystem verputzen.

Trotzdem sind viele kleinere details wichtig zu beachten, wenn man es als Selbstbauer ausführen möchte.
Vielleicht können wir mal telefonieren.

FG Udo Mühle



Danke vorab



Schon einmal vielen Dank für die Antwort und das Angebot zum Telefonat!

Die Lösung mit dem Lehm würde ich tendenziell auch bevorzugen, aber wurde verunsichert, ob es Probleme geben könnte, wenn die anderen Wände und obere Etage weiterhin aus Bims bestehen bleibt.

Für den Lehmausbau hätte ich folgenden Plan gehabt:

Lehmstein Anwendungsklasse 1A für die Außenmauer mit Lehmmauermörtel leicht. Kalk Grundpotz grob. Zumindest wird es in der Kombination vom Hersteller empfohlen. Dreiecksleisten rundherum nageln in den Gefachen. Zur Außenseite hin hätte ich entsprechend Platz gelassen für den Putz. Meine Balken sind ca 15cm dick. Die in Frage kommenden Steine 11,5. Also blieben da 3,5cm für den Putz. Von Innen würde ich die Steine nahezu bündig mit dem Balken enden lassen bzw. vielleicht auch dort noch 1cm freilassen (da muss ich mich nochmal schlau machen) und entsprechend von Innen ganzflächig Verputzen mit Lehm. Auf die Balken hätte ich Stroh genagelt.

Im Mauern bin ich selbst nicht geübt, möchte mir aber gerne das ein oder andere für mein Haus aneignen, um nicht dieselben Baufehler zu begehen wie meine Vorbesitzer. Und am meisten lernt man, wenn man vieles selbst macht (unter "Anleitung") :-)

PS: Fotos kommen später noch