Lagerung Weißkalkhydrat im Gewölbekeller?

28.09.2009



Hallo liebe Kalkspezi`s,
habe noch einen offenen Sack Weißkalkhydrat übrig und möchte ihn bis nächstes Jahr im Keller lagern. Die Luftfeuchte beträgt ca. 60-80%. Wird er dadurch unbrauchbar zum Streichen sowie Mauern (Luftkalkmörtel)? Oder soll ich ihn vorsorglich einsumpfen?
Gruß

Marco



Mein Kalk



ist schon etwas klumpiger geworden, da ich ihn aber meistens als Schlämme / Streichputz verquaste, störts mich nicht. Wenn du aber mal bei den KalkSumpfHändlern guckst, isses wie beim Wein: Je älter, desto teurer.

Kann jemand erklären, was da in der Zeit passiert?

Gruss, Boris



Weißkalkhydrat



Weißkalkhydrat, daß zu lange gelagert wird, nimmt außer Feuchtigkeit auch Kohlendioxid auf und verwandelt sich dadurch nach und nach wieder in Calciumcarbonat (Kalksteinmehl). Wenn man dieses dann einsumpft und an die Wand streicht, hat das den gleichen Effekt, wie wenn man die Wand mit Kreide und Wasser streicht, das Bindemittel fehlt. Also besser einsumpfen, damit kein Kohlendioxid dran kommt, oder aber zumindest möglichst Luft(CO2)dicht in Kunststoffsack oder -tonne verpacken.



@Tobias



Danke für die Erläuterung - kann man dann anderweitig noch was sinnvolles damit anfangen?

Gruss, boris



Danke für die Info.



@ Tobias,
das mit der Carbonisierung habe ich geahnt, deshalb die Frage. Werde das Kalkhdrat einsumpfen. Streichen werde ich damit nur den Gewölbekeller. Für die Wohnräume verwende ich nur mehrjährig, eingesumpften, holzgebrannten Sumpfkalk (Altmannsteiner) zur Kaseinfarbenherstellung.
Danke für die Bestätigung.
Gruß

Marco



Eingesumpftes Weißkalkhydrat



wird durch die Lagerung nicht schlechter und kann ohne Probleme weiterverarbeitet werden.
Aber vor dem Einsatz einer Kaseinfarbe immer genau überlegen, ob sie tatsächlich nötig ist. Das Kalkkasein bildet eine hydrophobe (wasserabweisende) Oberfläche, also eine Trennschicht, außerdem wirkt es festigkeitssteigernd, was die Rißneigung erhöht. Also wirklich Kasein nur in den letzten Deckanstrich!
Viel Erfolg!
Roald Herrmann