Welche Lehmfarbe ist am weißesten (hellsten)?

02.05.2019 Sven L



Hallo Zusammen!

Ich habe mein komplettes Haus mit Claytec Produkten neu verputzt bzw bin noch dabei (Unterputz Lehm mit Stroh, Oberputz Fein 06). Nun stellt sich die Frage nach der passenden Farbe.
Ich will gern bei Lehm bleiben, also kommen nur Lehmfarben in Fragen.
Generell soll 90% der Fläche weiß werden und nur wenige Flächen farbig, da wir wie im Fachwerkhaus üblich relativ kleine Räume haben und diese möglichst hell werden sollen.

Nun ist die Frage, welche Farbe ist am weißesten? Gibt es hier Erfahrungen mit Claytec, Kreidezeit, Conluto, Lesando etc? Den Preis der Farbe würde ich erstemal hinten anstellen, da wir eh schon imensen Aufwand betrieben haben mehr Licht in die Räume zu bekommen, da kommt es nun auch nicht mehr drauf an...
Leider habe ich das Gefühl, dass die weißen Lehmfarben immer eher Richtung Elfenbein/Altweiß gehen. Deshalb eure Erfahrung, welche ist am hellsten?

Danke
Sven



Lehmfarbe



Wenn Du schon mit den Produkten von einem bestimmten Hersteller gearbeitet hast ist es durchaus sinnvoll, mit dem Anstrichstoff des selben Herstellers auch weiter zu arbeiten. Also nimm die clayfix Lehmfarbe WE 0 von claytec oder die neue pastös angemischte CLAYTEC LEHMFARBE REINWEIS. Beide sind sehr schön weiß und haben keine eigene Nuance in einen anderen Ton. Wenn Anstriche aus Lehm dunkler wirken, liegt das oft am Untergrund und der Verarbeitung. Die Grundierung "Die Weisse" von claytec egalisiert den Untergrund und legt diesen gleich in einem hellen (weißen) Ton vor, so dass bei der eigentlichen Beschichtung mit Farbe der Lehm im Untergrund sich nicht mehr mit der Farbe vermischen und diese verfärben kann.
Auf der Website von claytec findest Du auch Berater-Kontakte und Arbeitsblätter, die Dir die Verarbeitung erklären können.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen wünscht
Andreas Wugk



Ist so einfach nicht zu sagen,



weil das ein Naturprodukt ist das abgegraben wird und gewisse Schwankungen hat. Auch ist die hellste Lehmfarbe nicht titanweiss sondern gebrochen, was sich aus dem Tonen ergibt. Wenn es richtig weiß werden soll kann eine Kalkfarbe ein Alternative sein.



Gerd



Kalkfarbe. lieber Gerd, ist ebenso ein Naturprodukt und unterliegt ebenfalls gewissen Schwankungen. Und hier war nach der hellsten Lehmfarbe gefragt. Dann müssten wir der Vollständigkeit halber auch noch Marmormehl-Kaseinfarbe, geleimte Wandfarbe und so weiter als mögliche Kandidaten aufzählen.



Lehmfarbe



Danke zunächst für die Antworten. Dass Lehm ein Naturprodukt ist und somit Schwankungen hat ist mir schon klar. Mir geht es auch nicht um die Schwankungen innerhalb einer Farbe, sondern vielmehr um den Vergleich der Farben an sich. Ich habe in einem Geschäft bei mir um die Ecke Claytec WE 0 und Lesando nebeneinander gesehen und da schien mir die Lesando deutlich heller. Aber da weiss ich natürlich nichts dazu wie die Beispielflächen vorbereitet wurden (Grundierung, mehrfacher Anstrich etc.). Deshalb war meine Frage ob einer von euch da Erfahrungen hat.

Grüße
Sven



Pigmente



in der Lesando-Lehmfabe MIO und BRAVO ist Titandioxid als weiß-Pigment enthalten, was bei clayfix WE 0 nicht der Fall ist. Bei der verarbeitungsfertigen Lehmfarbe von claytec ist auch etwas Titandioxid enthalten, da musst Du wohl einfach wirklich die Original-Muster miteinander vergleichen und entscheiden...



Grundierung



Super, das ist ja schonmal eine fundierte Aussage.

Leider habe ich die claytec reinweiß farbe nirgends gefunden. Ich finde lediglich claytec lehm direkt WE 0.
Lesando sagt laut Website nichts von Grundierung, Casein oder dergleichen. Sondern nur 2x Streichen. Ist dies so sinnvoll? Oder doch lieber eine Grundierung? Verträgt sich die Lesando Farbe mit DIE WEISSE?



Lehmfarbe reinweiß



Die reinweiß Lehmfarbe ist noch nicht bei den Händlern, kann aber bestellt werden.



Hallo Andrea,



meiner Meinung nach, wird der, der eine reinweiße Lehmfarbe möchte auf dem Holzweg weil:
- Ich entweder tintanweiß (ist nicht ganz ohne) zu mischen muss, oder ein gebrochenes weiß in Kauf nehmen muss.

Wenn ich weiße Lehmfarbe möchte, muss ich einen Kaolin Ton einsetzen, der nie reinweiß wird.

Eine Kalkfarbe ist heller (reinweißer) Kaseinfarbe halte ich für bedingt geeignet!

Grüße Gerd



Weiß … weißer … 



Hallo

Bei Kalkfarben kann man in die Sumpfkalkfarbe (KalkKasein) noch ein bisschen blaues Pigment (z.B. Ultramarin) beimischen … dann wird das "Blau" strahlender … 

… ich weiß aber nicht ob das bei Lehmfarben auch funktioniert … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Lehmfarbe



Wie schon geschrieben ist die Frage nach Lehmfarben. Da ich gern bei Lehm bleiben möchte. Dass Kalkfarben weißer sind weiss ich auch, nur möchte ich gern bei einem Baustoff bleiben.
Die Frage war auch nicht welche Lehmfarbe strahlt als wäre Sie aus Tschernobyl, sondern ein Vergleich der Farben. Dass mit Lehmfarbe kein „Superweiß“ zu machen ist nehme ich dabei in Kauf.
Also verstanden habe ich, dass die sehr hellen Farben immer Titandioxid enthalten. Richtig? Damit wäre dann was verbunden? Gerd meinte das wäre nicht ganz ohne?

Grüße
Sven



Füllstoff- Farbe



Guten Morgen zum Winteranfang,

Es ist ja zum Thema fast alles schon gesagt wurden; jedoch schwirren da paar Begriffe durcheinander.
Entstanden durch Marketingstrategien. Traditionell gibt es keine Kreide- oder Lehmfarbe, denn diese Bestandteile sind lediglich Füllstoffe. Zu Beiden hätten die Maler früher Leimfarbe gesagt. Das Bindemittel
ist für die Namensgebung verantwortlich. Da mußte jetzt mal der Oberlehrer ran...



Nun ich auch!



Thema Grundierung:
Wenn Lehmputz als Untergrund neu verputzt wurde, kann man oder sollte man auf Grundierungen verzichten!
Minimiert die Atmungsaktivität der Flächen.
Wir Verarbeiten die Conlutoprodukte und dem zufolge natürlich auch die Lehmfarben dieses herstellers, so wie es Andreas bereits geschrieben hatte.
Unsere Herangehensweisen sind ein sehr verdünnter Anstrich der Lehmfarbe lehmweiß (pulvrig im Eimer und erst auf der Baustelle angerührt!) als Haftebene und Grundaufhellung sämtlicher Flächen.
Nach Durchtrocknung dann den jeweilig gewünschten Farbanstrich auftragen.
Einlagig oder mehrlagig, hängt vom Geschick des Verarbeitenden ab.
Unser Maler schafft es mit einem Arbeitsgang sehr gut streifenfrei deckend!
Und hier gibt es auch den Farbton edelweis Lehmfarbe.

Bei Lesando hätte ich so meine Probleme, die schon seit Markteinführung sich herauskristallisierten,
Volldeklarationen etc. z.B.

Nun ja, warum läßt du dich nicht von einem fachkundigen Maler mit Naturfarbenkenntnissen zzu einem Farbkonzept beraten und begleiten?
Farbe ist nicht nur Anstrich schlecht hin, sondern Emotion und Entspannung und Empfinden.
Weiß und schwarz sind Zustände, erfuhren wir mal auf einem Farbseminar.
Persönliche Farbanalysen kommen immer mehr ins bewußtsein von kreativ denkenden Menschen, die nach Entspannung und Wohlbefinden suchen.
Ein guter Ansprechpartner wäre hier:

https://schwarzmeier.com/planung/

...und dazu die kompetente Umsetzung:

http://www.zaenker-kmm.de/gal_neu.htm

Trotzdem bleiben die Entscheidungen auf ihrer Seite und sollten gut überlegt ausgewählt werden.

FG Udo Mühle



Farbe



...ich habe damals auch sehr viel gelesen, gegrübelt, jeder hat etwas anderes empfohlen und schlussendlich habe ich einen Raum zur Probe "behandelt"
Grundierung: 3 Teile Magerquark, 1 Teil Kalk, 6 Teile Wasser
Leimfarbe: von Baufan....1. Anstrich mit der Bürste (Anrühren lt. Anleitung + 15-20% Wasser)....dann reicht in der Regel ein Kreuzgang mit meinem Farbspritzgerät (Anrühren lt. Anleitung + ca. 50% Wasser)....

Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber da ich sehr viele Flächen hatte, die ich auch weiß bekommen wollte, war dieser Weg für mich der richtige. Und trotz verschiedenster Aussagen der Hersteller der Farben und Spritzgeräte...es funktioniert streifenfrei, schattenfrei und ansatzlos :-)



@ joerjen



Probieren hin oder her, alles in bestens, aber es ging nicht um Kalkfarben,
sondern um Lehmfarben auf neue Lehmuntergründe.
Doch wieso sollte man experimentell mit Kalk enorme versuche fahren, wenn man vorher mit Lehm enorm gearbeitet hatte.
Lehmfarbe auf Lehmflächen und Kalkfarben auf Kalkflächen wäre unsere beratende Devise hier und generell.

FG



Kalkfarbe?



...nun, Leimfarbe ist keine Kalkfarbe im herkömmlichen Sinne - und manchmal macht es durchaus Sinn, den Blick auch über den Tellerrand zuzulassen.
Oft wird die Leimfarbe mit Argwohn betrachtet, aber sie ist auch eine althergebrachte Farbe, die in ein Fachwerk und auf den Lehmputz passt...dampfdiffusionsoffen und kapillaraktiv...das Bindemittel "Tepetenkleister" findet sich ebenso in vielen Lehmfarben wieder....
Durch die Schlämmkreide (sozusagen den enthaltenen Kalk) ergibt diese Farbe ein sehr schönes und relativ helles weiß



Probieren



Achso...mittlerweile bin ich über das Probieren weit hinaus und habe im OG ca. 650m² in der beschriebenen Art und Weise umgesetzt...



Leimfarben....



...haben leider das Manko, Wischfestigkeit und Abkreideverhalten!
Und dann?
Unsere Tellerrandbetrachtungen richten sich stets nach dem Eigentümer, die dazugehörige Beratung und dann die entsprechenden Ausführungsempfehlungen.
Die Nutzungseigenschaften geben den jeweiligen Farbeinsatz vor!

@ joerjen

Du bist Selbstanwender bzw. Selbstbauer oder auch gewerblich aktiv?
...auch noch nicht als Mitglied hier in der Gemeinschaft?
Kein Vorwurf



Mitglied



Ich bin Selbstanwender, bin in dem Forum seit vielen Jahren unterwegs - mal mehr, mal weniger (früher auch als "richtiges" Mitglied, aber irgendwann dann nur noch als Gast)....darf ich deshalb nicht meine Erfahrungen kund tun?

Leimfarbe...sicherlich ist diese Farbe nur in geringem Maße wischfest - aber ganz ehrlich...vermisst habe ich das bisher so nicht. Vom Abkreiden kann ich nichts berichten, das macht die Farbe bei mir nicht wirklich.

Ich sehe durchaus auch etwas Positives darin, später die Farbe mal abwaschen zu können...auch wenn viele das bei der Leimfarbe eher als Manko sehen...

Ich hatte damals auch Lehmfarbe und Lehmstreichputze probiert...ich sah keine Vorteile (FÜR MICH) darin, zumal der Preis doch deutlich höher war...das wäre mir bei 1 oder 2 Zimmern egal gewesen, beim ganzen Haus war es mir das nicht wert.

Für mich war die Möglichkeit des Spritzens auf jedenfall mehr als positiv zu werten....



@ joerjen zum 2.



Nein, es ist nicht schlimm, wenn du als privatanwender hier deine Erfahrungen postest.
Im Gegenteil!

Doch da nun wieder zum Thema zurück.
Leim- bzw. Kreidefarben auf Lehmuntergründen abzuwaschen, gefährlich!
Untergrund ist ebenfalls wasserlöslich und es wird eine unbändige Schweinerei m it nachherigen höheren Kostenaufwendungen.
Auf hydraulisch abgebundenen Untergründen dagegen kein Thema.

Meine Meinung im Vortext bezog sich zudem auch mehr auf das Thema Gewährleistung und seine Foilgen, wenn man weitere Anwender motivieren möchte.
Da trennt sich die Spreu vom Weizen halt.
Denn auch im Malerspektrum sind Gewährleistungsansprüche mittlerweile enorm an der Tagesordnung.
Vielfach wird halt am falschen Ende gespart.

Einen entspannten "farbigen" Abend jetzt noch,
Udo



Abwaschen der Leimfarbe



Die Kaseingrundierung, die ich oben beschrieb und vorher aufgebracht habe, macht die Lehmputzoberfläche größtenteils immerhin soweit wasserfest, dass das Abwaschen gut möglich ist. Natürlich habe ich das Abwaschen aus reinem Interesse probiert...ja, es ist ein Zusatzaufwand, aber ich habe wenigstens die Möglichkeit, den Schmutz der Jahre auch abzubekommen. Und es ist ja nun auch nicht so, dass vor jedem Anstrich alles wieder abgewaschen werden muss.

Sicherlich muss man als Privatanwender keine Gewährleistungen geben...aber ich mache das ja auch bei mir und für mich und möchte es anständig haben. Ich sehe oft genug aber auch das, was Fachhandwerker abliefern...und da fehlen mir oft die Worte...Gewährleistungen hin oder her....wenn ich etwas für andere mache (nicht auf diesem Gebiet, mein Arbeitsgebiet ist ein anderes), dann gebe ich das immer so ab, dass ich selbst dafür auch gern das Geld geben würde, sprich....es muss mir selbst auch gefallen und eben ordentlich sein und das fehlt heute oft einfach bei etlichen Handwerkern (ich möchte aber hier keinesfalls alle über einen Kamm scheren). In meiner Bauphase hatte ich solche Handwerker oft genug da (und die wurden nicht in erster Linie nach dem Preis ausgewählt, sondern oft einfach auch nach ihrem Ruf)...