Was sagt Ihr zu meiner Sparrendämmung??




Hallo Fachpuplikum,
da letztens der Sever abgestürzt ist durfte ich mich erneut registrieren und muss diese Frage noch einmal stellen... Watt solls- kann passieren.
Vorab einige Daten zum Haus/Dach: Mein Haus ist Bj. 1910, die Sparren sind 12/12cm und liegen 94cm auseinander. Die Dachpfannen sind Meyer-Holsen Doppelfalz engobiert 1972. Eine Unterspannbahn gibt es nicht. Innenseitig waren Bimssteine zwischen die Sparren gemauert und verpuzt.
Nach dem ich das Haus 2011 gekauft habe, haben wir auf anraten des Dachdeckes die Bimssteine restlos entfent, die Horizontalfugen der Dachpfannen mit Bauschaum geschlossen dann 12 cm Klemmfilz WLG 035. Quer zum Sparren wurden in 50cm Abstand 2x 30er Dachlatten übereinander (teilweise 1-2cm unterfüttert um eine gerade Schräge zu bekommen)auf die Sparrenverschraubt um zusätzlich 6cm EPS Platten WLG 035 zu verbauen. Jetzt kommt noch eine Dampfbremse Konterlattung + Gipskarton. Der gute Mann beim Baustoffhändler empfahl mir 2cm Lüftungsabstand zwischen Dämmung und Dachpfanne. Bei 12cm Klemmfl. und nem 12er Sparren ist das etwas schlecht. Ein 10er Klemmfilz ist wohl nicht mehr zugelassen?!? Jetzt isses so wie beschrieben! Wenn ich jetzt die ganze Dämmschicht zur Seite schiebe ist es bei diesem Regenwetter feucht im Bereich der Dachlatten der Dachpfannen. Kann mit Fingernagel in die Latten drücken! Jetzt habe ich Angst, das die Hinterlüftung nicht reicht und mir mein Dach weggammelt!!!! Also wir sprechen über die halbe Dachfläche(OG)- der Dachboden ist nur auf der Fußbodenseite gedämmt, die Schrägen nicht!Fotos kommen....Wenn was unverständlich ist einfach Fragen- und schon mal vielen DANK!! P.S. eine neu Dacheindeckung wird nicht vorgenommen! Das Fotos zeigt meine Arbeit ohne Klemmfilz und EPS...



..... noch etwas...



Unser Obergeschoss ist noch nicht bewohnt!! Musste letztes Jahr die Arbeiten wegen der Fassadendämmung abbrechen. Der jetztige Zustand besteht 1 Jahr- also zwei Winter. Werde morgen noch weitere Bilder besorgen. Im Dach des großen alten ungedämmten Dachbodens der Garage befinden sich 4 Lüftungspfannen... die könnte ich noch zusätlich in mein Hausdach verbauen- oder?? EIns noch, wenn ich die ges. Dämmung also EPS + Klemmf. wegnehme zieht es! Kann das ein Indiez sein das es eine Luftzirkulation zwischen Dachpfanne und Dämmung gibt??

Danke nochmal!!





Eine jegliche Wahrheit hängt immer von ihren Definitionen ab. Aus diesem Grunde würde ich den von Ihnen benannten Dachdecker nicht gleich zu Wasser und Brot verurteilen, ihm jedoch in Zukunft aus dem Wege gehen.

Das Fehlen einer Unterspannbahn kann man nicht durch Ausschäumen der Fugen wettmachen. Möglicherweise kann man hier verhindern, dass Flugschnee oder Regenwasser bei Sturm unter die Ziegel gerät, aber dieses bisschen hätte der Bims gerne aufgenommen und wieder abgegeben. Auch die Hinterlüftung ist hier durchweg behindert.
Wenn nun zusätzlich der Klemmfilz bis an die Dachlatte heran geschoben wird kann hier keine Luft mehr zirkulieren. Auch muss im First und in Auflagernähe irgendwie die Zirkulation über Öffnungen gewährleistet sein.

Wenn, wie beschrieben, die Dachlatten feucht sind dürfte dies nicht von eindringendem Regen stammen, sondern von Feuchtigkeit aus der Raumluft, die durch die Dämmung diffundiert und an den Innenseiten der Ziegel kondensiert. Das läuft herunter in Richtung Dachlatten und tropft dort auf die Dämmung oder den Sparren - jedenfalls wenn die Hinterlüftung nicht funktioniert.

Sollte es dann einmal richtig kalt werden ist es möglich, dass die Feuchtigkeit aus der Raumluft in der äußeren Hälfte des ausgekühlten Klemmfilzes kondensiert. Da der Klemmfilz Feuchtigkeit nicht kapillar transportieren kann, wird diese die Dämmlage erst wieder in der Dampfphase verlassen können, was vermutlich erst wieder in der warmen Jahreszeit sein wird. Wie feucht das ganze Gefüge derzeit ist, kann man aus der Entfernung nicht sagen, die Dampfbremse hätte aber sofort eingebaut werden müssen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



...okay..



Hallo Herr Kornmeyer,
vorab vielen Dank für die Info. Zu kann ich sagen das ab der oberen Dachhälfte, also der Dachbodenbereich (die Schrägen) nicht gedämmt ist. Auch die Dachpfannen sind hier nicht ausgeschäumt. Eine mögliche Zikulation über diesen Bereich kann stattfinden. Weiter hatte ich ja noch angegen das teilweise die aufgedoppelten Dachlatte innenseitig 1-2 cm hinterfüttert wurden um leichte Versätze auszugleichen. Die Lüftungspfann würde ich ggf. im Bereich der Traufe einbauen.... Weiter ist doch eine Indiz dafür das was zirkuliert, wenn ich die kompl. Dämmung in der Schräge bei Seite drücke und es anfängt sark zu ziehen- also starke zugluft?!? Was die Dampfbremse angeht wollte ich das demnächtst in Angriff nehmen. Ich war aus zeitgründen noch nict dazu gekommen, deswegen frage ich jetzt nochmal nach bevor ich alles schließe!! Kann mann denn davon ausgehen, das dieser Dachbereich nach fertigstellung inkl. Dampfbremse und evtl. (4) Lüftungspfannen und einer geringen Feuchtigkeit hinter den Pfannen KEIN Schaden ensteht?? Ich denke, falls die Konstruktion völlig falsch ist wäre jetzt schon was erkennbar- aber dem ist zum Glück nicht so ;O)





Nun ja. Wenn ich lese:
" Wenn ich jetzt die ganze Dämmschicht zur Seite schiebe ist es bei diesem Regenwetter feucht im Bereich der Dachlatten der Dachpfannen. Kann mit Fingernagel in die Latten drücken! "
Da scheint ja irgendetwas nicht ganz glatt zu laufen. Vielleicht hilft ja eine kleine Systemskizze um zu verstehen wie die Hinterlüftung wirklich funktioniert. Da darf jedenfalls nichts nass sein und man darf auch nicht mit dem Fingernagel die Lattung eindrücken können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer